TagSturm

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Sturm über Gelsenkirchen
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Schadenserklärung für einen Zaun
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Landeanflug im Sturm

Sturm über Gelsenkirchen

Was war das für ein Abend gestern. Bei mir gab es die ersten Vorahnungen, als ein Freund beim Online-Spielen mitteilte, er müsse eben kurz das Auto in die Garage bringen. Sein Vater habe ihn gewarnt, dass da einiges im Anmarsch ist. Gut, “etwas windig” war da noch der Gedanke, aber dann ging es ja wirklich los. Äste schlugen mir vor das Fenster, Licht flackerte, an Spielen war kaum noch zu denken. Nicht nur weil die Mitspieler ebenso fasziniert an den Fenstern hingen, auch das Internet war bei diesen oft etwas instabiler. Und als dann bei mir der Strom auch mal für eine Sekunde ausfiel und der Rechner sich ausschaltete, habe ich es lieber so gelassen. Später wurden dann draußen die Folgen deutlich (Fotos von Dana Dimanski aus Sutum):

Das ist im übrigen die Kurt-Schumacher Straße :)

Das ist im übrigen die Kurt-Schumacher Straße 🙂

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Heute beginnt dann das große Aufräumen: Oberleitungen und Straßenbahnschienen wurden zerstört, so dass diese erstmal ausfallen. Die 301 fährt noch im unterirdischen Bereich zwischen Consolidation und dem Hauptbahnhof. Ansonsten sollte auf Busse ausgewichen werden. Und selbst da gibt es noch Probleme im Straßenverkehr. Die Kurt-Schumacher Straße war beispielsweise noch bis vor kurzem komplett gesperrt. Ob dieser Status noch anhält, weiß ich nicht, ich würde aber davon ausgehen.

Friedhöfe, Sportanlagen, Spielplätze und Schulhöfe bleiben bis auf weiteres im übrigen gesperrt, so eine aktuelle Meldung der Stadt.

Hier einige Links, falls ihr auf dem Laufenden bleiben wollt:

Ich versuche auch das ein oder andere davon zu posten, aber direkt an der Quelle macht vielleicht für den ein oder anderen mehr Sinn 🙂

An dieser Stelle auch nochmal mein Respekt und Dank für die vielen Helferinnen und Helfer, die seit gestern Abend damit beschäftigt sind, diese Schäden zu beseitigen!

Schadenserklärung für einen Zaun

Heute morgen grinste mich im Emailpostfach eine Email mit dem Betreff “Sturmschaden” und dem vielsagenden Inhalt “Viel Spass damit…” von einem Freund an und nur eine unscheinbare PDF Datei im Anhang. Der Inhalt derselben ist in der Tat recht amüsant und soll für den Tagesabschluss nun auch noch hier präsentiert werden:

Sehr geehrte Damen und Herren

Sie fordern eine Begründung, wie es dazu kam, dass mein Zaun von einem Sturm zerstört worden ist. Nach anfänglicher Ratlosigkeit, was man da wohl schreiben soll, ich dennoch gezwungen bin zu antworten, um meine Pflichten als Versicherungsnehmerin nachzukommen, trage ich nun ordnungsgemäß vor:

„Die Sonne wärmt die Luft weltweit unterschiedlich. Wo sie senkrecht auf die Erde trifft (am Äquator), wärmt sie stärker als da, wo sie schräg auftrifft (Nord-und Südpol). Und über Land wärmt sie stärker als über dem Meer. Aufgewärmte Luft dehnt sich aus, der Luftdruck wird an diesen Stellen höher (man nennt das „Hochs“). An kühleren Stellen bleibt der Luftdruck niedrig („Tiefs“). Die Luft versucht, diese Druckunterschiede wieder auszugleichen: Sie strömt von Gebieten mit hohem Luftdruck in Gebiete mit niedrigem Luftdruck – je größer die Druckunterschiede sind, umso schneller. Bewegt sich die Luft mit 6 km/h, nennt man das Wind. Ab 75 km/h nennt man diese Bewegung Sturm, ab 118 km/h Orkan. So schnell ist die Luft aber nur bei extremen Druckunterschieden. Ein solcher Druckunterschied lag am Schadenstag über Deutschland vor. Zur Unglückszeit passierte schnelle Luft den Großraum Hessen, wobei sie auch durch Asterode und an meinem Haus vorbeikam. Da mein Haus der schnellen Luft im Wege stand, sollte es weggepustet werden. Das jedoch ließ mein treuer Zaun nicht zu. Um das Haus zu schützen, hat sich mein armer Zaun mit aller Kraft gegen die schnelle Luft gestemmt. Es gelang ihm zunächst, sich und das Haus erfolgreich zu verteidigen, so das die schnelle Luft gezwungen war, den Weg durch das Nachbarhaus zu nehmen. Als das große Dach des Nachbarhauses in einem Stück vorbeigeflogen kam, was nur in sehr seltenen Fällen vorkommt, muß mein Zaun erschrocken oder zumindest kurz abgelenkt gewesen sein. Die schnelle Luft hat ihre Chance sofort genutzt und meinen treuen Zaun heimtückisch niedergedrückt. Der Held brach zusammen und starb noch am Boden liegend vor dem Haus, welches er jedoch immerhin erfolgreich beschützt hatte.“

Das ist meiner Ansicht nach der Vorgang, so wie er sich real zugetragen hat. Es könnte jedoch auch weniger dramatisch gewesen sein und der Fall ist als ganz gewöhnlicher Sturmschaden zu behandeln, dem nichts hinzuzufügen ist, außer das an dem Tag in Asterode – wie überall Deutschland – Sturm war. Sollte weiterer Vortrag notwendig sein, Zeugenaussagen begehrt oder Ihrer Ansich nach eine Obduktion des Zaunes erforderlich sein, stehe ich gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Vielen Dank an das Philomenon Blog, wo ich den Text (liegt mir selber nur als Grafik vor) eben copy&paste-fähig gefunden habe 😉

Landeanflug im Sturm

Von dem Sturm jetzt am Wochenende habe ich anders als bei Kyrill vor einem Jahr nichts mitbekommen. Zugegeben, ich habe meine Kammer aufgrund des Lernpensums auch nicht wirklich verlassen, dennoch waren die einzigen Verwirbelungen die ich gesehen habe, die Formeln der Makroökonomie. Heute Abend bei den Tagesthemen jedoch wurde ein Landeanflug eines Flugzeugs in Hamburg gezeigt, bei dem mir schon ganz anders wurde:

Also ich bin wirklich baff. Schon bei Luftlöchern in New York vor zwei Jahren war mir ziemlich übel, hier ist das wohl für die Passagiere wohl doch noch etwas ernster gewesen. Großes Lob jedenfalls an den Piloten und wenn nochmal jemand versucht die Lokführer mit Piloten zu vergleichen, bitte auf dieses Video hinweisen 🙂