Gaucks Freiheit 1

Was ist in den letzten Tagen alles gemutmaßt worden, was Gauck meint. Ob er überhaupt ein Demokrat sei und vielleicht nicht ein böser Neoliberaler. Richtig erfahren wird man es wohl erst, wenn er als Bundespräsident seine Reden halten wird und Klaus Hildebrand hat in der taz recht, wenn er aufruft sich auf Gauck zu freuen. Und das wegen seiner Reden:

Gauck kann streiten. Das sollte man nicht mit Spalten verwechseln. Anstatt den Mann zu fürchten und ihn schon vor seiner Amtseinführung zum Beelzebub im Priesterrock zu erklären, sollten wir uns auf diesen Streit freuen. Gauck ist befähigt, etwas weniger schnarchsackschlafmützige Reden zu halten als diverse seiner Vorgänger.

IMG_0001Eine Möglichkeit mehr über unseren Bundespräsidenten zu erfahren bietet vielleicht neben seiner Biographie auch das neu erschienene Büchlein “Freiheit”.Büchlein ist dabei der richtige Ausdruck. In DIN A7 Größe und knapp 60 Seiten Text sind nicht wirklich mehr, insbesondere, wenn die Seiten mit großzügigem Rand versehen sind.

Aber bei dem Titel kann man erwarten, dass es um Grundlagen geht. Und das tut es auch, denn es beschreibt die für Gauck wesentlichen Merkmale unserer Gesellschaft: Freiheit, Verantwortung und Toleranz. Und dies nicht aus der Rolle eines "Propheten", sondern einen Zeitzeugen und "Liebhaber der Freiheit".

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John Asht und Literaturkritik 1

Ab und an schreibe ich hier ja auch mal über Bücher. In der Regel recht positiv, weil ich euch die Bücher vorstellen will, die ich gelesen und für gut befunden habe. Ähnlich – wenn auch viel mehr – macht es auch Myriel, die in ihrem Blog “Bücherzeit” über von ihr gelesene Bücher berichtet. So auch im letzten November, als sie über “Twin-Pryx. Zwillingsbrut” von John Asht berichtete. Und das nicht gerade positiv:

Bei meinem ersten Versuch mit diesem Buch habe ich es nicht mal bis Seite 30 geschafft, beim zweiten Anlauf immerhin bis Seite 90. Einen Dritten wird es nicht geben. Denn auf diesen Seiten sind mir schon so viele Dinge aufgefallen und haben mir quer im Magen gelegen, so dass ich gar nicht erst wissen möchte, wie es weiter geht.

 

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In drei Teufels Namen

In drei Teufels Namen

IMG_0294[1]Wieder ein Buch durch. Dieses mal “In drei Teufels Namen. Die etwas andere Geschichte der Hexen und ihrer Verfolgung”. Ich hatte es mir vor kurzem gekauft um ein wenig mehr über die Hintergründe und Geschichte der Hexenverfolgungen im Mittelalter zu erfahren und ich glaube das ist wirklich gelungen. Und das auch sehr unterhaltsam.

Dieter Breuers berichtet diese Geschichte nämlich anhand von Geschichten und Berichten der damaligen Zeit. Anstatt also reine Fakten zu präsentieren werden diese mit Einzelbeispielen verknüpft. Das Buch ist damit sicherlich keine wissenschaftliche Abhandlung, denn Fußnoten fehlen ebenso wie andere Quellenangaben, aber ich denke dennoch, dass meinen einen guten Überblick über die Geschichte erhält. Also für Interessierte eine klare Kaufempfehlung. Dennoch noch einige Beispiele und auch generell etwas dazu, was ich aus dem Buch gelernt habe.

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Obamas Kriege

Obamas Kriege

image Heute habe ich das neuste Buch von Bob Woodward durchgelesen, in dem dieser sich mit “Obamas Kriegen” beschäftigt, womit nicht nur der “wirkliche” Kritik in Afghanistan gemeint ist, sondern auch der “Krieg” mit oder zwischen Militär und Beratern im eigenen Land. Woodward der zusammen mit Carl Bernstein den Watergate Skandal recherchierte gilt als einer der renommiertesten Journalisten der Vereinigten Staaten und dies erkennt man auch an dem Buch. An vielen Stellen bekommt man fast den Eindruck, Woodward habe bei den Besprechungen im Oval Office oder Situation Room dabei gesessen. Von daher bekommt man einen Einblick in die amerikanische Politik und diesen Konflikt zwischen Militär und politischer Führung im ersten Jahr der Präsidentschaft von Obama.

