Buchhandel ala Thalia

Geschrieben von Patrick Jedamzik am 14. Oktober 2009

Heute fand sich in der Süddeutschen Zeitung ein sehr interessanter Artikel zum Büchermarkt: Es ist nämlich zu einfach zu sagen, dass man als Käufer entscheidet, welches Buch gut ist und welches nicht. Nein, davor ist meist noch der Buchhandel und am Beispiel von Thalia wird gezeigt, dass es bei der Auswahl welches Buch wie präsentiert wird nicht unbedingt auf die Qualität desselben ankommt, sondern in erster Linie was der Verlag zahlt. Unter Umständen fliegt ein ganzer Verlag aus den Regalen. Interessant wäre nur, ob Thalia nur das schwarze Scharf unter den Filialbuchhandlungen ist, oder ob auch beispielsweise die Mayersche dieses Konzept fährt oder Amazon. Letzterem geht es zwar auch um die Vielfalt und alles anbieten zu können, aber wie kommt was in deren Großlager und wie entscheiden sich Buchempfehlungen dort?

Led Lenser M1 – Taschenlampen Test [Updated]

Geschrieben von Patrick Jedamzik am 21. September 2009

[Trigami-Review]Taschenlampem gibt es in so vielen Ausführungen. Meist hatte ich welche für ein paar Euro aus Plastik: Hauptsache es gibt irgendwie Licht. Allerdings kosten gute LED Lampen auch gerne mal 50-70 Euro. Ich hatte das Glück mir zwei davon mal genauer angucken zu können und eins sei vor dem Videotest schonmal vorweg genommen: Stabiler und komfortabler als so manches billige Konkurrenzprodukt sind beide Lampen im Test. Aber ob nun eine Led Lenser M1 oder eine Fenix PD20 im Vergleich besser abschneidet, könnt ihr hier in einem kleinen Video sehen:

Link: Lampentest

Hier gibt es weitere Informationen zur Led Lenser M1. Auch eine kleine Community in Form eines Forums wird vom Hersteller angeboten.

Mit Fonic mobil ins Internet

Geschrieben von Patrick Jedamzik am 26. Mai 2009

[Trigami-Anzeige] Da hat man sein Notebook, kann überall arbeiten und dann fehlt doch oft eins: Das Internet. Blogbeiträge per Word vorzuschreiben ist eine Sache, sie direkt online zu bringen oder im Netz zu recherieren eine andere. Ich hatte dafür vor kurzem einen Stick von Tschibo bekommen, aber um den aufzuladen sind auch 20 Euro im Monat drin – und ob sich dies für wenige male im Monat wirklich lohnt ist dann noch eine andere Sache. Wochenends bin ich eh zuhause oder im W-Lan Bereich und auch unter der Woche braucht man selten eine Flatrate per Stick. Aber was ist, wenn es über das Wochenende mal weggeht oder man das Internet nur den ein oder anderen Tag bräuchte? Eine preisgünstige Lösung bietet FONIC an:

Ob man wirklich im tiefsten Wald surfen kann, lassen wir mal offen, aber für 2,50 Euro am Tag kann man so per USB Stick ins Internet. Und der Preis für diesen wurde nun vor kurzem auf 79,95 Euro gesenkt. Damit ergeben sich keine weiteren Verpflichtungen, keine Grundgebühr, kein Mindestumsatz. Wenn kein Geld auf der Karte ist, kann man einfach nicht ins Netz. Im übrigen: Wer online bestellt, bekommt 5 Tage geschenkt. Damit ist das Fonic Angebot insgesamt weitaus flexibler, als monatliche Angebote – ob diese nun fest sind oder auch prepaid. Der USB Stick ist im übrigen selbst installierend und ein Kabel ist natürlich auch dabei. Wer sich im Vorfeld mal angucken will, wie die Installation funktioniert, kann bei YouTube vorbeigucken, dort wird es genauer erklärt.

