Liveberichte und Reportagen aus Westeros

Westeros ist eine ziemliche Krisenregion:

Vermittlungsversuche sind wiederholt gescheitert, Waffenruhen wurden gebrochen, auf allen Seiten Grenzen überschritten. Aus einem überschaubaren Konflikt wurde ein Vielfrontenkrieg, aus einem Staatenbund erneut ein Flickenteppich wechselnder Allianzen.

Und für alle, die es nicht kennen, es ist fiktonal. Nichtsdestotrotz berichtet die Deutsche Welle anlässlich des 20. Geburtstags deren Onlinegang ganz neutral und sachlich aus der Welt von “Game of Thrones”. So erfährt man beispielsweise, dass den Sieben Königreichen wegen der Verschwendung eine Herabstufung der Kreditwüdigkeit auf den Finanzmärkten ins Haus steht, ein Portait von Daenerys Targaryen oder erfährt “5 Dinge, die man über die Nachtwache wissen muss“.

Und auch auf Twitter laufen aktuelle Meldungen. Zum Beispiel das Wetter:

Alles in allem eine lustige und ironische Aktion des Deutschlandfunks, der damit auch seine Sachlichkeit bei fiktionalen Hintergründen beweisen kann. Hier geht es zur Sonderseite “Live aus Westeros

Game of Thrones knackt wieder illegalen Downloadrekord

Game of Thrones knackt wieder illegalen Downloadrekord

Die neue Staffel von Game of Thrones bricht wieder alle Rekorde. Vor wenigen Tagen lief die vierte Staffel der Fantasy Reihe um die Bücher von George R. R. Martin an und brachte direkt den Server des Pay-TV Senders HBO zum Absturz. Über 6 Millionen Menschen schalteten auch bei der zweiten Folge wieder ein – ein Zuwachs von 48 Prozent. Hinzu kamen aber 1,5 Millionen illegale Downloads in den ersten 24 Stunden. Damit bricht diese Folge den Rekord der letzten Folge der dritten Staffel.

Einer der Gründe ist wahrscheinlich, dass es keine Möglichkeit abseits eines HBO- (oder in Deutschland Sky-) Abonnements gibt, die Serie zeitnah zu gucken. Rechtfertigung? Sicherlich nur begrenzt, aber es erklärt, dass diese Serie stärker als andere illegal geguckt wird.  Für HBO scheint sich das Geschäftsmodell dennoch zu lohnen. Das Problem gibt es immerhin schon seit einigen Jahren und war in einem Comic verarbeitet worden. Außerdem wurden die Staffeln 5 und 6 schon bestellt.

Jan Böhmermann legt Stefan Raab rein

Irgendwie poste ich vor allem Videos aus dem Neo Magazin mit Jan Böhmermann, aber in den letzten Wochen legt er auch echt nochmal zu. Jetzt mit einer Aktion, die es auch in die breiteren Medien geschafft hat: Stefan Raab hatte bei TV Total vor kurzem ein Video einer angeblichen chinesischen Kopie von “Blamieren oder Kassieren” gezeigt, aber am Ende war dies eben nur eine Aufnahme der Crew um Jan Böhmermann. Aber seht selbst:

Raab gratulierte nach Medienmagazin DWDL zu dieser gelungenen Aktion.

Eine Hymne auf die 90er Jahre

Vielen vielleicht unbekannt läuft auf ZDF Neo seit einiger Zeit eine neue Sendung mit Jan Böhmermann – das Neo Magazin. Seit kurzem auch mit dem Grimme – Preis ausgezeichnet. Und gestern ging es dabei auch in die 90er Jahre zurück in diesem genialem Video:

Vor einiger Zeit gab es auch eine nette Monkey Island Anspielung:

Also alle die die Sendung nicht kennen, können ja mal in der Mediathek hinein gucken. Die Sendung ist sogar dort mehr gesehener als im TV.

Prime Kunden jetzt auch Lovefilm Kunden

Kunden von Amazon Prime können sich darauf freuen, ab morgen auch den kompletten Zugriff auf das Lovefilm Archiv zu haben und damit Fernsehserien oder Filme kostenlos im Stream zu sehen. Kostenlos ist dabei relativ. Dieses Jahr ist dies in dem Jahrespreis von 29 Euro noch enthalten, aber ab 2015 soll dies dann 49 Euro kosten, also gut 20 Euro mehr. Und das Problem: Das Filmangebot ist – soweit ich es bisher sehen konnte – doch durchwachsen. Im VoD Angebot finden sich für 2013 gerade mal 17 Einträge und keine Filmblockbuster. Gut, man zahlt weniger als 2 Euro mehr pro Monat und für weniger als 5 Euro bekommt man seine Bestellungen per Paket, kann sich für den Kindle pro Monat ein Buch ausleihen und hat eben Zugriff auf diese Filmdatenbank. Ob es sich für mich lohnt, werde ich in den nächsten Tagen feststellen :)

Wolf of Wall Street

Am Freitag Abend wollte ich eigentlich den Jahresabschluss der GRÜNEN hinter mich bringen. Stattdessen ging es sehr spontan noch ins Kino. Ganz ohne Zahlen allerdings auch nicht: Wolf of Wall Street wurde kurzfristig ausgesucht.