Kern war dabei die Frage nach der Strategie und die Anzahl der dafür benötigten Soldaten. Kernbegriffe dabei sind die Aufstandsbekämpfung (die eine hohe Präsenz zum Schutz der Bevölkerung benötigt) und die Terrorbekämpfung (nach der man mit Spezialkräften gezielt gegen Terrorcamps vorgeht). Auch die Frage, was ein “Sieg” oder “Erfolg” ist, spielt dabei eine Rolle.

Während die Militärs eigentlich nur eine wirkliche Option – 40.000 Soldaten auf unbestimmte Zeit – zur Aufstandsbekämpfung haben wollten, ging es Obama vor allem auch um die Frage, wie man diesen Krieg so beenden kann, dass die afghanische Seite selber für die Sicherheit sorgen kann. Dabei geht es dann nicht mehr um eine schwer vorstellbare Vernichtung der Taliban, als viel mehr eine “Eindämmung”, die eine Machtübernahme durch diese unmöglich macht. Dies führte dann über einen langen Weg, viele Diskussionen und interne Konflikte zu dem Strategiepapier von Obama, nachdem 30.000 Soldaten geschickt werden, um die Dynamik der Taliban zu stoppen.

Neben diesem internen Konflikt wird aber auch deutlich, welche Probleme die afghanische und pakistanische Regierung einer Lösung des Konfliktes dienen und wie ratlos auch die Vereinigten Staaten dort stehen.

Man bekommt beim Lesen also einen interessanten Einblick in die Politik der USA. Der Krieg spielt natürlich seine Rolle, aber man kommt nach dem Lesen einer eigenen Lösung nicht wirklich näher. Im Gegenteil: Es scheint eher so, als ob die handelnden Personen in der USA selber einem Erfolg bis zum Juli – dann soll der Rückzug eingeleitet werden – skeptisch gegenüber stehen. Aber der Fokus des Buches liegt eher darin, die Entscheidungsprozesse in den USA und Beziehungen zwischen den verschiedenen zivielen und militärischen Beratern darzustellen. Dazu ist dieses Buch wirklich interessant geschrieben und wer wissen will, wie die Amerikaner über diesen Konflikt denken und wie sie “ticken”, sollte es gelesen haben.

Hier kann man es bei Amazon kaufen und hier auch erstmal einen Blick in das Buch werfen

Die Landkarte der Zeit

Die Landkarte der Zeit

Zeitreisen im viktorianischen London, eine Prise Jack the Ripper, Joseph Merrick und H.G. Wells und man hat das Buch “Die Landkarte der Zeit” von Felix Palma schon ganz gut beschrieben.

In drei Teilen entführt er uns dabei wirklich in diese Zeit und lässt die Begeisterung der damaligen für neue Techologien und Wissenschaften sowohl an dem Erfolg von “Die Zeitmaschine”, aber auch an einer Firma “Murray Zeitreisen” miterleben. Zweitere bietet den Menschen eine Reise ins Jahr 2000 an und verlangt ein “angemessenes” Honorar dafür.

Die Geschichte wird anhand von mehr oder weniger drei Protagonisten dargestellt, dessen Verbindung (und damit vielleicht die wirkliche Hauptperson) der Schriftsteller H.G. Wells ist. Der Erzähler selber versteckt sich in dem Buch nicht als Beobachter, sondern er erzählt wirklich und nutzt mit einem Augenzwinkern die Kutschfahrt von zwei Personen, um die Geschichte deren Väter zu erzählen, anstatt sich über Polster und Landschaft auszulassen. Ab und an wird so also quasi von außerhalb kommentiert oder eingeordnet, was den Leser aber nicht komplett aus dem Lesefluss herausreißt, sondern eher eine amüsante Ergänzung bietet.

Die Geschichte wiederzugeben, würde doch viel spoilern, nutzen wir mal den Klappentext:

Eine Reise durch Jahrhunderte. Eine Liebe ohne Grenzen. Eine Geschichte voller Phantasie. London, 1896: Andrew, ein wohlhabender Fabrikanten­sohn, reist in die Vergangenheit, um seine große Liebe wieder­zugewinnen. Die junge Claire macht eine Zeitreise aus dem viktorianischen London ins Jahr 2000 und trifft den Mann, den sie in der Zukunft lieben lernte, in ihrer Zeit wieder. Inspektor Garrett jagt einen Mörder, der seine Opfer mit ­Waffen tötet, die noch gar nicht erfunden wurden. Alle Fäden laufen bei einem dämonischen Bibliothekar ­zusammen. Nur er kennt das Geheimnis der Landkarte der Zeit. Ein Fest der Phantasie, in dem der Leser Jack the Ripper ­begegnet und H.G. Wells, den Erfinder der Zeitmaschine, in einer völlig überraschenden Rolle kennenlernt.

