Dem Ausstieg wird zugestimmt

Wieder ein Beitrag aus dem Zug, aber diesmal fährt er in die andere Richtung und ich bin erschöpfter. Kurz: Der Sonderparteitag der GRÜNEN ist vorbei und ich fahre zurück nach Hause. Die Stimmung ist nicht schlecht, könnte aber natürlich besser sein, wenn die Kritik am Atomgesetz auch am Donnerstag im Bundestag mit einer Ablehnung deutlich gemacht hätte. Aber nun gut, die Partei hat knapp anders entschieden und ich kann damit leben.

Es war eine spannende Debatte in der Berliner Messe, die auch immer sachlich geführt wurde und bei dem eigentlich deutlich wurde, dass die GRÜNEN sich einig sind, was die Bewertung des Atomgesetzes anging. Einerseits feiern alle den Ausstieg und die Abschaltung als Sieg der Bewegung und andererseits fehlt allen wichtiges im Energiekonzept der Regierung. Ich gehöre ja zu denen, denen diese Gründe ausreichten, um zu sagen, dass der Konsens keiner ist. Ich finde noch immer er geht nicht schnell genug, ist rechtlich unsicher und zu leicht umkehrbar. Für andere ist das offentlichlich ähnlich, aber dies sind Dinge, für die der Kampf dann trotz der Zustimmung am Freitag weiter gehen muss. Ich finde das zumindest nachvollziehbar.

Wichtig ist es jetzt zu sagen, dass der Kampf weitergehen wird und das Atomthema mit der Abstimmung nicht erledigt ist. Gorleben und die Endlagersuche, die komplette Energiewirtschaft mit der Anreicherung und Sicherheitsfragen generell bleiben auch nach Donnerstag akut und wichtig. Ebenso wichtig ist es die Energiewende voran zu bringen. Was die Regierung hier vorgelegt hat ist desaströs. Der Ausbau erneuerbarer Energien ist jedoch unabdingbar um uns nicht im Jahr 2021 mit der Situation konfrontiert zu sehen, dass CDU/CSU und FDP dann doch wieder eine Laufzeitverlängerung fordern.

GRÜNER Sonderparteitag

Ich sitze gerade im Zug nach Berlin, wo morgen der Sonderparteitag der GRÜNEN zum Atomausstieg stattfinden wird. Als Ersatzdelegierter hatte ich mir in den letzten Jahren die Parteitage eher geklemmt, da wir immer gut vertreten waren. Dieser verspricht jedoch wirklich spannend zu werden und wichtig ist er auch.

Der Bundesvorstand hatte ja bereits empfohlen dem Vorschlag der Regierung zuzustimmen. Ich jedoch halte nicht viel davon. Klar, ein Atomkonsens ist nicht grün pur und das fordere ich ja auch nicht. Es geht auch nicht darum, dass als Jahreszahl 2022 anstatt 2017 steht – wie man auch immer auf diese Zähl gekommen ist. Es geht mir darum, dass dieser
Konsens oder Ausstiegsplan nicht vernünftig durchdacht ist und beispielsweise verfassungsrechtliche Bedenken bestehen, dass die pauschale Abschaltung mit den Eigentumsrechten der Betreiber vereinbar ist. Aber auch bei der Sicherheit, Fragen der Endlagersuche und vor allem dem Aufbau erneuerbarer Energien ist das Konzept der Bundesregierung löchrig. Darum habe ich bei Grünes Gelsenkirchen auch geschrieben, dass dieser Ausstieg kein Ausstieg ist, wie man ihn richtig betreibt.

In dem Zusammenhang kann ich auch diesen Artikel aus der Frankfurter Rundschau sehr empfehlen. Morgen werde ich per Grünem Twitteraccount direkt von der BDK berichten. Oder guckt es auch auf PHOENIX an – es verspricht spannend zu werden.

Alles neu macht der Mai…

Naja, alles ist nicht neu, aber ich habe jedenfalls neue Ameisen. Meine früheren haben es nicht über den Winter geschafft und nun gibt es eine neue etwas größere Kolonie:

Myrmica rubra

Sie ist am Wochenende jetzt besonders gut versorgt, denn ich bin momentan in Berlin beim PolitCamp. Seit wenigen Minuten hat dort das Warm-Up begonnen und ich werde jetzt auch gleich mal rübergehen.

