#RPGaDay2015 Tag 1-3: Vorfreude, Kickstarter und Lieblings-Neuentdeckung

Am Wochenende war ich bei Twitter und beispielsweise bei Edieh auf #RPGaDay2015 gestoßen. Worum es geht? Jeden Tag im August gibt es eine kleine Frage zum faszinierenden Hobby Rollenspiel beantworten. Jetzt bin ich schon etwas spät dran, darum wird schnell aufgeholt:

1. August – Auf welches kommende RPG freust du dich am meisten?

Ehrlich gesagt DSA 5. Vielleicht auch weil es diese Woche kommt und Aventurien ist nun mal meine Liebste Spielwelt. Die Beta sah schon ganz gut aus und wenn die Kämpfe jetzt wirklich flüssiger sind: Umso besser. Leider stockt das Spielen momentan etwas, aber vielleicht bekommen wir das im August nochmal hin.

Ansonsten noch die ein oder anderen per Crowdfunding unterstützten Dinge: Numenera, Blades in the Dark oder Curse of the Yellow Sign.

2. August – Welches über Crowdfunding geförderte Spiel hast du am liebsten unterstützt?

Ich hab erstmal geguckt, was ich überhaupt unterstützt habe und festgestellt, dass ich mir das ein oder andere nochmal genauer angucken müsste. Von daher ist es noch etwas schwer zu sagen, was ich am besten fand. Ich glaube am spannendsten fände ich es wirklich „The demolished ones“ für FATE auszuprobieren. Zumindest die Charaktererstellung mitten im Spiel – man wacht nach Amnesie auf.

Orient Express war von dem Ablauf eher durchwachsen, aber auch da bin ich gespannt drauf. Auch Grim World fand ich interessant, aber auch da steht die Frage im Raum, ob meine Vorstellung einer Sandbox-Fantasy-Welt jemals zustande kommt ;)

3. August – Liebstes neue Spiel der letzten 12 Monate

Numenera. Wir haben es Anfang des Jahres in mehreren Runden getestet und mir gefallen die Spielmechanismen sehr gut. Das Ressourcenmanagement mit den eigenen Fähigkeiten finde ich interessant. Die Welt selber müsste ich noch weiter erkunden, klang sehr spannend. Mehr dazu sicherlich, wenn die schöne Box vom Crowdfunding bei mir ankommt ;)

Wer sonst noch mitmacht

Hier eine unvollständige Liste der weiteren Teilnehmer am #RPGaDay2015 in Deutschland:

 

Nachricht aus dem Weltraum

Man stelle sich vor das Handy brummt und eine neue SMS kommt an. Nur, dass man den Empfänger nicht kennt und dieser auch nicht weiß, wen er erreicht hat. Im Spiel „Lifeline“ stammt die Nachricht von Taylor einer Raumpilotin, die mit ihrem Raumschiff auf einem anderen Planeten abgestürzt ist. Empfangen wird sie natürlich über eine entsprechende Spieloberfläche und Antworten kann man nicht frei, sondern muss sich aus zwei Auswahlmöglichkeiten entscheiden. Das ganze erinnert dabei an die klassischen Spielebücher / Soloabenteuer, wo es heißt: „Wenn du nach Links willst, gehe zu Nummer 234, wenn du weiter geradeaus willst Nummer 47″.

Lifeline ScreenshotEine kleine Besonderheit ist, dass das ganze – mehr oder weniger – in Echtzeit stattfindet. Wenn Taylor eine Unterkunft gefunden hat und dort schläft ist auch eine weile Funkstille – ebenso, wenn sie sich auf Erkundung begibt und eine weile unterwegs ist. Andersherum gilt das aber natürlich nicht. Taylor wartet geduldig auf die nächste Antwort, und stirbt nicht, weil die Frage, ob man vielleicht was essen sollte mitten in der irdisch realen Nacht aufploppte. ;)

Lifeline ist damit ein kleines netten Spiel, bei dem man zusammen mit Taylor diese Welt erkundet, sich in ihrer Abwesenheit fragt, ob die Entscheidung die richtige war und ob nicht gleich als nächstes eine letzte Meldung auftaucht. Sollte dem so sein, kann man das Spiel entweder von vorne starten oder auch zu Entscheidungspunkten zurück scrollen und ab dort wieder einsteigen. Nach dem ersten Neustart ist es auch möglich diese Realzeitverbindung ein- und auszuschalten. Man muss also nicht Stunden warten, wenn man schon weiß, was als nächstes kommt.

