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Promo-Show als Wahlveranstaltung getarnt
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Eurovision Song Contest 2010
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Eurovision Song Contest 2008

Promo-Show als Wahlveranstaltung getarnt

Ich sitze noch an der Uni und werde es wohl nicht bis um 20.15 Uhr nach hause schaffen. Dann könnte ich mir – zumindest theoretisch – “Unser Song für Deutschland” angucken, bei dem der deutsche Song für den Eurovision Song Contest ausgewählt wird. Auch wenn ich diesen eigentlich immer geguckt habe mit Freunden, hätte mich die Vorauswahl wohl nicht vor den Fernseher gelockt. Die habe ich nie geguckt. Und dieses Jahr hätte man es eigentlich auch “Lena in Concert” nennen.

Zugegeben, Lena hatte mit ihrem Charme sicherlich viel zum Gewinn im letzten Jahr beigetragen und dafür gesorgt, dass der Contest in diesem Jahr in Deutschland stattfindet. Aber das man daraus jetzt einen Freifahrtsschein macht, ärgert mich doch. Wo ist dann noch die Auswahl? Achja, man kann auch den Liedern wählen, die Lena im Februar auf CD herausbringt. Sie kann also zur Primetime ihre neue CD vorstellen und dafür mächtig Werbung machen. Und der Zuschauer hat dann die Wahl, welches Lied es sein soll.

Für die Kandidatin ist das doppelt praktisch: Die Teilnahme ist ihr sicher und den Verkauf der CD steigert es mit Sicherheit auch direkt. Super. Und da die Chancen den Erfolg mit einem bekannten Gesicht im diesen Jahr beim Song Contest zu wiederholen ist sowieso gering, also ist der Druck da sicher auch nicht so hoch.

In einem Artikel bei DerWesten schrieb Tim Rahmann, dass ein neuer Kandidat es schwer hätte und immer mit Lena verglichen worden wäre. Natürlich, da ist ein Druck hinter, aber es ist immerhin eine Chance. Und es ist eine Wahl. Hier wird Lena auf einen Thron gestellt, bei der man sich die Frage stellt, wieso man nicht eine Lenakratie einführt:

Er oder sie würde blass wirken, weniger frech, weniger authentisch. Zu Lena gibt es keine Alternative.

Woher will man das wissen? Sie hätte ja antreten können und dann können die Zuschauer eben dies entscheiden. Anstatt dessen ist dies hinter verschlossenen Türen geschehen und man bekommt es nur fortgesetzt. In den letzten Jahren war es m.E. immer eine gute Tradition die Entscheidung über die Gewinner sowohl bei der Vorauswahl, wie auch dem eigentlichen Contest den Menschen zu überlassen und weg von Juryentscheidungen im Hinterzimmer zu kommen. Offensichtlich gilt nun das Prinzip Lena und eine Mitbestimmung wird begrenzt. Aber sie hätte ja auch damals locker die Nachfolge von Horst Köhler antreten können im Lena-Wahn…

Eurovision Song Contest 2010

In den letzten Jahren hatte ich immer – naja zumindest 2007 und 2008 – meine Liste des Eurovision Song Contestes gepostet. Der guten Tradition nach gibt es auch in diesem Jahr 2010 die Liste, wobei ich mir den ersten Platz meiner Titelliste mal spare, denn Satellite hört ihr in den nächsten Wochen bestimmt oft genug 😀

Und so kommen wir mal zu den Beiträgen aus den anderen Ländern. Ein Ranking erspare ich mir und euch mal, denn eine Reihenfolge fiel mir bei unserem “Tippspiel” am Abend bereits schwer genug:

Daniel Diges mit Algo pequenito (Spanien)

Mir gefällt einfach die etwas verrückte Art dabei und die fröhliche Musik, die an dem Abend doch etwas herausstach. Besonders ja auch der Störer beim ersten Versuch, wobei ich den aber – insbesondere weil dann ja wirklich noch ein anderer Sänger auftritt – für dazugehörig werte. Außerdem war der Sänger ja auch nicht aus der Ruhe zu bringen.

maNga mit “We could be the same” (Türkei)

Eben etwas rockiger 🙂

Giorgos Alkaios & Friends mit OPA (Griechenland)

Wiedermal etwas fröhlichere, schnelle Musik

Sunstroke Project & Olia Tira mit Run Away (Moldawien)

Die Gruppe sah zwar etwas strange aus und erinnerte ein wenig an das Ende von Rocky Horror, aber das Lied fand ich schon ganz nett… vielleicht weil das alles etwas verrückt ist 🙂

Safura mit Drip Drop (Aserbaidschan)

Sie galt als ernsteste Konkurrentin für Lena und ihr Lied fand ich auch recht gut – nur der Tänzer fand ich teilweise etwas deplatziert.

Noch abschließend einige Bemerkungen:

1. Ich finde die Arena Auf Schalke ist ein exzellenter Ort für den Eurovision Song Contest 2010 🙂

2. Sich über den Erfolg von Lena / Deutschland zu freuen ist keine Rechtfertigung für Antisemitismus.

3. Kann man davon ausgehen, dass Stefan Raab nun Narrenfreiheit im Fernsehen hat?

Eurovision Song Contest 2008

Gestern Abend war es wieder so weit und da ein Fotoabend von Kevin ins Wasser fiel, saßen wir beide gestern Abend nach ein wenig Wii Spielerei und “Hör mal wer da hämmert” doch wieder bei dem Europäischen Musikwettbewerb. Unsere Top Vertreter aus Frankreich, Finnland oder (bei mir) Island kamen nicht wirklich weit nach Vorne, Sieger dagegen wurde Dima Bilan aus Russland mit dem Titel “Belive”:

Kommentator Peter Urban hatte bereits bei der Vorstellung darauf hingewiesen, dass Russland nun alles versuche, um endlich einen Sieg hinzubekommen: Also eine original Stradivari und eben einem Eiskunstläufer, der meines Erachtens auf der kleinen Fläche eher lächerlich wirkte und auch nicht passend zur Melodie tanzte.

Nun, den Publikumsgeschmack hatte das Lied wohl getroffen und das wohl nicht nur in den üblichen Russlandunterstützern (auch wenn sich viele Ergebnisse noch immer vorhersagen ließen).

Vorhersehbar war wohl auch das Ergebnis der No Angels für Deutschland. Zumindest insofern, dass diese heute bereits für den Formel 1 Grand Prix in Monaco eingeplant waren – obwohl um 12 Uhr die Pressekonferenz der Sieger angesetzt war. Damit war ein Sieg wohl garnicht wirklich erwartet worden. Aber der Titel war auch zu üblich. Nicht wirklich schlecht, aber er fiel einfach nicht wirklich auf. Und von daher fragt sich, ob ein Sieg überhaupt erwünscht war:

Doch die Ursachen für das schlechte Abschneiden der vier großen Geldgeber beim Grand Prix liegen nicht bei den Migranten. In Wirklichkeit will keines der vier Länder das Risiko eines Eurovisions-Siegs und damit einer kostspieligen Ausrichtung im Folgejahr eingehen. Nicht England, nicht Frankreich, nicht Spanien und schon gar nicht Deutschland.

so der Autor des oben verlinkten Artikels bei Spiegel Online. In Deutschland wird wohl nun nachgedacht, ob dieses Event überhaupt noch sinnvoll ist. Also ich denke das das durchaus noch eine interessante Veranstaltung sein könnte, wenn man es ernst vorbereiten würde und vielleicht mal wieder etwas Originelleres vorbringt.