Heute stand die Deutsche Nationalmannschaft also im Achtelfinale gegen den “Lieblingsgegner” England. Das Ergebnis ist nichts neues: 4:1 haben die deutschen Spieler gewonnen und England damit die größte Niederlage während einer WM zugefügt. Und noch eine andere Ungerechtigkeit ist mehr oder weniger gesühnt worden: 44 Jahre nach dem berühmten Wembley Tor – bei dem England ein Tor gegeben wurde, obwohl der Ball nicht hinter der Torlinie war – wurde heute ein gültiges englisches Tor nicht gewertet. Zugegeben: 1966 war es deutlich unklarer und anders als bei dem alten Tor musste man nun nicht 24 Jahre auf die Klärung die Frage warten, ob es nun ein Tor war oder nicht. Aber ich wage auch mal zu behaupten, die Auswirkungen waren geringer heute. Während damals in der Verlängerung das Endergebnis von 4:2 dadurch zustande kam, dass Deutschland die Abwehr öffnete und mehr auf Angriff spielte, hatte die englische Mannschaft doch auch nach der Entscheidung weiterhin aktiv gespielt, aber eben nicht ganze 90 Minuten lang, sondern vielleicht 30.
Ein wenig zur Spielemesse hatte ich ja schon im Rahmen unseres “System Matters” Special zur Messe geplaudert. Aber danach war immer noch einiges zu tun, also gibt es hier eine kleine Ergänzung dazu mit gespielten Brettspielen:
Fangen wir mal mit Small Worlds von Days of Wonder an, welches wir am Freitag spielen konnten. Dabei geht es darum sein Volk zu Glanz und Gloria zu führen. Dabei erobert man Regionen ganz einfach per Plättchen, die man auslegt. Interessant macht das Spiel aber auch die unvorhersehbare Kombination von Rassen und Spezialfertigkeiten: Also der Beserker-Elf ist da genauso möglich, wie die Seefahrer-Rattenmenschen mit jeweils besonderen Fertigkeiten, wie weniger Plättchen für die Eroberung von bestimmten Gebieten, zusätzliche Punkte für bestimmte Regionen, zusätzliche Einheiten für Eroberungen und ähnliches. Alles in allem ein tolles Spiel, welches trotz der strategischen Ausrichtung nicht überfrachtet ist. [Bei Amazon kaufen]
Genauso wenig überfrachtet ist Frag von Pegasus. Es ist ein reines Ballerspiel auf dem Brett – natürlich rein virtuell, denn man spielt nicht selber, sondern seinen virtuellen Avatar in einem Computerspiel. Ob man dies nun wegen dem Jugendschutz so handhabt oder warum auch immer – es hat eben seine positiven Auswirkungen: Wenn man stirbt hat es keine weiteren Auswirkungen, außer dass man seine Waffen verliert. Schwupps, ist man wieder da! Und vor allem: Immer nachdem man jemanden abgeschossen hat, bekommt man einen Hack für das Spiel – besonders beliebt: Man wird noch virtueller und kann durch Wände gehen und nicht abgeschossen werden. Also alles in allem ein schnelles Spielchen, welches sich besonders durch die einfachen Regeln auszeichnet. Je nach Situation wirft man einfach eine verschiedene Anzahl sechsseitiger Würfel und bestimmt den Erfolg. Und erweiterbar ist es auch. Offiziell zwar erst mit einer Erweiterung, die eingeplant ist und schon auftaucht, aber dessen Veröffentlichungstermin man nicht kennt. Inoffiziell kann man sich aber natürlich auch Dinge wie Capture the Flag oder Teamspiele ausdenken. Tolles und schnelles Spiel. [Bei Amazon kaufen]
