TagFußball

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Ein fröhliches Miteinander
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Deutschland-Türkei
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Freude nach Sieg über Portugal
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Team-o-mat
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Public Viewing in Gelsenkirchen und Deutschland – Polen bei der EM
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erlassjahr.de Tippspiel
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Die drei ??? – Fußballfieber – Folge 123
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Frauen können es besser…
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“Fanmeile” ist das Wort des Jahres 2006

Ein fröhliches Miteinander

Also dann war es schließlich soweit: Nach 90 Minuten stand es 3:2 für Deutschland und die Türkei aus dem Turnier ausgeschieden. In letzter Minute dieses spannenden aber nicht hochgradigen Spiels schoss Phillipp Lahm die Deutschen in den Fußballhimmel – naja, zumindest eben ins Finale der Europameisterschaft, wo sich die Mannschaft von Joachim Löw allerdings gegen Russland oder Spanien ((die Entscheidung fällt morgen/heute [Donnerstag])) mehr einfallen lassen sollte. Da es allerdings weniger um das Spiel, als das danach gehen soll, hier nur der Verweis auf spreeblick, wo der Spielverlauf nochmal kurz und amüsant zusammengestellt wird.

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Viel mehr geht es um die ungeheuren Emotionen nach dem Spiel, bei dem man sich schon fast fragen kann, was denn Sonntag nach dem Sieg über Spanien (oder Russland) noch kommen soll. Und noch eins schwebte über der Veranstaltung: Wird es friedlich bleiben? Um es kurz zu machen: Es blieb friedlich. Lediglich 15 Festnahmen und 12 Strafanzeigen konnte die Polizei in Gelsenkirchen bis ein Uhr vermelden, darunter sechs Körperverletzungen. Vorher gab es bereits im Rahmen des Public Viewing einige Festnahmen – im übrigen in diesem Fall komplett deutsche Staatsbürger ((bei den 15 Festnahmen gibt es keine Angaben)). Also schon rein statistisch dürften die rechten Gruppierungen, die noch vor den Türken mit Messern “warnten” damit widerlegt sein. Im Gegenteil: Die einzigen überregional gemeldeten größeren Vorfälle finden sich in Dresden, wo Dönerbuden angegriffen wurden. Ein Schelm wer böses dabei denkt…

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Hier in Gelsenkirchen konnte man dagegen erleben, dass friedlich miteinander gefeiert wurde. Ob nun Menschen in Türkei-Trikots, die mit Deutschlandfahne auftauchten oder solche, die mit dem weißen Halbmond und Stern auf roten Grund an der Ringstraße/Hauptstraße feierten. Und dies bunt gemischt und eben gemeinsam. Autos wurden aufgehalten nicht nur mit einem kollektiven “Hinsetzen, Hinsetzen…”, sondern auch dem rhythmischen Rufen von “Deutschland – Türkiye – Deutschland – Türkiye”. Und auch wenn mehrheitlich die Farben schwarz-rot-gold den Platz beherrschte, wehte dazwischen völlig ungezwungen oft eine türkische Fahne im Wind.

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Ich würde sogar sagen, dass dieses Gemeinsame den Abend bedeutender gemacht hat, als das doch durchwachsene Spiel vorher. Zum einen zeigte es (wieder), dass das Schwenken der deutschen Fahne oder gar das Bemalen des Gesichtes in den Nationalfarben keineswegs mit einem Nationalismus gleichzusetzen ist oder den Rechten in die Arme spielt. Zum anderen zeigte der Abend aber eben auch, dass die türkischen Mitbürger sich – bei allen Problemen in der Integrationspolitik – integriert haben ohne eigene Identitäten aufzugeben und damit auch mitfeiern können, wenn die eigene Mannschaft gegen die deutsche verliert. Hätten wir dies andersherum auch gekonnt? Wieviele Deutsche wären wohl bei einem türkischen Sieg auf der Straße gewesen?

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Wenn es diese gegenseitige Toleranz und Anerkennung, die man heute sehen konnte, häufiger geben würde, wäre mancher Konflikt der letzten Zeit, mancher Streit über Moscheen und ähnlichem, überflüssig.

Zusammenfassend freue ich mich demnach gemeinsam mit unseren ausländischen Mitbürgern am kommenden Sonntag der deutschen Nationalmannschaft die Daumen zu drücken ((Spanier oder Russen mal ausgenommen :D)) und anschließend gemeinsam auf der Straße zu jubeln.

