#RPGaDay2015 Tag 4 – Überraschendste Spiel: Fate

Schwere Frage, aber ich glaube das Rollenspiel, was mich am meisten überrascht hatte, war FATE. Beim ersten Spielen haben wir ja im PULP Setting „Spirit of the Century“ gespielt, aber das war jetzt nicht der Überraschungseffekt. Mich hatte eher die Freiheit des Spiels überrascht in Form der Fate-Punkte mit denen man Dinge erstellen konnte.

Danach hat sich einiges getan im Fate System, es gibt inzwischen Fate Core auf Deutsch mit etwas modernen und pfiffigen Regeln. Das schöne ist, dass als Spielleiter immer sofort Ideen beim Spiel auftauchen. Einmal habe ich sehr spontan am Gratisrollenspieltag das Abenteuer zu Fate2Go herausgeholt, gespielt und hatte am Ende genug Ideen, um theoretisch eine Kampagne draus zu machen.

Nach den ersten Spielrunden hatte ich einen Bericht dazu verfasst, der Fate weiter vorstellt.

Nachtrag zu Medien beim Flugzeugabsturz

Ich hatte vor einiger Zeit etwas über den Umgang der Medien mit dem Absturz der Germanwings Maschine geschrieben. Jetzt nur als kurzer Nachtrag ein Artikel im Bildblog, wo deutlich wird, wie die BILD mit den Opfern der Tragödie umging: Fotos werden veröffentlicht ohne nachzufragen. Diese können sich ja beschwerden und man würde das dann online entfernen  – wie man das aus den Druckerzeugnissen entfernt, ist aber offen. Und verstößt auch gegen den Pressekodex, aber hey, es ist die BILD.

Yom Ha’Shoa – Holocaust-Gedenktag

Heute war / ist Holocaust Gedenktag in Israel. Darüber gestolpert bin ich über folgendes Video bei facebook:

Ich hatte es glaube ich schon mal gesehen, aber gerade kam der Gedanke auf, wie tief dieses Ereignis sich in die israelische Kultur eingedrungen ist, wenn der Verkehr und das städtische Leben so zum Stillstand kommt. Immerhin sind wir in diesem Jahr 70 Jahre nach dem Erlebnis – ganze 2-3 Generationen.

In Deutschland wird viel zu oft geplaudert, ob man die Geschichte nicht hinter sich lassen könne – es sei doch alles so lange her und man habe nichts mehr damit zu tun. Ob man hier nun Sirenen heulen lassen muss, sei mal dahin gestellt, aber der Gedenktag am 27. Januar geht in Deutschland doch etwas unter, oder?

Dabei geht es nicht um Schuld – die haben die meisten nicht mehr – aber um Verantwortung und die einfache Erinnerung, zu was Rassismus und Hass führen kann. Ein wie auch immer gearteter Gedenktag könnte nie die Verbundenheit haben, wie bei einem Volk, dass 6 Millionen Menschen verloren hatte  und vielleicht ist die Zeit dafür abgelaufen. In Israel ist dieser Gedenktag mit Startschwierigkeiten seit 1961 etabliert und gesetzlich verankert. Der deutsche Gedenktag existiert gesetzlich erst seit 1996.

Foto: Valley2city (CC BY-SA 3.0)

 

Was mir der Absturz der Germanwings Maschine über mich, Betroffenheit und vor allem die Medien zeigte…

Die Woche ist vorbei und war von einem bestimmt: Dem Absturz der Germanwings Maschine aus Barcelona am Dienstag. Als ich im Radio davon hörte, war ich natürlich wie viele andere auch betroffen und ja auch interessiert daran, wie das geschehen konnte. Man hat sich auch darüber unterhalten, es war eben ein Tagesthema. Dennoch ging die Arbeit ihren gang, ich konnte sogar problemlos noch ins Kino. Nicht, dass mir die Menschen nicht leid tun würden, die darunter zu leiden haben, aber ich glaube persönliche Betroffenheit und Aufgeregtheit ist immer relativ von eigenen Erfahrungen, Interessen und Verbindungen. Aber darüber könnte man auch viel schreiben.

