Tag - Gericht

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“Kindeswohl” von Ian McEwan
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Bush vor Gericht?

“Kindeswohl” von Ian McEwan

Am Sonntag habe ich mir als Hörbuch das neue Buch von Ian McEwan gekauft. Ich möchte “Saturday” und “Abbitte” von ihm schon sehr und das Kernthema das neuen Buches war auch interessant: Wie damit umgehen, wenn ein Jugendlicher und seine Eltern eine lebensnotwendige Bluttransfusion aus religiösen Gründen ablehnen? Eine Richterin steht vor genau dem Problem. Dazu kommt dann noch ein Ehemann, der sie betrügt bzw. verlässt und weitere moralische Fragen zu siamesischen Zwillingen oder wir orthodox eine Bildung sein darf.

Das Buch machte soweit Spaß und war spannend, regte zum Nachdenken an, bis genau diese Fragen geklärt waren und im Prinzip nur noch das zwischenmenschliche im Raum stand. In den anderen Büchern nett, fand ich es jetzt nicht wirklich spannend, überraschend und nach den moralischen Fragestellungen, die zum nachdenken und mitentscheiden einluden doch auch etwas fade.

Auch im Rückschau der Zeit findet sich eine ähnliche Kritik:

Dieser Ehekonflikt allerdings bleibt vollkommen blass und unausgeführt; beinahe hat man den Eindruck, als hätte McEwan, wie in Fernsehserien üblich, geradezu pflichtschuldig auch noch einen Liebeskonflikt als Kontrapunkt zu dem philosophischen Diskurs an sein Buch herangestrickt.

Insgesamt bleibt das Buch aber für den ersten Teil eine gute Unterhaltung und macht Spaß zu … naja bei mir hören. Das lag sicher auch an der Sprecherin Eva Mattes, die Stimmung und Personen gut rüber gebracht hat.

Entweder als Buch oder Hörbuch kaufen.

Bush vor Gericht?

In einer Woche ist es so weit und mit viel Brumborium wird Barack Obama zum 44. Präsident der Vereinigten Staaten vereidigt. Die Amtszeit seines unbeliebten Vorgängers George W. Bush endet dann und damit auch seine Immunität. Es gibt bereits einige “Ideen” dafür, wie man ihn hinter Gitter bringen kann.

bushanklagebuchVor einiger Zeit hatte der ehemalige Staatsanwalt und Autor Vincent Bugliosi bereits das Buch “Anklage wegen Mordes gegen George W. Bush” veröffentlicht, in dem er – quasi als Vorarbeit für einen anderen Staatsanwalt – darlegt, wie man George W. Bush des Mordes überführen könnte. Eins vorweg: Die Zahl getöteter Iraker spielt keine Rolle. Um ihn nämlich vor einem amerikanischen Gericht zu verurteilen, zählen nur getötete Amerikaner, also Soldaten. Und diesbezüglich wird es dann – nach einer Lektüre des Buches bis zur Hälfte – meines Erachtens schwierig stichfest nachzuweisen. Da George W. Bush ja nicht selber mit der Kanone auf die Soldaten geschossen hat, wird also zunächst herangezogen, dass er sie wissentlich in den Tod geschickt habe. Und schließlich muss dann noch nachgewiesen werden, dass dies nicht in einem Akt angenommener Notwehr stattfand, sondern eben vor dem Hintergrund einer nachweislichen Lüge. Klingt im ersten Moment jetzt auch nicht so schwer, aber es gibt eben den Unterschied zwischen der Bauchmeinung und dem, was man am Ende vor Gericht wirklich  eindeutig und zweifelsfrei vorlegen kann. Und darum bezweifle ich ein wenig, dass es zu einem solchen Schritt kommt, denn das Risiko für einen Staatsanwalt am Ende zu unterliegen ist – nach meinem Laienverständnis – doch etwas zu hoch und bei der Medienöffentlichkeit ist die Karriere so schnell beendet, wie man sie begonnen hat. Im übrigen ist die Staatsanwältin, von der ich entsprechendes in dem Bericht von TTT gehört hatte, bei den Wahlen im November gescheitert. Wohl nicht wegen Bush, aber wohl, weil sie sonst nichts vorzubringen hatte als Bush. Und das alleine reicht – vielleicht zum Glück – für ein solch wichtiges Amt nicht aus.

Aber auch von anderer Seite könnte Bush Übles drohen: Obama hatte angedeutet, dass Bush sich womöglich für die Genehmigung von Folter rechtfertigen müsse. Und nicht nur das: Der Kölner Stadtanzeiger, der dies unter anderem berichtete, sieht auch einige andere Verwicklungen:

Wenn der Rausch der Obama-Amtseinführung vorüber und der Alltag wieder ins Weiße Haus eingekehrt ist, werden weitere haarsträubende Details ans Licht kommen, die unter anderem belegen, dass das Finanzgebaren der Bush-Regierung teilweise nicht viel seriöser war als das Schneeballsystem des Finanzbetrügers Bernie Madoff.

Wie es weitergeht, wird man wohl kaum sagen können. Obama wird in den ersten Tagen sicherlich mit Finanzkrise, Millardenloch im Haushalt, zwei Kriegen und anderen Problemchen dieser Welt mehr zu tun haben, als mit dem Amtsvorgänger abzurechnen. Aber egal wer diesen Schritt tut: Er wäre für das Ansehen der USA als Rechtsstaat sicherlich förderlich. Aber womöglich genauso unwahrscheinlich…