Nicht auf der Spielemesse, aber später zuhause getestet hab ich Dominion und Space Alert. Erstes ist Spiel des Jahres geworden und ist bereits mit einer Erweiterung und einem eigenen Spin-off Spiel versehen worden. Das Spiel ist ein reines Kartenspiel, bei dem es darum geht Siegpunkte zu sammeln. Jede Runde kann man dabei eine Aktion und einen Kauf durchführen. Durch bestimmte Karten, die man sich kauft, können daraus aber dann mehr Aktionen werden. So kann sich ein Zug dann durchaus etwas länger hinziehen, wenn man mit einem “Marktplatz” beispielsweise eine Karte mehr ziehen, eine weitere Aktion (der Marktplatz ist schon eine) durchführen und einen weiteren Kauf tätigen kann, für den man dann auch noch ein Gold zusätzlich bekommt. Alle Karten – also die ausgespielten und neu gekauften kommen dann wieder auf den Stapel und werden später dann neu gezogen. So macht es Sinn, auch 6 Gold dafür zu zahlen 3 Gold zu erhalten – auf Dauer rentiert es sich. [Bei Amazon kaufen]
Space Alert war ebenfalls ein Spiel des Jahres – mit dem Sonderpreis “Neue Spielwelten”. Es handelt sich um ein kooperatives Spiel, welches sehr hektisch ist. Man spielt die Besatzung des Raumschiffs, welches das Schiff gegen Angriffe verteidigen muss und dabei Schüsse, Schilde und Energieverwaltung koordinieren muss. Dabei legt man pro Phase eine Reihenfolge von Aktionen fest. Zum Schießen und beim Aufladen der Schilder wird Energie aus dem unteren Teil des Schiffes abgezogen, die dort natürlich vorhanden sein muss. Und zusätzlich macht es vielleicht auch Sinn mit mehreren Waffen gleichzeitig zu feuern, um den Schaden zu vergrößern. Also muss jeder Schritt gut überlegt sein. Das Problem: Per CD oder jemanden der dies per Stopuhr nachverfolgt, werden in den ersten 10 Minuten des Spiels die Situationen beschrieben – während man gleichzeitig die Karten auslegt und sich koordiniert werden Kartenaustausche angesagt (10 Sekunden), neue Bedrohungen angesagt und verschiedene Phasen zur Kartenauslegung definiert – ziemlich stressiges, kooperatives Spiel. Macht aber Spaß
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Ach was hat man als Kind immer aus diesen bunten Steinchen gebaut und auch später hatte man die Kiste – bis sie bei ebay landete – wieder rausgekramt, um Lego-Filmchen zu drehen. Lego hatte was für sich und in meinem Bekanntenkreis liegt der dänische Spielzeughersteller in der Gunst weit vor Playmobil. Aber es könnte nun Konkurrenz auf dem deutschen Markt geben. Das Patent für die Steine ist lange ausgelaufen, das Wettbewerbsrecht greift auch nicht mehr und nun hat der Bundesgerichtshof auch noch entschieden, dass es sich bei den Bausteinen nicht um eine “dreidimensionale Marke” handelte:
Auf die “Klemmnoppen” kann kein Markenschutz gewährt werden, da diese für eine technische Wirkung erforderlich sind, urteilten die Richter in Karlsruhe (Az.: I ZB 53/07, 55/07). Früher oder später müsse die Allgemeinheit jedoch Zugriff auf technische Funktionen erhalten. Der Schutz sei deshalb begrenzt.
In Zukunft werden demnach wohl auch Spielsteine von Megabrands aus Kanada oder Best-Lock aus Hongkong in den Spieleläden zu finden sein – und womöglich den Preis nach unten drücken. Eine Polizeistation kostet im Vergleich zum Lego Modell (da 94,99 Euro) weniger als 20 Euro, so der Zeit-Artikel über die neue Lego Konkurrenz. Dort gibt es auch eine nette Bildergalerie, was so aus Lego gebaut worden ist
Foto von Craig Rodway unter CC-Lizenz
Grade eben habe ich die dritte Episode des PatJe.de Spielepodcast freigeschaltet. Heute geht es um das “demokratischste aller Spiele” Democrazy. Den Podcast kann man hier abonieren oder eben über iTunes. Die neue Folge gibt es aber auch direkt bei dailymotion und kann hier angeguckt werden:
Weitere Links im entsprechenden Beitrag zur Podcastfolge.