Dennoch kam  – nach dem ich dann am nächsten Morgen mitbekommen habe, wieviel darüber berichtet wurde und dass es sogar Livestreams gab – die Frage auf, ob meine nichtsogravierende Neugier ein Zeichen von Gleichgültigkeit sei und mir Gedanken machen sollte. Aber das Interesse blieb und als es am Mittag dann per Twitter die Ankündigung gab, dass es eine Sondersendung bei ARD gäbe, habe ich eingeschaltet. Und das hat mich dann doch total verwirrt, die Frage eher verstärkt und gleichzeitig die Frage aufgeworfen, ob es nicht vielleicht auch etwas viel Medienwirbel ist. Was man zu sehen bekam war nämlich der Besuch der Kanzlerin und Ministerpräsidentin in Frankreich, wo sie minutenlang den Rettungskräften die Hand schüttelte.

Nur um das nochmal deutlich zu machen: Der Besuch ist und war richtig, es war richtig, dass Sylvia Löhrmann Anteil an dem Leid der Schülerinnen und Schüler in Haltern genommen hat und dorthin gefahren hat und den Rettungskräften kann nicht genug gedankt werden. Was sie sehen und erleben müssen, was sie leisten verdient unser allen Respekt.

Aber ich fragte mich eben doch, ob nicht Sensationshascherei hier wichtiger war als ein Informationsinteresse. Half es irgendeinem Angehörigen, dass man minutenlang diesen Besuch zeigte und dabei belanglose Kommentare brachte? Ich hatte mir von der Sondersendung (im übrigen auch beim ZDF) mal eine kurze Zusammenfassung erhofft der letzten Ereignisse.

Zufällig war mir am gleichen Morgen auch ein Artikel von Peter Welchering über den Weg gelaufen. In dem beschreibt er, wie er angefragt wurde als Experte in eine Sendung zu gehen um mit zu spekulieren. Wollte er nicht, was die andere Seite offenbar ziemlich nervig fand. Das passte in das Bild von Medien, denen es um den Effekt und Hype geht – und diesen vielleicht zu schüren – anstatt um Aufklärung. Zugegeben: Ich habe am Dienstag nichts dergleichen geguckt, aber gab es in einer der Sendungen Spekulationen über den möglichen Suizid eines Piloten? Ich denke nicht. Es wurde also viel über nichts geredet.

Und Donnerstag dann die schockierende Meldung, dass der Co-Pilot wahrscheinlich einen Selbstmord mit der Ermordung von rund 150 Personen kombiniert hat. Und auch dann ging es in den Medien sehr schnell: Das Haus wird abgebildet, der komplette Name veröffentlicht und im Wahn der schnellste und exklusivste zu sein, wird dann auch mal die falsche Person abgebildet. Ich will jetzt nicht an der Diskussion teilhaben, ob es richtig ist den Nachnamen schon auszuschreiben oder Bilder des Toten zu veröffentlichen. Der Spiegel hat dazu gestern folgendes gesagt:

Ich glaube das kann man so teilen. Der Co-Pilot ist mit den zusätzlichen Informationen von gestern, die immer mehr Hinweise auf einen Selbstmord-Mord geben, sicherlich eine Person der Zeitgeschichte geworden. Aber das gibt Medien noch lange nicht das Recht ihn und seine Familie als Freiwild anzusehen. Aber gut, das war bei den Opfern ja auch nicht anders, wie die Berichte von Journalisten, die Schülerinnen und Schüler und generell trauernde Fotografieren und zu Statements drängen.

Beim Täter kommt aber noch was anderes dazu: Hass. Er wird auch von einigen Medien m.E. offen geschürt und aufgebaut.

