Grüne Links: Studiengebühren, Schokoticket und Atomausstieg

In den letzten Tagen hatte ich für Grünes Gelsenkirchen einiges gebloggt, darum gibt es hier nur eine kleine Linkparade :) Zum einen habe ich vorhin etwas zum Thema Studiengebühren geschrieben, da das Anliegen der rot-grünen Landesregierung ja zunächst verschoben werden musste. Ich finde es sogar nachvollziehbar, dass die neue Regierung das nicht mal eben abschafft, sondern dies vernünftig und geplant angeht – dies ist mit Sicherheit der bessere Weg für die Unis in NRW.

Mit Irene hatte ich ein Interview zur BP/Ruhr Öl Norderweiterung geführt, welches man dort ebenfalls lesen kann. Hier hatte ich ja schon geschrieben, wieso das Bauverfahren in Scholven abzulehnen ist.

Ein anderes Thema war das Schokoticket, welches für den zweiten Bildungsweg abgeschafft werden soll. Dagegen gab es am Mittwoch eine Demo an der ich teilgenommen habe. Direkt vor Ort habe ich mit dem iPhone ein Video aufgenommen, geschnitten und zu YouTube hochgeladen:

Und zum Abschluss noch einen Tipp: Frontal 21 hat eine sehr interessante Dokumentation zum Atomausstieg gebracht, die man hier ansehen kann.

Campact! Aktion für ein anderes Konjunkturprogramm

image Campact! hat wieder eine neue Kampagne gestartet, dieses mal zum geplanten Konjunkturprogramm. Aber bevor ich mich zu später Stunde noch um Kopf und Kragen rede kopiere ich einfach mal aus der Email ;)

Jahrelang war angeblich kein Geld für dringende öffentliche Investitionen da – etwa für Kindergärten, kleinere Schulklassen, die Nutzung von Abwärme oder den Ausbau der Schienenwege. Mit der Finanzkrise werden jetzt unzählige Milliarden in die Hand genommen.

Mit 50 Milliarden Euro soll die vom Absturz bedrohte Konjunktur gestützt werden – so hat es vorgestern der Koalitionsausschuss von CDU/CSU und SPD beschlossen. Noch steht nicht fest, wofür das Geld ausgegeben wird. Doch neue Straßen, Subventionen für spritfressende Autos und Steuersenkungen, die kaum die Konjunktur ankurbeln, stehen ganz oben auf der Wunschliste. Das müssen wir verhindern! Die enormen Finanzmittel müssen in Klimaschutz und bessere Bildungschancen investiert werden. Das schafft zukunftsfähige Arbeitsplätze und kurbelt die Konjunktur an.

Skandalös ist die diskutierte Abwrackprämie für Altautos. Für jedes neu angeschaffte Auto soll es Geld vom Staat geben – egal wieviel es verbraucht. Eine Senkung der Einkommenssteuer auf Pump wäre ebenfalls kontraproduktiv. Menschen mit kleineren Einkommen, die mehr Geld wirklich ausgeben, würden davon nicht profitieren, da sie keine Einkommenssteuer zahlen. Steuersenkungen mindern nur den Spielraum im Bundeshaushalt, mit Zukunftsinvestitionen ein Abgleiten in die Rezession zu verhindern.

Weltweit kursieren Vorschläge für ein zukunftsträchtiges Investitionsprogramm, etwa von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon, dem ehemaligen Umweltminister Klaus Töpfer oder dem früheren US Vize-Präsident Al Gore. Mit Investitionen in Wärmedämmung, Erneuerbare Energien, Schienenwege und den öffentlichen Nahverkehr könnten wir endlich Fortschritte beim Klimaschutz erzielen. Investitionen in Infrastruktur und Personal für Kindergärten, Ganztagsschulen und Universitäten würden Kindern und Jugendlichen gleiche Bildungschancen eröffnen – sodass ihre Zukunft nicht durch ihre soziale Herkunft vorprogrammiert ist.

