Online-Demo gegen Sperrung von Internetseiten

Geschrieben von Patrick Jedamzik am 22. April 2009

Unter dem Motto “Von Laien regiert” streikt spreeblick.com heute. Hintergrund ist die Einbringung des Gesetzes, welches die Internetsperren für das Internet rechtlich untermauern soll.

spreeblickdemo

Ich hatte es hier ja schon genauer erläutert, wieso ich dieses Vorgehen für unsinnig halte, später wird es auf Grünes Gelsenkirchen auch noch einen Artikel geben, aber nochmal zusammengefasst: Ich halte nicht viel von intransparenten Sperrlisten und noch weniger davon, dass man so die Augen verschließt, anstatt Kinderschänder strafrechtlich zu verfolgen. Hier nochmal die wesentlichen Sätze aus der Streik- / Demoerklärung:

Wir fordern die Bundesregierung auf, die durch die Listen offensichtlich bekannten illegalen Websites zu schließen und ihre Urheber bzw. Betreiber strafrechtlich zu verfolgen. Wir lehnen Internetsperren ab, die ob ihrer Intransparenz und technischen Zweifelhaftigkeit eine Gefahr für die Demokratie in Deutschland sein könnten. Wir fühlen uns durch die von Fachleuten wiederholt in Frage gestellten Zahlen und Fakten, die das Familienministerium kommuniziert, als wählende Bürger belogen.

Also ab und ebenfalls euer Kreuzchen machen :)

Mehr als 1.000 Gewalttaten und 2 Tote durch Rechtsextreme

Geschrieben von Patrick Jedamzik am 22. April 2009

Der Bericht des Bundeskriminalamtes für politisch motivierte Straftaten sieht fast 20.500 rechtsextreme Straftaten vor, darunter mehr als 1.000 Gewaltdelikte und zwei Tote. In den Jahren 2007 und 2008 hatte es zudem 667 Waffenfunde in der Szene gegeben. Damit ist nach den endgültigen Zahlen leider abermals ein Anstieg festzustellen:

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(Quellen: NPD-Blog.info I und II)

FATE als universelles Rollenspielsystem – oder: System matters

Geschrieben von Patrick Jedamzik am 21. April 2009

Gestern haben wir zum dritten und vorerst letzten Mal FATE gespielt. So ist das eben, wenn man eine Minikampagne abgeschlossen hat und das Flugzeug in letzter Sekunde von der deutschen Ausgrabungsstätte gestartet hat, bevor der Panzer dann doch tötlich tritt. In nächster Zeit wird wohl mehr D&D in der 4ten Edition gespielt – oder FATE in den Vergessenen Reichen? Weiterlesen »

Einige Worte zur Internetzensur

Geschrieben von Patrick Jedamzik am 18. April 2009

In der Blogospähre ist viel, viel über die Sperre von Internetseiten geschrieben worden, mit der  Internetanbieter aufgrund einer Liste des BKA und freiwilliger Vereinbarung den Zugriff auf Seiten mit kinderpornographischen Inhalten blockieren. Welche Anbieter sich beteiligen kann man hier nachlesen. Nun, grundsätzlich mag man auf den ersten Blick sagen, dass nicht viel dagegen spricht solche Seiten zu sperren.

Tut es aber doch und zwar aus zwei Gründen. Eigentlich drei, wenn man die Tatsache hinzu zieht, dass es unmöglich ist eine solche Sperre technisch aufrecht zu halten und man sie recht einfach umgehen könnte. Ein Artikel in der c’t zeigt dies eindeutig1. Und mal ehrlich: Ein Zufallsfund sind Seiten mit Kinderpornos nicht im Netz. Wer da drauf will, würde sich auch nicht von einem größeren Aufwand abhalten lassen.

Größeren Aufwand will die Bundesregierung dagegen nicht betreiben und das kritisiert beispielsweise auch Christian Bahls, der als Missbrauchsopfer in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung aktiv gegen die Politik zu werben:

Weil er [der Plan von von der Leyen] Kinderpornografie nicht bekämpft. Da ist irgendwo im Internet ein Missbrauch dokumentiert und die Bundesregierung schaut weg. Und sagt uns Bürgern, wir sollen auch wegschauen. Was noch viel krasser ist: Es werden zwischen den Staaten nur die Sperrlisten für die Filter ausgetauscht. Doch niemand bekämpft in seinem eigenen Land die Server, auf denen die Inhalte lagern. Wenn die zu den 1.500 Adressen gehörenden Server in den USA, Holland, Kanada und Deutschland dicht gemacht würden, die derzeit existieren, wären 90 Prozent der weltweit mit einem Browser erreichbaren Kinderpornografie nicht mehr verfügbar.

