Tag - Bücher

1
“Kindeswohl” von Ian McEwan
2
Die Tribute von Panem – The Hunger Games
3
John Asht und Literaturkritik
4
Heile Welten
5
Weiße Woche bei der Mayerschen
6
Will Thalia einen kleinen Verlag ausschalten?
7
Buchhandel ala Thalia
8
Bücherbörse
9
Antiquario – Alte Bücher finden
10
5 ungelesene Bücher

“Kindeswohl” von Ian McEwan

Am Sonntag habe ich mir als Hörbuch das neue Buch von Ian McEwan gekauft. Ich möchte “Saturday” und “Abbitte” von ihm schon sehr und das Kernthema das neuen Buches war auch interessant: Wie damit umgehen, wenn ein Jugendlicher und seine Eltern eine lebensnotwendige Bluttransfusion aus religiösen Gründen ablehnen? Eine Richterin steht vor genau dem Problem. Dazu kommt dann noch ein Ehemann, der sie betrügt bzw. verlässt und weitere moralische Fragen zu siamesischen Zwillingen oder wir orthodox eine Bildung sein darf.

Das Buch machte soweit Spaß und war spannend, regte zum Nachdenken an, bis genau diese Fragen geklärt waren und im Prinzip nur noch das zwischenmenschliche im Raum stand. In den anderen Büchern nett, fand ich es jetzt nicht wirklich spannend, überraschend und nach den moralischen Fragestellungen, die zum nachdenken und mitentscheiden einluden doch auch etwas fade.

Auch im Rückschau der Zeit findet sich eine ähnliche Kritik:

Dieser Ehekonflikt allerdings bleibt vollkommen blass und unausgeführt; beinahe hat man den Eindruck, als hätte McEwan, wie in Fernsehserien üblich, geradezu pflichtschuldig auch noch einen Liebeskonflikt als Kontrapunkt zu dem philosophischen Diskurs an sein Buch herangestrickt.

Insgesamt bleibt das Buch aber für den ersten Teil eine gute Unterhaltung und macht Spaß zu … naja bei mir hören. Das lag sicher auch an der Sprecherin Eva Mattes, die Stimmung und Personen gut rüber gebracht hat.

Entweder als Buch oder Hörbuch kaufen.

Die Tribute von Panem – The Hunger Games

Plakat von Hunger GamesWie gestern noch geschrieben, war zu Ostern spontan ein großer Kinobesuch geplant mit zwei Filmen. Neben Iron Sky guckten wir vorher “Die Trubute von Panem – The Hunger Games”. Die Geschichte ist kurz erzählt: In einer zukünftigen Welt sind die USA in Distrikte eingeteilt. Als Erinnerung an einen Bürgerkrieg und als Zeichen der Macht werden aus jedem Distrikt einmal pro Jahr jeweils ein Mädchen und ein Junge ausgewählt, um bei den sogenannten “Hunger Games” anzutreten. Dies sind Kämpfe auf Leben und Tod in einer wie auch immer geahnten Arena. Und für die Geschichte wird dies eben in erster Linie aus dem Blick von Katniss Everdeen erzählt, die sich freiwillig meldet, um ihre Schwester vor den Spielen zu bewahren.

Soweit zum Inhalt, aber angesichts des Hypes, der um den Film gemacht wurde, war das ja vielleicht schon bekannt. Ich hatte selber ja schon gehört, es sei eine Mischung aus Twilight und Harry Potter und am Ende war es wohl nur der Harry Potter Teil und die Dystopsie, die mich dann doch gelockt hatte. Zuerst wollte ich aber das Buch lesen, denn Hollywood kann aus einer guten Geschichte ohne “Teams” oder aufgebauschter Liebe immer ein Twilight machen. Und beim Lesen war ich schon positiv überrascht: Die Geschichte ist gut, wenn auch sicherlich nicht sehr tiefgründig oder mit massiven Überraschungen, aber sie liest sich gut und bietet erfrischende Unterhaltung. Und das kann man auch vom Film sagen. Er ist gut dargestellt und hält sich recht eng am Buch.

