Tag - Nichtraucherschutz

1
Ich zieh nach Bayern…
2
Zeit für Mut beim Nichtraucherschutz
3
Juhuu!!!
4
Rauchen als Religion
5
Raucherdiskriminierung?
6
“Thanks, Tobacco: You Killed My Mom”

Ich zieh nach Bayern…

Eigentlich wohne ich ganz gerne in NRW, ja sogar in Gelsenkirchen. Aber Bayern hat heute Abend eine neues – vielleicht das erste – Argument bekommen, dorthin zu ziehen: Konsequenten Nichtraucherschutz. Keine angeblichen Raucherclubs, keine Pseudo-Nichtraucherbereiche oder Ausnahmeregelungen. Es wird in Kneipen, Gaststätten und Co. einfach nicht mehr geraucht. Punkt.

Und wer nun mit Wahlfreiheit, etc. kommt: Sorry, aber das ist ein Phänomen, was nur begrenzt funktioniert, wenn immer mehr Läden das Gesetz einfach als “Raucherclub” umgehen, wie zuletzt ja auch das Extrablatt hier in Gelsenkirchen – welches mich als Gast damit auch verloren hat. Und irgendwann wird es dann echt schwer, noch wählen zu können.

Und dann der übliche Vorwurf der Intoleranz. Mir ist es herzlich egal, ob sich jemand das Hirn weg pafft. Soll er von mir aus machen, ärgert mich maximal ggf. wegen der Kosten die er damit dem Gesundheitssystem zufügt, aber das ist sekundär. Mich geht es auch nichts an, ob jemand sich nach dem Essen übergibt, um schlank zu bleiben oder nichts anderes tut, als Computer zu spielen. In all diesen Fällen bin ich in der Regel nicht direkt betroffen. Ich kann – und sollte – mich um diese Leute sorgen, aber da meine Freiheit durch diese Aktionen kaum beschädigt wird, ist es ihre Sache. Der Raucher am Nachbartisch stinkt mir aber nicht nur alles voll mit seiner Zigarette, er schadet mir auch in meiner Gesundheit. Vielleicht nicht drastisch, aber er tut es und irgendwann sehe ich nicht mehr ein, dies einfach zu tolerieren und für die Sucht eines Rauches und sein “Vergnügen” zurückstecken zu müssen. Aber auch zur Intoleranz des Rauchens hatte ich ja schon etwas geschrieben.

Ich wünsche mir jedenfalls für NRW auch ein ähnliches, lückenloses Gesetz für den Schutz von Nichtrauchern – wenn ich recht überlege eigentlich schade, dass man soetwas schon gesetzlich braucht.

P.S. Wer weitere Argumente wie die Arbeitsplätze oder so gegen einen vernünftigen Nichtraucherschutz anbringen will, findet hier einige Antworten 🙂

Nachtrag: Hier gibts auch noch einen netten Artikel zu dem Thema: “Liebe Raucher, Ihr stinkt!

Zeit für Mut beim Nichtraucherschutz

Das Ergebnis dürfte ja bekannt sein: Das Bundesverfassungsgericht hat das Rauchverbot für Eckkneipen als verfassungswidrig erklärt. Aber nicht – wie man im ersten Moment glauben könnte – weil es ungerecht wäre, Rauchern das Rauchen zu verbieten, sondern weil die ganzen Ausnahmeregelungen einfach Wettbewerbsverzerrungen herbeigeführt hatten. Größere Gaststätten konnten separate Raucherbereiche einrichten und damit auch diejenigen bewirten, die beim Bier nicht auf den Gift…äh Glimmstängel verzichten können. Kleine Kneipen konnten dies nicht. Genau dies ist dann verfassungswidrig. Gäbe es keine Ausnahmeregelungen wäre das Rauchen auch in Eckkneipen verboten. Jetzt haben die Länder bis Ende 2009 Zeit hier Änderungen an den Gesetzen zu schaffen. Bis dahin gilt: Es darf wieder geraucht werden.

Grade in den Tagesthemen kam dazu der passende Kommentar: Die Politik war nicht mutig genug und hat sich von der Tabakindustrie und der Lobby der Raucher einlullen lassen und eine Wischi-Waschi Lösung geschaffen. Und auch jetzt wird sich daran nichts ändern. Es fehlt der Mut einfach mal deutlich zu machen, dass Rauchen tödlich ist, nicht nur für diejenigen die es tun. Es fehlt der Mut aus der heutigen Entscheidung den richtigen Schluss zu ziehen: Komplettes Rauchverbot in Gaststätten, wie es in anderen Ländern auch problemlos funktioniert. Aber klar, in Deutschland ist soetwas unvorstellbar…

Juhuu!!!

