Kommt die NFL nach Europa?

Ich bin erst nach der NFL Europe zum Football gekommen, aber seit einigen Jahren gehört der Super Bowl zur Jahresplanung. So auch am Sonntag, wenn die Carolina Panthers gegen die Denver Broncos in dem größten Sportevent der Welt gegeneinander antreten.

In einem generellen Artikel der Süddeutschen1 dieser Milliarden-Liga wird auch über die europäische Perspektive geschrieben. Seit einiger Zeit finden einige Spiele der Liga bereits in London statt. Aber es könnte noch europäischer oder gar globaler werden:

„Die Nachfrage nach Football ist enorm – übrigens nicht nur in England, sondern in ganz Europa“, behauptet NFL-Chef Roger Goodell: „Ein Team dort ist keine zwanzig Jahre mehr weg, sondern vielleicht nur fünf.“ So etwas sorgt auch in Deutschland für Interesse, weil nun auch vom europäischen Festland und einer möglichen Europa-Division gesprochen wird. Keine eigenständige Liga zweiter Klasse, wie es die World League (1991 bis 1997) und die NFL Europe (1998 bis2007) waren, weshalb diese Projekte gescheitert sind. Sondern eine Division mit vier Vereinen, die tatsächlich die Vince-Lombardi-Trophäe gewinnen können. Frankfurt Galaxy, Rhein Fire oder Berlin Thunder als vollwertige NFL-Vereine? Vorstellbar ist inzwischen viel.

Das wäre natürlich ziemlich genial. Zugegeben noch Zukunftsmusik, aber wer weiß… vielleicht kann man in einigen Jahren nicht nur über den ersten Deutschen Superbowlsieger als Person, sondern auch als Verein feiern? Unrealistisch sicherlich, aber trotzdem eine spannende Vorstellung :D

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Rasierklingen unter Aufklebern

Wer mich kennt weiß, dass ich kein großer Fußballfan bin. Man verfolgt ein wenig, was sich bei Schalke tut, aber eher weil man aus Gelsenkirchen kommt und hier nicht um den Verein herumkommen kann :) Aber die Berichte aus Dortmund schockieren mich. Nicht sportlich, da wäre irgendwo in mir zwar auch ein gewonnenes Spiel lieber, aber wie gesagt: Ich bin da nur halbherzig dabei. Mir geht es eher darum, dass jemand Aufkleber gegen Schalke mit Rasierklingen versehen hat, um Menschen zu verletzten, die diese abnehmen.

Alleine die Sprüche auf den Aufklebern sind für mich unfassbar: „Tod und Hass dem S04“ steht da beispielsweise drauf. Jetzt mal ehrlich: Konkurrenz klar, Rivalität gehört vielleicht dazu, wenn es darum geht, wer nun die bessere Mannschaft aus dem Revier ist. Aber „Tod und Hass“? Es geht darum, welche 11 Leute auf einem Feld mehr Tore schießen und nicht um irgendwelchen wirklich weltbewegenden Dinge für die eine solche Feindschaft dargestellt werden muss. Und wenn dann noch der wirklich hinterhältige Plan dazu kommt, Menschen beim Entfernen dieser Aufkleber ernsthaft zu verletzen, hat das mit dem Spiel dahinter nun wirklich nichts mehr zu tun. Wie man nur wegen einem solchen Spiel einen solchen Hass auf andere Menschen entwickeln kann, nur weil sie mit anderen Farben zur Spielstätte gehen, wird sich mir nie erschließen und kann nur als menschenverachtend angesehen werden.

In den Kommentaren zu einem WAZ-Kommentar heißt es: „Insbesondere die NeoNazis pflastern das öffentliche Stadtmobiliar mit rassistischen Stickern. Bürger die sich daran stören, entfernen die Sticker regelmäßig. Um dies zu erschweren werden häufig Rasierklingen unterklebt.“ Ob man daraus – in Verbindung mit den martialischen Sprüchen – etwas herleiten kann, ist offen, aber bedenklich ist diese weitere Gewalteskalation ja auch unabhängig davon.

