Tag - USA

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Reden hilft eben doch
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Atomwaffen raus aus Deutschland
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UN-Menschenrechtsrat gehört aufgelöst
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Thirteen days
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Die USA und das Kyoto Protokoll
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Meine Einstellung zur USA
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George Washington (1789-1797)
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Merkel vs. Bush: Wer ist mächtiger?
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Iranisch-amerikanischer Zwischenfall auf hoher See
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“Grün” in Amerika fast Wort des Jahres

Reden hilft eben doch

Mit Syrien will man nicht reden. Und mit dem Iran noch weniger. Die amerikanische Außenpolitik ist extrem schweigsam gegenüber zu „Schurkenstaaten” erklärten Regierungen. Hieraus spricht eine Form der Arroganz, deren einziges Mittel Strafmaßnahmen wie Sanktionen sind. Auch im laufenden Präsidentschaftswahlkampf wird diese Frage kontrovers diskutiert und Barack Obama vorgeworfen, dass er sich mit den Staatschefs von Kuba, Iran oder auch Nordkorea treffen wolle.

Dabei ist grade letztes doch das Paradebeispiel dafür, dass man mit Reden viel weiter kommt, als mit der Konfrontation. Im Rahmen langer Verhandlungen bei Sechs-Nationen-Gesprächen ((mit den beiden koreanischen Staaten, China, den USA, Japan und Russland)) konnte nach dem Zünden der nordkoreanischen Atombombe im letzten Jahr durch Gespräche und Zugeständnisse einiges erreicht werden: Nordkorea hat Fragen zum Nuklearbestand beantwortet und baut den Reaktor in Youbon ab. Als Gegenleistung haben die USA das Land von der Liste der Terrorstaaten entfernt und damit die Möglichkeit wirtschaftlicher Investitionen eröffnet. Nun steht nur noch die Frage der nordkoranischen Bestände an Atomwaffen offen, aber es ist viel Bewegung erkennbar.

Im übrigen: Neu ist das nicht. Bereits unter Clinton gab es entsprechende Vereinbarungen, die von beiden Seiten nicht wirklich ernst genommen, von den USA aber unter Bush dann konterkariert wurden, als dieser offensivere Rethorik gegen Kim Jong Ill anschlug. Geführt hatte diese Politik unter Bush dann schließlich dazu, dass Nordkorea die Bombe zündete. Anders als gescheitert kann man damit eine Politik des Schweigens kaum nennen.

Atomwaffen raus aus Deutschland

Im kleinen Ort Büchel mit 1.200 Einwohnern wird noch immer ein wenig Kalter Krieg gespielt. Auf dem Fliegerhorst dort lagern nämlich unter amerikanischer Aufsicht die letzten 20 Atombomben in Deutschland. Deren Einsatz wird dabei nicht von den Amerikanern geübt, viel mehr sind es deutsche Tornadopiloten, die den Abwurf der Massenvernichtungswaffe trainieren. Mehr hierzu und den völkerrechtlichen Problemen habe ich vor etwas weniger als einem Jahr geschrieben. Jetzt kommt das Thema wieder auf, weil eine amerikanische Untersuchung Sicherheitsmängel an den europäischen Atomwaffenstandorten festgestellt hat. Politiker aller Oppositionsparteien fordern deshalb jetzt den Abzug dieser Waffen aus Deutschland und auch in der SPD gibt es kritische Stimmen. Alleine die CDU hält die atomare Teilhabe für notwendig:

Man müsse an der atomaren Abschreckungsstrategie festhalten, sagte der außenpolitische Sprecher der Fraktion, Eckart von Klaeden (CDU), der “Berliner Zeitung”. Die Waffen müssten selbstverständlich nach den höchsten Sicherheitsstandards gelagert werden, aber “wir können nicht auf sie verzichten, solange es Nuklearwaffen auf der Welt gibt. Sie schützen auch uns”. Klaeden: “Wir müssen uns auch davor wappnen, dass uns zum Beispiel ein Land wie der Iran in Zukunft zu Geiseln nimmt.”

Also das uns die 20 Atombomben in Büchel vor einem hypothetischen Angriff aus dem Iran schützen sehe ich nicht. Wir würden die wahrscheinlich ja nichtmal in den Iran transportieren können oder schon etwas umständlich mit den Tornados. Im Kalten Krieg mögen diese Abschreckunsmechanismen so noch funktioniert haben, vor allem als man selber das Schlachtfeld eines solchen geworden wäre. Die Welt sieht fast 20 Jahre später aber doch deutlich anders aus.

UN-Menschenrechtsrat gehört aufgelöst

Vor knapp einem Jahr hatte ich die Problematik des UN Menschenrechtsrates bereits einmal verdeutlicht: Beherrscht von Autokaten oder Menschenrechtsverletzern ((25 der 47 Mitglieder gelten nach Freedom House als unfrei)) hat der Rat nichts besseres zu tun, als fast ausschließlich Israel zu kritisieren. Das sich seitdem alles nichts wirklich getan hat, zeigt nun ein Kommentar von Clemens Wergin in der Welt am Sonntag.