Habe gestern ganz vergessen, mich öffentlich zu freuen 😀 Endlich Rauchverbote in NRW – Bierchen trinken ohne Halsschmerzen oder Husten, keine stinkende Kleidung anschließend mehr. Endlich wird Rücksicht zum Gesetz 😉 Und heute Abend beim Stammtisch werde ich dies vielleicht gleich ausprobieren können, wobei der bei dem guten Wetter ja auch draußen sein könnte …

Rauchen als Religion

rauchverbot.gifEs ist schon mehr als skurril, was hier in Deutschland für ein Aufstand gemacht wird, weil Raucher andere nicht mehr mit ihrem Rauch belästigen dürfen. Fast als würde deshalb nun die Zivilisation ihrem Ende entgegen gehen und das Ende der Welt bevorstehen würde, nur weil nach Jahren des hemmungslosen Zuqualmens von unschuldigen Nichtrauchern nun der Gang vor die Tür bevorsteht. Ein Wirt in Schleswig-Holstein hat nun versucht eine Religion zu gründen, um so die Nichtraucherschutzregelungen zu umgehen. Durchkommen wird er damit sicher nicht, auch wenn er bereits den Gang zum Europäischen Gerichtshof angekündigt hat. So witzig man dies auf den ersten Blick finden mag, finde ich es aber auch problematisch, dass hier mit einem solchen grundlegenden Recht herumgespielt wird für eine völlig blödsinnige Verteidigung von Privilegien. Interessant vor allem deshalb, weil es in anderen Ländern ja problemlos klappt und vor der Kneipe sogar neue kulturelle Begebenheiten wir das Smirting hervorgerufen hat. Raucher fordern immer Toleranz für ihr Handeln, haben aber oft selber keine, wenn man sich von ihrem Qualm gestört fühlt… (siehe Welt und Focus)

Raucherdiskriminierung?

Judenstern In Schleswig-Holstein wurde noch bis Freitag ein T-Shirt verkauft, welches den Judenstern benutzte, wobei “Jude” durch “Raucher” ersetzt wurde. Ziel der Aktion sei es “ein klares Zeichen setzen und der Gesellschaft diese schändliche Ausgrenzung unmittelbar vor Augen führen.” Der Zentralrat der Juden protestiere und das völlig zu Recht.

Der Vergleich hingt nämlich sehr extrem: In Deutschland wird kein Raucher getötet oder in seiner Gesundheit gefährdet ((außer durch sich selbst)). Und auch wenn es anders dargestellt wird, ist auch das Rauchen nicht verboten. Nur dort, wo es andere belästigt oder in deren Gesundheit gefährdet, da gibt es nun entsprechende Rauchverbote. Das Privileg andere in deren Gesundheit zu schädigen ist nun abgeschafft worden. Das kann man wohl kaum als Diskriminierung verstehen. Wenn ich als Nichtraucher endlich davor geschützt werde den blauen Dunst einzuatmen oder meine Kleidung dadurch verunreinigt wird, ist das ein ende der Diskriminierung von Nichtrauchern, die jahrelang tolerant diese Belästigung ertragen haben. Aber wie sagte eine Leserin des TAZ Artikels zu dem Vorfall:

Wenn Menschen ein Privileg aufgeben müssen, an das sie sich sehr gewöhnt haben, sehen sie sich gerne plötzlich als Verfolgte. So (…) ist es in diesem Fall mit manchen Tabakrauchenden, die das Privileg verloren haben, andere Menschen an diversen Orten mit krebserregenden Stoffen zu belasten.

Foto von Daniel Ullrich

“Thanks, Tobacco: You Killed My Mom”

Es begann mit einem Schnappschussvideo der neuen Kamera und sollte zu einer Dokumentation des Todes werden. Naja, klingt etwas stark aufgetragen, stimmt aber: Aaron Gray aus Kanada hat über Monate hinweg das Sterben seiner Mutter, die Lungenkrebs hatte und schließlich durch einen Schlaganfall ans Bett gefesselt war, verfolgt. Das zehnminüte Video gegen das Rauchen mag zunächst als schreckliche Zurschaustellung im immer öffentlicheren Web 2.0 erscheinen, ist aber der letzte Willen der Mutter: Andere vom Rauchen abzubringen. Wer mehr lesen will, kann das hier tun,  das Video folgt direkt. Weiterlesen