So zum Beispiel der Berliner Kurier heute. Das ist eben, was ich vor wenigen Tagen bei facebook als Schwarz-Weiß denken kritisierte. Dort wurde in einer schon am Donnerstag gegründeten Gruppe vom „Monster“ gesprochen, was „in der Hölle brennen“ solle. Das beantwortete zu dem Zeitpunkt natürlich nicht das „Warum?“. Inzwischen kann man es vielleicht erklären, denn es gibt ja Hinweise auf eine psychische Erkrankung. Nochmals: Die rechtfertigt nichts und beim Selbstmord noch 150 Leute mit in den Tod zu reißen ist unvorstellbar, aber es ist eben auch eine – ganz offiziell bescheinigt – kranke Person gewesen. Das muss in einen Umgang damit einfließen.

Und noch eins ist wichtig: Keiner der Verwandten, Freunde oder Nachbarn des Piloten haben mit dem Mord etwas zu tun. Trotzdem haben auch sie einen Menschen verloren und verdienen den Respekt auch in Ruhe trauern zu können.

Mir hat diese Woche zwei Dinge nochmal deutlich gemacht: Betroffenheit und deren Stärke ist rein subjektiv. Ich denke viele Menschen sind – ohne Hysterie – mehr betroffen von der Katastrophe als ich. Vielleicht fliegen sie mehr, kennen Leute, die im Flugwesen arbeiten, haben eine engere Verbindung zu Betroffenen oder ähnliches. Das ist normal und ich glaube Anteilnahme und Betroffenheit müssen nicht gemessen werden. Bei einigen Medien ist diese Woche aber aufgefallen, dass Anteilnahme und Betroffenheit von vielen genutzt wird, um Schlagzeilen zu machen, Einschaltquoten zu erhöhen und einfach auf dieser Welle mit zu schwimmen – im übrigen Trauer und Sorgen von Angehörigen missachtend. Was bringen diese Spekulationen hoch drei am Unfalltag oder das Vergnügen weinend und trauernd in Medien weiterverarbeitet zu werden – vielleicht in einer schönen Fotostrecke?

Das Thema ist vielleicht nicht neu, aber diese Woche ist es mir besonders aufgefallen und offensichtlich auch vielen, vielen anderen:

Das letzte ist bekanntlich Satire, aber da steckt ja auch immer ein Körnchen wahrheit drin. Ich könnte die Liste beliebig fortsetzen – durchaus auch mit anderen Ansichten – aber mir rennt die Zeit weg. Vielleicht gibt es morgen noch einen Nachtrag :)

 

Rasierklingen unter Aufklebern

Wer mich kennt weiß, dass ich kein großer Fußballfan bin. Man verfolgt ein wenig, was sich bei Schalke tut, aber eher weil man aus Gelsenkirchen kommt und hier nicht um den Verein herumkommen kann :) Aber die Berichte aus Dortmund schockieren mich. Nicht sportlich, da wäre irgendwo in mir zwar auch ein gewonnenes Spiel lieber, aber wie gesagt: Ich bin da nur halbherzig dabei. Mir geht es eher darum, dass jemand Aufkleber gegen Schalke mit Rasierklingen versehen hat, um Menschen zu verletzten, die diese abnehmen.

Alleine die Sprüche auf den Aufklebern sind für mich unfassbar: „Tod und Hass dem S04“ steht da beispielsweise drauf. Jetzt mal ehrlich: Konkurrenz klar, Rivalität gehört vielleicht dazu, wenn es darum geht, wer nun die bessere Mannschaft aus dem Revier ist. Aber „Tod und Hass“? Es geht darum, welche 11 Leute auf einem Feld mehr Tore schießen und nicht um irgendwelchen wirklich weltbewegenden Dinge für die eine solche Feindschaft dargestellt werden muss. Und wenn dann noch der wirklich hinterhältige Plan dazu kommt, Menschen beim Entfernen dieser Aufkleber ernsthaft zu verletzen, hat das mit dem Spiel dahinter nun wirklich nichts mehr zu tun. Wie man nur wegen einem solchen Spiel einen solchen Hass auf andere Menschen entwickeln kann, nur weil sie mit anderen Farben zur Spielstätte gehen, wird sich mir nie erschließen und kann nur als menschenverachtend angesehen werden.

