Jetzt unterzeichnen für ein Internationales Insolvenzverfahren


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Jetzt unterzeichnen für ein Internationales Insolvenzverfahren

Endspurt in der erlassjahr.de Kampagne für ein Internationales Insolvenzverfahren. Noch bis zum 5.September sammelt das Entschuldungsbündnis Unterschriften für ein faires internationales Insolvenzverfahren. Während in Deutschland Unternehmen und auch Privatpersonen sich bei Überschuldung an eine neutrale Stelle wenden können, um nach einigen Jahren komplett Schulden frei zu sein1, müssen überschuldete Länder sich an die Gläubiger wenden und darum betteln dort Schulden erlassen zu bekommen. Das ist nicht nur unwürdig, es fehlt auch eine neutrale Stelle, die sowohl die Schuldentragfähigkeit eines Landes bestimmt, aber auch prüft, ob manche Schulden nicht vielleicht gar illegitim sind2. Das ein Volk nachdem es den Diktator losgeworden ist, noch für dessen Prachtvillen oder gar Panzer bezahlen soll, ist einfach nur unfair.

erlassjahrkampagne

So, nach dieser Einleitung nun zur Kampagne von erlassjahr.de. Dort werden momentan eben Unterschriften auf Wimpeln gesammelt. Sowohl reale Wimpel, wie auch virtuelle. Und da kommt ihr ins Spiel! Während es für eine reale Bestellung jetzt schon knapp werden dürfte, ist das unterzeichnen eines Wimpels im Netz nur eine Sache von wenigen Minuten und setzt ein Zeichen. Mit eurer Hilfe könnte es gelingen noch 11.000 Unterschriften hinzubekommen (oder gerne auch vieel mehr :D). Also: Hier informieren und dann hier unterzeichnen ;)

  1. was auch nicht einfach und angenehm ist []
  2. mehr zu illegitimen Schulden in diesem Artikel oder diesem Video []

SZ Kommentar zum Internationalen Insolvenzverfahren

Übers erlassjahr Blog bin ich auf einen Kommentar in der Süddeutschen Zeitung gestoßen. Dabei fordert auch der Autor Caspar Dohmen ein internationales Insolvenzverfahren. Grund:

Ein internationales Insolvenzrecht würde verhindern, dass nun reihenweise Entwicklungsländer zurückgeworfen werden, weil sie wegen der Weltwirtschaftskrise in Schulden versinken. Das Konkursrecht würde zugleich dafür sorgen, dass Kreditgeber künftig vorsichtiger in Entwicklungsländern agieren. (…) Bislang entscheiden allein die Gläubiger über den Umfang eines Erlasses. Sie sind damit Richter in eigener Sache, dies ist ein unhaltbarer Zustand. Künftig müsste eine unabhängige Instanz darüber urteilen. Sie müsste auch darauf achten, dass Kredite für sinnvolle Projekte anders behandelt werden als Kredite, mit denen das ausschweifende Leben eines Diktators ermöglicht wurde.

Aber lest euch den Artikel am besten selber mal durch – ist nicht zu lang ;) Und wer mehr über das Vorgehen bei einem solchen Verfahren erfahren möchte, findet bei erlassjahr.de weitere Informationen und kann auch gleich für die Einführung einen Wimpel unterzeichnen.

Aufstehen gegen Armut 2

Gestern war Blog Action Day gegen Armut und leider hatte ich es nach langer Grünen Sitzung nicht geschafft, hier noch bis Mitternacht zu posten, aber so reiche ich das eben jetzt noch nach und verbinde es gleich mit einem Terminhinweis.

image Am kommenden Wochenende hat die weltweite UN-Milleniumskampagne und “Global Call to Action against Poverty” (in D.: “Deine Stimme gegen Armut”) dazu aufgerufen gegen Armut aufzustehen. Bei symbolischen Aktionen in ganz Deutschland und der ganzen Welt stehen Menschen im wahrsten Sinne des Wortes auf, um die Einhaltung der UN-Milleniumsziele einzufordern. Und da ist Handeln wirklich mehr als notwendig, wie man schon beim ersten Ziel erkennen kann: Bekämpfung von extremer Armut und Hunger.

Im neuen Welthunger-Index der Deutschen Welthungerhilfe und dem Washingtoner Foschungsinstitut für Ernährungspolitik (IFPRI) hat sich die Lage von 2005 zu 2007 noch verschärft: Rund 923.000.000 Menschen leiden weltweit unter Hunger. Und dabei sind die gestiegenen Lebensmittelpreise und Hungerkrisen der letzten Zeit noch nicht erfasst, so dass der Trend eher in eine negative Richtung verweist. Wie man da bis 2015 – so das Ziel der Milleniumsziele – eine Halbierung hinbekommen will, ist ein Rätsel. Vor allem, wenn man sich die Finanzielle Lage ansieht:

Tatsächlich können Entwicklungshelfer von Summen wie den 470 Milliarden Euro, die die Bundesregierung gerade zur Rettung der Banken lockergemacht hat, nur träumen. Sie erhielten mit rund 12 Milliarden Euro im vergangenen Jahr gerade mal ein Vierzigstel davon. (Quelle)

imageOffensichlich ist dies so eine Entwicklung bei der Armutsbekämpfung aber auch im Umweltschutz: Wenn es uns gut geht, kann man sich über solche Dinge wie Entwicklungshilfe unterhalten, aber sonst kümmert man sich erstmal um sich selbst. Wobei: Die Entwicklungshilfe war nie wirklich größer, wenn man eingerechnete Schuldenerlasse mal abzieht und selbst damit hat man das Ziel von einmal 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens kaum erreicht und ob man die eigenen bilanzierten Ziele von 0,51 bis 2010 erreicht, ist auch zweifelhaft.