Einige Worte zu Magath

Ich habe immer gesagt, dass Fußball mich selten begeistert kann und soviel hat sich auch nicht daran geändert. Der Sport ist in vielen Fällen oft zu langweilig oder von mir aus auch mittelfeldlastig, um mich zu fesseln. Ausnahme bieten maximal entscheidende Spiele und Nationalspiele bei Turnieren. Wenn ich gefragt werde, ob ich denn wegen meiner Herkunft Schalke Fan sei – und irgendwie wird man in Deutschland ja früher oder später immer in eine Fußballvereinskiste gepackt – ist meine Antwort, dass man ja kaum Drumherum komme und ich mich dennoch eher als Schalke-Sympathisant sehe. Ich denke zum Fan-sein gehört mehr als dann hinzugucken, wenn es wichtiger wird und wahrscheinlich kann man auch nur dann wirklich verstehen, wieso es nun so gegen Felix Magath geht.

Zugegeben, Magath ist vielleicht nicht der “normale” Schalke Trainer mit Kumpelfaktor und sowohl seine missverständlichen Äußerungen (“Ich bin kein Fan von Schalke”) als auch manch anderer Fehltritt haben vielleicht viele Fans gegen ihn aufgebracht. Aber neben der Person geht es doch auch um den Sport und die Leistung dort, oder?

Soweit ich es sehe, ist der Verein in der Bundesliga nicht so erfolgreich und Radioberichte oder Fans berichten bei den Spielen von einem schlechten, wenn nicht desaströsen Auftreten der Mannschaft. Andererseits sieht man nun ja auch, wie man bei den noch wichtigen Spielen noch überzeugen kann und so steht die Mannschaft im Viertelfinale der Champions League und im Finale des DFB Pokals. Wen kümmert es denn dann ernsthaft noch, ob Schalke nun auf Platz 10, 12 oder 8 der Bundesliga steht? Es ist ja nicht wirklich so, dass Schalke es dort ohne großen Aufwand schaffen würde noch wirklich was zu reißen, oder? Dann kann ich sowohl vom Trainer als auch von den Spielern verstehen, wenn man den Fokus vielleicht darauf setzt das Beste aus dem herauszuholen, wo es auch noch was zu gewinnen gibt. Und wenn dies nur unbewusst geschieht.

Ich weiß nicht, ob ich mir anmaßen kann, mit Felix Magath “zufrieden” zu sein. Wahrscheinlich nicht. Und ich kann den Unmut der Fans verstehen, die jede Woche treu in das Stadion gehen und dort sehen, wie die Mannschaft nur Müll zusammenspielt. Dennoch bleibt als außenstehender sympathisierender Laie doch die Frage, ob die Lage des FC Schalke 04 wirklich so mies ist, dass man einen Trainer loswerden muss.

Superbowl XLV

In etwas mehr als 2 Stunden ist der Kickoff zum 45. Superbowl, dem Finale der amerikanischen Football Saison. In diesem Jahr treffen die Pittsburgh Steelers gegen die Green Bay Packers an. Und da ich diese Sportart leider nur einmal im Jahr gucken kann, fällt es schwer ein wirkliches Fan-sein aufzubauen – auch wenn ich die Sportart an sich spannender finde, als unsere Art des Fußballs :) So muss die Entscheidung für wen man die Daumen drückt (und ohne das macht so was dann nicht soviel Spaß) meist anhand des Logos oder ähnlich unsinniger Kriterien fallen. Außer vielleicht wenn New York dabei ist, dann unterstütze ich diese, weil ich schonmal in New York war. Okay, irgendwie auch nicht besser :D

GreenBayPackersIn diesem Jahr werde ich auf einen Sieg der Green Bay Packers hoffen. Wie man rechts sehen kann nicht wegen dem Logo, denn ein G ist jetzt nicht so der Knaller, aber bei den Steelers sieht es auch nicht besser aus und so liegt der Grund in der Struktur der Packers:

Eine Besonderheit der Green Bay Packers ist, dass sie nicht das Eigentum eines einzelnen Besitzers sind, sondern sich in öffentlichem Besitz befinden und mehreren tausend Anteilseignern gehören.