Aber ich finde er hat eine Schwäche (Achtung kleiner Spoiler!): Er setzt eben doch auf “Team Peeta” gegen “Team Gale”. Beispielsweise indem im Film nicht deutlicher gemacht wird, dass Katniss ihre Liebe in erster Linie als Strategie für eine Fernsehshow sieht. Im Buch sagt sie dies am Ende recht offen. Was sich in Folgebänden tut, weiß ich nicht, aber so macht man aus einer vermeindlichen Fernsehshow eine wahre Liebesgeschichte.

Aber sei es drum. Die Dystopsie im Hintergrund ist wirklich gut und wird durch neue Szenen in dem Film deutlich aufgewertet. Und dann – und das ist ein wesentlicher Unterschied zu Twighlight – geht es nicht um die Beziehung als solches, die sich über den ganzen Film herzieht und die Geschichte ansich darstellt. Die Liebe in Tribute von Panem ist nur ein Beiwerk zu einer größeren Geschichte. Wer will, kann dann natürlich schmachtend für sein “Team” dort sitzen und sich darauf fokussieren oder – so wie ich – eher die auf Geschichte eines abscheulichen Unterhaltungsevents.

Wer im übrigen auch lieber die Bücher lesen will und dem Englischen nicht ganz unmächtig ist, sollte vielleicht zum englischen Buch greifen. Das kostet im Schuber mit allen drei Bänden nämlich weniger (als Taschenbuch) als die deutsche Ausgabe des ersten Bandes. Und wirklich schwer ist es nicht zu lesen.

John Asht und Literaturkritik

Ab und an schreibe ich hier ja auch mal über Bücher. In der Regel recht positiv, weil ich euch die Bücher vorstellen will, die ich gelesen und für gut befunden habe. Ähnlich – wenn auch viel mehr – macht es auch Myriel, die in ihrem Blog “Bücherzeit” über von ihr gelesene Bücher berichtet. So auch im letzten November, als sie über “Twin-Pryx. Zwillingsbrut” von John Asht berichtete. Und das nicht gerade positiv:

Bei meinem ersten Versuch mit diesem Buch habe ich es nicht mal bis Seite 30 geschafft, beim zweiten Anlauf immerhin bis Seite 90. Einen Dritten wird es nicht geben. Denn auf diesen Seiten sind mir schon so viele Dinge aufgefallen und haben mir quer im Magen gelegen, so dass ich gar nicht erst wissen möchte, wie es weiter geht.

 

Weiterlesen

Heile Welten

Irgendwie habe ich momentan den Eindruck, dass ich nur noch blogge um Bücher und Filme vorzustellen, aber für viel anderes bleibt momentan auch nicht viel Zeit mit einer Klausur nach der anderen. Dennoch bin ich ganz froh, inzwischen für meine Verhältnisse recht viel zu lesen und meinen Lesestapel etwas anzugehen.

imageWobei das Buch was ich jetzt vorstelle ist garnicht erst drauf gelandet, denn es ist erst vor wenigen Tagen erschienen und ich habe die 200 Seiten an zwei Tagen durchgelesen. “Heile Welten” heißt das neue Buch von Astrid Geisler und Christoph Schultheis, in dem Sie einen Einblick geben wollen in den “Rechten Alltag in Deutschland”.

Dabei geht es nicht in erster Linie um die prügelnden Neonazis in Springerstiefel, sondern auch um schleichenden Rechtsextremismus. Im einzelnen sind dies:

  • Eine Hausfrau, die als Elternsprecherin und Schöffin aktiv ist und auf diesem Wege für NPD und völkische Ideen wirkt.
  • Eine Mutter, die beschreibt, wie ihr Kind in die Neonazi-Szene abgerutscht ist
  • Der Einfluss von Neonazis in Ostvorpommern und wie sie diesen gesellschaftlich sichern
  • Wie es in Delmenhorst nach dem Kauf des Hotels weiterging
  • Die Einordnung von Gewalttaten gegen linke Jugendliche
  • Rechtsextreme in sozialen Netzwerken
  • Politically Incorrect und Pro Köln
  • Pressearbeit von NPD und anderen Gruppen
  • Esoterisch-okkulte Kulturen im Rechtsextremismus

