Tag - Kriminalstatistik

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Weitere Details über geschönte Kriminalstatistik
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Das Hakenkreuz hätte auch ein Kind machen können…
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Hingucken ja, solange es nicht Arbeit macht…

Weitere Details über geschönte Kriminalstatistik

Die Süddeutsche Zeitung berichtete heute über weitere Details im Skandal um die geschönte Statistik in Sachsen-Anhalt. So ist die “strengere Auslegung” von rechten Straftaten nicht im Landeskriminalamt erkohren worden, sondern als Aufgabe des Ministeriums gesehen worden, um die Spitzenposition rechtsextremer Straftaten los zu werden. Dementsprechend sei von dem Referatsleiter gefordert worden, dass in die Statistik “nichts reinkommt, was da nicht reingehört”. Das Ergebnis kennen wir ja schon ein wenig: Hakenkreuze könnten auch von Kindern gemacht sein, aber es gab noch mehr “uneindeutige” Straftaten:

Im Interview mit Radio Sachsen-Anhalt sagte der Sprecher des Innenministeriums, als politisch uneindeutig seien vom LKA Sieg-Heil-Rufe, eine wehende Hakenkreuzfahne, das Abspielen des Horst-Wessel-Liedes und der Verkauf von Weinflaschen mit Adolf-Hitler-Etikett deklariert worden.

Eine ganz neue Idee des Kampfes gegen Rechts: Weggucken… Herzlich willkommen in Sachsen Anhalt, wo Nazis noch Nazis sein dürfen, solange man es nicht zu offensichtlich tut. Und eine Hakenkreuzfahne kann man ja auch nur wegen der Farben toll finden…

Das Hakenkreuz hätte auch ein Kind machen können…

Oben stehender Satz war scheinbar Leitlinie der Polizei in Sachsen-Anhalt, die eben alles aus der Statistik rechtsextremer Taten entfernte, was nicht eindeutig politisch zuzuordnen war. Und dementsprechend könnte ein geschmiertes Hakenkreuz in den meisten Fällen theoretisch auch von Kindern gemacht worden. Das Ergebnis: Eine schönere Statistik mit einer Halbierung rechtsextremer Straftaten. Folgen für diese abenteuerliche Rechnung wird es aber nicht geben, zumindest hat die Regierung dies bisher abgelehnt. Soviel Glück hatten drei Staatsschützer nicht, die für ihr Engagement und das “Hingucken” (so der Name des Landesprogramms gegen Rechts) versetzt wurden. Moral von der Geschicht: Wer Sachen-Anhalt die Statistiken schönt und so tut, als gebe es weniger Rechtsextremismus kommt mit einem – offensichtlich nicht ernst gemeinten – Rüffel davon, wer sich gegen Rechts einsetzt, riskiert den Job. (Siehe auch: TAZ)

Hingucken ja, solange es nicht Arbeit macht…

So oder so ähnlich könnte man nach einem Artikel in der Süddeutschen wohl die Arbeit des Innenministers in Sachsen-Anhalt bezeichnen. Nach außen wird ein großes Programm aufgelegt und schöne Statistiken vorgelegt, nach innen werden zu eifrige Staatsschützer zurückgepfiffen oder versetzt um eben diese Statistik schön zu halten. Ein lesenswerter Artikel!