Darum muss man grade solche Aktionen nutzen, um symbolisch deutlich zu machen, dass es so nicht weiter gehen kann. Die Grüne Jugend führt deshalb in Gelsenkirchen am kommenden image Sonntag um 11.30 Uhr die Stand up – Aktion in Gelsenkirchen am Neumarkt durch. Von 11 bis 12 wird dies flankiert von einem Infostand, bei dem man die Indienhilfe Bottroper Realschüler unterstützt, aber auch auf die aktuelle Postkartenkampagne von erlassjahr.de bewirbt. Dabei geht es darum, dass im Abschlusskonferenzentwurf der Entschuldungskonferenz von Doha bereits enthaltene faire Entschuldungsverfahren auch weiterhin in dieser Erklärung zu halten und die Regierung aufzufordern, sich gegen entsprechende Verwässerungstendenzen zu stellen.

Alles in allem sind dies zwei kleine Schritte, die man machen kann, um ein Zeichen gegen Armut zu setzen. Sie kosten weder viel Zeit noch viel Geld, aber tragen ihren Teil dazu bei, diese Welt vielleicht ein kleines bischen besser zu machen. Notwendig wäre das zumindest.

Foto von publik16 unter CC Lizenz

Neuer Entschuldungskurier in digitalem Format

Meine Güte, viel erlassjahr heute, aber das war einfach zu genial, um es zurück zu halten. Die letzten Tage waren hier vollkommen mit dem Versand des neuen Entschuldungskuriers voll und ich kenne die Beförderungsbestimmungen für Infopost jetzt vielleicht besser, als mancher Postbeamte am Schalter. Naja, jedenfalls gibt es im digitalen Zeitalter das gute Stück nicht nur auf Papier, sondern auch Digital. Dass es aber inzwischen so digital geht, wusste ich auch noch nicht:

Hier auch nochmal in Normalgröße oder eben auf der erlassjahr Seite als normales PDF Dokument. Issuu ist jedenfalls eine feine Spielerei, die man auch kostenlos und auch für eigene PDFs nutzen kann.

Verschuldung – eine Ansichtssache

Für erlassjahr arbeite ich grade an einer Präsentation für die Mitträgerversammlung, die die Ursachen der Verschuldungskrise in den 80er Jahren in die heutige Zeit überträgt. Hintergrund bildet dabei das Video “Verschuldung – eine Ansichtssache”, welche diese Problematik aufgearbeitet hat. Natürlich gibt es das auch im Netz zu sehen:

Weitere Infos und die endgültige Präsentation kommen sicher in den nächsten Wochen :)

Bericht Studientag Klima und Schulden

Ach, momentan läuft es gar nicht gut – zumindest was meine Leistung hier angeht. Gestern abend war ich aber wieder total k.o.. Keine Ahnung woran das momentan liegt, naja, ein kurzes Tief eben, aber morgen habe ich mal wirklich garnichts und dann widme ich mich wieder etwas engagierter wieder meinem Blog. Jedenfalls habe ich inzwischen den Bericht zum Studientag Klima und Schulden fertiggestellt und wenn jemanden also der Zusammenhang zwischen Klimawandel und Schulden interessiert, kann ich empfehlen, sich diesen etwas genauer anzugucken. Allgemein ist sicher interessant, dass jährlich rund 50 Milliarden Euro aufgebracht werden müssen, um Entwicklungsländer auf die Folgen des Klimawandels vorzubereiten. Naja, und wie das mit den Schulden zusammenhängt, könnt ihr ja im Artikel nachlesen :D

Russland erlässt dem Irak Teil seiner Schulden

Rund 12 Milliarden Euro hat Russland dem Irak am Montag erlassen. Damit ist das Land nun 93 Prozent der Schulden los, die es während der Zeit der Sowjetunion dort angesammelt hatte. Die Höhe der Entschuldung dürfte wohl auch mit dem verstärkten Interesse Russlands an irakischen Ölquellen zusammenhängen. Rund 4 Milliarden Dollar wollen russische Investoren in der nächsten Zeit in Zweistromland bringen, allen voran der Energiekonzern Lukoil.

Schulden im Sinne der Anklage

So, nach einem anstrengenden Neujahrsempfang der Grünen1 werde ich mich zunächst ein wenig vor dem Fernseher entspannen :) Für euch gibt es auch etwas zu sehen, nämlich einen Film von erlassjahr.de. Er ist zwar schon etwas älter, aber viel hat sich dort nicht verbessert. In den folgenden rund 17 Minuten könnt ihr so etwas zu den Ursachen und Problemen der Verschuldung von Entwicklungsländern, den unfairen Entschuldungsverfahren und auch den Alternativen erfahren. Viel Spaß dabei :)

  1. Bericht folgt []