Das Buch bietet damit einen Überblick über verschiedene Themen und damit einen Einblick in diese Szene. Die Autoren hatten das Ziel zu zeigen, dass Rechtsextremismus in verschiedenen Formen existiert und sich auf verschiedene Art und Weise in die Gesellschaft einzuwirken versucht. In ihrem Fazit beschreiben die Autoren dies und ihr Ziel wie folgt:

“[…] Die Grenzüberschreitungen sind allgegenwärtig, sie bekommen nur selten diese Aufmerksamkeit, viele werden kaum noch ernst genommen, stören kaum noch jemanden. Und gerade dort, wo sich die Demokratiefeinde am unauffälligsten geben, dort, wo sie vermeintlich kaum der Rede wert sind, sind sie zugleich am effektivsten.
Wenn dieses Buch also die Sinne schärft für das, was selbst der vermeintlich heile Mainstream tagtäglich an Rassistischem, Intolerantem und Demokratiefeindlichem hervorbringt, dann erscheint uns das sinnvoller als weiter hundert Tipps und Tricks gegen Rechts.”

Die Tatsache, dass ich es so schnell verschlungen habe spricht für das Buch. Allen, die ein Interesse am Thema Rechtsextremismus haben, kann ich es also nur empfehlen. Hier kann man es bei Amazon.de kaufen.

Weiße Woche bei der Mayerschen

030 Nur als kleiner Hinweis für Leseratten: Von heute an bis zum 7. August gibt es bei den Mayerschen Buchhandlungen wieder eine “Weiße Bücherwoche”. Dabei werden Bücher zu 50% günstiger verkauft, da es sich um Mängelexemplare oder Restauflagen handelt. Qualitativ sind die Bücher aber meist in Ordnung. Ich war gestern bereits in Essen, während dort die Wannen vorbereitet wurden und heute bei der Mayerschen hier in Gelsenkirchen und bin um drei Bücher reicher. Darunter war sogar eins, welches ich seit Jahren suchte.

Will Thalia einen kleinen Verlag ausschalten?

Vor einiger Zeit hatte ich bereits anlässlich eines Artikels in der Süddeutschen über Vorgänge beim Buchhandel Thalia berichtet. Nun taucht der Name wieder in einer zweifelhaften Angelegenheit auf: In der österreichischen Stadt Steyr soll die örtliche Filiale ein Übernahmeangebot an einen kleinen Verlag und Buchhandel Ennsthaler gerichtet haben. Als diese ablehnten sei es dann – so ein hier nachzulesender Bericht der Geschäftsführung – der Verkauf von Büchern des Verlages in Thalia Buchhandeln eingestellt worden. Zu dem Hintergrund mehr in dem verlinkten Artikel.

Thalia hat bei facebook reagiert und festgestellt:

Herr Ennsthaler hat im Mai die Lieferantenbeziehung zu Thalia abgebrochen, sucht nun mit äußerst fragwürdigen, kreditschädigenden Mitteln den Weg in die Öffentlichkeit. Wir können diesen Schritt nicht nachvollziehen und bedauern diese Entwicklung sehr. Thalia hat sich seit längerem bemüht, eine für beide Seiten positive Lösung zu finden, sowohl was die Lieferantenbeziehung, als auch, was den Standort in Steyr angeht. Im Zuge dessen wurden auch gemeinsame Überlegungen über eine Buchhandlung am Ennsthaler-Standort in Steyr angestellt, die jedoch über die Planungsphase nicht hinausgegangen sind. Es gab zu keinem Zeitpunkt ein Kaufangebot.

Welche Ansicht nun stimmt, kann man nicht genau sagen. Der Autor des Artikels Helge Fahrnberger hat bei Facebook noch einige Fragen gestellt und für einen Zeitpunkt nach dem Wochenende ist eine Antwort auf diese Frage angekündigt worden.