In diesem Sinne schaut doch mal bei Campact vorbei und unterzeichnet den Aufruf! ;)

Einheitsschule ungleich Einheitsbrei

Grade bei Anne Will ging es mal wieder um unser verkorkstes Bildungssystem. Mit dabei der Bildungssenator Zöllner aus Berlin, der eine solche in einer light-Variante1 einführen will und als sein politischer Konterpart war Norbert Röttgen von der CDU, der meint man müsste im bestehenden System nur ein wenig herumdoktorn und irgendwann werde sich auch der Ruf, Ansehen und Bildung der Hauptschule ändern. Also ich will jetzt nicht die Diskussion komplett wiedergeben, aber ich muss sagen, dass ich dabei nochmal genauer über das aktuelle System nachgedacht habe und mit meiner Überzeugung, dass eigentlich nur ein großer Wurf, nämlich die Einführung einer Einheitsschule die richtige Idee sein kann!

Individuelle Förderung statt Einheitsbrei

Auch wenn der Name es anders erklingen lässt (und von daher überdacht werden sollte), ist das einzige was an der Einheitsschule wirklich gleichgemacht wird ist das Gebäude. Denn nach meiner Vorstellung sollte dann die individuelle Einstufung nach Fähigkeiten und Interessen folgen. Ich finde es zwar wichtig, dass es eine Art Klassenverband gibt, da dies zum Erlernen von sozialen Fähigkeiten notwendig ist, aber dieser sollte etwas aufgebrochen werden. So kann ich mir beispielsweise vorstellen, dass manche Kurse und Fächer in diesem Klassenverbind ein Grundlagenwissen über Geschichte, Erdkunde, Sozialwissenschaften und weiteres bieten, während andere Fächer klassenübergreifend und nach Fähigkeiten unterrichtet werden. Oder es gibt ergänzend zum „normalen“ Unterricht im Klassenverband spezielle Förderangebote. Auch fände ich wichtig, dass es neben dem bisher ja auch vorgesehenen Lernpensum spezielle Angebote gibt. Für Leseratten unter Schülern vielleicht ein Kurs, der den Deutschunterricht erweitert um weitere Lektüren, in Physik vielleicht weitere Experimente, die die Kreativität fördern, aktuelle Diskussionen zur Politik oder die Philosophie der alten Griechen. Je nachdem was anbietbar ist und wofür es eine Nachfrage gibt. Aber auch Kurse zur Berufs- oder Studiumsvorbereitung und weiteres direkt praxisbezogenes empfinde ich dort sehr wichtig.

Wie ich in einem früheren Beitrag bereits gesagt habe, ist es ja doch eher so, dass es momentan einen Einheitsbrei gibt, oder um genau zu sein drei: die Gymnasiasten, Realschüler und Hauptschüler. Das es dort übergänge gibt und ein Hauptschüler in manchen Dingen besser sein kann, als ein Gymnasist wird da vernachlässigt. Man wird pauschal abgestempelt und der Lebensweg damit inzwischen ja deutlich vorgeschrieben.

Soziale Fähigkeiten lernen – Eingliedrig statt zweigliedrig

Ich kann die Vorbehalte insbesondere des Bildungsbürgertums2 gut verstehen. Hauptschulen stellen oft einen sozialen Brennpunkt dar, man hat nicht nur vom Ruf dieser Schulform her und den oft mangelnden Zukunftschancen, sondern auch aufgrund des „Umgangs“ das Problem damit seine Kinder auf solche Schulen zu schicken oder diese zusammenzulegen. Ganz ehrlich würde ich meine Kinder momentan auch natürlich am liebsten auf ein Gymnasium schicken, aber dennoch plädiere ich dafür die Abkapselung bzw. die „Ausgrenzung“ durch die Integration in eine Schulform zu beenden.

Dieses gemeinsame Lernen kann nach meiner Einschätzung das Miteinander verstärken und verbesserte Zukunftsaussichten für diejenigen, die sonst auf der Hauptschule bereits in Kursen das Ausfüllen des Hartz IV Formulars lernen3, könnten auch deren Frust sicherlich abbauen. Kurse beispielsweise zur Konfliktbearbeitung müssen ebenfalls ihren Teil dazu beitragen, die auftretenden „Klassenunterschiede“ aufzufangen.

Alles in allem sehe ich für dieses deutsche Selektionsmodell nicht, wie es eine Schule für morgen sein soll. Alleine ein Modell der Einheitsschule ohne Ausnahme eines parallel laufenden Gymnasiums kann wirklich dazu führen, dass man das optimum aus allen Schülern herausholt und das beste versucht, um eine Art der Gleichberechtigung hinzubekommen. Jetzt gibt es eine solche nämlich nicht, wenn das beste 1er Zeugnis auf der Hauptschule nicht zu Ausbildungsplätzen führt.