Und dass ein aktives Vorgehen gegen solche Seiten unproblematisch ist, kann man ebenfalls im c’t Artikel nachlesen. Dort wird von der Kinderschutzorganisation Carechild berichtet, die 20 Emails an die Provider2 der im Internet aufgetauchten dänischen Sperrliste geschickt haben. Innerhalb von 24 Stunden waren 16 Adressen nicht mehr abrufbar. Bei dreien hatte sich der Provider wohl glaubhaft über Inhalt und Alter der Personen erkundigt und Nachweise eingeholt.

Wenn man also wirklich etwas gegen Kinderpornographie im Netz tun wollte, würde die Bundesregierung gegen Server in Deutschland vorgehen oder eben mit anderen Staaten zusammenarbeiten. Die Analyse skandinavischer Sperrlisten hatte ergeben, dass sich 96 Prozent der Server in westlichen Staaten befinden.

Tja, das Fazit hierfür? Das Vorgehen der Regierung hilft keinem einzelnen Kind. Es lenkt ab und lässt einen Beruhigen, aber ist eben nicht mehr als Wegschauen. Wenn man das Verbrechen nicht mehr sehen kann existiert es noch immer. Also liebe Frau von der Leyen: Finger weg vom Internet und lieber wirklich die Kinderschänder jagen.

Denn das ist das Problem bei der ganzen Sperre: Es ist der Einstieg in Internetzensur. Wie gesagt: Kinderpornos wird niemand vermissen, aber wer weiss, was noch alles auf dieser Liste landet – ob nun absichtlich oder als Fehler – und damit für den Internetnutzer gesperrt wird. Währt den Anfängen muss man hier wohl auch sagen.

  1. vielen Dank an meinen Vater für den Hinweis []
  2. Speicherplatzanbieter []

Töchter führen zum Linksruck in der Familie

Geschrieben von Patrick Jedamzik am 12. April 2009

Es gibt wahrscheinlich einige Themen, bei denen das Interesse bei Sozialwissenschaftlern etwas ausgeprägter ist, als bei dem übrigen Teil der Bevölkerung. Der Zeitungsartikel, dass Töchter die Eltern politisch eher nach Links, Jungen eher nach Rechts1 abrücken lassen, gab im Freundeskreis jedenfalls eher die “Wo ist der Bus?” Antwort. Tja, und somit muss sich die große Blogosphäre mit dieser Information herumschlagen2 :)

Nun so haben Forscher jedenfalls nach Studien in Deutschland und Großbritannien herausgefunden, dass die Geburt einer Tochter die Möglichkeit von links stehenden Eltern um zwei Prozent erhöht, während dies bei Söhnen umgekehrt ist. Amerikanische Soziologen hatten im Vorfeld bereits rausgefunden, dass Abgeordnete sich nach der Geburt einer Tochter in moralisch aufgeladenen Diskussionen eher einer “feministischeren” Position annähernden – beispielsweise bei der Frage der Abtreibung.

Die Hintergründe vermuten die Forscher ebenso wie bei unterschiedlichem Wahlverhalten – 2005 stimmten beispielsweise 44,3 Prozent der Frauen für rot-grün, aber nur 40,2 Prozent der Männer – in unterschiedlichen Lebenssituationen:

“Männer, die im Regelfall besser verdienen, interessieren sich mehr für niedrige Steuersätze, die meist konservative Parteien fordern. Frauen hingegen richten ihre Wahlentscheidung stärker an Themen wie dem Sozialstaat oder der Familienpolitik aus – hier engagieren sich eher Parteien der Linken”

Im Bezug auf die Kinder wird also davon ausgegangen, dass Väter sich bei der Geburt der Tochter in die weibliche Position eindenken und dann die Höhe der Steuern vielleicht eine geringere Rolle spielt, während eine Mutter durch die Geburt eines Sohnes in die andere Richtung bewegt werden könnte.

Parteipolitisch ist dies aber wohl kaum nutzbar, werden doch gleichviele Jungen wie Mädchen geboren, allenfalls – so spekuliert der Artikel zum Ende – durch Fotos mit dem eher den anderen Lager zugehörigen Kindern könnte ein anderer Eindruck erzeugt werden.

