Geschrieben von Patrick Jedamzik am 12. Mai 2009
Seit einigen Wochen jagt die Bundeswehr am Horn von Afrika mehr oder weniger erfolgreich Piraten. Während man vorher dort für die Terrorbekämpfung jahrelang präsent war, ist dieser Einsatz dann aber plötzlich ein Problem. Für Innenminister Schäuble ist dieser Einsatz nur dann vernünftig durchzuführen, wenn man das Grundgesetz endlich ändert und die Einsatzmöglichkeiten der Bundeswehr ausweitet. Also mal ganz abgesehen davon, dass ich mich frage inwiefern die Bekämpfung von Terroristen sich rechtlich von der von Piraten unterscheidet. Beide sind inzwischen auch durch militärische Vereinbarungen verankert und durch ein Mandat des Bundestags abgesichert. Also bleibt nicht viel, wieso es plötzlich ein Problem sein sollte. Heribert Prantl weisst heute in einem Kommentar der Süddeutschen auf die längerfristigen Bestrebungen unseres Innenministers hin:
Einmal waren es demonstrierende Kurden, die Autobahnen blockiert hatten; Bundeswehr sollte die Polizei logistisch unterstützten; später war es die Fußball-WM in Deutschland; Soldaten waren angeblich zur militärischen Sicherung der Stadien unabdingbar; heute sind es die Piraten auf den Weltmeeren, die angeblich nur mit einer Grundgesetzänderung richtig bekämpft werden können.
Dennoch fordert auch Prantl eine Grundgesetzänderung. Nicht zur besseren Piratenjagd, sondern um den Wandel der Bundeswehr von einer Verteidigungs- zur Kriseninterventionsarmee auch im Gesetz zu verankern. Und das könnte wirklich nicht schaden, denn die momentane Legitimierung über “Systeme kollektiver Sicherheit” mag rechtlich richtig sein, ist aber eben nicht sofort einleuchtend und doch eben immer irgendwie ein Umweg.
Geschrieben von Patrick Jedamzik am 19. September 2007
Vielleicht war es doch keine so gute Idee, Schäuble ein Grundgesetz zuzuschicken, denn der gute Herr Innenminister hat es anscheinend gelesen und zwar nicht draus gelernt, aber eben überlegt, wie man es ändern müsste.
Und so soll jetzt eine “ganz außerordentliche Extremsituation” zu den Möglichkeiten des Bundeswehreinsatzes im Inneren hinzukommen, die dem “klassichen Verteidigungsfall” ähnlich kommen und den Innen- und Verteidigungsminister auch ermöglichen soll per “Eilkompetenz” diesen Einsatz zu befehlen. Ich glaube Robert Zion hatte da mit seiner Feststellung in der gestrigen Erklärung recht, als er meinte:
Innenminister und Verteidigungsminister bestätigen derweil den berühmten Gedanken des rechten Staatstheoretikers Carl Schmitt: “Souverän ist der, der über den Ausnahmezustand bestimmt.”
Naja, dennoch habe ich noch zwei Grundgesetze herumliegen und muss nun überlegen, ob es Verschwendung oder ein “Risiko” wäre auch Herrn Jung eins zuzusenden
Geschrieben von Patrick Jedamzik am 13. September 2007
Gestern hatten Kevin und ich noch rumgeblödelt, ob unser Innenminister Schäuble wohl eine Suchmaschine wie Google hat, in dem er einfach einen Namen eingibt und schon von Religionszugeförigkeit über Vereinsmitgliedschaften bis zur Schuhgröße alles erfährt – natürlich nur zur Sicherheit. Nun, die Realität ist schneller, denn es gibt diese Suchmaschine bereits:

(Zu finden hier – von mir gefunden bei GoogleWatch)
Geschrieben von Patrick Jedamzik am 26. Juli 2007
So, nachdem auch meine Grundgesetze angekommen sind, ging auch mein Exemplar an den Innenminister auf seine Reise. Bin mal gespannt, ob es eine Antwort gibt und wieviele es am Ende werden, aktuell sind es mindestens 33 verschickte Grundgesetze. Angestrichen habe ich jetzt doch nichts mehr, da momentan bei mir einfach der Terminplan voll bis oben hin ist – wird Zeit für Urlaub. Aber noch abschließend noch der Hinweis auf eine Visualisierung der Schnüffelvorgänge Schäubles durch ein Programm der Bundesgrünen für Windows oder Mac und der Hinweis auf die Webseite Schäuble Wegtreten! bei der man für seinen Rücktritt unterschreiben kann, was seit dem 23. Juli bereits 3027 Menschen getan haben. Also mitmachen
Geschrieben von Patrick Jedamzik am 15. Juli 2007
So die Antwort des Referats Öffentlichkeitsarbeit des Deutschen Bundestages auf eine Anfrage von fudder.de. Auch sei kein erhöhter Bestellaufwand festzustellen gewesen, rund 100.000 Exemplare werden dort pro Jahr versandt. In den nächsten Tagen dürften aber nach dem letzten Stand rund 600 Exemplare verschickt werden, da aktuell 207 Blogs daran teilnehmen.
