Mit Pacman durch Gelsenkirchen

Bei Google Maps gibt es wieder ein kleines Spielchen. Mit einem Mausklick wird aus der Straßenkarte nämlich ein Spielbrett für die bekannte punktefressende Spielfigur – natürlich inklusive Monster. Dazu ganz einfach bei Google Maps den gewünschten Stadtausschnitt wählen und unten links auf das Icon klicken. Eine festgelegte Spielfläche in der Mitte der aktuellen Ansicht wird dann zur Spielfläche. Viel Spaß :)

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Unsinn im Bundestag

Heute wird im Bundestag wahrscheinlich das unsinnigste Gesetz seit langem verabschiedet. Damit meine ich nicht mal inhaltlich – da gab es einigen Unsinn in den letzten Jahren – aber das Leistungsschutzrecht setzt dem ganzen die Krone auf.

Ursprünglich kam das Gesetz auf, weil die Zeitungsverlage es unfair fanden, dass man bei Google News ihre Meldungen sehen kann, aber die Leute nicht mehr auf die Seite gehen, Google aber mit der Werbung Geld verdient. Mag jetzt arg verkürzt sein, aber ich komme vielleicht gleich noch mal drauf zurück.

Erst stand im Raum, ob ich für Links, wie gerade beim iWatch Artikel zu Spiegel schon zahlen müsste, aber das Gesetz bezieht sich jetzt ganz eindeutig auf gewerbliche Anbieter von Suchmaschinen oder gewerbliche Anbieter von Diensten“ (hier der Gesetzentwurf) – kurz es hatte den Titel „Lex Google“ erhalten.

Nach einer Anhörung soll das Gesetz nun durchgepeitscht werden und wird noch schwammiger, denn es wird geändert, so dass „einzelne Wörter oder kleinste Textausschnitte“ erlaubt sind. Die entsprechende Änderung hier.

Screenshot von Google News
Screenshot von Google News

Wenn man sich nun den Screenshot bei Google News anguckt: Ist das nun ein „kleinster Textausschnitt“? Ich denke schon. Aber am Ende muss die Definition wohl ein Gericht treffen. Und wenn dem so ist: Wieso dann noch das Gesetz? Google wäre dann ja als wahrscheinlich größter News-Aggregator raus.

Bei Spiegel Online wird folgendes vermutet:

Das betrifft etwa Smartphone-Apps wie „Flipboard“ und „Pocket“, die aus ganzen Texten eine personalisierte digitale Zeitung basteln. Doch auch hier ist unklar, ob das Kalkül aufgeht, dass die Anbieter Geld an Verlage zahlen – oder ob sie einfach ihr Angebot in deutschen App-Stores einfrieren.

Ob die nun soviel damit verdienen, dass es ein eigenes Gesetz geben müsste, lasse ich mal dahin gestellt, aber das Gesetz verliert eben seinen Sinn. Was wird denn jetzt geschützt? Und vor allem wieviel soll es bringen?

Das Problem ist doch, dass Leute immer weniger bereit sind für Informationen zu bezahlen. Oder sagen wir lieber für Zeitungen und Zeitschriften. Ich weiß nicht, wie alt der Spruch ist, dass nichts so alt ist, wie die Zeitung von gestern, aber das ist heute umso richtiger. Darum setzen Zeitungen auch immer mehr auf den Onlinemarkt. Aber hier ist es offensichtlich auch nicht leicht Geld zu machen.

Mir hatte sich der Sinn zu Beginn schon nicht erschlossen. Wäre ich Google, hätte ich dann einfach die Seiten rausgenommen, die Knete haben wollen. Vielleicht nicht ganz fair, aber bei der Position dieser Suchmaschine verständlich. Irgendwie wollen ja die Seiten auch gefunden werden.

Und nun bekommt man ein Gesetz, wo man weder weiß wer betroffen ist und wie lang denn ein Text nun sein darf. Und noch interessanter: Wieso werden nur bestimmte Texte besonders geschützt. Und überhaupt: Wieso reicht Zitatrecht und Urheberrecht nicht aus? Wer einfach Texte von anderen zur Verfügung stellt, macht sich doch schon dem Urheberrechtsverstoß schuldig.

