Tag - Jugoslawien

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“Kriegserklärungen”

“Kriegserklärungen”

Nachdem die Sowjetunion sich im Westen durch Satellitenstaaten abgesichert hatte, blieb für Stalin noch eine unsichere südlichere Grenze. Er stellte deshalb erneute Forderungen auf, die selbst seinem Außenminister Molotow als zu weitgehend erschienen:

  1. Er zögerte den Rückzug der sowjetischen Truppen aus dem Iran heraus, welches 1941 gemeinsam von Briten und Sowjets besetzt wurde, um die Nachschubwege der Westalliierten in die Sowjetunion, aber auch die Ölvorräte zu sichern.
  2. Er forderte militärische Basen in der Türkei, insbesondere um Kontrolle über den Bosporus und die Dardanellen zu erhalten.
  3. Schlußendlich wurde auch eine Beteiligung an der Verwaltung der ehemaligen italienischen Kolonien in Nordafrika gefordert, um so Flottenstützpunkte im Mittelmeer zu errichten. ((Auflistung nach Gaddis, S.42f.))

Die Reaktion der Westmächte war eine eindeutige Ablehnung. Im Iran gelang es der Sowjetunion zwar kurzzeitig eine autonome Republik ausrufen zu lassen, aber nach dem Anruf Irans bei den Vereinten Nationen und Druck der Alliierten zogen sich die sowjetischen Truppen am 25. März 1946 schließlich zurück und die Iran-Krise war überwunden. ((Für eine genauere Darstellung der Ereignisse siehe Ströver, S. 54f.))

Auch die anderen Forderungen am Mittelmeer wurden eindeutig abgewiesen. Die USA bestärkten ihre Ablehnung durch die Entsendung eines Flottenverbandes ins östliche Mittelmeer. Auch wurde der UdSSR durch eine Note unmissverständlich mitgeteilt, dass die Souveränität der Türkei notfalls mit Waffengewalt verteidigt werde. ((Vgl. Ströver S.49))

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