Mal unabhängig von der Frage, was nun dran ist an diesem nun ins Netz getragenen Konflikts zwischen die beiden Händlern – ein schlechtes Image bedeutet ja nicht zwingend, dass man wirklich immer “böse” ist – finde ich auch interessant, dass Thalia offensichtlich auch direkt den Weg ins Netz gesucht hat. Zum einen über eine dubiose – und bald zurückgezogene – Aktion von Restposten24 bei der Blogger mit rechtlichen Schritten gedroht wurde. Thalia Steyr bestreitet hier eine Initialzündung gesetzt zu haben und hat den Weg nach facebook angetreten, um sich dort der Diskussion zu stellen.

Ich werde jedenfalls weiter gucken, was sich in diesem inhaltlichen Streit ergibt – wobei endgültig wird man dies wohl nur schwer klären können, wenn Aussage gegen Aussage steht.

(Thema gefunden über PoliticYear, Foto in der Hauptansicht von Helge Fahrnberger unter CC Lizenz)

Buchhandel ala Thalia

Heute fand sich in der Süddeutschen Zeitung ein sehr interessanter Artikel zum Büchermarkt: Es ist nämlich zu einfach zu sagen, dass man als Käufer entscheidet, welches Buch gut ist und welches nicht. Nein, davor ist meist noch der Buchhandel und am Beispiel von Thalia wird gezeigt, dass es bei der Auswahl welches Buch wie präsentiert wird nicht unbedingt auf die Qualität desselben ankommt, sondern in erster Linie was der Verlag zahlt. Unter Umständen fliegt ein ganzer Verlag aus den Regalen. Interessant wäre nur, ob Thalia nur das schwarze Scharf unter den Filialbuchhandlungen ist, oder ob auch beispielsweise die Mayersche dieses Konzept fährt oder Amazon. Letzterem geht es zwar auch um die Vielfalt und alles anbieten zu können, aber wie kommt was in deren Großlager und wie entscheiden sich Buchempfehlungen dort?

Bücherbörse

Günstige Bücher bekommt man entweder bei den Weißen Wochen in der Mayerschen oder bei der Bücherbörse von Weitblick in Gelsenkirchen. Und bald ist es wieder soweit:

image

Die Bücherbörse findet zu Gunsten von media mondiale statt. Den Hinweis habe ich aus dem Blog meiner Mutter, die dort engagiert dabei ist und hier kann man bei Google Maps nachschlagen, wo das genau ist 🙂

Antiquario – Alte Bücher finden

antiquario.gifHier ein kurzer Tipp für die Suche älterer Bücher oder solcher, die man nicht mal eben im Buchhandel bekommt, weil sie beispielsweise nicht mehr gedruckt werden. Unter Antiquario.de kann man hier ebenso sein Glück versuchen. Eigene Erfahrungen habe ich leider noch nicht, weil weder Starke Demokratie von Benjamin Barber noch “Handschlag mit dem Teufel” von Romeo Dallaire hier zu finden waren (Zweiteres jetzt zwar bei Ebay, aber wer weiss, wohin der Preis noch klettert 🙁 ). Dennoch ist mir nur gutes über diesen Service gesagt worden, also probiert es einfach mal aus 😀 (Und nein: Ich bekomme kein Geld dafür 😉 )

5 ungelesene Bücher

Zugegeben, bei mir sind es weit mehr als fünf Bücher, die ungelesen in meinem Regal verstauben, aber diejenigen, die im IQ-Bücher Blog vermerkt sind gehören auch dazu 😉 Allerdings habe ich mein Kampf schon teilweise als “Hörbuch” von Sordar Semuncu mit entsprechender Kommentierung gehört und kann das nur weiterempfehlen. Wer will, kann natürlich auch die kommentierte Fassung lesen (steht auch im Regal 😉 ). Die Bibel hatte ich mir beim Kirchentag mal als Jahresbibel gekauft in der Hoffnung, sie doch einmal komplett zu lesen, aber ehrlichgesagt hab ich es auch da noch nicht geschafft einen guten Einstieg hinzubekommen oder vor allem eine Regelmässigkeit. Überhaupt bin ich noch kein guter Leser, auch wenn ich eifrig daran arbeite genau das zu ändern – aber leichter gesagt als getan 😉