Fotos: Eigene unter CC Lizenzsiehe Flickr

Deutschland-Türkei

In ca. 1,5 Stunden beginnt das Halbfinale Deutschland gegen Türkei, welches ja sehr emotional aufgeladen ist. Auch wenn viele Seiten davon ausgehen, dass es friedlich bleibt und auch zu einem freundschaftlichen Miteinanderfeiern aufruft, glaube ich durchaus, dass es die ein oder anderen Scharmützel gibt. Nicht weil es Türken sind, sondern weil einfach zwei Mannschaften aufeinander treffen, die viele Fans im Land haben. Die meisten werden das Spiel sportlich sehen, womöglich enttäuscht über die Niederlage der eigenen Mannschaft sein, aber deshalb nicht gleich auf den feiernden Fan der anderen zugehen. Vielleicht sogar gratulieren und mitfeiern, wie es sich für gute Verlierer gehört. Allerdings gibt es auch immer einige, die – oft auch nach gutem Alkoholkonsum – ihrem Frust freien Raum lassen, sich durch das reine Feiern des anderen provoziert fühlen oder im Falle des Sieges diesen eben  provozieren.

Problematisch wird es, wenn dies dann für nationalistische Argumente genutzt wird, wie es die Rechten nun bereits tun. So warnen sie vor der hohen Wahrscheinlichkeit

“auf größere Gruppen aggressiver Türken zu treffen, die dann ihr Messer zücken und gewaltsam auf Deutsche losgehen”.

Sie werden sicher jeden einzelnen kleinen Fall köstlich ausnutzen, ich wage sogar, dass sie dies gerne provozieren, um dann wieder über “kriminelle Ausländer” herzuziehen.

Aber genug der Befürchtungen, wichtig ist doch die Vorfreude auf ein hoffendlich faires, spannendes und schönes Fußballspiel. Ich hoffe natürlich auf einen deutschen Sieg und den Einzug ins Finale gegen Spanien oder Russland am Sonntag (und schlussendlich auch die Meisterschaft). Aber ich glaube die Chance stehen trotz allen Überraschungssiegen der Türkei nicht so schlecht, wo doch dort bereits der Ersatz-Ersatzkeeper als Feldspieler aufs Feld muss. Und elf weitere Gründe für den Erfolg der deutschen Nationalmannschaft findet man im Tagesspiegel.

In diesem Sinne auf ein gutes Spiel heute abend und danach ein friedliches und zumindest teilweise gemeinsames Feiern des Finalisten – wer immer es auch sein mag.

Freude nach Sieg über Portugal

Meine Güte, was war das gestern Abend für ein Spiel bei der EM 2008. Nachdem ich die deutsche Mannschaft nach der Vorrunde eher aufgegeben hatte, zeigte sie im Spiel gegen Portugal, dass doch noch guter Fußball möglich ist. 3:2 musste sich Portugal geschlagen geben, welches allerdings in den letzten Minuten noch versuchte das Spiel zu drehen. Anschließend wurde dann wieder richtig auf den Straßen Gelsenkirchens gefeiert. Und da anders als bei den bisherigen Spielen wirklich eine große Leistung und ein ernsthafter Gegner auf dem Platz stand und anders als in der Vorrunde für mich kein Pflichtsieg darstellte, ging man dann auch mal gucken, was so an der Ringstraße Ecke Hauptstraße für ein Fest gefeiert wurde.

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Und auch wenn einem auf dem Weg dorthin das schwenken der Fahne in Autos durchaus ein wenig Bilder aus dem Kosovo nach dessen Unabhängigkeit oder anderen nationalen Ereignissen durch den Kopf schossen, wurde doch wieder schnell deutlich, dass dieser “Patriotismus” eben nicht politisch, sondern sportlich ist.

Das Bild an der Haltestelle Grillogymnasium war dementsprechend von dem Leben in einer Stadt wie Gelsenkirchen geprägt und viele ausländische – auch türkische – Mitbürger ((zumindest mit entsprechendem Hintergrund)) standen am Straßenrand, schwenkten die schwarz-rot-goldene Flagge und freuten sich genauso über den Sieg, wie deutschstämmige ((so man dies einfach zuordnen kann)). Natürlich wurde schon über die Möglichkeit gesprochen, dass Deutschland und Türkei beim Halbfinale am kommenden Mittwoch aufeinander treffen könnten und man da womöglich andere Präferenzen hat, aber heute feierte man zusammen den Sieg der deutschen Nationalmannschaft und morgen hoffentlich den der türkischen.

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Ich finde dieses Bild zeigt das, was unter Multikulturalismus oft falsch beschrieben wurde, denn es geht bei diesem Begriff ja nicht um ein Nebeneinander her leben, sondern darum, dass verschiedene Kulturen sich gegenseitig ergänzen. Also ganz praktisch: Während viele ausländische Mitbürger sich mit der deutschen Nationalmannschaft freuen, tun dies viele deutsche beispielsweise mit der türkischen. Man kann nur hoffen, dass dies beim direkten aufeinandertreffen im Halbfinale ((ich nehme das jetzt einfach mal an :D)) auch so bleibt und – selbst wenn einem nicht nach einem gemeinsamen Feiern sein sollte – man zumindest die Freude des anderen respektiert und beim Finale dann am Besten noch gemeinsam die Daumen drückt.

