Boardwalk Empire

“Die Sopranos in den 20er Jahren” – so ähnlich hatte ein Freund mir die Serie Boardwalk Empires versucht zu beschreiben. Etwas problematisch, da ich die Sopranos leider nicht wirklich kenne [1. Keine Kommentare bitte, weiß, dass ich da wohl einiges verpasst habe, vielleicht irgendwann…] aber generell hatte die Serie im Vorfeld mein Interesse schon geweckt, da das Setting stimmte: Die 1920er Jahre in den USA, Prohibition und korrupte Politiker – eine gute Mischung.

Und das sollte sich auch bestätigen, als ich die erste Staffel dann auf DVD zuhause hatte. Die Serie zeigt das Leben und Wirken von Enoch „Nucky“ Thompson, dem Stadtkämmerer von Atlantic City, der nebenbei auch das kriminelle Leben der Stadt kontrolliert. Neben dem Alkoholschmuggel gehören auch das Glücksspiel und die Prostitution. Schwerpunkt der Serie bildet aber das “flüssige Gold”, welches in der Serie aber noch sehr offen und freigiebig ausgeschenkt wird. Es hat mich jedenfalls angerecht mich auch mit der Frage der Prohibition in den USA mal mehr zu beschäftigen. Dazu mehr in nächster Zeit :)

Die Serie jedenfalls ist wunderbar gemacht, bietet tolle interessante eher männliche Charaktere, was aber auch der Authentizität der Geschichte geschuldet ist. Die Rolle der Frau in der Gesellschaft war eben noch deutlich untergeordnet, auch wenn man in der Serie die Einführung des Frauenwahlrechts miterleben darf.

Ende des Monats (am 29ten) läuft in Deutschland im Pay-TV (auf TNT-Serie) die zweite Staffel an, morgen Abend gibt es ein Special, weiß nicht genau was da gezeigt wird. Die erste Staffel ist aber zeitnah auch als DVD oder Blu-Ray erschienen, also wer über Pay-TV verfügt, sollte Gas geben, die ersten 12 Folgen noch zu gucken – und alle anderen auch :)

Hier noch der englische Trailer zur ersten Staffel:

Twitterzitat des Tages: Alkohol und „Killerspiele“

Nein, eine Reihe wird nicht draus, aber ich fand die Aussage einfach zu gut, um sie hinten rüber fallen zu lassen. Also: Puh (Patrick Steinke) schrieb vor etwa 4 Stunden:

Jedes Jahr sterben zigtausende Menschen in folge von Alkoholkonsum aber der Kaufhof nimmt Spiele ab 18 aus dem Verkauf – gehts noch dümmer?

Viel mehr kann man eigentlich zu der Entscheidung von Kaufhof nicht geben, außer vielleicht, dass bei unvernünftigem Alkoholkonsum die Folgen sehr viel eindeutiger sind, als bei dem unvernünftigen Umgang mit Computerspielen – dort kippt man eher vom Stuhl, wenn man zuviel spielt, oder verliert seine sozialen Kontakte, aber nur wenn noch ganz, ganz, ganz, ganz viel anderes dazu kommt, kann dies dazu führen, dass jemand zum Amoktäter werden könnte. In Deutschland ist dies bisher 3 mal passiert – zugegeben mit einigen – zuvielen – Toten. Aber wenn man wirklich etwas tun will, dass weniger Menschen sterben in Deutschland, dann fängt man mit  Computerspielen am falschen Ende der Statistik an!

Alkoholkonsum begrenzen

Der Sucht- und Drogenrat hatte gestern einige Vorschläge gemacht, um den schädlichen Umgang mit Alkohol, der 70.000 Menschen pro Jahr das Leben kostet, zu begrenzen. Inhalte unter anderem ein Verkaufsverbot an Tankstellen, Autorasstätten und Bahnhöfen, Beschränkung des Verkaufs in Sportstadien und dessen Sponsoring und Werbung allgemein. Die entsprechende Industrie schrie natürlich gleich auf, ganz Deutschland werde in alkoholpolitische Sippenhaft genommen und Werbeverbote würden an der Problematik vom Konsum durch Jugendliche nichts ändern, weil dafür ja eher das Familienumfeld entscheidend sei.