Über die Netzabdeckung kann ich natürlich nichts sagen, da sollte man sich wie immer natürlich vorher informieren, aber preislich ist das Angebot schonmal sehr gut. Bei der Konkurrenz mit dem T zahlt man fast das doppelte für einen Tag. Auch beim Telefonieren hat Fonic seine Tarifstruktur offensichtlich geändert und man kann dort für 9 ct. in alle nationalen und viele internationale Netze telefonieren oder SMS versenden, aber auch das müsst ihr euch bei Interesse mal genauer angucken – vielleicht was für meine Mutter, da ihr Vertrag vor kurzem auslief.

Wieviel Unrecht braucht es…

Geschrieben von Patrick Jedamzik am 21. Mai 2009

… um aus einem “Nicht-Rechtsstaat” einen “Unrechtsstaat” zu machen? Gesine Schwan ihres Zeichen Kandidatin für das Amt des Bundespräsidenten am kommenden Samstag hatte gegenüber dem Tagesspiegel zwar gesagt, dass die DDR kein Rechtsstaat sei, aber den Begriff des “Unrechtsstaates” als diffus zurückgewiesen:

Er impliziert, dass alles unrecht war, was in diesem Staat geschehen ist. So weit würde ich im Hinblick auf die DDR nicht gehen.

so ihre weitere Aussage, die man auch in ihrem Blog nachlesen kann. Und auch wenn ich mir wünsche, dass sie am Samstag einen Überraschungs-Coup schafft1, halte ich das für ein Herumgeeiere. Ist nicht jeder Staat, bei dem Willkür an der Tagesordnung ist oder systematische Instrumentalisierung des Rechts durch die Regierung vorgenommen wird ein Unrechtsstaat? Wieviel Unrecht muss geschehen, damit aus einem “Nicht-Rechtsstaat” ein “Unrechtsstaat” wird? Ich rede nicht von Fehlurteilen, sondern von bewusster Ausnutzung des Rechtssystems.

Ist es nicht vielmehr die Systematik oder das Ziel des Ganzen, die einen Staat zu dem macht, was es ist. Dass es durchaus noch gerechte Urteile im Verkehrswesen gab, mag dann ein Stück Normalität sein, aber mit dem ersten bewussten politischen Häftling, den ersten manipulierten Urteilen hat der Staat seine Glaubwürdigkeit verloren.

Erinnert mich ein wenig an die “Akte von Völkermord”, die es 1994 in Ruanda nur gegeben hatte, damit der Westen nicht eingreifen musste. Die einzige richtige Frage zu dieser Titulierung damals stellte eine Jornalistin: Wieviel “Akte von Völkermord” braucht es, bis daraus ein “Völkermord” wird?

  1. wovon ich allerdings nicht ausgehe []

Restart

Geschrieben von Patrick Jedamzik am 08. April 2009

Lange war es ruhig im Blog – zu ruhig. Es war ein Mix aus zuwenig Zeit oder auch mal zuwenig Lust, sich hier wieder verstärkt einzubringen. Aber damit soll es jetzt gewesen sein: Es wird Zeit für einen Neustart und nun wird es wieder mehr bei PatJe.de geben. Und es bleibt auch bei einer gesunden Mischung aus Politik, Spiel und Spaß :)

Nachwehen von Winnenden

Geschrieben von Patrick Jedamzik am 18. März 2009

Vor einer Woche gab es den schockierenden Amoklauf in Winnenden. Und eins muss man dann doch feststellen: Die panikartigen Schreie nach dem Verbot der bösartigen Killerspiele sind ohne größere Wirkung geblieben – zumindest in der Politik. Allerdings gab Galeria Kaufhof bekannt, dass man selber keine USK 18 Spiele mehr verkaufen wolle. Halte ich persönlich auch für Blödsinn – fliegen dann auch bald Filme mit rotem Aufkleber raus? – aber sei es drum, dann kauft man das eben woanders.