In den Kommentaren zu einem WAZ-Kommentar heißt es: „Insbesondere die NeoNazis pflastern das öffentliche Stadtmobiliar mit rassistischen Stickern. Bürger die sich daran stören, entfernen die Sticker regelmäßig. Um dies zu erschweren werden häufig Rasierklingen unterklebt.“ Ob man daraus – in Verbindung mit den martialischen Sprüchen – etwas herleiten kann, ist offen, aber bedenklich ist diese weitere Gewalteskalation ja auch unabhängig davon.

Interessante Verkehrskonzepte

In einem Artikel zu den Trends 2014 bei T3N bin ich auf ein interessantes Verkehrskonzept gestoßen:

Selbstfahrende Autos und NUR noch solche, als Taxis „on demand“ per Smartphone: Unsere Autos fahren im Schnitt weniger als zehn Prozent der Zeit. Wenn man alles auf Selbstfahr-Taxis umstellt und ein Jeder eine Flatrate für beispielsweise 20.000 Kilometer pro Jahr kauft, brauchen wir nur noch 15 oder 20 Prozent der Autos, keine Parkhäuser und keine verstreuten Ladestationen. Man könnte mit 90 Jahren in jedem Kleinstdorf wohnen, schließlich hat man ja ein Auto. Nur einen kleinen Haken hat die Sache: Man braucht nicht so viel Autoindustrie.

Ob das nun für 2014 schon was ist, aber die Idee als Utopie finde ich schon interessant. Aber ich bin momentan auch kein Autofahrer, kann vielleicht darum das Gefühl ein eigenes Auto zu besitzen nicht nachvollziehen – was denkt ihr denn?

Die übrigen Trends sind ziemlich web-technisch, aber vielleicht dennoch interessant für spezifisch interessierte. Was sind denn eure Trends für das nächste Jahr? (Völlig themenübergreifend)

Im Zusammenhang mit dem Verkehrswesen war mir vor einiger Zeit (hier) auch ein Video begegnet eines Zuges ohne Haltezeit. Der Ein- oder Ausstieg wird durch das Aufnehmen bzw. Abstellen des Passagierteils geregelt:


Für wirkliche Massenreisen vielleicht nur begrenzt geeignet (auch im Video ist es ja ein „Wagon“ auf dem eigentlichen Zug), aber vielleicht für die ein oder andere Teilstrecke eine Möglichkeit diese zu integrieren, anstatt nur durch zufahren?

Beide Ideen sind sicherlich nicht einfach mal eben umzusetzen, aber sie können vielleicht neue Ideen anstoßen und damit interessante Verkehrskonzepte bieten, oder was meint ihr?

Heute gelernt: Jeder Mensch ist eine Frühgeburt

Gestern Abend wurde ein neues Hörbuch angeschmissen: „Eine kurze Geschichte der Menschheit“ von Yuval Noah Harari. In diesem ging es bisher um die Entwicklung des Menschen zum homo sapiens und die evolutionären Entwicklungen unserer Spezies. Meine Erkenntnis des Tages1 war dabei, dass eigentlich jeder Mensch eine Frühgeburt ist – biologisch gesehen.

Der Mensch kommt völlig ungeschützt auf die Welt: Man kann nicht laufen oder sich fortbewegen, kann kaum sehen und muss auch gesundheitlich fit gehalten werden. Andere Tiere können dagegen ja fast direkt nach der Geburt aufstehen und laufen. Natürlich brauchen die meisten auch nach der Geburt noch Schutz und Unterstützung der Familie, aber beim Menschen ist das noch etwas deutlicher.