Diese Unsicherheiten überlassen den Gerichten die Entscheidungen, wer betroffen ist, warum und schaffen nur neue Abmahnwellen. Die Digitale Gesellschaft hat in einer Pressemitteilung die Risiken auf den Punkt gebracht:

“Aber was ist, wenn Blogger von Gerichten als kommerzielle Medienangebote angesehen werden, was in der Regel schon der Fall ist, wenn sie einen Flattr-Button zur Refinanzierung ihrer Serverkosten eingebaut haben?” kritisiert Markus Beckedahl, Vorstand des Digitale Gesellschaft e. V.. “Dass man den Verlegern ein Leistungsschutzrecht versprochen hat, ist für uns kein Argument, ein schlechtes Gesetz mit ungewissen Auswirkungen auf das Internet und seine Nutzung auf den Weg zu bringen.”

So wird morgen zwischen 9 und 10 dieser Unsinn mit Stimmen von CDU/CSU und FDP verabschiedet und selbst Kritiker des Gesetzes wie Volker Kauder werden dort fleißig die Hand heben – nur 6 Leute aus den Koalitionsfraktionen werden dieses Gesetz ablehnen. Schade, Mitdenken wäre manchmal doch wünschenswert und ein vernünftiger Urheberrechtsschutz – nicht nur für Journalisten – wäre ein sinnvolleres Projekt als dieses Gesetz. Aber daran wird nicht wirklich gearbeitet…

Mit dem Jet-Ski nach China

Erinnert ihr euch noch an die Möglichkeiten Schwimmend durch den Atlantik nach New York zu kommen oder mit Kayak nach Hawaii? Zumindest Google Maps hatte dies mal als Möglichkeit angegeben. Nun finden aber Japaner auch den Weg nach China – per Jet-Ski:

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Hier könnt ihr es euch selber angucken. Manuell einfach bei Google Maps eine Route von Japan nach China suchen. Wie lange es per Jet-Ski dauert, konnte ich nicht rausfinden, insgesamt dauert die Reise so aber nur 2 Tage und 11 Stunden – wobei man die Orte ja besser anpassen könnte :)

Google Street View ist doch schon von Geoscoring überholt

Was in letzter Zeit für ein Wirbel um Google Street View gemacht wird. Der neue Dienst von Google macht nichts anderes, als durch die Straßen zu fahren, diese fotographisch zu erfassen und in eine 3D Umgebung zu fassen. Natürlich kann man dadurch durch andere Städte gehen ohne die eigenen vier Wände zu verlassen. So kann man sein Wohnumfeld schonmal betrachten, bevor man sich um eine Wohnung bemüht oder kann den Weg zum Hotel in einer fremden Stadt schonmal virtuell abgehen. Das ist der Sinn dabei. Ob man es braucht oder nutzen wird, ist dabei ja eine andere Frage. Der vorgebrachte Vorwurf Verbrecher könnten ihre Objekte besser ausspionieren halte ich dagegen für blödsinnig. Ein Verbrecher erhält durch Google View nicht mehr Infos, als durch eine normale Fahrt durch die Stadt. Eher weniger, weil es ja nur Fotos sind.

Und dann ist da noch der Datenschutz. Dies ist sicherlich ein wichtiges Thema, aber ist das das Problem ist doch nicht, dass Häuserfassaden fotografiert werden. Dies sind Daten, die ja direkt keine Verbindung zu den Bewohnern herstellen.

Die gleichen Politiker, die nun den Datenschutz gegenüber Google hoch halten, haben dagegen kein Problem mit Nacktscannern an Flughäfen, mit Onlinedurchsuchungen oder anderen Datenbanken, wo individuelle Daten gespeichert werden. Und gegen Geoscoring sieht Google Street View wie eine verstaubte Datensammlung aus.

In dem Verfahren wird man selber anhand der Rückzahlungsmoral seines Umfeldes eingestuft. Also wenn die Nachbarn dazu neigen ihre Rechnungen nicht zu bezahlen kann es vorkommen, dass man selber nicht auf Rechnung bestellen kann oder gar auf einen Kredit verzichten. Und die Bundesregierung hatte nichts dagegen.

Die Bundesregierung findet es also nicht gut, wenn ein Konzern Fotos von Häusern macht und damit 3D Ansichten von Städten macht. Aber wenn Kreditinstitute Daten über die Bewohner in den Häusern sammeln und jemanden anhand des Verhaltens der Nachbarn mit in eine Schublade packen, dann ist kein Datenschutzproblem. Etwas anonymes wie Wände ist also schlimmer als Finanzdaten. Soviel zur Logik.