Rechtliche Folgen dürfte es wohl für den Vater des Täters haben: Die Staatsanwaltschaft bereitet eine Anklage wegen fahrlässiger Tötung vor. Also ich muss sagen, dass ich es ein wenig wie Heribert Prantl sehe und mich frage, ob dies sinnvoll ist. Also zum einen ist er sowieso schon ziemlich gestraft, aber ich frage mich auch, ob man auch wirklich nachgewiesen werden kann, dass er eine Labilität bei seinem Sohn erkennen konnte, die auf einen Amoklauf hindeuten könnte. Also mal abgesehen von der Waffe: Wenn er das hätte sehen können, wäre es nicht ohne Waffe das selbe?

Also natürlich gehört es bestraft unsorgsam mit den Waffen umzugehen, aber ich bin mal gespannt und eher etwas kritisch, ob es wirklich eine Anklage wegen fahrlässiger Tötung sein muss.

Bilder vorrübergehend deaktiviert

Geschrieben von Patrick Jedamzik am 24. Februar 2009

Nachdem ich heute morgen meinen ersten kostenpflichtigen Hinweis auf Unsauberkeiten bei den Quellenangaben zu Bildern bekommen habe, habe ich diese nun vorübergehend komplett deaktiviert und werde sie nach und nach freischalten. Sorry für die Unannehmlichkeiten, aber lieber so, als noch mehr Geld auf den Tisch zu legen, nur weil ich den Urheber vergessen habe anzugeben – was ich hiermit nicht kleinreden möchte :)

Kündigung an Mehdorn – und die Antwort

Geschrieben von Patrick Jedamzik am 16. Februar 2009

kopfbild_mehdornWo ich grade bei Emails bin: Letzte Woche hatte ich dem beliebten Herrn Mehdorn über Campact seine Kündigung zukommen lassen. Der Text sieht so aus, aber das seht ihr ja selbst, wenn ihr teilnehmt ;)

Sehr geehrter Herr Mehdorn,

hiermit kündigen wir Bürgerinnen und Bürger Ihren Arbeitsvertrag als Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn AG mit sofortiger Wirkung.

Gründe:

- Sie haben zu verantworten, dass die Revisionsabteilung der Bahn heimlich und ohne konkreten Verdacht bis zu 188.602 Mitarbeiter/innen angeblich zum Zwecke der Korruptionsbekämpfung über Jahre ausgespäht hat.

- Sie haben die Bahn zum internationalen Logistikunternehmen ausgebaut, anstatt für zuverlässige, günstige und häufige Zugverbindungen zu sorgen. In Ihrer Amtszeit wurden 3.600 Kilometer Schiene abgebaut, sämtliche InterRegio-Verbindungen eingestellt und 400 Bahnhöfe geschlossen.

- Sie werben weiter für einen Börsengang der Bahn, auch wenn dieser auf Grund der Finanzkrise ausgesetzt wurde. Sie wollen öffentliches Eigentum zu einem Spottpreis verscherbeln und die Bahn den Profitinteressen von Kapitalinvestoren unterwerfen.

Für Ihren weiteren beruflichen Werdegang wünschen wir Ihnen dennoch viel Erfolg!

Mit freundlichen Grüßen

Umso überraschter, war ich dann, als ich eine Antwort bekam. Naja, aber seht selbst. Ich veröffentliche sie einfach mal komplett ohne weitere Worte ;)

Ich werde ab  dem 12.02.2009 bis zum 14.02.2009 außer Haus sein.

Sehr geehrte Dame, sehr geehrter Herr,

vielen Dank für Ihr Interesse an unserem Unternehmen.

Der Winter zeigt sich auf bahn.de dieses Jahr von seiner ganz besonderen
Seite. Nicht nur mit tollen neuen Angeboten, wie z.B. dem Dauer-Spezial mit
BahnCard-Rabatt für alle BahnCard 25-Inhaber oder auch dem London-Spezial
ab 49,- Euro für Ihr ganz persönliches Winterwochenende in der quirligen
Metropole Großbritanniens. Auch einige Tipps für Ihren Ski- und
Winterausflug haben wir für Sie parat. Wie wäre es beispielsweise mit einem
Wintercanyoning-Wochenende in den Allgäuer Hochalpen?! Die Bahn bringt Sie
hin. Viel Vergnügen bei Ihrer nächsten Bahnreise wünscht Ihnen

die Deutsche Bahn AG.

