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Politisches Blog von Patrick Jedamzik

Lopavent, der Veranstalter der Loveparade hat nun eine Dokumentation zu den Ereignissen vom 24.7. herausgegeben. Mit Bildern der Überwachungskamera wird der Polizei die Schuld an dem Desaster zugewiesen:

  • Wenn man sich die erweiterte Chronologie anguckt, erkennt man sogar Ähnlichkeiten zum Polizeibericht:
  • Generell sehen beide ein Problem in der richtigen Zuführung der Zuschauer zur Loveparade.
  • Während die Polizei kritisiert, dass der Veranstalter die Zugänge zum Tunnel nicht richtig geschlossen habe, ist dieser über die Polizeisperren verwundert.

Auch die Detailansicht der Chronologie bringt nicht wirklich weiter. Denn auch dort kann man nachlesen, dass der Crowdmanager von Lopavent die Polizei um Unterstützung bittet und die Schleusen dann auch wirklich geschlossen werden. Offensichtlich hatte man hier schon ein Problem mit zuvielen Menschen. Wenn der Zugang wie geschildert reguliert wurde, um dagegen zu wirken, wären die Polizeisperren in der Tat unsinnig gewesen. Laut Polizeibericht waren sie aber nötig, um eine Verstopfung oben auf dem Zugang zu klären und mangels eigener Sperrungen durch den Veranstaler müsste man es so handhaben.

Im Bereich West findet sich auch bei dem Veranstalter der Vermerk, dass diese Sperrung des Eingangs wegen eines Krankenwagens aufgehoben wurde. Eine Begründung, wieso man dieses Tor nicht wieder geschlossen hat, findet man aber nicht. Irgendwann wird der Druck auf die Polizeiketten zu groß und es kommt eben darum zu dieser Katastrophe – auch das ist im Grundsatz unstrittig.

Auch trotz der neuen Bilder bleiben viele Fragen offen:

  • Wieso wurden die Polizeiketten gebildet und was war der Grund beispielsweise für die Bewegung auf die andere Seite der zweiten kleineren Rampe?
  • Wieso hatte der Veranstalter angsichts des Druckes im Tunnel auf die Ketten nicht die Sperren am Zugang zu den Tunneln wieder geschlossen?

Also sind wir wieder nicht schlauer was dies angeht. Schaller ist im übrigen am Donnerstag zu Gast bei Kerner um 22.15 Uhr auf Sat1. Ich mag Kerner jetzt nicht unbedingt und befürchte, dass es eher zu einer Schaller-Werbesendung wird, weil nicht kritisch nachgefragt wird, aber lasse mich gerne eines besseres belehren.

Posted by Patrick Jedamzik On August - 30 - 2010 Sonstige Themen

Vor einigen Wochen erschienen mehrere tausend Seiten Dokumente über den Afghanistan-Krieg. Gestern brachte das Duisburger Blog xtranews 300 Seiten Anhang zu dem guten Gutachten zur Verantwortung der Stadt bei der Loveparade Katastrophe, in dem man die Genehmigungen und Schriftwechsel findet. Dem “Aufklärer” Sauerland gefiel das wohl garnicht und so ist das Blog direkt verklagt worden. Die Veröffentlichung widerspreche dem Urheberrecht. Mal ganz abgesehen von der rechtlichen Frage, ob öffentliche Dokumente und vor allem Genehmigungen beispielsweise überhaupt unter das Urheberrecht fallen, ist es auch bezeichnend, dass man sich auf dieses Recht zurückzieht und angesichts von 21 Toten so agiert. Im Law Blog wird das wie folgt bewertet:

Im Angesicht von 21 Toten mit dem Urheberrecht zu kommen und sich den Mitteln von Sony Pictures und Bushido zu bedienen, das ist unterste Schublade. Es ist wünschen, dass dieser miese Schachzug der letzte ist, mit dem Adolf Sauerland von sich reden macht.

In der WAZ wurde auch darüber berichtet und in den Kommentaren wurde auf mangelnden Datenschutz hingewiesen. Das mag man kritisch sehen, wenn einfache Sachbearbeiter und Anwohner mit ihrem Namen und ggf. der Anschrift dort auftaucht. Aber das war nicht der Kritikpunkt. Es ging nicht um eine Änderung der Veröffentlichung, es wird nicht mit Datenschutz argumentiert, sondern um das klare Verbot und die Tatsache, dass unerwünscht ist, dass sich Bürger sich ein eigenes Bild machen können.