Google Wave

Letztes Wochenende hatte ich eine überraschende Email in meinem Postfach: Die Einladung zum Preview von Google Wave. Vor einigen Wochen hatte ich mich dort beworben, aber als die erste Aussendung kam noch nichts erhalten und jetzt gehöre ich auch zum Kreis der Tester dieser neuen Kommunikationsplattform, die etwas von Chat, Email, Wiki und Diskussionsforum hat. Was das System kann, erklärt dieses kurze Video vielleicht ganz gut:

 

Momentan probiere ich auch aus, wie sich Rollenspiel über Wave hinbekommen lässt mit einer Runde Primetime Adventures. Was ich bisher festgestellt habe:

  1. Richtig Sinn macht Google Wave natürlich nur mit entsprechenden Kontakten. Aber das ist ja immer bei sozialen Netzwerken und Kommunikationstechniken so.
  2. Es ist nicht ganz ohne, was die Systemanforderungen angeht. Mein Rechner im Büro ist etwas langsamer und dann dauert alleine das Tippen schon sehr lang, so dass man erstmal blind tippt und sekunden später erst der Text auftaucht. Dafür dann aber auch direkt bei Kommunikationspartnern.

Eine Handvoll Einladungen habe ich noch, aber die gehen vorrangig an bereits bekannte Personen. Auch sonst kann man sich gerne melden, aber es gilt nicht “wer zuerst kommt, mahlt zuerst” :)

Von Seattle nach Hawaii… kein Problem

Erinnert ihr euch noch an die einfache Reise von Berlin nach New York, bei der man nach Google Maps doch einfach nur 5.572 km schwimmen sollte? Dieses Easter Egg wurde inzwischen entfernt, so dass man wohl doch wieder zum Flieger oder Dampfer greifen sollte1. Etwas mehr Glück haben da die Amerikaner mit Flugangst, wenn sie nach Hawaii wollen – und damit meine ich keine Fährverbindungen. Nein, laut Google Maps kann man sich in Seattle doch ganz einfach ein Kayak greifen und bis nach Hawaii rudern! Sollte doch nun wirklich kein Problem sein, oder? Sind doch nur 4435 Kilometer2:

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Funktioniert übrigens von den ganzen USA aus:

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Naja, für uns bleibt nur bekanntes Problem dorthin zu kommen, wo das Schwimmen offensichtlich nicht mehr möglich ist. Aber wer die nächste USA Rundreise plant, kann also so von der Ostküste bis Hawaii durchreisen – gute Armmuskulatur und viel Zeit (ca. 14 Tage) vorausgesetzt.

(gefunden bei Spreeblick)

  1. fährt man da eigentlich noch mit nem Schiff rüber? []
  2. Einfach bei Google mal 2756 Meilen angeben und sich überraschen lassen :D []

Die Welt ist eine Google

Vor einiger Zeit lief bei 3sat neues ein Special zur „Datenkrake“ Google, die ich nur empfehlen kann. In der 30 Minütigen Dokmentation „Die Welt ist eine Google“ wird die Geschichte und Entwicklung des Unternehemens dargestellt, wie auch die ungeheuren Daten, die es tagtäglich über uns sammelt. Was besonders hängen geblieben ist: „Das Wachstum von Google ist in erster Linie durch deren Strombedarf für die Server begrenzt“. Wohl auch ein Grund, wieso Google sich sehr stark im Bereich erneuerbarer Energien engagiert. Meine Suche nach dem Speicherbedarf für die ganzen Google Services ist dagegen nur begrenzt erfolgreich: Aus dem Jahr 2006 habe ich jedenfalls im Google WatchBlog Zahlen für die Suche (850 TB1 ), Analytics (220 TB), Earth (70,5 TB) einige Zahlen gefunden, aber da fehlen Google Video und auch GMail, wo man ja als Nutzer schon ein Postfach von 6 GB2 bekommt.

So, jetzt natürlich noch das Video und – wie sollte es anders sein – natürlich gelagert bei Google Video :D

Hier gibts das ganze noch in der ZDF Mediathek und am Rande: Kann es sein, dass Google das einzige Wort ist, welches beim googlen nicht auf der ersten Seite auch den entsprechenden Wikipedia-Artikel anbietet? ;)

  1. 1 Terabyte = 1.000 GB []
  2. soviel sind es zumindest grade bei mir []