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Öffentliches-rechtliches Fernsehen – sinnvoll oder nicht?
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Linktipps 24.10.2007

Öffentliches-rechtliches Fernsehen – sinnvoll oder nicht?

Gestern abend hatte Stefan Raab zu Beginn seiner Sendung über das “Frühlingsfest der Volksmusik” hergezogen. Dies kann man sicherlich gut machen und es war auch amüsant, aber es ging dann mit dem Bashing gegen Fernsehgebühren los – für Privatsender immer ein gefundenes Fressen:

“Man muss immer mal darauf hinweisen, dass so ein Programm von ihren gebühren gemacht wird. Sie bezahlen das da. Verstehen Sie? Hier bei Pro7 zahlen [sic] die Werbeindustrie, bei der ARD zahlen sie… zuhause. Und zwar nicht zu knapp, wenn man das so sagen darf.”

Ganz ehrlich: Die Darstellung von Florian Silbereisen war nichts für mich und wie Raab das aufgezogen hat war schon recht witzig. Aber ich erkenne dennoch an, dass es offensichtlich eine Menge Menschen gibt, die sich davon angesprochen fühlen. Und es ist auch offensichtlich, dass diese nicht zu der für die Werbewirtschaft entscheidende Gruppe von 14 bis 49 Jahren zählt. Werbefinanziert gäbe es solche Formate sicher nicht, oder hat jemand bei ProSieben, Sat 1 oder RTL etwas derartiges gesehen? Und diejenigen, die nicht auf “Schlag den Raab”, DSDS oder Navy CIS stehen, bleiben auf der Strecke.

Ein weiteres mal – sonst hätte ich wohl nicht darüber berichtet – begegnete mir die Diskussion diesbezüglich über einen Newsartikel bei Heise, bei der es um die Grünen Vorstellungen zum Öffentlich-Rechtlichen ging. Unter anderem ging es eben um die Verstärkung des Online Bereiches, der “dritte Säule” neben Fernsehen und Hörfunk stellen soll. ((Unter anderem – was ich sehr sinnvoll halte, sollen die Inhalte unter CC Lizenz gestellt werden, aber darum geht es ja nicht.))

Und schon ging es bei den Kommentaren los, also Silbereisen im Internet wolle man nicht bezahlen oder man gucke eh kein öffentlich rechtliches Fernsehen. Ich sag mal so: Ich fahre kein Auto und zahle dennoch für den Bau von Straßen oder Autobahnen. Ich habe keine Kinder und dennoch werden Schulen von meinen Steuergeldern finanziert. Man zahlt eben für viele Dinge in diesem Staat, ohne einen direkten Nutzen hieraus zu ziehen. So ist das eben und so gilt das auch für das öffentlich rechtliche.

Und noch etwas: Die Informationssendungen bei ARD, ZDF, Phoenix, etc. sind deutlich besser, als bei den privaten. Wenn ich überlege auf welche Sendungen ich hier verwiesen habe oder welche Videos ich von YouTube diesbezüglich eingebunden habe, dürfte darunter wohl kaum etwas privates sein. Aber das ist auch kein wirkliches Wunder, man muss sich ja nur deren Nachrichten angucken. Von Panorama, report, monitor, Fakt oder extra3 wurden schon mehrmals kritische Themen aufgegriffen und einer breiteren Öffentlichkeit bekannt gemacht.

In diesem Sinne halte ich öffentliches Fernsehen für durchaus sinnvoll, da diese eben nicht den Marktgesetzen ausgeliefert sind: Es kommt eben nicht nur auf die Einschaltqouten an, sondern wirklich darauf eine Versorgung anzubieten. Das muss nicht über die GEZ laufen, denn die Methoden dieser Organisation sind ja nun doch oft etwas zweifelhaft. Deshalb haben die Grünen ja auch eine allgemeine Mediengebühr vorgeschlagen. Im übrigen: Die Preise für die Werbung verschenkt die  Werbeindustrie nicht ganz so, wie Raab es andeutet, denn man bekommt diese spätestens beim Einkaufen dann doch präsentiert 😉

Linktipps 24.10.2007

Basic Thinking Blog | Tanzende Lady III.
Robert Basic hat die Tanzende Lady nicht mehr losgelassen 😉

heise online – Britische Schule testet RFID-Chips in der Schulkleidung Annotated
Für die Hungerhill School in Doncaster, South Yorkshire, geht angeblich die Sicherheit der Schüler über alles. So gibt es beispielsweise das System “Sicherheit für die Kinder an der Schule”, bei dem Eltern via E-Mail, SMS und/oder automatischen Telefonbotschaften benachrichtigt werden, wenn die Kinder sich nicht ordnungsgemäß gemeldet haben. Die Eltern sind dann verpflichtet, möglichst umgehend den Grund der Abwesenheit mitzuteilen.

 

heise online – SWR geht gegen GEZ-Artikel der Süddeutschen Zeitung vor Annotated
Die ARD betreibt weiter Imagepflege in Sachen GEZ. Nachdem die Kölner Gebühreneintreiber dem vergleichsweise unbekannten Portal akademie.de per Abmahnung eine genehme Sprachregelung aufzwingen wollten und mit wenig freundlicher, dafür aber bundesweiter Berichterstattung belohnt wurden, übernimmt nun offenbar der Südwestrundfunk die Wacht über deutsche Journalisten. Auf einen nicht gerade schmeichelhaften Beitrag der Bild-Zeitung (“Die Methoden der GEZ-Schnüffler. Sie schnüffeln. Sie drohen. Sie kassieren kräftig ab.”) reagierte der SWR noch mit einer länglichen Stellungnahme, um die nach Anstaltsmeinung “sachlichen Fehler” der Bild zu korrigieren. Jetzt bemühte der Sender seine Rechtsabteilung, um gegen einen Artikel der Süddeutschen Zeitung (SZ) vorzugehen.

 

Anwälte verbieten Ansicht des HTML-Codes ihrer Website – Golem.de Annotated
Die mit eigenwilligen Abmahnungen und Klagedrohungen bekanntgewordene Anwaltskanzlei Dozier Attorneys verbietet in den Nutzungsbestimmungen für ihre Website die Ansicht des HTML-Codes derselben. Wie die Anwälte bei Zuwiderhandlung vorgehen wollen, bleibt offen.

 

Der Link am Morgen: 131 Produktivitätstipps » imgriff.com Annotated
Yoav Ezer hat auf Codswallop 131 Tipps zur Produktivitätssteigerung beim Einsatz von Email, Instant Messaging, Word, Excel und weiteren zusammengestellt.