Mir hat das Buch jedenfalls sehr viel Spaß gemacht. Es liest sich sehr gut und spielt auf interessante Art und Weise mit dem Phänomen der Zeitreise. Also für Phantastikinteressierte definitiv ein Kauftipp!

Weiße Woche bei der Mayerschen

Weiße Woche bei der Mayerschen

030 Nur als kleiner Hinweis für Leseratten: Von heute an bis zum 7. August gibt es bei den Mayerschen Buchhandlungen wieder eine “Weiße Bücherwoche”. Dabei werden Bücher zu 50% günstiger verkauft, da es sich um Mängelexemplare oder Restauflagen handelt. Qualitativ sind die Bücher aber meist in Ordnung. Ich war gestern bereits in Essen, während dort die Wannen vorbereitet wurden und heute bei der Mayerschen hier in Gelsenkirchen und bin um drei Bücher reicher. Darunter war sogar eins, welches ich seit Jahren suchte.

Nachtrag zu Thalia

Im Bezug auf den Streit zwischen Thalia und Ennsthaler gibt es eine Entspannung. Helge Fahrnberger – der Autor des ursprünglichen Artikels – hatte eine Email erhalten, nach der die Geschäftsbeziehungen zwischen Thalia und Ennsthaler wieder aufgebaut wurden. Die Facebook Seite von Thalia ist allerdings verschwunden, aber nach eigenen Informationen nicht geplant.

“Ich und die anderen” 2

Ich und die anderenWieder ein Buch geschafft: “Ich und die Anderen” von Matt Ruff wandert damit in das Regalbrett der gelesenen Literatur :) Und es hat sich gelohnt. Ich kannte Matt Ruff bereits über “Bad Monkeys”, welches ich im letzten Sommer gelesen habe und vor kurzem lief mir eben “Ich und die anderen” über den Weg. Worum gehts?

“Ich und die anderen” erzählt die Geschichte von Andrew Gage, der unter einer multiplen Persönlichkeitsstörung leidet. Wobei: Anders als Penny, die später auftaucht, hat er die verschiedenen Persönlichkeiten in seinem Kopf gut organisiert: Er – bzw. sein “Vater” – hat dafür ein imaginäres Haus gebaut, in dem die verschiedenen Seelen leben und so ist geregelt, welche Person wann die Kontrolle über den Körper übernimmt.

Matt Ruff gelingt es in seinem Buch sehr gut zumindest einen Einblick in diese Welt zu verschaffen. Ob das Leben mit multiplen aktiven Persönlichkeiten wirklich so abspielt, kann ich natürlich nicht bewerten, aber die Thematik wird in dem Buch durchaus ernst dargestellt. Also weder Andrew noch Penny werden in irgendeiner Situation lächerlich dargestellt oder ähnliches. Die “Streitgespräche” zwischen verschiedenen Seelen oder deren Zwischenrufe im Kopf, die immer wieder in die Geschichte eingebunden werden, ebenso wie unvorhersehbare Charaktersprünge sind zwar durchaus auch mal komisch, aber andererseits wird auch an einigen Stellen die Last einer solchen Störung deutlich.

Marcel Korstian beschreibt das Buch in seiner Buchrezension bei read it wie folgt:

Matt Ruff beschreibt diese wirre Geschichte authentisch und liebevoll – da wo es sich anbringt mit einer Prise Humor. Insgesamt handelt es sich dann aber doch um einen mitreißenden, rührenden Roman um zwei Figuren, die ganz anders sind, als die üblichen Romanfiguren. Droht die Spannung des Romans gegen Mitte langsam abzuebben, dreht und wendet Ruff auf einmal die Geschichte, baut eine unglaubliche Wendung ein, und schließt den Roman glaubwürdig ab.

Dem kann ich mich eigentlich nur anschließen und damit eine klare Leseempfehlung [Hardcover] ;)

Der Terrorist als Gesetzgeber 2

Der Terrorist als Gesetzgeber

image“Wer nichts getan hat, hat auch nichts zu befürchten”. Dieser Satz und viele Andere wurden in den letzten Jahren genutzt, um die Freiheiten und die Rechte in diesem Staat immer mehr einzuschränken. Alles im Dienste einer guten Sache: Der Bekämpfung des Terrorismus, der organisierten Kriminalität oder allgemein für die Sicherheit der Bürger der Bundesrepublik. So zumindest die Aussage.

