Ganz am Rande ist noch Heroes of the World, das hat es leider nicht ganz drauf geschafft. Ansonsten sieht man Schatten über Camelot, mein Highlight der Messe. Auch wenn das Spiel schon etwas älter ist, finde ich den kooperativen Modus wirklich genial und freue mich schon darauf, wenn wir es das zweite mal mit mehr Regelkenntnis spielen
Die Verbotene Insel ist ebenfalls kooperativ, ähnelt Pandemie sehr stark, macht aber dennoch viel Spaß und geht meiner Einschätzung nach etwas leichter von der Hand.
Ansonsten kenne ich von den Spielen dann nur noch Der Eiserne Thron, welches wir schon testspielen konnten. Schöne Strategie, aber eben darum auch nicht ganz so einfach.
Target Earth zu guter letzt war ein kurzentschlossener Kauf, weil es an die alten X-Com Computerspiele erinnerte. Die Regeln wurden schon gelesen und wirken wirklich recht einfach. Auch hier hoffe ich auf einen Test.
Der Rollenspielbereich vorne ist ja so etwas schwer zu erkennen. Alleine fotografiert sieht so aus:
Man sieht einen deutlichen Überhang bei Cthulhu, auch wenn ich die Berge des Wahnsinns Kampagne wohl erst in einem Jahr selber leiten kann. Aber bis dahin ist entweder mit Innsmouth, oder eben mit Traveller, unserer laufenden DSA Kampagne oder Dungeon Slayers genug Material vorhanden, um die Zeit gut zu füllen.
Bei Dungeon Slayers hat es mich sehr gefreut am Samstag den Autor Christian Kennig kennen zu lernen, der mir zum einen mein Buch signierte, zum anderen aber auch sehr sympathisch war und mit dem wir ein längeres Gespräch geführt hatten.
Alles in allem eine gute, aber wie immer teure Messe. Mehr dazu findet ihr auch in Audioform bei unserem System Matters Special dazu und einem Crossover Podcasts. Ich habe jedenfalls überlegt, meinen Spielepodcast wieder aufleben zu lassen. Im November wird es da wieder losgehen…
Ab morgen wird es wieder zu Warnstreiks bei der Bahn kommen. Nach den letzten Informationen wird der Regionalverkehr bundesweit von 5 bis 10 Uhr bestreikt. Auch Züge von Partnerunternehmen wie die Abellio Bahn nach Bochum könnten betroffen sein. Ob dies auch für den RE3 gilt, der ja von der Eurobahn betrieben wird, kann ich noch nicht erkennen. Dennoch ist frühes Aufstehen oder alternative Anreise notwendig. (Quelle)
Bei Amazon gibt es mal wieder Schnäppchen. Hier findet man einige Blue-Ray Filme, von denen man sich 4 bestellen kann, aber nur drei bezahlt – faktisch zahlt man damit etwas weniger als 10 Euro pro Blue-Ray. Darunter auch aktuelle Filme wie Sherlock Holmes, Klassiker wie “Der Soldat James Ryan” oder “Die unheimliche Begegnung der dritten Art” oder auch die komplette Herr der Ringe Trilogie, falls man sie noch nicht besitzt. (Hier Vorsicht: Es sind nur die Kinoversionen, nicht die längeren Extended Ausgaben) Ich werd sicher die Gelegenheit nutzen meine Blue-Ray Sammlung etwas aufzuwerten – was ist mit dir?
Wer wissen will, welche Partei von wem wie viel Geld bekommt, kann dies nun bei einer interaktiven Grafik genauer betrachten. Die Parteispenden über 50.000 Euro wurden von Gregor Aisch erfasst und in eine Flashgrafik überführt, bei der man genau sieht, wer wie viel Geld erhalten hat und von wem das Geld stammt.
Gestern abend lief die erste Folge von “Tatort Internet” einer neuen Serie von RTL 2, die den Missbrauch von Kindern durch die Anbahnung sexueller Kontakte über das Internet und Chats thematisieren soll. Drauf gestoßen bin ich zugegebenermaßen durch die BILD Zeitung, die heute die Titelseite damit aufmachte, dass die Ministergattin Stephanie zu Guttenberg nun Jagd auf Kinderschänder mache.