Allein 2007 hat sich der Rat 120 Mal mit Israel befasst, das ist doppelt so häufig wie mit jedem anderen Land – Sudan, Birma, Kongo und USA landeten abgeschlagen auf den folgenden Plätzen. Israel ist auch das einzige Land, mit dem sich der Rat kontinuierlich beschäftigt. Der führende Ermittler ist Richard Falk, der Israel nicht mehr, wie sein Vorgänger, als Apartheidstaat bezeichnet, sondern lieber gleich mit den Nazis vergleicht. Falk rechtfertigte 2002 palästinensische Selbstmordattentate und verteidigte in einem Buch Verschwörungstheorien über den 11. September.

Und weiteres skurriles weiß der Kommentator zu berichten: Von Vorschlägen an Großbritannien oder die Schweiz bei gleichzeitiger Ablehnung von Kritischen Anmerkungen bezüglich der Verstümmelung von Mädchen in islamischen Staaten.

Sein Fazit:

Der Westen, der die UN weitgehend finanziert, hat diesem antiwestlichen und antidemokratischen Treiben viel zu lange resigniert zugeschaut. Es ist an der Zeit, dass er sich nun für die endgültige Abschaffung des UN-Menschenrechtsgremiums einsetzt. Wer die zweite Chance verpatzt, hat auch keine dritte verdient.

Die USA haben vor kurzem ihren offiziellen Beobachterstatus dieses Gremiums aufgegeben und bei aller Kritik an Menschenrechtsverletzungen der USA oder deren oft unilateralem Kurs ist dies eine nur nachvollziehbare Entscheidung. Ein Anti-Israel-Rat, der Menschenrechtsverletzungen deckt oder nur einseitig verfolgt hat seinen Namen nicht verdient – und schadet den Zielen der Vereinten Nationen. Weiteres in dem genannten Kommentar.

Thirteen days

Leider war es die letzten Tage ja auffällig ruhig hier im Blog – der Grund: Eine Diplomprüfung in Geschichte am nächsten Mittwoch. Themen: “Die USA im ersten Weltkrieg” und “Kennedys Außenpolitik”. Momentan ist da wirklich nicht viel Zeit, denn von Morgens bis Abends wird gelesen und zusammengefasst. Dennoch möchte ich dazu passend doch noch einen kurzen Filmtipp geben: Thirteen Days von Roger Donaldson mit Kevin Costner. In dem 140 Minuten langen Spielfilm aus dem Jahr 2000 werden die 13 Tage der Kuba Krise nochmal dargestellt. Und das sehr gut. Klar, es stimmt nicht alles zu 100 Prozent, aber das meiste ist schon richtig und teilweise findet man sogar 1:1 Zitate. Jedenfalls hab ich den Film – wie meine Twitterbeobachter mitbekommen haben – gestern nochmal gesehen und kann ihn nur empfehlen. Auch die Dokumentation auf der zweiten DVD ist sehr interessant 🙂 Also kaufen 😀

Die USA und das Kyoto Protokoll

In der Politik der USA gibt es momentan oft eine schnelle Antwort auf alle kritischen Fragen: Bush. Das dies insbesondere in Sachen Klimaschutz und Kyoto-Protokoll keineswegs (alleine) zutreffend ist, zeigt Scott W. Stevenson in einem neuen Beitrag bei USA Erklärt.

Hauptgrund für die Ablehnung im Senat, die selbst Bill Clinton mit einer einstimmigen Resolution deutlich gemacht wurde, sind demnach die Ausnahmen für Indien und China (beispielsweise). Im Bezug auf die bevorstehenden Wahlen ergibt sich für Stevenson damit ein klares Ergebnis:

Auch unter Bushs Nachfolger wird es keinen Kyoto-Beitritt der USA geben. Dieser Autor sagt voraus, dass das für einige Leute ein Schock sein wird.

Schock oder nicht, leicht wird es sicher nicht. Aber es ist auch keineswegs so, dass alle Amerikaner deshalb Kyoto ablehnen, im Gegenteil verlangt eine Mehrheit der Amerikaner solche Maßnahmen, in Bundesstaaten wurden Klimaschutzziele definiert und 130 US Städte haben sich den Kyoto-Zielen angeschlossen. Mehr als diese minimale Zusammenfassung findet ihr natürlich in dem längeren Artikel.