Im Buch wurde dies mit der Entwicklung zum aufrechten Gang beschrieben. Um sich aufrecht zu bewegen musste das Becken der Frau sich verändern und verkleinern, während sich gleichzeitig beim Menschen das Gehirn weiter vergrößerte und der Kopf damit größer wurde. Die Geburt nach 9 Monaten muss damit als Kompromiss verstanden werden zwischen größer werdendem Gehirn und schmalerem Geburtskanal.

Bei einer kurzen Google Recherche gerade bin ich auf diesen Artikel gestoßen, der diese Theorie für die Entwicklung als überholt bezeichnet, weil Studien den Stoffwechsel der Frau für diese biologische Frühgeburt „verantwortlich“ machen. Dieser reiche eben 9 Monate aus, um das Kind mit zu versorgen:

Die amerikanischen Forscher ermittelten, dass der Kalorienverbrauch der Mutter in den ersten beiden Dritteln der Schwangerschaft stetig ansteigt, dann aber ein Plateau erreicht. Ab diesem Moment reicht also ihr Stoffwechsel gerade noch aus, um sich und ihren Fötus mit genug Energie zu versorgen. Doch weil dieser ja weiterhin wächst, wird nach neuneinhalb Monaten sicherheitshalber die Geburt eingeleitet. „Schon einen Monat mehr Schwangerschaft“, sagt Dunsworth, „und die Frau und ihr Fötus würden in eine lebensbedrohliche Energiekrise geraten“.

Immerhin hier habe auch das Becken damit zu tun. Aber weniger die Entwicklung des Schädels, sondern mehr die Möglichkeit der Frau sich auch schwanger noch fortbewegen zu können habe damit zu tun.

Ob die eine Theorie nun aber wirklich die andere ausschließt sehe ich so spontan auch nicht. Aber es lohnt sich abzuspeichern, dass jeder Mensch eine biologische Frühgeburt ist und die Entwicklung des Menschen zum aufrecht stehenden Menschen damit zu tun hat :)

  1. keine Ahnung, ob es täglich eine gibt, finde die Idee täglich gezielt was neues zu lernen und zu bloggen aber irgendwie interessant []

Thanksgiving und Erntedank

Seit einigen Jahren feiern wir im Freundeskreis auch „Thanksgiving“. Feiern ist vielleicht übertrieben, es wird sich einfach getroffen, viel zu viel Truthahn oder Pute mit „amerikanischen“ Beilagen gegessen und der Rest dann noch verteilt, so dass man Tage noch was davon hat. Für mich also eher ein Anlass sich zu einem solchen „Event“ zu treffen, als wirkliche Feierlichkeiten. Dennoch kam die Frage auf, wieso man nicht das „deutsche Erntedankfest“ feiert, anstatt Thanksgiving. Aus dieser Frage kam dann für mich die Frage auf, ob beides eigentlich wirklich das Selbe ist.

Das Erntedankfest ist ein klassisch christliches Fest, bei dem Gott für die eingefahrene Ernte gedankt wird. Ursprünge davon finden sich auch in anderen Kulturen und vorchristlicher Zeit. Aber das Datum zeigt dann die christliche Verbindung: Es findet am ersten Sonntag im Oktober statt. Dies ist angelehnt an der Regelung dies am ersten Sonntag nach dem Michaelstag durchzuführen. Der Tag sagt mir nichts, und auch Erntedank habe ich dieses Jahr wohl einfach verpasst. 

So einfach wird das in den USA mit Thanksgiving nicht passieren. Thanksgiving ist hier ein nationaler Feiertag. Auch wenn es viele andere Feierlichkeiten gab, die bestimmt auch einen gewissen Ursprung  in der europäischen Fassung haben, aber oft auch ganz weltliche Gründe haben:

„We ordaine that the day of our ships arrival at the place assigned for plantacon in the land of Virginia shall be yearly and perpetually kept holy as a day of thanksgiving to Almighty God.“ (Quelle)

Bekannter ist natürlich das tradionelle Fest der Pilgrim Fathers, als diese 1621 die Wampanoag zu einem Fest nach der Ernte eingeladen wurden, weil diese den Einwanderern gezeigt hatten, wie man Mais anbaut und ihnen mit Nahrung ausgeholfen hatten.