Zunächst dazu: Stephanie zu Guttenberg taucht in der ganzen Sendung kaum auf und schiebt nur zwischendurch Werbeblöcke für Ihre Organisation “Innocence in Danger” ein oder ist wenn man es positiv ausdrücken will, die “Expertin” zwischen den einzelnen Fällen. Ihre einzige Aufgabe war damit für die nötige Publicity für diese Sendung zu sorgen. Selber “jagen” tut sie genauso wenig, wie der Moderator Udo Nagel, ein ehemaliger Polizeipräsident und Innensenator, der nur ab und an in den einzelnen Fällen mal zu sehen ist. Hauptakteurin ist Beate Krafft-Schöning, die als Journalistin die überführten Männer zur Rede steht.
Für alle die es nicht gesehen haben: Das Sendekonzept besteht daraus, dass sie im Vorfeld Chats durchführt, bei der sie sich als 13 jähriges Mädchen ausgibt und Männer, die darauf anspringen und sexuelle Wünsche äußern oder ähnliches eben zu einem Treffen überredet. Dann kommt es dort gegebenenfalls noch zu einem kleinen Gespräch mit einer 18-jährigen Schauspielerin, die das junge Mädchen gibt und dann kommt die Journalistin stellt den vermeintlichen Täter. Dieser wird dann zu dem Warum ausgefragt. Stefan Niggemeier bewertet gerade dieses Gespräch wie folgt:
Diese Szenen, in denen Krafft-Schöning triumphiert vor den Männern sitzt, die möglicherweise gerade noch kurz davor waren, sich an einem 13-jährigen Mädchen zu vergehen, und nun wimmern und stammeln, diese Szenen machen einen großen und den entscheidenden Teil von “Tatort Internet” aus. Sie dienen nicht der Aufklärung, sie bieten keinerlei Einblick in das, was in so einem Menschen vorgeht. Sie müssen als eine Art Ersatzstrafe fungieren, wenn schon die juristischen Folgen in den meisten Fällen zu vernachlässigen sind: Wenigstens diese bohrenden Fragen, so unbeantwortbar sie auch sein sind (als könnte ein pädophiler oder pädosexueller Mensch seinen Trieb erklären), soll der Angeklagte über sich ergehen lassen. Das hat gleichzeitig etwas verzweifelt Hilfloses — und merkwürdig Sadistisches, weil Frau Kraft-Schöning, die resolute Journalistin, die das Thema seit Jahren beackert und dabei eine nachlesbare Radikalität entwickelt hat, es so offensichtlich auskostet.
Und ich glaube, das kann man auch wirklich als Hauptkritikpunkt an dem Format sehen. Es geht nur um ein Bloßstellen vermeintlicher Täter, die man – aus nachvollziehbaren Gründen – nur stark verpixelt sieht. Nicht, dass mir potentielle Kinderschänder leid tun, aber diese Sendung bietet nichts anderes, als genau das.
Keine Ratschläge dazu, wie man seinem Kind Medienkompetenz vermittelt, wie man das Netz filtert am heimischen Rechner und wie man selber Kinder kontrolliert ohne diesem seine nötige Privatsphäre zu nehmen. Das einzige, was man bei RTL 2 sieht, ist wieder der Versuch möglichst sensationslüstern, hektisch und panikverbreitend dieses Thema zu instrumentalisieren. Noch deutlicher wird dies nach den drei Fallbeispielen, als ein Mädchen ihr eigenes reales Schicksal darstellen soll. Farlion, der auch die anderen Fälle gut analysiert und dargestellt hatte, fasst die Problematik sehr gut zusammen:
Ein 13jähriges Mädchen und dessen Mutter berichten darüber, wie das Mädchen sich als 12jährige dazu erpressen lassen hat, Nacktbilder zu einem angeblich 16jährigen Chatter zu schicken. Im Gegensatz zu den drei vorangegangenen Fällen kam diese Beschreibung auch realistisch rüber.
Ein Chatter brachte das Mädchen dazu, ihm ein anzügliches Bild zu schicken und erpresste es schließlich damit, das Bild mit ihrem Namen zusammen zu verbreiten, wenn sie nicht mehr schickt.