  1. Gymnasium bleibt bestehen []
  2. um einfach mal ein Schlagwort zu nutzen :) []
  3. was ich jetzt nicht als Kritik verstanden wissen will an dieser leider realistischen Vorbereitung auf die Zukunft :( Allgemein könnte ich mir soetwas aber auch gut vorstellen, also Einführung ins Leben (Versicherungswesen, Steuern, Verwaltungskram und so) aber ich schweife ab []

Medizin mit 3,5

Wer sich heute an einer Uni einschreiben will, wird immer häufiger mit dem Numerus Clausus ausgesiebt. Wenn nicht genug Plätze vorhanden sind die einzige Möglichkeit. Dennoch muss man sich mit einer Abinote von 3,5 doch nicht von einem Studienplatz in Medizin verabschieden – für das entsprechende Kleingeld klagt man sich einfach ein und wird zum „Gerichtsmediziner“, wie die Frankfurter Rundschau heute berichtet. Leisten können sich das freilich nur wenige:

Ein paar tausend Euro müssen Studenten nach Angaben von Anwälten hinblättern, um den gewünschten Studienplatz doch noch zu ergattern. Aber eine Erfolgs-Garantie gibt es nicht, und wer verliert, der riskiert, auch noch die Anwaltskosten der Gegenseite zu übernehmen.

Rechtsgrundlage ist das Grundrecht auf Bildung, welches eben nur durch die Zahl der Plätze beschränkt wird. Frage der Klage ist deshalb: Sind wirklich alle Plätze weg?

Problem ist und bleibt, dass wiedermal Geld über die Bildung entscheidet. Studien haben ja schon für die Schule entsprechendes Ungleichgewicht gezeigt, die Studiengebühren tragen sicher nicht dazu bei, dass nun auch ärmere Schichten an die Unis streben, und nun wird deutlich, dass auch der Klageweg von betuchteren Studenten eher benutzt wird. In diesem Fall wird man wohl kaum etwas tun können, um diese Ungleichheit aufzulösen, aber es sollte doch zum Nachdenken anregen…

Und noch was zum Turbo-Abitur

Wo ich grade dabei bin über unser Bildungssystem zu motzen, noch etwas kurzes zum Abitur oder den übereilten Planungen in einigen Bundesländern dies nach 12 Jahren zu vergeben. Das war doch ein solcher Schnellschuss und vor einiger Zeit hatte ich einen interessanten Kommentar dazu gelesen, den ich leider nicht mehr finde. Naja, jedenfalls wurden dort die Argumente wiedermal hinterfragt: Wir bräuchten das Abitur, weil in Frankreich die Schüler schneller wären als hier. So, welche Bedeutung hat es für einen deutschen Schüler, der in den allermeisten Fällen zunächst oder vornehmlich in Deutschland seinen Arbeitsplatz sucht, dass der europäische Kollege in Paris ein Jahr früher fertig ist? Und wenn jemand nach entsprechender Ausbildung wirklich in der Lage ist, international zu konkurrieren, wäre das Jahr dann entscheidend? Ich denke nicht. Hier wurde eine Hysterie aufgebaut und im Schnellschuss dem Kapitalismus schnell neue Arbeiter geliefert, anstatt zu prüfen, ob das wirklich an den Bedürfnissen orientiert ist. Denn eins gilt für mich auch: Es mag Methoden geben, die ein Lernen des Stoffs auch in 8 Jahren ermöglichen. Bei der Tagesschau – daher der Impuls jetzt – wurde Thüringen gezeigt, wo dies wohl nach guter Planung funktioniert – inklusive Mittagspause und einem freien Wahlfach. Dagegen habe ich dann auch nicht unbedingt etwas (ohne es jetzt genau zu kennen). Ein Bildungssystem, welches sich an den Bedürfnissen der Schüler orientiert und nicht an denen der Wirtschaft kann so etwas womöglich ja wirklich leisten. Aber dann gut überlegt. Achja: Es gibt ein wenig zu denken, dass nur noch bei den Liberalen eine Zustimmung für das Turbo-Abi existiert. So und jetzt schalte ich den Fernseher lieber aus :D

Hauptschule abschaffen!