Klar, ein gutes Umfeld stärkt sicher den verantwortungsvollen Umgang mit dieser Droge und lässt einen sicher nicht so schnell in die Abhängigkeit abrutschen, aber man macht es sich da natürlich auch etwas zu einfach. Man kann sich doch einfach mal die Werbung im Fernsehen angucken: Erlebe die Party deines Lebens mit V+, Segeln und Sonne mit Becks oder Fussball eben nur mit Krombacher (und der Freundin in der Abstellkammer). Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen und bringt eins rüber: Nur mit Alkohol ist die Party ein Hit und macht Spaß. Man denke nur an die Anti-Werbung von Jägermeister, wo Spießige Personen als „Kein Jägermeister“ oder so dargestellt wurde. Das Ziel der Werbung ist eben genau diese Botschaft rüberzubringen. Sei cool, trink dir nen Bier. Das tut dann seinen Teil dazu bei, dass Jugendliche zumindest auf Partys unreflektiert auch mal zu dem „coolen“ Getränk greift. Also es gibt für Zigaretten ein Werbeverbot, wieso sollte man sich dies für die andere Gesellschaftsdroge nicht auch vorstellen können?

Was die Verbote angeht, kann man sicher drüber streiten, inwieweit eine solche Einschränkungen wirklich sinnvoll sind. Ich meine bei Raststätten an der Autobahn könnte ich mir das durchaus vorstellen, auch weil die vornehmlichen Benutzer einer solchen (Autofahrer) eben nüchtern bleiben sollten. Aber ob ein Verbot hier wirklich den Alkoholkonsum wesentlich senkt, müsste man wohl erst untersuchen.

Also ich finde durchaus, dass man sich gut überlegen sollte, was man tun kann, um gegen Alkohol vorzugehen, bzw. diesen insbesondere für Jugendliche schwerer zugänglich zu machen. Solche Aussagen wie von Beckstein, dass man nach zwei Maß Bier doch noch Auto fahren könne, sind dabei aber extremst ungünstig.1 Die Regel sollte doch eher sein: Don’t drink and drive. Aber solange Alkohol allgemein anerkannt wird, braucht sich nicht zu wundern, wenn Jugendliche auch ganz ungezwungen zugreifen.

  1. Und im übrigen auch falsch, denn 1,2 Promille liegen weit über dem Grenzwert, selbst ein Maß Bier ist wohl zuviel. []

Don’t drink and drive – auch über 21

Seit heute ist allen Fahranfängern während der Probezeit und sowieso allen Autofahrern bis 21 verboten mit Alkohol im Blut am Steuer zu sitzen. Eigentlich eine tolle Sache, aber wieso diese Altersgrenze? Zum einen sind in der Altersklasse bis 25 mehr Fahrer mit Alkoholeinfluss vorhanden und auch darüber sieht es ja nicht besser aus. Immerhin noch 21% der „Alkoholtäter“ finden sich unter den 25 bis 35-jährigen und auch bei den bis 45 Jährigen sind es noch 22,5 Prozent (Quelle) Es mag sein, dass die meisten der fast 600 Unfalltoten durch die erste Altersklasse umgekommen sind, aber zum einen dürfte dies den Angehörigen eines solchen Opfers egal sein, ob der Täter nun 20 oder 22 oder vielleicht gar 36 war und zum anderen ist die Zahl von 51.053 Alkoholunfällen im letzten Jahr schon beeindruckend genug. Man wird das Problem nicht lösen können, aber Fehleinschätzungen („Eins geht noch“) kann man durch eine Null Promille Regel durchaus vermeiden. Weiter lesen „Don’t drink and drive – auch über 21“