Es endete damit, dass ihre Mutter mit ihr zur Polizei ging und der Chatter sich als 35jähriger, einschlägig vorbestrafter entpuppte. Auch die Empörung der Mutter ist zu verstehen, angesichts der Tatsache, dass die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen einstellte, weil der 35jährige bereits eine weit höhere Strafe für eine härtere Straftat erwartete.
Was ich allerdings nicht verstehe ist, dass RTL2 während des gesamten letzten Beitrags das junge Mädchen ohne jegliche Anonymisierung gezeigt und interviewt hat. Bleibt zu hoffen, dass dieses Mädchen dadurch jetzt nicht genau dem ausgesetzt wird, womit sie sich hat erpressen lassen: dem Spott der Mitschüler.
“Tatort Internet” soll ab Montag in Serie gehen und auch dies zeigt, dass eine sinnvolle Berichterstattung nicht wirklich das Ziel ist, sondern wahrscheinlich das Motto benutzt wird, bei dem einzelne vermeintliche Täter aufgestöbert, gestellt und dann wahrscheinlich laufen gelassen werden. Mag sein, dass das diesen zu einem Umdenken bringt, in seltenen Fällen mag es zu strafrechtlichen Folgen kommen, aber der Nutzen für die Allgemeinheit sind doch eher gering und womöglich fühlen sich Täter eher gewarnt und agieren vorsichtiger.
Das Thema Kindermissbrauch und der Versuch von Erwachsenen über Chats mit Minderjährigen in Kontakt zu kommen sind Probleme, die Verbrechen (und auch die Chattexte, die man lesen konnte) sind abscheulich und deshalb ist es lobenswert das Thema anzugehen. Aber bitte mit einer gebotenen Seriösität, mit einem wirklichen Reportagestil und vielleicht nicht bei einem Sender, dessen Motto noch immer eher “it’s fun” ist und der ansonsten eher mit “Frauentausch”, “Tattoo Attack” oder “Das Tier in mir” eher unrühmliche Beispiele deutscher Fernsehkultur im Programm hat.
Und nicht als Serie. Eine gute Reportage zu dem Thema würde ausreichen. Natürlich auch mit dem Stellen eines vermeintlichen Täters, aber mit einer genaueren Schilderung des “vorhers” und konkreten Tipps für den Umgang mit neuen Medien bei Jugendlichen. Mit der Bloßstellung ist maximal einem Rachegelüste gegenüber solchen Menschen geholfen. Der Untertitel “Schütz endlich unsere Kinder” sollte sich in einer solchen Sendung niederschlagen mit konkreten Vorschlägen und vor allem ohne das Bloßstellen von Opfern sexuellen Missbrauchs, wie heute geschehen.
Ich schalte ab. Habe auf VHS noch 3 Std. ARD-Testbild von 1994. Hat mehr Inhalte.
Ich finde man sollte öfter mal wieder das Testbild zeigen. Wenn man nicht 24 Stunden senden muss, kommt vielleicht auch mal vernünftiges tagsüber. Aber das ist ein anderes Thema …
Es ist schon viel geschrieben über Stuttgart 21 – soviel, dass man kaum alles lesen kann. Dennoch muss ich meine Gedanken auch etwas ordnen nach den letzten Stunden. Auch im Hinblick auf die Demonstration heute abend.
Ich halte Stuttgart für eine sinnlose Geldverschwendung. Ich kenne den Bahnhof in Stuttgart nicht, aber ich bezweifle einfach, dass man ihn zwingend in den Untergrund verlegen muss, um eventuell notwendige Überarbeitungen durchzuführen. Aber gut, im Prinzip würde ich entweder nichts davon wissen oder es wäre mir egal, wenn es in Stuttgart keinen Widerstand dagegen gäbe. Hier zeigt sich ein Demokratiedefizit, aber dazu später mehr.