Das Spiel gibt es für die üblichen Mobilgeräte, also Apple, Android und Amazon Store. Den für euch passenden Link findet ihr wahrscheinlich auf diese Seite am schnellsten: http://www.bigfishgames.com/games/9968/lifeline/.

Gratis Comic Tag 2015

Gestern war wieder Gratis Comic Tag. Einmal im Jahr gibt es in Comic Läden kostenlos Leseproben oder gar komplette Bände von Comics, um für diese zu werben. Vor dem Tag der Städtebauförderung (Bericht in Kürze im politischen Blog) ging es darum noch schnell ein paar Comics abstauben :) Ehrlich gesagt erfolgte die Auswahl spontan, ohne große Vorbereitung und nur aufgrund von Cover und Titel. Aber ich glaube die Wahl war schon ganz gut… Weiter lesen „Gratis Comic Tag 2015″

Nachtrag zu Medien beim Flugzeugabsturz

Ich hatte vor einiger Zeit etwas über den Umgang der Medien mit dem Absturz der Germanwings Maschine geschrieben. Jetzt nur als kurzer Nachtrag ein Artikel im Bildblog, wo deutlich wird, wie die BILD mit den Opfern der Tragödie umging: Fotos werden veröffentlicht ohne nachzufragen. Diese können sich ja beschwerden und man würde das dann online entfernen  – wie man das aus den Druckerzeugnissen entfernt, ist aber offen. Und verstößt auch gegen den Pressekodex, aber hey, es ist die BILD.

Der beste Livestream zum Rücktritt von Klopp

Gestern hatte Jürgen Klopp angekündigt zum Ende der Saison in Dortmund aufzuhören. Für mich nicht das riesige Thema, Fußball ist nicht mein Ding. Trotzdem habe ich gestern mit großer Begeisterung einen Livestream gelesen. Das besondere findet man in diesem einen Beitrag zu Beginn der Pressekonferenz:

klopppkgerman

Kurz für alle, die kein englisch können: Der arme Journalist sitzt in der Pressekonferenz beim BVB, in der es um den Rücktritt von Klopp geht und kann kein Wort deutsch. Und dann geht es ziemlich genial weiter und man spürt förmlich wie nutzlos er sich vorkommt über etwas live zu berichten, von dem er kein Wort versteht. Hier der komplette Livestream zum nachlesen – von unten nach oben.

Der besondere Clou: Eigentlich steht doch alles wichtige drin, was man vielleicht wissen muss: Kein anderer Club bisher da, er will aber weiter was machen und ist auch nicht müde. Muss man wirklich mehr wissen? Okay, eins dann doch: Der Pressevertreter, der ganz am Ende noch nach Eintrittskarten für seinen Sohn fragte – schon sehr skurril. Die Chefredaktion hat sich entsprechend von dem Vertreter distanziert.

Für mich dennoch interessant, welcher Wirbel um einen Fußballtrainer gemacht wurde. Aber dazu später mehr…

 

Yom Ha’Shoa – Holocaust-Gedenktag

Heute war / ist Holocaust Gedenktag in Israel. Darüber gestolpert bin ich über folgendes Video bei facebook:

Ich hatte es glaube ich schon mal gesehen, aber gerade kam der Gedanke auf, wie tief dieses Ereignis sich in die israelische Kultur eingedrungen ist, wenn der Verkehr und das städtische Leben so zum Stillstand kommt. Immerhin sind wir in diesem Jahr 70 Jahre nach dem Erlebnis – ganze 2-3 Generationen.

In Deutschland wird viel zu oft geplaudert, ob man die Geschichte nicht hinter sich lassen könne – es sei doch alles so lange her und man habe nichts mehr damit zu tun. Ob man hier nun Sirenen heulen lassen muss, sei mal dahin gestellt, aber der Gedenktag am 27. Januar geht in Deutschland doch etwas unter, oder?