Ansonsten sei aber dennoch auf zwei weitere Artikel verwiesen, denn neu an diesem 1.Mai war auch der Jugendblock bei der entsprechenden Kundgebung und mehr darüber findet ihr auf Grünes Gelsenkirchen. Dort gibt es auch einen kleinen Bericht dazu, dass in Dortmund die Kundgebung des DGB nicht so friedlich verlief und von Nazis angegriffen wurde.

So, jetzt bin ich aber weg, aber werde von hier berichten – ab morgen :)

Religion oder Ethik

Als ich am Freitag in Berlin ankam, hingen hier auch einige Wahlplakate und – da in Gelsenkirchen ja auch bereits gehängt wurde – dachte ich mir nicht viel dabei. Nur die komische Botschaft, dass Religion Privatsache sei, wie auf Plakaten der LINKEN angegeben, passte für mich nicht wirklich zu Europa – aber nun gut. Aber als dann auf einem der 26.4. April stand und die TAZ Berlin während einer ruhigen Minute am erlassjahr Stand gelesen wurde, was klar worum es geht: Am heutigen Sonntag können die Berliner entscheiden, ob es wieder regulären Religionsunterricht an den Schulen geben soll oder weiterhin für alle das Fach „Ethik“ gelten soll. Auf den konkreten Volksentscheid will ich jetzt nicht eingehen, für die Auswirkungen mag dieser Artikel in der Berliner Morgenpost reichen, aber ein paar Gedanken dazu habe ich natürlich dennoch ;) Weiter lesen „Religion oder Ethik“

Konferenzen über Konferenzen

Tja, das neue Jahr ist nichtmal ein Jahr alt und schon sammeln sich die ersten Konferenzen an, die im ersten Halbjahr im Bereich Web 2.0 auf mich zukommen. Und da der ein oder andere ja vielleicht auch Interesse an dem ein oder anderen Ereignis hat, hier mal die wesentlichen Termine:

Da in diesem Jahr auch die Bundestagswahl ansteht und sich meine Diplomarbeit auch um diese Verbindung von Politik und Web drehen wird, hoffe ich den ein oder anderen Impuls aus diesen Veranstaltungen zu ziehen.

„Dies sind die Mauern, die wir nun einreißen müssen“

imageTja, das Obama heute in Berlin war, ist keine Neuigkeit und viele von euch haben wahrscheinlich die Rede im Fernsehen oder gar direkt mit den 200.000 Menschen auf dem „Obamafest“1 verfolgt. Die größte Zuhöhrerschaft hatte Obama bisher mit 60.000 Leuten in Portland im Mai. Also sein bisher größter Wahlauftritt war damit heute in Berlin, Germany. In seiner Rede ging es damit um das transatlantische Verhältnis und darum zur Lösung der Probleme doch verstärkter zusammengearbeitet werden müsste. Das ZDF2 meinte er hätte sich damit als Weltpräsident präsentiert und nicht nur als Weltbürger. Das ist ja auch kein Wunder, wenn man alle Wörter seiner Rede in einer Tag-Wolke zusammenstellt, ist Welt das häufig benutzte Wort seiner Rede:

image

So, aber jetzt doch noch einige Anmerkungen zu der Rede: (Originaltext gibt es hier, Auszüge in Deutsch hier)

Weiter lesen „„Dies sind die Mauern, die wir nun einreißen müssen““

  1. wie es teilweise genannt wurde []
  2. und mein Bruder []

Kennedy und Reagan in Berlin

Aus aktuellem Anlass hier die beiden Reden von John F. Kennedy und Ronald Reagan in Berlin:

(Deutsche Übersetzung der Rede von Kennedy)

Es wird ja gerne davon ausgegangen, dass die Rede heute Abend ähnlich historisch werden würde, wobei diese Erwartung schon etwas übertrieben ist. Obama wird sicherlich versuchen diese Reden einzubeziehen, aber beide Reden haben ihre Bedeutung eben auch aus dem historischen Hintergrund.