Aber egal, ob man nun dafür oder dagegen ist: Ein solches Verhalten der Polizei wie gestern ist nicht zu rechtfertigen. Im Internet findet man massig Videos, wo man sieht wie wahllos Pfefferspray auch gegen einzelne Personen eingesetzt wird oder wie ohne weiteren Grund der Schlagstock genutzt wird. Oder Wasserwerfer, die eingesetzt wurden gegen einzelne Personen oder um Blockaden aufzulösen – früher hatte man dort einfach weggetragen.
Zur Gewalt muss man noch sagen, dass heute Nacht doch ein eindeutiges Zeichen gesetzt hatte. Trotz eines martialischen Auftretens der Polizei mit Gasmasken um 1 Uhr Nachts blieb es bei den Fällen der Bäume doch friedlich – selbst eine Polizeifunkmeldung um 2 Uhr konnte nichts anderes aussagen. Trotz dieser unheuren Provokation nach dem Tag sofort mit dem Fällen der Bäume zu fällen, anstatt wenige Tage abzuwarten und wieder Ruhe aufkommen zu lassen und trotz der Wut und Enttäuschung blieb es bei deprimierenden Sprechchören voller Hoffnungslosigkeit und einigen Beschimpfungen in Richtung der Polizisten. Man kann darüber Streiten, ob die die richtigen Adressanten sind, aber dies sind friedliche Aktionen, die meines Erachtens in einer solchen Situation auch ausgehalten werden müssen. Wenn es gewalttätige Demonstranten wären, dann hätte die Empörung in der Nacht anders geendet.
Aber es ist noch eins, was an diesem Protest bemerkenswert ist. Es sind mindestens zwei Drittel der Bürger in Stuttgart gegen das Projekt und sie stehen einer Staatsmacht gegenüber, die das Projekt offensichtlich um jeden Preis – auch mit den Knüppel in der Hand – durchführen will. Dies führt zu einer unglaublichen Hilflosigkeit. Und dies wo das “Alle Macht vom Volke” ausgehen soll. In Stuttgart – und im Prinzip auch durch die Bundesregierung in Berlin – wird Politik gegen das Volk gemacht.
Dies gipfelte dann ja auch in Aussagen gestern, dass es sich um unangemeldete Demos handeln würde, dass Schüler auf solchen Demos ja nichts zu suchen hätten und ähnliches. Was für ein Blödsinn! Demos muss man anzeigen bei der Polizei, aber sie können auch spontan entstehen und das ist die Versammlungsfreiheit in Deutschland. Und ich müsste mich sehr wunden, wenn es ein Mindestalter für Demonstrationen gibt. Traurig ist vor allem auch das Bild der Demokratie, was jungen Menschen mitgegeben wird. Wer die falsche Meinung hat – so muss der Eindruck enden – wird weggespült oder mit Pfefferspray und Schlagstöcken bearbeitet.
Bezeichnend ist auch der Hohn, der von CDU und FDP wiedermal über den Gegner ausgeschoßen wird. Ich sehe gerade nochmal die Wiederholung der Debatte über eine Aktuelle Stunde im Bundestag zu Stuttgart 21. Jörg von Essen, Parlamentarischer Geschäftsführer der FDP macht den Vergleich von Stuttgart 21 mit den (heute irrationalen) Ängsten vor der Bahn und neuer Technik vor 175 als der erste Zug in Deutschland fahren sollte. Diese Überhöhnung passt aber zu der Arroganz der Regierung in Berlin und auch in Stuttgart.
Landesinnenminister Heribert Rech hat nur mit einem Recht: Umfragen sind kein Mittel der Demokratie. Also machts doch formell: Volksabstimmung. Wenn man es nur mit einer lautstarken Minderheit zu tun hat, dann wird man es dabei feststellen. Aber das Risiko ist offensichtlich zu groß und es passt nicht zur üblichen Arroganz. Anstatt zum Stimmzettel zu rufen, anstatt sich zu vergewissern, dass man das Volk vertritt, wird eben auf das Volk eingeschlagen. Aber es gibt durchaus berechtigte Theorien, dass die Landesregierung diese Eskalation braucht und wünscht:
Wenn erstmal die Demonstranten Molotow-Cocktails werfen und Vermummte Straßenbarrikaden basteln – dann ist die Schwarz-Weiß-Welt wieder in Ordnung. Und dann besteht die berechtigte Hoffnung, dass die braven Stuttgarter Bürger wieder zu Hause bleiben und hinnehmen, was ihnen die Obrigkeit vorgesetzt hat. Früher bauten die Herrscher Schlösser, um sich zu feiern. Heute machen sie die Schlossgärten wieder platt und bauen Bahnhöfe. Der Bürger zahlt. Unterirdisch.