Sonderaktion: Dauer-Spezial mit BahnCard-Rabatt bis 30.04.2009 buchbar

Mit der BahnCard 25 erhalten Sie ab sofort einen Rabatt von 25 Prozent auf
das Dauer-Spezial. So können Sie schon ab 21,75 Euro deutschlandweit
reisen. Sie haben noch keine BahnCard? Diese erhalten Sie auch online auf
www.bahn.de zum sofortigen Einsatz.

Alle Details zur Aktion:
http://www.bahn.de/p/view/angebot/preis/dauer-spezial_bahncard.shtml?time=now

Mit dem London-Spezial schon ab 49,- Euro an die Themse

Entdecken Sie London! Besuchen Sie eines der zahlreichen Museen, shoppen
Sie in der Oxford-Street und bummeln Sie entlang der Themse oder im bunten
Szeneviertel Soho. Mit dem London-Spezial ist die einfache Fahrt schon ab
49,- Euro in der 2. Klasse und ab 99,- Euro in der 1. Klasse zu haben. Die
Vorverkaufsfrist beträgt 3 Tage, das Angebot ist kontingentiert.

Jetzt gleich informieren und günstige Tickets sichern:
http://www.bahn.de/p/view/angebot/international/london-spezial.shtml

Wintercanyoning – ein besonderes Wintererlebnis

Fahrtziel Natur, die Kooperation der Bahn und der drei Umweltverbände BUND,
NABU und VCD lädt Reiselustige ein, 18 der schönsten Großschutzgebiete
Deutschlands und der Schweiz zu erkunden. Alle sind umweltfreundlich und
bequem mit der Bahn erreichbar. So auch das Naturschutzgebiet Allgäuer
Hochalpen.

Seilen Sie sich z.B. beim Wintercanyoning in bizarr zugefrorenen Schluchten
über vereiste Wasserläufe und ganze Eiskaskaden ab.

Weitere Informationen finden Sie hier:
http://www.fahrtziel-natur.de/regional/view/bayern/fzn_allgaeu/et_wintercanyoning.shtml

Mit Bahn-Städtereisen in den Kurzurlaub starten

Erleben Sie spannende Städtereisen mit bahn.de! Von Nord nach Süd und von
Ost nach West gibt es stets Neues zu entdecken. Szene-Gastronomie in
lebendigen Fußgängerzonen gehört ebenso zu unserem Angebot wie
beeindruckende Architektur
und kulturelles Erbe.

Zum Beispiel Berlin inkl. Bahnfahrt + Welcome Card ab 155,- Euro p. P.

Kultur pur mit Bahn-Städtereisen:
http://www.bahn.de/p/view/urlaub/staedtereisen/bahn_staedtereisen/kurztrips-eventreisen.shtml?time=now

Drahtlos surfen jetzt auch zwischen Frankfurt und Hamburg

Nutzen Sie Ihre Reisezeit sinnvoll – die HotSpots in vielen ICE-Zügen
machen es möglich. Drahtlos surfen können Sie ab sofort nicht nur in den
mit einem HotSpot-Logo gekennzeichneten ICE-Zügen auf den Verbindungen
zwischen Dortmund – Düsseldorf – Köln, Köln – Frankfurt/M.Flughafen,
Frankfurt – Stuttgart – München, sondern auch auf der Strecke zwischen
Frankfurt und Hamburg. Alles was Sie dafür brauchen, ist ein WLAN-fähiges
Endgerät.

So einfach geht’s:
http://www.bahn.de/p/view/service/zug/railnet_ice_bahnhof.shtml

Holocaustleugnung und Geschichtsrevisionismus

Geschrieben von Patrick Jedamzik am 26. Januar 2009

Gleich zweimal lief mir heute das Thema der Verleugnung des Holocaust über den Weg und anstatt zwei Artikel aus diesen Verweisen zu machen, packe ich sie in einen, ohne damit eine Verbindung herzustellen: Denn die Katholische Kirche hat nun wirklich nichts mit der NPD gemein.