Kennedy kam nach dem Mauerbau in die nun geteilte Stadt. Die Teilung war ein gewaltiger Schock für die Bewohner Berlins, beendete aber auch faktisch die zweite Berlin Krise. Mit diesem Besuch stärkte Kennedy das Vertrauen in den amerikanischen Bündnispartner und dessen Sicherheitsgarantien für das freie Berlin. Und Reagans Rede gewinnt insbesondere durch den Wandel im Osten und schließlich den Mauerfall zwei Jahre später seine große Bedeutung.

Wenn ein nichtmal bestimmter Präsidentschaftskandidat1 nun ohne großen historischen Hintergrund eine solche Rede hält, kann diese sehr gut werden – dass hat er bei seiner Rede zur Rassenfrage „A more perfect union“ bewiesen – aber historisch ist schon etwas viel erwartet. Ich bin jedenfalls mal gespannt, denn über das transatlantische Verhältnis wird es sicher gehen. Wie gesagt ab 18.302 gibt es hier ja ein Live-Blog mit Kommentarmöglichkeit ;)

  1. die formelle Nominierung findet ja erst Ende August statt []
  2. vielleicht etwas später []

Obama in Berlin – Der Kampf um den Platz

Morgen ist es soweit: Barack Obama, womöglich nächster Präsident der Vereinigten Staaten, macht einen Wahlkampfbesuch in Berlin. Und was war das für ein Krampf: Brandenburger Tor ja, nein? Man merkt eben doch, dass irgendwie Sommerloch ist, wenn das Hauptthema der Politiker der Ort eines Auftritt eines amerikanischen Politikers ist. Und klar, die Symbolwirkung des Brandenburger Tors ist nicht zu unterschätzen, aber bei so vielen Werbeaktionen, die dort schon stattfanden, finde ich die Aufregung über die Wahlwerbung eines Amerikaners doch etwas merkwürdig – aber gut, lassen wir das mal der Diplomatie geschuldet.

Als dann aber die Siegessäule als Veranstaltungsort feststand, kamen auch wieder die gleichen Stimmen auf: Die Säule sei negativ belastet, sei ein Zeichen für den deutschen Imperialismus unter Hitler. Ähm… also mal abgesehen davon, dass jeder Ort in Berlin sicher irgendwie belastet ist, müsste man dann doch einfach Fragen, wieso eine solche „nationalistische Statue“ (mal überspitzt formuliert) denn noch an so zentraler Stelle in Berlin steht?1 Ist es nicht vielmehr so, dass die Statue – nicht zuletzt durch Loveparade und Co. – inzwischen kaum noch mit dem Nationalsozialismus in Verbindung gebracht wird? Es werden sogar Millionen in die Restaurierung gesteckt. Es ging Seitens der kritischen Politiker also wieder darum, seinen Namen mal wieder in der Zeitung zu lesen. Und ich helfe auch noch bei der Verbreitung dieser Aussagen – Mist ;)

Sei es drum: Obama kommt morgen und ab 16 Uhr ist die „Fanmeile“ in umgekehrter Richtung geöffnet2. Taschen und Schilder sind verboten. Erstes aus Sicherheits-, Zweites aus wahltaktischen Gründen: Antiamerikanische oder auch Bush-feindliche Sprüche kommen in den USA weniger gut an als erwartet. Ich hatte, als ich zuerst davon gehört hatte, auch kurz überlegt nach Berlin zu reisen. Jetzt sind mir 135 Euro doch zuviel und die über 8 Stunden Fahrtzeit kann3 ich sinnvoller nutzen. Stattdessen werde ich die Übertragungen im Fernsehen4 betrachten und morgen entsprechend ab ca. 16 Uhr hier auch ein Live-Blog anbieten, bei dem man bekanntlich nicht nur lesen, sondern auch direkt kommentieren kann. Live Chat würde ich es noch nicht nennen, aber es kommt nah dran und wer Lust hat, kann ja vorbei gucken ;) Morgen gibt es dann auch ein allgemeines Update zum Wahlkampf in den USA.