Zu all diesem hat Heribert Prantl, Redakteur der Süddeutschen Zeitung, ein sehr gutes Buch geschrieben: “Der Terrorist als Gesetzgeber. Wie man mit Angst Politik macht” nimmt alle diese Aspekte auf und stellt sich in dieser Schrift gegen den Tenor der Innenminister. Die oben genannte Aussage stellt er beispielsweise sehr früh auf den Kopf, als er das Beispiel des brasilianischen Elektrikers bringt, der in der Terrorpanik vom 7. Juli 2005 einfach mal umgebracht wurde – obwohl er bereits am Boden lag. Sein “Verbrechen”: Er trug bei den warmen Temperaturen eine wattierte Jacke und sah eben fremdländisch aus.

Aber auch mit weiteren Themen setzt sich Prantl weitergehender auseinander – zum Beispiel der Folter. Und dabei muss man nicht mit dem erhobenen Zeigefinger nach Guantanamo und auf die Amerikaner zeigen. Auch hier wurde Folter beim Terrorismus in Kauf genommen und genutzt. Die Ausführungen von Prantl gehen aber auch auf gesellschaftlich “strittigere” Themen wie Rettungsfolter ein, also beispielsweise die Folter, die der Frankfurter Polizeiführer Daschner einst angedroht hatte, um vermeidlich ein Kind zu retten (welches zu dem Zeitpunkt schon tot war). Prantl holt weit aus und verweist auf die Folter im Mittelalter, als Hexen so gefoltert wurden oder die Verbreitung der Pest als menschengemacht angesehen wurde. Erscheint weit weg? Ist es aber wohl kaum, denn das Ziel war das selbe: Zum Wohl von mehreren wurde dem einen Schaden zugefügt – in der Hoffnung er wisse etwas.

Und noch ein Kapitel fand ich sehr interessant: Dort ging es mal nicht darum, wie unsere Rechte durch die neue Politik der inneren Sicherheit verringert oder gefährdet werden, sondern vor allem auch, was dies im Bezug auf Flüchtlinge bedeutet. In der Diskussion oft nur ein Grenzthema ist die Frage der Außengrenzen der Europäischen Union und der Asylpolitik hier nochmal anschaulich dargestellt – in den Neunzigern wurden aus Flüchtlingen dann schnell Illegale und damit Verbrecher – Recht auf Asyl ade.

Alles in Allem ist das Buch sehr zu empfehlen. Es liest sich sehr gut, was mir nur ein wenig gefehlt hatte, ist die ein oder andere Fußnote, damit man genau zu dem Thema nochmal nachlesen könnte. Aber wer sich ein wenig Gedanken darüber machen will, ob die Politik der Sicherheit, die hier oft propagiert wird, wirklich richtig ist, sollte sich das Buch durchlesen. Es bietet auch dem entsprechend “vorgeschulten” vielleicht noch den ein oder anderen neuen Ansatz. Es kostet 14,95 Euro und ist unter anderem bei Amazon erhältlich.

Gewonnen! 1

Gewonnen!

image Ich hatte vor einigen Tagen ja schon von dem Buch “Erfolgreiche Gewohnheiten” berichtet, bei dem es darum geht sich in 21 Tagen neue Gewohnheiten anzutrainieren. Als äusseres Merkmal, Erinnerung und Druckmittel dient ein YuKon Armband, bei dem man pro erfolgreichen Tag ein Element hinzufügt, bzw. nach einem Fehltritt alle wieder entfernt. Ein solches Armband mit Elementen ist nicht ganz ohne, was den Preis angeht, rund 100 Euro müssen dafür über die Ladentheke gehen, so dass ich zunächst mit anderen Dingen experimentierte, bis die große Verlosung der Testexemplare schließlich ihr Ende fand. Und wie es die Glücksfee so will, habe ich eins der 50 Startersets gewonnen. Ich bin schon gespannt darauf, wie das Ding in Natura aussieht und vor allem natürlich, ob mich das weiterbringt. Ich denke am schwersten werden die ersten 3-5 Tage, ab dann kommt der “Ich-kann-doch-nicht-alles-wieder-verlieren” Druck dazu ;) Mehr dazu damit regelmäßig hier im Blog.