Jens Scholz hat im übrigen ein weiteres Banner erstellt, welches den Erfolg der Aktion zeigen soll (siehe oben). Bei Twitter berichtet übrigens der freie Journalist Matthias Oborski als Schäuble über die Eindrücke aus dem Innenministerium.
Allgemeines zu der Aktion gibts hier
Geschrieben von Patrick Jedamzik am 14. Juli 2007
Neues aus dem Hause Schäuble: Warum eigentlich abschalten, wenn bei einem Lauschangriff Privatgespräche laufen? Stattdessen solle doch ein Richter am Ende einfach alles abhören und das Wesentliche herausfiltern. Naja, dass man dafür schon mehr Richter bräuchte mag der Innenminister ebenso vergessen haben, wie die Tatsache, dass das Verfassungsgericht 2004 eindeutig festgestellt hatte, dass “Gespräche zwischen engen Angehörigen dürfen [...] noch abgehört werden [dürfen], wenn alle Beteiligten verdächtig sind und das Gespräch strafrechtlich relevanten Inhalt hat”. Dabei dürfte es keine Rolle spielen, wer dieses Gespräch abhört – ob Richter oder Polizist, denn der Schutz der Privatspähre ist ein Grundrecht, das nicht weniger verletzt wird, wenn es ein Richter ist.
Am Rande noch ein Hinweis auf die Aktion “Blogger helfen Schäuble“, bei der man Emails gleich auch in Kopie ans Innenministerium schicken soll, damit diese es einfacher haben. Bei der Aktion ein Grundgesetz für Schäuble machen inzwischen übrigens über 160 Blogs mit!
Geschrieben von Patrick Jedamzik am 11. Juli 2007
Geschrieben von Patrick Jedamzik am 11. Juli 2007
Karan hatte darauf hingewiesen, dass man bis zu drei kostenlose Exemplare des Grundgesetzes beim Bundestag bestellen kann. Sie stellte sich dabei die Frage, wie es wohl aussehen würde, wenn nun nach den Vorschlägen von Schäuble nun plötzlich massenhaft Grundgesetze bestellt würden – würde es auffallen? Jedenfalls hat Sven Scholz dies aufgegriffen und erklärt, was er mit seinen drei Ausgaben machen würde: Eins kommt ins Regal, das zweite wird sicher verbuddelt (als zukünftiges Beweisdokument) und das dritte – und jetzt wirds interessant – wird an das Innenministerium geschickt – “da grad keins rumliegen” haben.
Ich finde die Idee gut und werde ebenfalls drei Stück bestellen. Habe zwar von der Bundeszentrale für politische Bildung bereits eine kommentierte Ausgabe, aber kann man genug Grundgesetze haben? Eins geht dann bei mir auch an Herrn Schäuble mit einigen Anmerkungen, markierten Zeilen und einigen Lesezeichen. Das dritte werde ich aber nicht verbuddeln, sondern vorbereiten für eine Verschickung an unseren Regierungspräsidenten in Münster um ihn an Artikel 28 zu erinnern, sollte sich wieder ergeben. Alle Gelsenkirchener Leser möchte ich aufrufen dies ebenfalls zu tun und dann – wenn es soweit kommt – koordiniert so unseren Protest zu zeigen!
Update: Musterbrief und weiteres online
Geschrieben von Patrick Jedamzik am 08. Juli 2007
Verstehe einer diesen Menschen: Vor wenigen Tagen schwadronierte er noch über Schwarz-Grün und täglich kommen aus seinem Ministerium neue Planungen um dem Terrorismus Einhalt zu gebieten. Nach der Onlinedurchsuchung kommt nun der Vorschlag “Gefährder”mit Handy- und Internetverbot zu belegen. Mal abgesehen davon, wieso man dann vorher noch eine Onlinedurchsuchung einführen muss, wenn man denjenigen, die durchsucht werden sollen später verbietet im Internet zu sein, muss man sich fragen, wer definiert wer denn ein “Gefährder” ist. Weiterlesen »
Geschrieben von Patrick Jedamzik am 02. Juli 2007
Rechte Übergriffe in Rostock
Die Stadt kommt nicht zur Ruhe: Jetzt sind im Vorfeld einer NPD Demo die Gegendemonstranten im Zug systematisch angegriffen worden.
Ego reloaded
Ein Buch über Computerspielnutzer und ihre Avatare in Onlinewelten.
Schäuble für Schwarz-Grün
Naja, grade in der Innenpolitik sind wir ja auch einer Meinung
Drohungen gegen Blogger
Hier berichtet ein Blogger davon, wie er massiv bedroht wurde, seine Domain abzugeben. Schon ziemlich übel das Ganze und von hier auch meine vollste Solidarität!
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