Es ist schon etwas skurril, wenn man den Medien entnehmen kann, dass der Tornadoeinsatz beim G8 Gipfel ohne Nachfrage durch das Innenministerium Mecklenburg-Vorpommerns alleine durch den Einsatzleiter der Polizei angefordert wurde. So stimmte dieser wohl mit dem Kommandanten des Fluggeschwaders die Missionen ab – wie man inzwischen weiss auch erst mit späterer Kenntnis des Verteidigungsministeriums. Ich denke, dass man hier die Befehlsstrukturen für den Einsatz von Bundeswehr selbst im Rahmen der Amtshilfe eingehend prüfen muss, denn dass ein einzelner Polizist nun schon Einsätze der Bundeswehr anfordert geht wohl doch etwas zu weit…
Heute hat Peter Wahl, seines Zeichens Mitglied des Koordinierungskreis von attac (für die NGO Weed), in der Wochenzeitung Freitag einen Artikel zur Gewaltfrage veröffentlicht, der ziemlich gut das ausdrückt, was ich auch denke
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Hmm…vor wenigen Tagen habe ich mich noch über einen Vergleich aufgeregt und nun der Titel “Reddelich=Afghanistan”? Nun beileibe will ich nicht das G8 Protest-Camp in Reddelich mit der Kriegssituation in Afghanistan oder gar Demonstranten mit den Taliban gleichsetzen, aber zumindest was die Mittel angeht, sieht die Bundesregierung dies anders: Vor wenigen Monaten wurden sechs Tornados zur Aufklärung nach Afghanistan geschickt, nun flogen sie auch über das Camp in Reddelich. Im Tiefflug von 150 Metern wurden so Aufklärungsbilder gemacht, um “in verschiedenen Geländestreifen Veränderungen der Bodenbeschaffenheit und Manipulationen an wichtigen Straßenabschnitten durch einen Vergleich des Bildmaterials zu erkennen”. Ob es rechtlich verboten ist, weiss ich nicht, denn immerhin wurden Tornados ja auch schon eingesetzt um vermisste Menschen mittels Wärmebildkameras aufzufinden – ich werde dem nachgehen. Politisch ist es jedenfalls schon ziemlich unklug und zu kritisieren, denn welche Erkenntnisse über “Bodenbeschaffenheit” und “Manipulation” könnte denn in diesen Tagen ein Polizeihubschrauber nicht erfassen?
UPDATE: Das Video dazu:
[youtube HHckcoM9_G8]
Nach einer Woche Protest sitze ich in der Bahn und möchte die Zeit nutzen, ein kleines Resüme über die letzten Tage zu ziehen. Bekanntlich begann der Protest mehr als ungünstig, ja schockierend mit den Bildern von letzten Samstag, als eine kleine Minderheit von Autonomen das Bild der friedlichen und schönen Demo bestimmte. Es hatte vorher alles gepasst: Die Bilder waren schön, es war bund, laut und voller Spaß und dann rassten plötzlich Wasserwerfer heran. Zu sehen, wie am anderen Ende des Platzes das Wasser spritzte schockierte mich zutiefst. Als ich dann abends in der Ferienwohnung dann alle Bilder sah, sank die Motivation auf den Nullpunkt. Man rackert sich wochenlang ab, hat eine schöne bunte Veranstaltung auf die Beine gestellt und wurde dabei von der Polizei nicht gestört sondern unterstützt und dann kommen einige Chaoten und meinen dies selbst in die Hand nehmen zu müssen. Es ging fortan nicht mehr um Inhalte, nicht mehr um Kritik, sondern nur um Gewalt. Globalisierungskritik stand in der Gefahr in eine gewalttätige und irreale Ecke gestellt zu werden. Read the rest of this entry »
[inspic=272,left,fullscreen,180]Heute endete meine G8 Woche mit dem Konzert “Deine Stimme gegen Armut” von Herbert Grönemeyer. Rund 70.000 Menschen hatten sich auf dem IGA Gelände versammelt um dort zusammen mit Grönemeyer, den Toten Hosen, Seeed, den Fantastischen Vier und vielen anderen Bands ein Zeichen für die Verantwortung entwickelter Länder zu setzen. Erweitert wurde dieses Event um Musiker und Vertreter der Zivilgesellschaft von acht ausgewählten armen Ländern der Erde. Read the rest of this entry »
[inspic=237,right,fullscreen,180]Der heutige Tag begann mit der Frage, wie früh es zum ersten Workshop des Alternativgipfel gehts. Naja, die Frage erübrigte sich, als noch ein wenig für den Kirchentag (der im übrigen heute startete) vorbereiteten musste – was mich aber nicht wirklich störte. Naja, dann ging es aber doch zu einem Workshop zur Bank des Südens – mehr dazu in den nächsten Tagen – im Hinterkopf aber tolle Bilder von den Blockaden und der Gedanke irgendwie mehr machen zu müssen. Read the rest of this entry »
[inspic=227,,fullscreen,0]
Heute um 12 Uhr wurde mit einer Andacht in der Marienkirche in Rostock den Opfern der Vorkommnisse vom letzten Samstag gedacht und ein Zeichen gegen Gewalt gesetzt.
Weitere Infos im erlassjahr.de Blog.
[inspic=212,left,fullscreen,180]Es ist war mein Tag 5 in Rostock und weiterhin ist die Lage unklar. Gestern – zwei Tage nach den Vorfällen am Samstag – kam es wieder zum zu Auseinandersetzungen und im Presszelt überschlugen sich die Meldungen: Kommt es zu einem massiven Polizeieinsatz am Sutower Kreuz? Kommen wirklich mehr Autonome nach Rostock, wie von der dpa berichtet? Von daher ergibt sich schon eine größere Anspannung: Was passiert? Wo ist das “Brüderchen”? Read the rest of this entry »
Auf youtube habe ich ein satirisches Video gefunden, welches sich gegen Gewalt ausspricht und unter dem Slogan “Steine für die Welt” deutlich macht, wie die Autonomen den Zielen geschadet haben.
[youtube qZCARFWfWjA]
Nur als kurzer Nachtrag: Heute war Rostock sehr ruhig und auch die – verständlicherweise – massive Polizeipräsenz vom Vorabend war verschwunden. Als ich am Abend noch zum Hafen gegangen bin um das zweite Konzert mitzuerleben standen nur einige kleine Grüppchen Polizisten am Straßenrand und kontrollierten (mehr oder weniger) stichprobenartig die Teilnehmer auf Flaschen, etc.