Interessante Nebeninformation: Eine gefestigte politische Sichtweise im Elternhaus erhöhe die Wahrscheinlichkeit, dass die Kinder diese annehmen um 20 Prozent. Was mich nur noch interessiert: Wie hoch ist die Grundwahrscheinlichkeit oder wie ist es im anderen Fall? Immerhin haben die zwei Söhne im Hause Jedamzik doch eine ziemlich eindeutige politische Präferenz :)

  1. im Sinne von Konservativ []
  2. bei anderer Reaktion wahrscheinlich auch []

NPD und die Presse

Geschrieben von Patrick Jedamzik am 10. April 2009

Tja, immer wieder meint die NPD sie wäre eine Partei, wie alle anderen auch. Dass sie es nicht ist, zeigt sie beispielsweise auch am Umgang mit der Presse:

Wahlkampfeinblicke

Geschrieben von Patrick Jedamzik am 10. April 2009

Bei Grünes Gelsenkirchen habe ich nun mit einer kleinen Reihe begonnen, die einen Einblick hinter die Kulissen eines Wahlkampf bieten soll – nichts streng geheimes natürlich, aber vielleicht für den ein oder anderen Interessant. Und wo ich schon bei Grünkram bin noch der Hinweis auf einen Artikel zur Stromversorgung in Gelsenkirchen. Ansonsten habe ich mir heute Necessary Evil für Savage World gekauft, aber darüber irgendwann mehr. Jetzt noch eine Folge Dr. House und dann wird geschlafen :)

FATE Rollenspiel

Geschrieben von Patrick Jedamzik am 08. April 2009

spirit_of_the_century_coverMontag hatte ich die Gelegenheit zum nunmehr zweiten mal das FATE Rollenspielsystem zu spielen. Es handelt sich um ein universelles System, welches Prinzipiell für verschiedene Settings zu nutzen ist und auch kostenlos im Netz verfügbar ist. In unserer Rollenspielgruppe spielen wir es als PULP Setting in den 30er Jahren. Hintergrund bildet das Setting „Spirit of the Century“ (hier auch kostenlos), bei dem die Spieler Mitglieder des „Century Clubs“ sind, einer Geheimgesellschaft, die sich aus Menschen zusammensetzt, die am 1.1.01 geboren sind und versuchen, die Welt vom Übel zu befreien. Normalerweise spielt dies in den 20ern, aber irgendwie sind die 30er spannender zu spielen – für die 20er haben wir ja schon Cthulhu :)

Das interessante ist aber jetzt nicht in erster Linie die Spielwelt oder der Hintergrund, sondern viel mehr das System, welches sich in seiner Ausrichtung von anderen Systemen unterscheidet. Hat man in anderen Rollenspielsystemen ja meist einen Charakterbogen vor sich, bei dem penibel genau aufgeführt ist, wieviele Punkte man in „Stärke“ oder „Atletik“ hat, gibt es als einzige Zahlenwerte bei FATE einige Fähigkeiten wie „Wissenschaft“, „Schusswaffen“ und ähnliches. Die Persönlichkeit wird darüber hinaus durch sogenannte Aspekte beschrieben. Man ist also „Stark wie ein Ochse“, ein „Trinker“ oder drückt mit „BOOM!“ aus, dass man absolut auf Explosionen steht.

Wichtig bei diesen Aspekten ist es, dass sie möglichst eine positive, wie auch negative Seite besitzen. Also jemand, der „Stark wie ein Ochse“ ist, wird zwar einiges heben, verbiegen oder werfen können, aber womöglich keine Ahnung von gesellschaftlichem Umgang haben, während der „Trinker“ keine Gelegenheit auslässt, zur Flasche zu greifen, sich dafür aber auch besser mit Alkoholika auskennt.

Die Generierung und Festlegung erfolgt dabei bei einer interessanten Charaktererstellung. Anstatt einfach Werte zu verteilen oder auszuwürfeln, wird die Hintergrundgeschichte des Charakters in einer gemeinsamen Sitzung und 5 Phasen durchgesprochen. In den ersten beiden Phasen erklärt man dabei die Jugendjahre seines Charakters und dann seine Handlungen während des Großen Krieges. Dazu gehören dann jeweils zwei Aspekte. Weitere insgesamt sechs Aspekte bekommt man dann in den ersten Abenteuern mit zwei anderen Spielercharakteren, die vor dem eigentlichen Spielgeschehen starteten Diese bekommen dann einen schönen stimmigen Namen („Jonathan Baker und der schwarze Samurai“) und natürlich eine kleine Handlung zugewiesen. Somit steht man am Ende mit 10 Aspekten da, die alle etwas verschieden mit positiven und negativen Eigenschaften aufwarten können.