Dennoch hatte sich Papst Benedikt XVI. am Wochenende dazu entschlossen mit der Rücknahme der Exkommunikation von vier fundamentalistischen Bischöfen zumindest den Anschein zu Erwecken, ihm sei diese Leugnung und das christlich-jüdische Verhältnis egal. Dabei geht es weniger um die Exkommunikation als solches, denn ob die katholische Kirche wirklich wieder den Strom integrieren will, der dem interreligiösen Dialog ablehnend gegenübersteht und den Gottesdienst in Latein abhalten will, ist in erster Linie eine interne Angelegenheit. Allerdings hatte einer der 1988 von dem abtrünnigen Bischofs Marcel Lefevbre ohne Zustimmung des Papstes ernannten Bischöfe Richard Williamson noch vor einigen Tagen den Holocaust verleugnet, als er sowohl Gaskammern, wie auch den millionenfachen Mord abstritt. (Mehr zum Hintergrund der Exkommunikation und natürlich auch des aktuellen Streits bei Telepolis) Für alle Vertreter der Kirche, so auch dem Vertreter der Bischofskonferenz heute morgen im Morgenmagazin, scheint dies sauber zu trennen zu sein: Die Kirche habe sich mehrmals zum Dialog und gegen die Leugnung des Holocaust ausgesprochen, dem habe sich Williamson nun zu fügen und außerdem ging es ja nur darum, diese Kirchenspaltung aufzuheben. Demnach soll sich Williamson nun eben erneut erklären und werde genau beobachtet. Klingt erstmal eben nach Vergebung und Rückkehr in die christliche Familie, aber das Problem ist, dass es sich doch nicht um ein Schäfchen handelt, welches vom Weg abgekommen ist und nun wieder auf den Weg Gottes geführt werden soll. Nein, dieses “Schäfchen” ist ein Hirte und bevor man diesem nun offiziell den Segen der Amtskirche übergibt, sollte man doch vorher klären, ob er den Weg auch kennt und vertritt, oder? Im Prinzip kann es mir als Protestant völlig egal sein, aber irgendwie musste das raus :)

Als zweiter Teil zum Thema Holocaustleugnung kommt nun ein Link zum NPD-Info Blog. Dort findet sich ein interessanter Artikel dazu, wie die NPD sich offiziell zwar von Holocaust-Leugnern distanziert, aber zwischen den Zeilen die Geschicht verharmlost. Beispiele aus dem Artikel:

  • Der Aufruf von Horst Mahler, dass sich alle Holocaust Leugner doch selbstanzeigen mögen, um so das Gerichtssystem zu überlasten, wird von der NPD als “Verheizaktion” kritisiert, weil die Anzeigenden eben bestraft würden, gleichzeitig wird aber gesagt, “in Deutschland [gäbe] es keine objektive Geschichtsforschung”.
  • Holocaust wird für andere geschichtliche Ereignisse genutzt, um dieses singuläre Ereignis zu relativieren: “Bomben-Holocaust über Dresden” oder Demoaufrufe “Stoppt den Holocaust in Gaza”
  • In einer Broschüre für Wahlkämpfer wird empfohlen das Thema zu umschiffen. Auch soll die Verschärfung des Paragraphen zur Volksverhetzung, nach der es “schon” strafbar sei, wenn man die “nationalsozialistische Gewalt- und Willkürherrschaft billigt, verherrlicht oder rechtfertigt” als Maulkorb Paragraph angeprangert werden.

Alles schon ziemlicher Blödsinn. Spätestens, wenn man versucht in der Betrafung der Verherrlichung einer Schreckensherrschaft einen Maulkorb zu sehen, dürfte jedem Klar sein, mit welchem Gedankens Kind man es hier zu tun hat.