  1. Es sei nur kurz angemerkt, dass nach dem zweiten Weltkrieg durchaus eine Sprengung vorgeschlagen, aber von Briten und Amerikanern abgelehnt wurde. []
  2. im Vergleich zu WM und EM []
  3. oder eher muss []
  4. oder zumindest eine davon :D []

Erster Tag beim Socialcamp

Soeben endete der erste Tag des Socialcamps in Berlin. Dort geht es um die Verbindung von Politik oder eben NGOs und neuen Medien und dem Web 2.0.

Den Auftakt bildete um 10 Uhr eine Session zur Verbindung von NGOs und den verstreuten Akteuren und „Aktivisten“ im Web 2.0. Also wie bringen NGOs ihre Inhalte auch an die unabhängigen Menschen im Netz. Neben einigen Links muss ich sagen, dass ich nicht wirklich viel hieraus genommen habe. Es gab zwar durchaus eine interessante Diskussion darüber, ob NGOs noch zeitgemäße Strukturen haben, oder ob nicht viel mehr eine stärkere Dezentralisierung beispielsweise durch bloggende Mitglieder und entsprechende Profile erreicht werden sollte. Auch sei ein Problem Menschen in die Aktionen einzubinden, ohne sie im Bezug auf die Kampagne mitentscheiden zu lassen. Das Follow-up am Abend habe ich leider nicht mehr mitbekommen, aber denke es lief im Kern auf zwei Problematiken hinaus:

1. Es fehlt eine zentrale Anlaufstelle, um für eigene Aktionen oder Kampagnen zu werben.

2. Hierbei aber auch darüber hinaus gibt es Konkurrenzprobleme zwischen NGOs, die ja um Mitglieder, Spender und Aufmerksamkeit konkurrieren.

Tagesplanung beim Socialcamp

Den zweiten Block bildete die „politisches Bloggen“, wobei sich dies im Anbetracht von einer Handvoll Bloggern bei vielen „Unwissenden“ auch in eine allgemeine Einführung und Diskussion zu Blogs entwickelte.

Nach der Mittagspause gab es dann eine Session zu Onlinemarketing von Richard Gasch, der auch die Seite Africa-Help.org betreibt. Es ging dabei von einfacher Bannerwerbung bis zu Google Ads und Maßnahmen die die Optimierung der Seite für Suchmaschinen oder Soziale Medien, wobei dies – auch aufgrund der knappen Zeit eher angeschnitten wurde. Jedenfalls sehr interessant das Ganze.

In der vorletzten Sessionzeit des Tages hatte ich zwischenzeitig das Progamm gewechselt, da die Veranstaltung über „Vertrauen“ und „Wirkung“ sich zu sehr mit Sozialen Netzwerken beschäftigte und ich lieber einmal bei den Campaignern von Campact vorbei gucken wollte. Dort ging es um die Erweiterung und Modifizierung dieser überaus erfolgreichen Plattform – eine Diskussion, die morgen noch fortgeführt wird.

Die letzte Session bildete eine Bericht über Fundraising 2.0, wobei ein Projekt vorgestellt wurde, bei dem über Partnerprogramme beispielsweise bei Amazon.de, ebay oder Google AdSense und eine Browserleiste Einnahmen kreiert werden sollen, die dann schließlich an gemeinnützige Organisationen weitergegeben werden – zu 90%. Es gab hierbei einige Skepzis im Raum, ob sich dies wirklich so realisieren lässt, dennoch den jungen Unternehmern hierbei viel Erfolg. Ich bin jedenfalls gespannt was raus kommt, auch wenn ich direkt für die eigene Arbeit nicht viel herausziehen konnte.

So, der Tag geht zuende, gleich wird noch Fußball geguckt und dann wird geschlafen, bevor es morgen zum letzten Tag des Socialcamps und schließlich nach Hause geht.

Einziger Wermutstropfen: WLan auf dem EEE will nicht mehr wirklich. Darum auch keine Bilder. Hoffe, dass es morgen wieder geht.

Update: WLan macht noch immer Probleme, auch in der WG, die mich übers Wochenende aufgenommen hat. Upload der Bilder ging nun aber über einen offenen Access Point.