Mit einiger krankheitsbedingter Verzögerung ist heute die zweite Folge des PatJe.de Spielepodcast online gegangen. In dieser Episode stelle ich das Spiel “Werwölfe von Düsterwald” vor:
Wer will, kann gleich hier die Amazon Bestellung aufgeben
Ansonsten findet man weitere Links unter dem Artikel im Blog zum Spielepodcast. In dem Zusammenhang mit dem Podcast sei nochmal auf eine Umfrage zur Länge des Podcasts hingewiesen, bei der ich mich über rege Teilnahme freuen würde
Seit längerem spiele ich mit dem Gedanken einen Podcast zu produzieren. Einfach nur so, weil ich es mag mit Technik herumzuspielen. Und während ich zunächst überlegt hatte, diesen genauso bunt, wie dieses Blog zu machen, ist nun ein Spielepodcast draus geworden, in dem ich regelmäßig verschiedene Spiele vorstellen werde. Die erste Episode ist vor einigen Tagen fertig geworden und nun schließlich auch ein eigenes Blog, welches für den Transport des Podcast als Feed zuständig ist. Mehr dazu direkt hier auf dieser Seite, in dem Blog kann man die einzelnen Episoden natürlich auch herunterladen, wie es sich für einen Podcast gehört. Für die Stammleser hier werde ich die einzelnen Episoden aber auch immer einbinden:
Über Kommentare und Anmerkungen freue ich mich natürlich hier oder im anderen Blog, dort kann man diese Episode natürlich auch als MP4 Datei herunterladen, um sie auf dem iPhone oder ähnlichem abzuspielen
Nur eine Gruppenarbeit für die Uni am Sonntag konnte mich davon abhalten den schon seit Jahren geplanten Doppelbesuch der Spielemesse in Essen durchzuführen. Also blieben wieder nur die 9 Stunden am Samstag für Spielen, Stöbern, Schauen und Shoppen. Ein volles Programm also und wir brauchten die Zeit auch bis zur letzten Minute.
Die erste Zeit begann mit Testspielen. Am Pegasus Stand hatten wir erst Mystery Rummy: Jack the Ripper getestet, bis der nette Supporter doch meinte, wir sollten doch mal das neue Pandemie ausprobieren. Ich hatte das Spiel bereits vorher in einem Ausstellungskasten gesehen und etwas skeptisch betrachtet. Aber nach wenigen Minuten hat mich das Spiel gefangen und es ist für mich definitiv das “Spielemessespiel des Jahres 2008″.1 Später habe ich es mir auch gekauft und werde es in einem weiteren Beitrag noch umfassend darstellen.
Im Laufe des Vormittags hatten wir dann auch das Glück doch noch einen Platz bei Zoch zu bekommen. Dort wollten wie Professor Plunschge testen, welches ein wenig als verrückt dargestellt wurde. Im Prinzip geht es bei dem Spiel darum den Professor über einen Weg nach Hause zu lotsen. Dabei dürfen aber nur bestimmte Felder benutzt werden, die einer Logik entsprechen, also im einfachsten Fall war dies beispielsweise nur jedes gelbe oder so. Ingesamt ein nettes Spiel, aber am Ende wollte ich keine 22 Euro dafür ausgeben.
Ausgegeben habe ich diese für ein Länderquiz Globalisismo, bei dem man ein Ranking von Ländern bei verschiedenen Statistiken aufstellen muss oder Hauptstädte oder Positionen benennen muss. Genauerer Bericht folgt, denn auch dieses Spiel wurde bei dem folgendem Spieleabend getestet.
Ungetestet blieb das Miniaturenspiel Descent, welches günstig zu bekommen war und die Spiele Skaal und “Die Borga”. Beide letztere klare Spielemesse-Käufe, also etwas unsicher, ungespielt und womöglich bleibt das auch so
Ansonsten wurde noch viel neues für Cthulhu gekauft, damit die Spieler sich nicht irgendwann langweilen und ihnen die Angst nicht vergeht.
- Ich hab den Titel jetzt einfach mal eingeführt, mal gucken, was draus wird
[↩]
Beim gestrigen Spieleabend wurde ein Spiel ausprobiert, welches ungespielt seit der Spielemesse im Regal gelegen hatte: Tempus. Das Spielprinzip erinnerte mich doch ziemlich an das gute alte Civilization, denn es geht auch in dem Spiel darum, sein Volk durch verschiedene Epochen hindurch zu führen und voran zu bringen. Glück spielt nur begrenzt bei der Auswahl der Startposition (also der Reihenfolge) oder den Fortschrittskarten eine Rolle, aber im Kern handelt es sich um ein strategisches Spiel mit entsprechenden Optionen. Pro Runde kann man so auswählen, ob man Einheiten (Bevölkerung) bewegt, Städte baut, Fortschrittskarten zieht oder für ein Bevölkerungswachstum sorgt. Die Anzahl von Neugeborenen, der Bewegungsreichweite oder des des Fortschritts beispielsweise hängt dabei natürlich von der jeweiligen Epoche ab. Also kann man sich im Zeitalter der Eisenbahn schon riesige Stücke bewegen oder erhält durch die Landwirtschaft einen Bevölkerungsstein mehr pro entsprechender Aktion.