Inzwischen sind in ganz Deutschland Demonstrationen angemeldet und aus dem Bahnhofsprojekt in Stuttgart ist eine bundesweite Protestbewegung geworden. Für alle aus Gelsenkirchen deshalb der Aufruf: Kommt um 19 Uhr zum Bahnhofsvorplatz und demonstriert mit!Alle anderen finden sicherlich hier eine Demo in der Umgebung.
Aufgrund der Polizeigewalt bei der Demonstration gegen Stuttgart 21 heute ist für morgen (Freitag) um 19 Uhr eine Mahnwache angemeldet worden. Die Kundgebung findet am Bahnhofsvorplatzstatt.
Anlässlich der Eskalation bei der Demonstration heute in Stuttgart wird es eine kleine Mahnwache geben.
Inhalt grob gesagt eben Protest gegen das Vorgehen aber ganz klar auch die Forderung nach einem demokratischen Vorgehen in diesem Streitfall. Wenn Bürger sich nicht mehr ernst genommen fühlen, ist das ein demokratisches Problem.
Darum diese kurze Mahnwache – soll nicht all zulange dauern, aber eben doch auch ein kleines Zeichen in Gelsenkirchen setzen.
(Und trotz meiner Parteizugehörigkeit ist dies keineswegs eine Grüne Veranstaltung )
Na gut, der Krieg ist seit 1918 beendet und die Welt hatte schon das Übel eines Zweiten. Dennoch wirkt der Erste Weltkrieg bis heute – oder eher Sonntag – nach: In dem Versailler Vertrag von 1919 wurde der deutschen Regierung damals sowohl die Kriegsschuld auferlegt und eine nicht genauer bezifferte Reparationsverpflichtung. Im Laufe der 20er Jahre wurden dann Zahlen genannt, aber Deutschland war immer weniger in der Lage diese zu finanzieren, so dass es zum Dawes-Plan und dem Young-Plan kam.
Dawes und Young wussten, dass nur eine funktionierende Ökonomie in der Lage sein würde, Wiedergutmachungsleistungen in nennenswertem Umfang zu leisten. Daher sahen beide Pläne vor, dass die deutsche Regierung einerseits jährlich eine bis 2,5 Milliarden Reichsmark aus dem Steueraufkommen an die Siegermächte des Weltkrieges überweisen sollte. Hinzukommen sollten aber internationale Anleihen zugunsten der deutschen Wirtschaft, um deren Wachstum zu finanzieren und so letztlich zu einer sicheren, regelmäßigen Zahlung beizutragen. Die sogenannte Dawes-Anleihe betrug knapp vier Milliarden Reichsmark (800 Millionen Goldmark) zu einem Zinssatz von sieben Prozent, die Young-Anleihe umfasste etwas weniger als 1,5 Milliarden Reichsmark (300 Millionen Goldmark) zu günstigeren 5,5 Prozent. Vor allem institutionelle Investoren, aber auch Privatanleger sicherten sich diese Wertpapiere. (Artikel in der Welt)
Beim Londoner Schuldenabkommen 1953 wurden die Auslandsschulden größtenteils erlassen, aber Zinsforderungen wurden aus den Verhandlungen ausgelassen und bis nach der Wiedervereinigung vertagt. Und daran dachte irgendwie zu dem Zeitpunkt niemand. Selbst in den 80ern, als alle übrigen Schulden bezahlt waren, waren die Schuldscheine eher historisches Sammelmaterial als eine gute Geldanlage.
Wie wir nun wissen, kam dann die Wiedervereinigung dann doch überraschend und damit wurden die Zinsen fällig. Und da im Abkommen eine 20-jährige Tilgung vereinbart wurde, werden am Samstag eben die letzten Schulden aus dem Ersten Weltkrieg, den 20er Jahren und der Nachkriegszeit bezahlt.