Weitere Fotos

Team-o-mat

Meine Güte, was es alles schon für Programme gibt, um seine Einstellungen zu testen. Wahl-o-maten kennt man ja schon, auch für US-Präsidenten, aber nun auch für Fußballmannschaften. Die NZZ bietet den Team-o-mat an, wo man anhand spielerischer Merkmale seine “Lieblingsmannschaft” angezeigt bekommt – jedenfalls einen Tipp, wo man auch mal hingucken sollte 😀

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(Via Julia)

Public Viewing in Gelsenkirchen und Deutschland – Polen bei der EM

Heute stand ja die deutsche Elf zum ersten Mal auf den Platz in Klagenfurt, um im ersten Spiel mit 2:0 gegen Polen zu gewinnen und damit die Führung in der Gruppe zu übernehmen. Nach der tollen Erfahrung bei der WM vor zwei Jahren gingen wir auch diesesmal zum Public Viewing. Angeboten wird dies in diesem Mal unter anderem auch beim Sport Paradies. Also eine halbe Stunde vorher waren noch genügend Parkplätze da, die Stimmung auf dem Weg war gut, aber an der Sicherheitskontrolle dann die Ernüchterung. Nicht nur Glasflaschen waren verboten, sondern alle Getränke und Speisen, auch die Chipstüte stellte offensichtlich ein Sicherheitsrisiko dar. Denn nur dies stellt nach Hausordnung des Fan Fests ein verbotenes Mitbringsel dar – und alkoholische Getränke. Da wird man mal nach einer Erklärung nachforschen, auch wenn die Begründung sicher offensichtlich ist: Es geht darum, dass die Menschen sich nicht ihr Wasser mitbringen, sondern für 3 Euro je Papp- oder Plastikbecher ((Von der Umweltverschmutzung ganz zu schweigen)) ein Getränk ((Bier 3,50 Euro)) kaufen und sich den Schlangen an den Gastronomieständen anzuschließen – kurz: Kommerz zu machen. Dann sollte man dies aber auch entsprechend so deutlich sagen. Wie gesagt: In der Hausordnung steht nichts.

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Weiterlesen

erlassjahr.de Tippspiel

Überall sieht man bereits wieder Deutschlandfahnen an den Fenstern oder Autos, ein wenig kommen die Erinnerungen an die Weltmeisterschaft 2006 wieder wach, denn morgen beginnt die Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz. Auch immer häufiger bilden sich Tippgemeinschaften oder Tippspiele. Auch erlassjahr.de bietet in diesem Jahr ein solches auf seiner Internetseite an – vollkommen kostenlos ((wobei man sich über eine Spende aber definitiv freut 😉 )) und mit zusätzlichen weiteren Informationen zu Schulden.

So gab es als ersten Auftakt die Regeln des Fußballspiels, wenn diese nach den Bestimmungen des Pariser Clubs (( Der Pariser Club (PC) ist ein informelles Kartell der öffentlichen Gläubiger; diesem Kartell, das seit 1956 besteht, gehören vor allem OECD-Länder sowie seit Juni 1997 Russland an. Im Pariser Club werden im Konsens Umschuldungen und Schuldenerleichterungen von Entwicklungshilfe und staatlich garantierten Exportkrediten für einzelne Schuldnerländer ausgehandelt. Die Vereinbarungen des haben jedoch keinen rechtlich bindenden Charakter. Daher müssen sie in bilateralen Abkommen zwischen Schuldnerland und jedem einzelnen Gläubigerland festgelegt werden. aus erlassjahr Glossar)) entstanden wären. Ein Beispiel gefällig?

§2 Der Schiedsrichter wird vor dem Spiel in geheimer und freier Wahl von
den Spielern des FC Paris gewählt. Die Spieler von Brazico werden
rechtzeitig über die Person des Schiedsrichters informiert.

Weitere Regeln finden sich hier, wer Lust hat, kann sich einen entsprechend unfairen Kicker bei der Jugendmesse respect vom 12. bis 14. Juni in Duisburg angucken. Aber vorher beim Tippspiel anmelden

Ich melde mich damit jetzt wahrscheinlich bis Sonntag ab, da ich auf der Mitträgerversammlung von erlassjahr bin. Neues von dort gibt es aber womöglich direkt auch im erlassjahr Blog.