Diese Forderung erhob Panorama soeben in ihrer Sendung und hat mich damit dann doch noch vor den Computer gelockt. Denn ich stimme dem vollkommen zu und sage: Gymnasium und Realschule auch gleich. Die Dreiteilung der Schulbildung ist absolut unsinnig und führt nur klassische Standesvorstellungen weiter. Die Elite im Gymnasium, die Unterschicht in die Hauptschule – diese Bilder existieren noch immer und gelten entsprechend dann auch für die Berufschancen. Und welchen Sinn hat diese Aufteilung? Angebliche Leistungsunterschiede? Da muss ich doch lachen, denn zum einen muss man sich wirklich fragen, ob mit 10 Jahren wirklich erkennbar ist, wer wie gut ist und damit den Lebensweg dieser Kinder entscheidend vorbestimmt. Und anders als Vertretern einer gemeinsamen Schule bis 10 vorgeworfen wird, geht es keineswegs um Gleichmacherei. Im Gegenteil: Es geht um individuelle Förderung. Wer geht denn davon aus, dass auf dem Gymnasium dauerhaft alle Schüler gleich gut in Englisch, Mathe oder Biologie sind? Dort gibt es doch auch Unterschiede. Es gibt einige, die immer nur Bahnhof verstehen und einige, die sich womöglich langweilen, wenn der Lehrer es nochmal oder zu langsam erklärt. Wäre es nicht sinniger hier individueller zu agieren und ein Schulsystem zu haben, bei dem es für jedes Fach Leistungsstufen gibt, als diese zu pauschalieren. So kann ein Schüler eben in der „besten“ Klasse für Mathe sein, in Physik „durchschnittlich“ und in Englisch verstärkt gefördert werden und dies an einer Schule. So, das musste jetzt einfach raus. Dieses dreigliedrige Schulsystem selektiert und grenzt aus und es gibt keinen vernünftigen Grund dafür daran festzuhalten, oder? Noch ist der Beitrag bei Panorama nicht online, aber guckt selber nach, ob sich das geändert hat, ansonsten wird der Beitrag morgen auch geändert, wenn dies ansteht.

Kopfnoten

Nach einem Gast-Artikel bei Dennis zum Thema Kopfnoten ist mir aufgefallen, dass ich hier meine ablehnende Position noch kaum beschrieben habe :) Ich mache es jetzt auch etwas kürzer und verweise für mehr auf den Beschluss der Grünen Jugend Gelsenkirchen dazu, der das sicherlich weiter ausführt.

Also Hauptgrund meiner Ablehnung ist der mangelnde pädagogische Nutzen, den ich an diesen Noten sehe. Jemanden der sich eh nicht für die Schule interessiert wird eine solche Note nicht beeindrucken, zurückhaltendere Charaktere erhalten womöglich Abzüge für Leistungsbereitschaft. Und weiter geht es mit der Tatsache, wie Lehrer das überhaupt bewerten wollen? Sie sehen die Schüler nur im Unterricht und maximal noch auf dem Pausenhof, aber selbst in der Schule ist die Beobachtungsgabe doch deutlich eingeschrängt, wie Opfer von Mobbing sicherlich berichten können. Demnach kann sich in unbeobachteter Zeit jemand unsozial gegenüber Mitschülern verhalten, während er im Unterricht und gegenüber den Lehrern ein positives Bild abgibt. Die Noten bringen nur einem etwas: Dem Personalchef, der sich damit Persönlichkeitstests sparen kann und sofort einen Filter für die Bewerbungen mitgeliefert bekommt. Schülern würde gezielte Förderung und ein persönliches Gespräch sicher mehr helfen, als sechs weitere Zahlen auf dem Zeugnis.

Linktipps 31.10.2007

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aus der „Braunschweiger Zeitung” ist was für Leute, die wissen, wie ein Computer von innen aussieht:

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Warum das Ganze? Nun, die beiden sind Muslime. Kathrin ist Konvertitin und trägt ein Kopftuch, Omar sieht so aus, wie sich Lieschen Müller vom Dorfe wohl einen “Musel” vorstellt: Dunkle Haut, schwarze Haare, Bart. Und das, stellte sich heraus, war anscheinend ausreichend für einen Einsatz dieser Art