Naja, bevor ich jetzt weiteren Blödsinn darüber schreibe, wieso ich nun zu dieser Entscheidung gekommen bin, vielleicht noch etwas von allgemeinem Interesse. Auf diesen zwei Grafiken findet man nämlich einige interessante Infos zum Superbowl generell. Einige Beispiele:

  • Von den zehn erfolgreichsten Fernsehprogrammen waren neun Super Bowl Übertragungen.
  • Nach Thanksgiving ist dies der Tag an dem am meisten verzehrt wird.
  • 30 Sekunden Werbezeit kosten rund 3 Millionen Dollar
  • 8 Millionen Pfund Popcorn, 28 Millionen Pfund Chips und 53,5 Millionen Pfund Avocados (für Guacomole) werden für das Football-Fest verbraucht – hierfür braucht man 222.792 Football-Felder um die entsprechenden Rohstoffe anzubauen.
  • 20% mehr Kopfschmerztabletten werden am nächsten Tag verkauft und 7 Millionen Menschen verzichten auf die Arbeit.

Ich hab morgen im übrigen Haushaltsberatungen – immerhin erst um 14 Uhr, genug Zeit um vorher auch noch was konstruktives hinzubekommen :D

Rache für Wembley und der Fernsehbeweis

Heute stand die Deutsche Nationalmannschaft also im Achtelfinale gegen den “Lieblingsgegner” England. Das Ergebnis ist nichts neues: 4:1 haben die deutschen Spieler gewonnen und England damit die größte Niederlage während einer WM zugefügt. Und noch eine andere Ungerechtigkeit ist mehr oder weniger gesühnt worden: 44 Jahre nach dem berühmten Wembley Tor – bei dem England ein Tor gegeben wurde, obwohl der Ball nicht hinter der Torlinie war – wurde heute ein gültiges englisches Tor nicht gewertet. Zugegeben: 1966 war es deutlich unklarer und anders als bei dem alten Tor musste man nun nicht 24 Jahre auf die Klärung die Frage warten, ob es nun ein Tor war oder nicht. Aber ich wage auch mal zu behaupten, die Auswirkungen waren geringer heute. Während damals in der Verlängerung das Endergebnis von 4:2 dadurch zustande kam, dass Deutschland die Abwehr öffnete und mehr auf Angriff spielte, hatte die englische Mannschaft doch auch nach der Entscheidung weiterhin aktiv gespielt, aber eben nicht ganze 90 Minuten lang, sondern vielleicht 30.

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„The games must go on“ – oder auch nicht?

Mit diesen Worten leitete der damalige IOC Präsident Avery Brundage 1972 die Fortsetzung der Sommerspiele nach der Tragödie von München ein. Die Frage stellt sich in gewisser Weise auch heute nach den Ereignissen in Tibet für China. Historisch wäre der Vergleich mit den Spielen von 1980 oder 1984 besser, also den beiden größeren Boykotts der Olympischen Spiele.

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1980 hatten sich einige Staaten aus Protest gegen den sowjetischen Einfall in Afghanistan die Teilnahme bei den Sommerspielen in Moskau abgesagt. Die entsprechende Reaktion kam 1984 bei den Spielen in Los Angeles. Über den Erfolg dieses Boykotts kann man sicher streiten – wird aber eher kritisch betrachtet. Und auch darauf basieren auch alle Argumentationen im Bezug auf Peking in diesem Sommer.

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Die New York Gigants gewinnen den Super Bowl

image WOW… Was war das für ein Spiel. Vor wenigen Minuten ging das NFL Finale zwischen den New York Gigants und den New England Patriots zu Ende mit einem knappen 17 zu 14 für die Mannschaft aus New York. Da ich – eher aus Verbundenheit zu New York – für die Gigants war, natürlich ein schönes Erlebnis. Aber auch eine Minute vor dem Ende sah es noch anders aus und die Patriots führten 4 Punkte vor den Konkurrenten aus New York. Nur ein Touchdown konnte das Blatt noch wenden und so zitterte man Yard für Yard und Pass für Pass mit. Und knapp 40 Sekunden vor dem Ende des Spiels fing Plaxico Burress den Wurf von Quarterback Manning in die Endzone. Dann wurde noch gezittert, ob den Patriots in letzter Sekunde nicht noch ein Run und weiterer Touchdown oder zumindest ein Field Goal gelingen sollte. Aber als genau eine Sekunde vor Schluss der letzte Pass des Quarterbacks Brady ins Aus geht, gibt es am Sieg von New York kein Rütteln mehr. Alles in allem ein genial spannendes Spiel bis zur letzten Sekunde.

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