Achja: Zu Gewinnen gibt es neben interessanten Informationen und der “Ehre” *räusper* natürlich noch mehr:

7. Gewinne: unter allen TeilnehmerInnen werden 3 erlassjahr.de Fanpakete verlost. Diese bestehen aus einem erlassjahr.de T-Shirt, einem Schlüsselband, einem Schal, einer CD und kleinen Überraschungen. Zusätzlich verlosen wir als Hauptpreis einen fair gehandelten Fussball mit dem erlassjahr.de Logo.

So, jetzt nicht mehr zögern 😀

Die drei ??? – Fußballfieber – Folge 123

image Die EM steht vor der Tür und überall begegnet Einem das runde Leder. Auch vor den Drei ??? machte dieses Europaereignis nicht Halt. “Fußballfieber” heißt die neuste Folge der drei Detektive aus Rocky Beach. Und auch wenn es nicht eine große Meisterschaft ist, ist der Anlass für dieses Fieber in Rocky Beach in diesem Fall die Schulmeisterschaft – mittendrin Peter:

Peter, der Zweite Detektiv, trainiert begeistert für die kalifornischen Schulfußballmeisterschaften. Zur gleichen Zeit erscheint ein Junge auf dem Schrottplatz und bittet die Drei ??? um Hilfe: Im Haus seiner Großeltern geschehen unheimliche Dinge und die beiden alten Leute sind überzeugt, dass sie es mit den schrecklichen Vorzeichen des Todes zu tun haben.
Als Justus, Peter und Bob die Ermittlungen aufnehmen, ahnen sie nicht, welche Gefahren noch auf sie zukommen werden…

Jedenfalls macht die Geschichte dann einen ziemlich großen Bogen und kommt dann aber natürlich doch wieder zum Fußballspiel zurück. Das Ende hingegen ist wiedermal etwas skurril, auch wenn ich die Idee des Motives und die Detailfragen durchaus interessant finde. Aber der Sprung ist eben doch etwas zu Groß von den “schrecklichen Vorzeichen des Todes” zur harten Realität des Fußballgeschäfts. In dem Sinne eher 2 von 5 Punkte. Wer wie ich jedoch ein Sammler ist, wird sich auch diese Folge nicht entgehen lassen wollen 😉 [ Kaufen bei Amazon ]

Frauen können es besser…

…zumindest im Fußball haben die Frauen nun zum zweiten Mal hintereinander die Weltmeisterschaft gewonnen – und zwar nicht irgendwie, sondern mehr als eindrucksvoll: Nicht ein einziges Gegentor hat die Mannschaft kassiert und selber 21 Tore geschossen – das hat noch nie eine Nationalmannschaft geschafft, weder bei Männern noch bei Frauen. Gerrit hat einen Artikel dazu geschrieben, auch wenn ich den Begriff “Frauschaft” als Ersatz für Mannschaft für mehr als blödsinnig halte und als übertriebenes Gendern abtue. Da weise ich lieber nochmal darauf hin, dass 1989 als Prämie für den gewonnenen Europapokal noch ein Kaffeeservice angeboten wurde und bis 1970 Frauenfußball (damals noch “Damenfußball”) in Deutschland vom DFB nicht anerkannt wurde. Für diesen Titel kann jede Spielerin sich über 50.000 Euro freuen – allerdings hatten die Männer im letzten Jahr bereits das Doppelte für den Einzug ins Halbfinale erhalten. Aber bisher ist das Ansehen von Frauenfußball einfach noch zu gering in Deutschland, wobei solche Erfolge wie heute dies doch hoffentlich deutlich ändern.

“Fanmeile” ist das Wort des Jahres 2006

Die WM hat große Nachwirkungen. So wurde die “Fanmeile” nun zum Ende des Jahres nochmal geehrt, indem sie zum Wort des Jahres erklärt wurde. “Damit wurden Orte bezeichnet, die während der WM in Deutschland Fußballbegeisterte aus aller Welt zu Hunderttausenden aufsuchten, um dort ihrem ganz besonderen Lebensgefühl Ausdruck zu verleihen.”, so die Erklärung des Wortes durch die Gesellschaft, die seit 1972 diese Auszeichnung vergibt.

“Ausgewählt werden Wörter und Ausdrücke, die die öffentliche Diskussion des betreffenden Jahres besonders bestimmt haben, die für wichtige Themen stehen oder sonst als charakteristisch erscheinen (»verbale Leitfossilien« eines Jahres). Es geht nicht um Worthäufigkeiten. Auch ist mit der Auswahl keine Wertung bzw. Empfehlung verbunden.”, so die weitere Erklärung der Gesellschaft.

Auf Platz 2 wurde “Generation Praktikum”, auf den dritten Platz “Karikaturenstreit” gewählt. Auf weiteren Plätzen landeten “Rechtschreibfrieden“, “Prekariat“, “Bezahlstudium“, “Problembär“, “Poloniumspuren“, “Klinsmänner” und “schwarz-rot-geil!“.