Und genau damit schießt sich Duisburg ins eigene Bein. Es ist doch altbekannt, dass Verbote Dinge nur noch interessanter machen. Und die Dokumente sind inzwischen weit gestreut worden, wie man am bereits oben verlinkten Artikel von Netzpolitik und den Kommentaren sehen kann. Die Aufmerksamkeit ist gestiegen und die Rolle des Aufklärers Sauerland – mal abgesehen davon, dass die Aufklärung bei der Staatsanwaltschaft liegt und nicht beim OB – wird damit wieder geschwächt und unglaubwürdiger.

Neu ist diese Geheimniskrämerei allerdings auch nicht. Vor kurzem wurde bereits versucht an die Dokumente per Informationsfreiheitsgesetz in NRW heranzukommen, ohne Erfolg. Erfolgreiches Mauern auf allen Seiten.

xtranews will gegen die Einstweilige Verfügung vorgehen und bittet darum hier um Spenden.

Posted by Patrick Jedamzik On August - 18 - 2010 Sonstige Themen

030 Nur als kleiner Hinweis für Leseratten: Von heute an bis zum 7. August gibt es bei den Mayerschen Buchhandlungen wieder eine “Weiße Bücherwoche”. Dabei werden Bücher zu 50% günstiger verkauft, da es sich um Mängelexemplare oder Restauflagen handelt. Qualitativ sind die Bücher aber meist in Ordnung. Ich war gestern bereits in Essen, während dort die Wannen vorbereitet wurden und heute bei der Mayerschen hier in Gelsenkirchen und bin um drei Bücher reicher. Darunter war sogar eins, welches ich seit Jahren suchte.

Posted by Patrick Jedamzik On Juli - 31 - 2010 Gelesen Sonstige Themen

Zugegeben, der Innenminister wollte sich formell nicht zum Hauptschuldigen der Katastrophe bei der Loveparade äußern, aber der Tenor bei der vorhin zuende gegangenen Pressekonferenz war eindeutig: Der Veranstalter hat seine Ordner nicht im Griff gehabt.Wichtige Hintergrundinformation ist, dass die Verantwortung für den Tunnelbereich beim Veranstalter lag und bei dessen Ordnern.

Der erste Fehler war demnach wohl schon direkt zu Beginn. Vereinbart war eine Öffnung um 11 Uhr, wenn es voller wird auch schon um 10. Geöffnet wurde das Gelände um 12 Uhr. Da gab es aber bereits entsprechenden Rückstau. Wahrscheinlich wäre dies am Ende dann aber nicht das Problem gewesen. Nach der weiteren Darstellung gab es dann das Problem, dass die Menschen oben an der Rampe nicht weiter auf das Gelände geführt wurden, sondern zum Betrachten der Floats nahe des Eingangs stehen blieben und damit für einen Pulk dort sorgten und Neuankömmlingen den Eintritt versperrten. Dies folgte dann erneut zum Rückstau.

Als dieser zunahm, wurde die Polizei vom Veranstalter um Hilfe gebeten. Um den Rückstau oben aufzulösen und damit die Situation auf der Rampe zu entlasten sollten damit – nach Bericht der Polizei – alle Zugänge geschlossen werden und oben dafür gesorgt werden, dass die Menschen weiter aufs Veranstaltungsgelände gehen. Allerdings wurden die Zugänge nicht wirklich geschlossen, sondern am Westende wurde nach der Durchfahrt eines Krankenwagens der Durchgang nicht nur geschlossen, sondern sogar später ein weiteres Gitter geöffnet, so dass weitere Menschen in die überfüllte Situation an der Rampe strömten. Die Polizei habe nach eigener Darstellung sogar versucht, hier entgegen zu steuern und Polizeiketten im Tunnel gebildet, die aber die Menschen nicht abhalten konnten, was auch zu folgendem Augenzeugenbericht passt:

An einer größeren Straße kontrollierte uns die Security auf Glasflaschen. Danach ließ man uns weiter durch. Es wurden immer mehr Leute. Etwa fünf Meter weit im Tunnel stand eine Reihe von Polizisten, wollte die Menge zurückhalten. Hinter ihnen war sogar noch etwas Platz. Da wurden manche Raver furchtbar wütend. Sie hatten keine Lust zu warten, traten auf die Beamten ein. Ganz viele drängelten sich einfach durch. Der Druck durch die Massen immer größer. Schließlich wichen die Polizisten, die förmlich überrannt wurden, zur Seite aus. Alles strömte in den Tunnel. Der war schließlich so voll, dass man nicht mal mehr den Arm heben konnte.