Dabei geht es nicht um Schuld – die haben die meisten nicht mehr – aber um Verantwortung und die einfache Erinnerung, zu was Rassismus und Hass führen kann. Ein wie auch immer gearteter Gedenktag könnte nie die Verbundenheit haben, wie bei einem Volk, dass 6 Millionen Menschen verloren hatte  und vielleicht ist die Zeit dafür abgelaufen. In Israel ist dieser Gedenktag mit Startschwierigkeiten seit 1961 etabliert und gesetzlich verankert. Der deutsche Gedenktag existiert gesetzlich erst seit 1996.

Foto: Valley2city (CC BY-SA 3.0)

 

Der Ozean am Ende der Straße

Wiedermal ein Buch geschafft – mein Urlaubsbuch sozusagen: „Der Ozean am Ende der Straße“ musste erkundet werden. Viele Freunde im Bekanntenkreis hatten davon geschwärmt, also hatte ich mir zum Geburtstag die digitale Fassung gekauft und dann eine Woche später auch „real“ geschenkt bekommen. Dank Rückgaberecht der digitalen Fassung kein Problem und so habe ich an drei Tagen dieses Buch von Neil Gaiman gelesen und bin ebenso angetan. Weiter lesen „Der Ozean am Ende der Straße“

Mit Pacman durch Gelsenkirchen

Bei Google Maps gibt es wieder ein kleines Spielchen. Mit einem Mausklick wird aus der Straßenkarte nämlich ein Spielbrett für die bekannte punktefressende Spielfigur – natürlich inklusive Monster. Dazu ganz einfach bei Google Maps den gewünschten Stadtausschnitt wählen und unten links auf das Icon klicken. Eine festgelegte Spielfläche in der Mitte der aktuellen Ansicht wird dann zur Spielfläche. Viel Spaß :)

pacmaningooglemaps2

Was mir der Absturz der Germanwings Maschine über mich, Betroffenheit und vor allem die Medien zeigte…

Die Woche ist vorbei und war von einem bestimmt: Dem Absturz der Germanwings Maschine aus Barcelona am Dienstag. Als ich im Radio davon hörte, war ich natürlich wie viele andere auch betroffen und ja auch interessiert daran, wie das geschehen konnte. Man hat sich auch darüber unterhalten, es war eben ein Tagesthema. Dennoch ging die Arbeit ihren gang, ich konnte sogar problemlos noch ins Kino. Nicht, dass mir die Menschen nicht leid tun würden, die darunter zu leiden haben, aber ich glaube persönliche Betroffenheit und Aufgeregtheit ist immer relativ von eigenen Erfahrungen, Interessen und Verbindungen. Aber darüber könnte man auch viel schreiben.

Dennoch kam  – nach dem ich dann am nächsten Morgen mitbekommen habe, wieviel darüber berichtet wurde und dass es sogar Livestreams gab – die Frage auf, ob meine nichtsogravierende Neugier ein Zeichen von Gleichgültigkeit sei und mir Gedanken machen sollte. Aber das Interesse blieb und als es am Mittag dann per Twitter die Ankündigung gab, dass es eine Sondersendung bei ARD gäbe, habe ich eingeschaltet. Und das hat mich dann doch total verwirrt, die Frage eher verstärkt und gleichzeitig die Frage aufgeworfen, ob es nicht vielleicht auch etwas viel Medienwirbel ist. Was man zu sehen bekam war nämlich der Besuch der Kanzlerin und Ministerpräsidentin in Frankreich, wo sie minutenlang den Rettungskräften die Hand schüttelte.

Nur um das nochmal deutlich zu machen: Der Besuch ist und war richtig, es war richtig, dass Sylvia Löhrmann Anteil an dem Leid der Schülerinnen und Schüler in Haltern genommen hat und dorthin gefahren hat und den Rettungskräften kann nicht genug gedankt werden. Was sie sehen und erleben müssen, was sie leisten verdient unser allen Respekt.

Aber ich fragte mich eben doch, ob nicht Sensationshascherei hier wichtiger war als ein Informationsinteresse. Half es irgendeinem Angehörigen, dass man minutenlang diesen Besuch zeigte und dabei belanglose Kommentare brachte? Ich hatte mir von der Sondersendung (im übrigen auch beim ZDF) mal eine kurze Zusammenfassung erhofft der letzten Ereignisse.