Thanksgiving wird in den USA in erster Linie auf dieses Fest zurückgeführt und hat sich damit von der christischen Tradition gelöst und auch den Ernteaspekt in den Hintergrund gedrängt.

Das Fest hat sich aber auch in den USA weiterentwickelt und ist eins der großen Familienfeste der amerikanischen Kultur. An dem Wochenende – immer der vierte Donnerstag im Monat – reisen Familienmitglieder aus allen Teilen des Landes zurück in die Heimat und es kommt damit zu einem der verkehrsstärksten Tage des Jahres. Der heutige Freitag ist inzwischen ja auch hier in Deutschland ein Tag der Rabatte im Einzelhandel. Angereichert wird dies in den USA durch Paraden, spezielle Football-Spiele und weiteres.

Ich denke dieser säkularere Ansatz des generellen Dankesagens, die Trennung von der Ernte und die Einführung als nationaler Feiertag hat diese Entwicklung in den USA damit ganz anders begleitet, als in Deutschland. Wie schon gesagt: Ich war überrascht, dass Erntedank überhaupt schon war. Ich glaube wenn man nicht kirchlich aktiv ist oder auf dem Land lebt, wo Ernte noch existiert, geht das an einem hier vollkommen vorbei.

Im übrigen als Randbemerkung: Thanksgiving in den USA teilweise kritisch gesehen, weil man sich an dem Tag auch an das Leid der Ureinwohner erinnern solle, welches von den Europäern gebracht wurde. Immerhin sei es schon ein Gegensatz sich an das Pilgrimfest zu erinnern, aber dann die dunklen Seite der eigenen Geschichte zu ignorieren.

Ob man nun Erntedank oder Thanksgiving widerspricht sich damit nicht wirklich. Zugegeben, Thanksgiving hat mit unserer Kultur nicht viel zu tun, da er sich auf amerikanische Ereignisse bezieht, aber es ist damit auch eindeutig geworden, dass Thanksgiving nicht einfach nur Erntedank mit anderem Namen und anderen Speisen ist. (Siehe hierzu auch USAerklärt) Außerdem ist es zeitlich ja doch deutlich getrennt mit fast 2 Monaten dazwischen. Bei uns im Freundeskreis ist Thanksgiving wie schon gesagt – auch weil man an dem Tag in Deutschland nicht in Konflikt mit anderen traditionellen Familienfeiern gerät – eher ein gemeinsames großes Essen. Also eher ein Anlass als eine feste Feier. Thanksgiving finde ich von daher fast noch angenehmer als Halloween – was aber auch an meiner Abneigung liegt sich verkleiden zu müssen liegen könnte.1

  1. Aber ich hab gerade auch gelernt, dass Halloween ursprünglich eher ein Kinderfest ist, dann kann ich mich beruhigter zurückhalten :) []

Ein klein wenig Chaos im Blog

Da wollte ich letztens doch einen alten Artikel vom alten Blog übernehmen und plötzlich ist das Blog voll und viele alte Beiträge tauchen hier wieder auf – inklusive seltsamer Kategorien. Ich hatte mir vor einiger Zeit vorgenommen, doch ältere Artikel zu übernehmen, aber geordnet, um Kategorien anzupassen, langweiliges zu löschen und Bilder zu prüfen. Tja, und dann wurde beim Export vergessen der Endmonat auszuwählen. So waren dann plötzlich alle Beiträge seit Oktober 2007 im Blog und viel, viel mehr aufzuräumen. Naja, muss dann eben unstrukturierter und langatmiger gehen.