TagGroßbritannien

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Fantastische Briefmarken in England
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Robert Harris: Ghost
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Jetzt auch der Südpol…

Robert Harris: Ghost

imageAls das Buch “Ghost” von Robert Harris bei der Mayerschen als Mängelexemplar für nur 10 Euro zu haben war, habe ich sofort zugegriffen und es nun auch in knapp einer Woche durchgelesen – und es lohnte sich. Bei den fast 400 Seiten geht es um einen Ghostwriter, der für den ehemaligen Premierminister Großbritanniens Adam Lang die Biographie verfassen soll. Der Problemfall: Sein Vorgänger McAra war kurz zuvor auf mysteriöse Weise gestorben und dem Autor bleiben damit nur wenige Wochen zur Fertigstellung übrig. Als er sich dann aber doch nach einigen zweifelhaften Fakten auf die Untersuchungen seines Vorgängers einlässt offenbart er Geheimnisse, die die Amtszeit des Premierminister in einem anderen Licht erscheinen lässt.

Wie genau soll hier nicht verraten werden, aber es ist jedenfalls ein aktueller politischer Thriller, inklusive Anklage des britischen Ex-Premier vor dem internationalen Strafgerichtshof, der Diskussion über Folter und das enge Verhältnis zwischen Großbritannien und den USA.

Das Buch von Harris wird auch als Parabel auf den früheren Premierminister Tony Blair gesehen. Ich muss zugeben, dass ich bis auf die politische Ähnlichkeiten diese Verbindung nur am Rande mitbekommen habe, aber zugegeben kenne ich Tony Blair auch nicht genau genug um das Verhältnis von ihm zu seiner Frau oder seiner Sekretärin einschätzen zu können, aber ich glaube es einfach mal. (Siehe dazu eine Rezension der FAZ)

Alles in allem ist Ghost auch für diejenigen, die diese Chiffren nicht direkt zuordnen können, aber Lust auf einen kurzweiligen Krimiroman mit starkem politischen Hintergrund haben genau das Richtige.

Robert Harris: Ghost, erschienen im Heyne Verlag, Oktober 2007, 400 Seiten, 19,90 Euro, Amazon Link

Jetzt auch der Südpol…

Karte_Antarktis.pngNachdem sich bereits mehrere Länder über die Zugehörigkeit des Nordpols zum jeweils eigenen Territorium und die damit verbundenen Rohstoffe streiten, scheint sich ähnliches für den Südpol anzubahnen. Großbritannien hat jetzt jedenfalls die Souveranitätsrechte über einen großen Teil der Antarktis bei den Vereinten Nationen beantragt. Damit verbiegt das Land den 1959 und 1991 bis 2041 verlängerten Antarktisvertrag aber schon fast bis zur Unkenntlichkeit. Darin hatten sich alle Staaten mit Besitzansprüchen (neben Großbritannien auch Australien, Argentinien, Chile, Frankreich, Großbritannien, Neuseeland und Norwegen) geeinigt diese Ansprüche im Gedanken gemeinsamer Forschung ruhen zu lassen. Auch wenn die Rohstoffe in der Region aufgrund der hohen Meerestiefe nur schwer zu erreichen sind, will Großbritannien sich damit anscheinend bereits einige jahrzehnte im Voraus absichern. Die Anreiner Argentinien und Chile dürften über diesen Vorstoß mehr als verärgert sein, da die Regionalansprüche sich deutlich überschneiden (siehe Grafik links – nach klick). Während diese ihre Ansprüche mit der geographischen Nähe oder der Fortsetzung Südamerikas begründet, weißt Großbritannien auf frühe Erkundungsreisen im 19. Jahrhundert hin, die das Gebiet in Besitz genommen hätten.