Zufällig war mir am gleichen Morgen auch ein Artikel von Peter Welchering über den Weg gelaufen. In dem beschreibt er, wie er angefragt wurde als Experte in eine Sendung zu gehen um mit zu spekulieren. Wollte er nicht, was die andere Seite offenbar ziemlich nervig fand. Das passte in das Bild von Medien, denen es um den Effekt und Hype geht – und diesen vielleicht zu schüren – anstatt um Aufklärung. Zugegeben: Ich habe am Dienstag nichts dergleichen geguckt, aber gab es in einer der Sendungen Spekulationen über den möglichen Suizid eines Piloten? Ich denke nicht. Es wurde also viel über nichts geredet.

Und Donnerstag dann die schockierende Meldung, dass der Co-Pilot wahrscheinlich einen Selbstmord mit der Ermordung von rund 150 Personen kombiniert hat. Und auch dann ging es in den Medien sehr schnell: Das Haus wird abgebildet, der komplette Name veröffentlicht und im Wahn der schnellste und exklusivste zu sein, wird dann auch mal die falsche Person abgebildet. Ich will jetzt nicht an der Diskussion teilhaben, ob es richtig ist den Nachnamen schon auszuschreiben oder Bilder des Toten zu veröffentlichen. Der Spiegel hat dazu gestern folgendes gesagt:

Ich glaube das kann man so teilen. Der Co-Pilot ist mit den zusätzlichen Informationen von gestern, die immer mehr Hinweise auf einen Selbstmord-Mord geben, sicherlich eine Person der Zeitgeschichte geworden. Aber das gibt Medien noch lange nicht das Recht ihn und seine Familie als Freiwild anzusehen. Aber gut, das war bei den Opfern ja auch nicht anders, wie die Berichte von Journalisten, die Schülerinnen und Schüler und generell trauernde Fotografieren und zu Statements drängen.

Beim Täter kommt aber noch was anderes dazu: Hass. Er wird auch von einigen Medien m.E. offen geschürt und aufgebaut.

So zum Beispiel der Berliner Kurier heute. Das ist eben, was ich vor wenigen Tagen bei facebook als Schwarz-Weiß denken kritisierte. Dort wurde in einer schon am Donnerstag gegründeten Gruppe vom „Monster“ gesprochen, was „in der Hölle brennen“ solle. Das beantwortete zu dem Zeitpunkt natürlich nicht das „Warum?“. Inzwischen kann man es vielleicht erklären, denn es gibt ja Hinweise auf eine psychische Erkrankung. Nochmals: Die rechtfertigt nichts und beim Selbstmord noch 150 Leute mit in den Tod zu reißen ist unvorstellbar, aber es ist eben auch eine – ganz offiziell bescheinigt – kranke Person gewesen. Das muss in einen Umgang damit einfließen.

Und noch eins ist wichtig: Keiner der Verwandten, Freunde oder Nachbarn des Piloten haben mit dem Mord etwas zu tun. Trotzdem haben auch sie einen Menschen verloren und verdienen den Respekt auch in Ruhe trauern zu können.

Mir hat diese Woche zwei Dinge nochmal deutlich gemacht: Betroffenheit und deren Stärke ist rein subjektiv. Ich denke viele Menschen sind – ohne Hysterie – mehr betroffen von der Katastrophe als ich. Vielleicht fliegen sie mehr, kennen Leute, die im Flugwesen arbeiten, haben eine engere Verbindung zu Betroffenen oder ähnliches. Das ist normal und ich glaube Anteilnahme und Betroffenheit müssen nicht gemessen werden. Bei einigen Medien ist diese Woche aber aufgefallen, dass Anteilnahme und Betroffenheit von vielen genutzt wird, um Schlagzeilen zu machen, Einschaltquoten zu erhöhen und einfach auf dieser Welle mit zu schwimmen – im übrigen Trauer und Sorgen von Angehörigen missachtend. Was bringen diese Spekulationen hoch drei am Unfalltag oder das Vergnügen weinend und trauernd in Medien weiterverarbeitet zu werden – vielleicht in einer schönen Fotostrecke?

Das Thema ist vielleicht nicht neu, aber diese Woche ist es mir besonders aufgefallen und offensichtlich auch vielen, vielen anderen:

Das letzte ist bekanntlich Satire, aber da steckt ja auch immer ein Körnchen wahrheit drin. Ich könnte die Liste beliebig fortsetzen – durchaus auch mit anderen Ansichten – aber mir rennt die Zeit weg. Vielleicht gibt es morgen noch einen Nachtrag :)