Anders im übrigen – und da zeigt sich abermals, was einem beim Bloggen so alles einfallen kann – bei den Herausgebern der Zeitung “Zeitungszeugen“. Einmal pro Woche werden hierbei Zeitungen aus der Zeit des Nationalsozialismus nachgedruckt und mit Kommentaren versehen verkauft. Der bayrischen Landesregierung, die die Urheberrechte für Schriften der Nationalsozialisten hat, gefällt das nicht und hat die Veröffentlichung unterbunden – unter Verweis auf das Urheberrecht. Im Kern geht es aber um etwas anderes: Die Frage, wieviel nationalsozialistische Propaganda man den Menschen zugängig machen darf. “Mein Kampf” ist ja beispielsweise nicht verboten, es darf nur nicht neu gedruckt werden, dabei – soviel zur Rücksichtnahme auf die Opfer – kann man dieses Schundwerk Hitlers bereits in Israel auf Hebräisch kaufen. Klar: Keins dieser Schriftwerke sollte unkommentiert herauskommen, um eine historische Einordnung und Richtigstellung der Texte zu ermöglichen. Andererseits sind es eben auch Quellen aus einer Zeit deutscher Geschichte, die nun – wie Marc Felix Serrao für die Süddeutsche gut darstellt – mystifiziert werden und dadurch noch interessanter und für Nazis eben eher eine Trophäe sind. Jedenfalls behaupte ich, dass die Leute vor denen man Angst haben müsste, dass sie wirklich auf diese Propaganda hereinfallen würden, wahrscheinlich nichtmal dazu greifen würden, wenn es frei verfügbar ist oder alternativ bereits jetzt schon “Mein Kampf” und andere Nazi-”Literatur” aus dem Netz gezogen haben – ist ja nicht so, dass ich als Hitler-Fan Probleme haben müsste, mir entsprechende Texte zu organisieren. Nur so bekommt man sie garantiert ohne irgendeine Anmerkung. Und im übrigen, liebe Bayrische Landesregierung: 2015 läuft das Urheberrecht eh auf, da wäre es m.E. sinnvoller gewesen diesem Projekt, an dem u.A. auch renomierte Wissenschaftler wie Prof. Dr. Wolfgang Benz oder Prof. Dr. Hans Mommsen teilnehmen, seine Unterstützung zu geben und damit die Veröffentlichungen zu dieser Thematik geregelt und fachlich kommentiert einzuleiten und hiermit zu verhindern, dass 2015 plötzlich jeder den Blödsinn von Einst einfach so abdrucken kann, ohne dass es früher bereits qualitativ hochwertige Veröffentlichungen für interessierte gegeben hat. Und im übrigen: Den Zeitungszeugen liegt keineswegs nur Nazipropaganda bei, sondern auch Nachdrucke von Vorwärts oder anderen Zeitungen.

Projekt 52: Aufgabe 2 – Zeit

Geschrieben von Patrick Jedamzik am 17. Januar 2009
This entry is part 2 of 4 in the series Projekt 52 (2009)

windowslivewriterprojekt52aufgabe1-e478image-thumb.pngEs ist wieder Foto-Samstag. Für das Projekt 52 ging es diese Woche um das Thema Zeit. Ich hatte relativ schnell überlegt, die Bahn als mein Zeit-Bild zu nutzen. Nämlich die Zeit, die man durch Verspätungen verliert. Ja, klingt irgendwie merkwürdig und nach Bahn-Bashing, aber es ist schon so, dass zusammengerechnet doch im Jahr einige Zeit dafür rausgeht, wenn man “wegen Störungen im Betriebsablauf” auf der Strecke stehen bleibt oder – schlimmer – am Bahnsteig auf die Bahn warten muss. Oft kann ich die Zeit schon kompensieren, denn man hat ja ein Buch oder den EEE PC dabei, aber manchmal geht das eben nicht. Insbesondere dann nicht, wenn die Bahn wiedermal überfüllt ist und man sich nur auf einem Stehplatz quetscht. Naja, hier also mein Motiv zum Thema “Zeit”:

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Ein wenig simpel und nur ein Schnappschuss. Bin mal gespannt, was morgen als neues Thema kommt ;)


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