Dies steht natürlich diamentral zur Aussage des Veranstalters, die Polizei habe Sperren freiwillig aufgegeben. Zum einen hatte sie dies offensichtlich nicht freiwillig, zum anderen ist es nach der Darstellung der Polizei ja auch eine Reaktion auf das Scheitern der Ordner. Die Krönung des ganzen war dann noch, dass laut Informationen des Polizeiinspekteurs nichtmal genug Ordner da waren um alle Einzelkontrollen zu besetzen (als dies noch notwendig war). Auch an anderer Stelle gab es wohl zuwenig Personal seitens des Veranstalters.

Zum Grund, wieso die Menschen an Mästen, dem Container oder eben der Treppe emporgestiegen sind, wollte man keine weiteren Spekulationen abgeben. Dies kann natürlich meiner Ansicht nach an Ungeduld liegen, aber vielleicht auch einfach – und das spekuliere ich eher – als eine Fluchtmöglichkeit aus der Enge. Die dabei überrannten Absperrungen wurden dann zur Stolperfalle.

Alles in Allem ist ein erschreckendes Bild des Veranstalters gezeichnet worden, der nach dem Motto “Wird schon irgendwie” an die Veranstaltung gegangen ist und dessen Sicherheitsdienst mit der Situation überfordert war. Natürlich ist es ein Bericht Seitens der Polizei und man darf gespannt sein, wie der Veranstalter darauf reagiert. Immerhin war es aber so eine Pressekonferenz bei der man – trotz Hinweisen auf die Ermittlungen – durchaus den Eindruck hatte neues zu erfahren. Und Respekt gilt auch dem Polizeiinspekteur, der sichtlich bewegt war, als er von den Toten sprach und mit den Tränen ringen musste. Menschliche Gesten, die man bei den vorgelesenen Erklärungen von Stadt und Veranstalter doch etwas vermissen konnte.

Weitere Berichte der Pressekonferenz gibts bei der Zeit und DerWesten.

Posted by Patrick Jedamzik On Juli - 28 - 2010 Sonstige Themen

Es war schon ein ziemlicher Schock, als ich gestern in den Vorbereitungen für einen Cthulhu Abend die Meldung von den zu dem Zeitpunkt 10 Toten Menschen bei der Loveparade bei Twitter gelesen habe. Inzwischen ist die Zahl auf 19 gestiegen und die Massenpanik beschäftigt ja schon die Medien, Blogs und Twitter. Ich werde jetzt nicht in die Tiefe einsteigen und alles wiederholen, aber dennoch muss ich einige Gedanken loswerden. Für eine genauere Chronik der Ereignisse und Informationen verweise ich auf Pottblog, der seit gestern alle Ereignisse und Ergebnisse in diesem Artikel darstellt. Sehr anschaulich und gut geschrieben ist auch dieser Bericht von Timelinedancer aus Bochum, die vor Ort war und sowohl die Erlebnisse in Duisburg, aber auch die Hilfsbereitschaft über Twitter darstellt.

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Posted by Patrick Jedamzik On Juli - 25 - 2010 Sonstige Themen

Schon wieder was zu Futurama. In den USA läuft nun ja eine neue Staffel und dort lief nun offensichtlich auch eine Folge, in der man sich kritisch mit dem iPhone und Co. auseinander gesetzt hat. Hab die Folge ja noch nicht ganz gesehen, aber was man im Netz mal eben finden konnte, sah schon ganz nett aus. Zum Beispiel diese eyePhone Werbung:

Etwas anderes gefiel dann aber wohl nicht so gut, denn die folgende Szene lief so nur im Fernsehen:

Online wurde die Folge ohne den Zusatz “Introducing the all new eyePhone 2.0” präsentiert. Das kann eine seltsame Panne sein, oder womöglich ein Vorgehen von Apple. Genaueres weiss man natürlich nicht, aber wenn es so wäre, wäre das schon ein starkes Stück.