Was einem diese positiven Aspekte und vor allem die negativen bringen, macht das Spiel interessanter: Zu Beginn eines Spielabends verfügt man über 10 FATE Punkte, mit denen man entweder seine eigenen Aspekte nutzen kann, um bei einer dazu passenden Probe entweder +2 zu erhalten oder nochmal würfeln zu können. Teilweise interessanter ist es aber, wenn man damit Kleinigkeiten an der Spielwelt verändern kann: Also taucht plötzlich ein Club hinter der nächsten Ecke auf oder man hat den Plan des Flughafens schon in einem Buch gelesen und kann diesen aufzeichnen. Neue Punkte erhält man dazu, wenn man die negativen Seiten seiner Aspekte nutzt oder eher über sich ergehen lässt: Im brennenden Haus ist noch eine Bar? Tja, kann sich der Trinker da zurückhalten? Eine Menschenmenge vor dem Wagen kann für einen Ungeduligen zu einem Problem werden. In solchen Situationen gibt man den Aspekten entweder nach und erhält einen Punkt oder man zahlt einen, um den Aspekt ignorieren zu können.

Okay, der Rest des Systems ist dem klassischen Rollenspiel nicht unähnlich: Wie schon gesagt, gibt es bei FATE auch einige Talente und wenn man das Auto reparieren will, muss man eben einen Wurf auf Mechanik ablegen. Dazu werden 4 sechsseitige Würfel (W6) gewürfelt und geprüft, ob und wie gut die Probe bestanden wurde. Die W6 werden bei FATE aber etwas anders genutzt, so gibt es nur die drei Symbole +, 0 und -, die bei uns in der runde durch 1+2,3+4 bzw. 5+6 repräsentiert werden und das Spiel damit auch mit normalen W6 spielbar machen. Und die Logik ist auch schnell klar: Ein + bedeutet +1, ein – eben -1 und naja, die 0 eben nix :) Das Ergebnis der Probe lässt sich dann anhand des Wurfes ablesen und wird noch um den entsprechenden Eigenschaftswert erhöht, also ein Wurf von +,+,-,0 auf Wissenschaft worin man einen Wert von +4 hat, bringt +1 durch den Wurf, also insgesamt +5. Wie gut das Ergebnis genau ist, kann man anhand einer Tabelle ablesen, wobei alles über 0 bestanden ist Und notfalls setzt man eben einen passenden Aspekt ein (hier beispielsweise Bücherwurm) um nochmal 2 Punkte zu erhalten.

Dies macht auch vergleichende Proben sehr einfach und schnell, hier kommt dann auch gleich noch ein kleiner Bonus hinzu, wenn man um mehr als 3 besser ist. Im Kampf kann man dann beispielsweise noch kleinere Aktionen mit der Umwelt durchführen (Tür verkeilen o.ä.) und die nächste Aktion bekommt einen Bonus von 1 (wenn es sich um einen Verbündeten handelt) bzw. -1 (bei einem Gegner), sofern man gut erklären kann, wie die eigene Aktion den Freund unterstützt (den Feind hindert).

Das Erklären spielt bei FATE also eine größere Rolle. Sei es schon bei der Charaktererstellung, bei der man die Aspekte herleitet, wenn man später begründet, wieso dieser Aspekt nun hilfreich ist (oder man es verdient hat einen Punkt zu bekommen) oder auch bei einzelnen Talenten. Wenn man seinen Wissenschaftwurf geleistet hat, erklärt nicht der Spielleiter, was es nun damit auf sich hat, sondern der Spieler erzählt es und wenn es halbwegs plausibel klingt, stimmt es eben.

Nun, es gibt natürlich noch mehr zu erzählen, wie die STUNS Besonderheiten jedes Charakters, wie das persönliche Auto, das universelle „MyGyver“ Gadget und mehr. Für interessierte Rollenspieler, die mal was neues ausprobieren wollen, ist das System sicher einen Blick wert…

Restart

Geschrieben von Patrick Jedamzik am 08. April 2009

Lange war es ruhig im Blog – zu ruhig. Es war ein Mix aus zuwenig Zeit oder auch mal zuwenig Lust, sich hier wieder verstärkt einzubringen. Aber damit soll es jetzt gewesen sein: Es wird Zeit für einen Neustart und nun wird es wieder mehr bei PatJe.de geben. Und es bleibt auch bei einer gesunden Mischung aus Politik, Spiel und Spaß :)

Pallywood

Geschrieben von Patrick Jedamzik am 19. März 2009

Über einen Artikel zur Medienberichterstattung zu Israel und eine Videoreihe bei Youtube zu einem angeblich von Israel getöteten Jungen, bin ich auf folgendes englisches Video gestoßen, welches interessant darstellt, wie Palästinenser bewusst Bilder schaffen, um sie im Medienkrieg zu benutzen.

Klar, nicht jede Nachricht ist demnach falsch, aber es wird eben damit gearbeitet. Guckt euch doch bei Interesse mal diese Sendung (5 Teile bei YouTube, ca. 45 Minuten) in deutsch von der ARD an, die das an einem Fall etwas aufarbeitet.


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