Meine Einstellung zur USA

Es ist schon seltsam, wie das mit dem Bloggen laufen kann. Heute Nachmittag habe ich die Artikel zur Blog Parade gelesen und mich ein wenig geärgert, dass ich keine Zeit hatte, selber mehr zu meiner Einstellung der USA gegenüber zu verfassen. Tja, “Kein Problem”, dacht ich, “das machst du einfach vor der Vorstellung der einzelnen Artikel”. Und so habe ich dann angefangen diesen anderen Artikel zu schreiben und plötzlich war ein ellenlanger Text auf dem Bildschirm – ohne einen fremden Beitrag zur Parade einzubinden nur mit eigenen Ansichten. Lange Rede kurzer Sinn: Hier meine Einstellung zu den Vereinigten Staaten, die Auswertung der Parade folgt voraussichtlich morgen. Weiterlesen

George Washington (1789-1797)

Mein Ziel in den letzten Tagen alle US Präsidenten vorzustellen ist nicht erreichbar. Ich hätte bei der Aufstellung des Zieles wohl auf den Klausurkalender gucken sollen. Stattdessen gibt es nun eine neue Serie über die Präsidenten, bei denen ich diese einzeln vorstellen werde – vielleicht in wöchentlichen Abständen bis zur Wahl des nächsten im November. Und deshalb geht es jetzt auch los mit George Washington, dem ersten Präsidenten der USA:

George Washingon (1789 – 1797)

* 1732 | † 1799 | Partei: keine ((Man muss ihn den Föderalisten nahestehend ansehen, aber da er nicht viel von Parteien hielt, wäre es wohl etwas vermessen ihnen diese zuzurechnen))| Herkunft: Virginia

image George Washington wurde als Sohn eines Tabakfarmers in Virginia geboren. Er arbeitete zunächst als Geometer, bis sein Bruder 1752 starb und er damit – sein Vater war bereits früher gestorben – die Plantage Mount Vernon übernahm. Im kurz darauf beginnenden Frensh and Indian War wurde er ab 1753 mehrmals vom Gouverneur über die Appalachen geschickt um dort die Franzosen zu vertreiben. Auch wenn die militärischen Erfolge sicherlich nicht entscheidend waren, wurde er 1758 Oberst der Kolonialmiliz. Er spielte sogar mit dem Gedanken an eine militärische Karriere, bis die Briten ihm ein Offizierspatent verweigerten. Nach dieser Demütigung zog er sich auf seine Plantage zurück. Dort heiratete er 1759 die ein Jahr ältere Martha Dandridge Curtis, die ein beachtliches Vermögen mit in die Ehe brachte. Damit stieg sein Einfluss und Ansehen und kurz nach der Hochzeit war er so Abgeordneter im Parlament der Kolonie. Weiterlesen

Merkel vs. Bush: Wer ist mächtiger?

Im Rahmen der amerikanischen Woche hier im Blog und als Einstimmung für die Wahlen am heutigen “Super-Tuesday” soll es nun um die Frage gehen, wer mächtiger ist: US-Präsident bzw. Bundeslanzler. Es geht dabei nicht darum festzustellen, dass die USA fast 3,5mal so viele Einwohner haben, wie die Bundesrepublik oder eine größere Armee besitzt, sondern es geht in erster Linie um eine Betrachtung des Präsidenten im jeweiligen politischen System. Meine erste Arbeit an der Uni hatte ich zu dem Thema geschrieben und dementsprechend gibt es nun diesen Essay nochmal 🙂 Weiterlesen

Iranisch-amerikanischer Zwischenfall auf hoher See

Gestern ging die Meldung durch die Medien, dass es in der Straße von Hormus zu einer Konfrontation zwischen iranischen und amerikanischen Schiffen gekommen wäre. Iranische Schnellboote hätten die amerikanische Flotte dabei bedroht und mit deren Zerstörung gedroht. Wie so oft, ist unsicher, was nach einem solchen Vorfall nun wahr ist und was Propaganda einer Seite. Grade dieser Frage hat sich der Spiegelfechter in einem Artikel gewidmet, in dem er beide Modelle, also amerikanische und iranische Übertreibung darstellt aber dann zu der in solchen Fällen oft richtigen Schlussfolgerung kommt, dass die Wahrheit irgendwo dazwischen liegt: Der eine (Iran) hat provoziert und der andere (USA) hat sich eben bereitwillig provozieren lassen.

“Grün” in Amerika fast Wort des Jahres

“Kindergarten” ist eigentlich ein schönes Wort – auch wenn man heute schon fast ständig KiTa draus gemacht hat. Die Bedeutung des Wortes wird einem wohl erst deutlich, wenn man betrachtet, dass es sich auch im englischen als Wort eben für den Kindergarten durchgesetzt hat. Nun hat sich wohl auch “Grün” als Bezeichnung für umweltbewusstes Verhalten durchgesetzt – für einen “Grünen” schon eine nette Nachricht 😀 Als Wort des Jahres scheiterte es allerdings an “subprime”, welche für Kredite an Geringverdiener steht. Weitere Kandidaten waren “Facebook” und der “Googleganger”, die andere Person, die man bei der Google findet, wenn man nach dem eigenen Namen sucht. (Quelle gefunden über Blog-Sprache.de)