Posted by Patrick Jedamzik On Juli - 6 - 2010 Film & Fernsehen Sonstige Themen

Wer noch dachte, dass Lena Meyer-Landrut eine 19 jährige Sängerin ist, die den Eurovision Song Contest gewonnen hat, muss sich eines besseres belehren lassen: Lena Meyer-Landrut ist eine Marke und sie gehört Raab TV. Tja, so schnell wird man offensichtlich von einem Menschen zu einer Marke. Hintergrund:

Nachdem der unter anderem für Science Fiction und Fantasy bekannte Heyne Verlag unlängst eine Biografie mit dem Titel [extern] “Lena – Einfach raus und leben” ankündigte, bekam er Post von einer Kölner Kanzlei, die behauptete, dass [local] Stefan Raabs Firma Raab TV die Inhaberin “sämtlicher ausschließlicher Nutzungsrechte an dem Namen Lena Meyer-Landrut” sei und selbst “in erheblichem Umfang eigene gleichgelagerte Produkte vertreiben” werde.

Der Verlag werde die Biographie dennoch am 2. August herausbringen. Mal abgesehen davon, dass ich mich – ohne jetzt etwas gegen Lena sagen zu wollen – frage, wieso es für eine 19-jährige deren Karriere gerade erst begonnen hat schon eine Biographie geben muss, halte ich das auch für richtig. Lena ist nunmal mehr als eine Marke, sondern eine Person des öffentlichen Lebens. Und diese muss nunmal auch damit leben, dass über sie geschrieben wird – auch von Leuten, die sie nicht nach oben gebracht haben.

Posted by Patrick Jedamzik On Juli - 2 - 2010 Sonstige Themen

Im Bezug auf den Streit zwischen Thalia und Ennsthaler gibt es eine Entspannung. Helge Fahrnberger – der Autor des ursprünglichen Artikels – hatte eine Email erhalten, nach der die Geschäftsbeziehungen zwischen Thalia und Ennsthaler wieder aufgebaut wurden. Die Facebook Seite von Thalia ist allerdings verschwunden, aber nach eigenen Informationen nicht geplant.

Posted by Patrick Jedamzik On Juni - 30 - 2010 Sonstige Themen

Beim Computer oder dem iPhone ist es bestimmt praktisch: Multitasking. Mehrere Fenster die gleichzeitig geöffnet haben ist schon toll. Problematischer wird es da schon in der Realität. Nebenbei einen Videopodcast gucken neben dem Artikel schreiben, geht vielleicht gerade so, aber selbst das lenkt doch etwas ab. Wie ineffektiv Multitasking doch sein kann, könnt ihr ja bei imgriff.com mal selber ausprobieren. Ich war beim Lösen der Aufgabe im “Multitasking-Modus” ganze 13 Sekunden langsamer – also brauchte für die Aufgabe 1,5 mal so lang, wie normal. (26 normal, 39 beim Multitasking). Und wenn man ehrlich ist: Zuviele Programme auf dem Rechner belasten diesen doch auch deutlich :)

Posted by Patrick Jedamzik On Juni - 28 - 2010 Sonstige Themen

Heute stand die Deutsche Nationalmannschaft also im Achtelfinale gegen den “Lieblingsgegner” England. Das Ergebnis ist nichts neues: 4:1 haben die deutschen Spieler gewonnen und England damit die größte Niederlage während einer WM zugefügt. Und noch eine andere Ungerechtigkeit ist mehr oder weniger gesühnt worden: 44 Jahre nach dem berühmten Wembley Tor – bei dem England ein Tor gegeben wurde, obwohl der Ball nicht hinter der Torlinie war – wurde heute ein gültiges englisches Tor nicht gewertet. Zugegeben: 1966 war es deutlich unklarer und anders als bei dem alten Tor musste man nun nicht 24 Jahre auf die Klärung die Frage warten, ob es nun ein Tor war oder nicht. Aber ich wage auch mal zu behaupten, die Auswirkungen waren geringer heute. Während damals in der Verlängerung das Endergebnis von 4:2 dadurch zustande kam, dass Deutschland die Abwehr öffnete und mehr auf Angriff spielte, hatte die englische Mannschaft doch auch nach der Entscheidung weiterhin aktiv gespielt, aber eben nicht ganze 90 Minuten lang, sondern vielleicht 30.

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Posted by Patrick Jedamzik On Juni - 28 - 2010 Sonstige Themen Spiele

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