In diesem Film geht es um Jordan Belford, der als Broker an der Wall Street anfängt und schließlich viel Geld verdient, um dann immer mehr den Legalen Weg zu verlassen, Geld ins Ausland zu schaffen oder Aktien von Unternehmen zu halten, die man selber an die Börse brachte.

Okay, die Zusammenfassung ist sehr kurz, aber ich glaube das passt auch schon so. Wer will, kann ja bei Wikipedia mehr lesen. Ich hatte mich nicht wirklich vorbereitet auf den Film und gedacht, er wäre mehr auf die aktuelle Finanzkrise bezogen. Es werden zwar Andeutungen gemacht, z.B. als erklärt wird, dass Kunden ihren Gewinn nie auszahlen dürfen, weil er dann “real” werde und stattdessen lieber in neue Aktien investieren sollten. Eine Blase irrealen Vermögens also.

Dennoch: Der Film ist das Portrait eines Mannes, der oft dem (amerikanischen) Ideal entspricht: Wohlhabend, galant und selbstbewusst lebt Belford den amerikanischen Traum, aber er geht eben dabei über Leichen – Leute, die in völlig wertlose Aktien investieren – und bricht irgendwann das Gesetz, als Macht und Geld ihn korrumpieren. Am Ende steht der hart arbeitende und bahnfahrende Polizist besser da, als der reiche Broker.

Leonardo Di Caprio, aber auch die anderen Darsteller spielen ihre Rollen perfekt. Der Film bietet damit charakterliche Sprünge und  Sex, Drugs und Money bestimmen ihn eigentlich dauerhaft.

Ich würde ihm 4/5 Sternen geben, wie auch immer. Gute Unterhaltung, manchmal mit Längen (3 Stunden Film), manchmal überspitzt.

Catching Fire – Hunger Games 2

Catching Fire - Hunger Games 2

Die-Tribute-von-Panem-Catching-Fire-DE-PosterGestern Abend ging es in die Vorpremiere von Catching Fire, dem zweiten Teil der “Hunger Games”-Reihe. Worum es geht ist schnell erzählt: Katniss Everdeen, Gewinnerin der letzten Hunger Spiele muss damit kämpfen, was ihr Clou am Ende dieses unmenschlichen Wettkampfes mit Panem angerichtet hat. Revolution schwebt in der Luft und ihre Rolle als Hoffnungsträger ist dem Präsidenten Snow natürlich ein Dorn im Auge. Und so kommt er auf eine fiese Idee, um sie nochmal in die Arena zu schicken.

Der Film hat mir gut gefallen. Er ist sicher kein Highlight der Filmgeschichte, aber eben eine gut gemachte Umsetzung des Buches. Meine Kritik am letzten Fall wurde auch etwas stärker aufgegriffen, denn die nur für die Kamera dargestellte Liebe zu Peeta, ist nun auch als solche deutlicher gemacht worden. Wie es einem Menschen geht, der vielleicht diese Liebesgeschichte ins Zentrum gestellt hatte und damit nur den ersten Film kennt, mag das vielleicht seltsam vorkommen, aber näher am Buch und eben medienkritischer.

Ich bin nun gespannt auf den dritten Teil der Trilogie, der bei den Büchern m.E. eher enttäuschend war. Das lag aber auch daran, dass die Erzählung den Eindruck erzeugte, Katniss wäre nur Beiwerk und bekommt die geschehenen Ereignisse nur geschildert. Ob man dies im Film aufbrechen kann, weiß ich nicht. Aber wenn man dort Medienkritik und Propaganda voran bringt, kann der Film sicherlich einiges bieten. Etwas problematisch sehe ich, dass man diesen Abschluss wieder in zwei Teile aufteilt, wie man es in letzer Zeit immer öfter erlebt. Ich befürchte, dass man damit etwas künstlich streckt, um mehr aus dieser Trilogie heraus zu ziehen. Aber gut, beim Hobbit wurde ich auch eines besseren Belehrt. Der erste Teil des letzten Films kommt in einem Jahr am 21. November in die Kinos.

Schaden im GTA 5 Trailer: 9,5 Millionen Euro [Update: Versicherung im Spiel]

Ich werde die Tage sicher noch über GTA 5 bloggen. Wem das nichts sagt: Es ist ein Computerspiel, bei dem man – sehr zusammengefasst – einen Verbrecher spielt (im 5. Teil sogar drei) und sein Geld mit illegalen Aktivitäten verdient. Der Name “Grand Theft Auto” geht auf das Prinzip zurück, dass Autos gestohlen werden. Inzwischen geht es aber weit darüber hinaus. Hier mal ein Trailer:

Nicht auf diesem Trailer, aber auf einem anderen hat die Allianz mal berechnet, dass in 1,5 Minuten Schäden von ca. 9,5 Millionen Euro entstanden. Beispiel gefällig?

Haus per Molotowcocktail in Brand gesetzt. Leichte Explosion, Ranch-Haupthaus, Holzbauweise, erbaut 1884, zwei Stockwerke, ca. 150 Quadratmeter Wohnfläche, inklusive Mobiliar, komplett ausgebrannt und zerstört.
Schaden: 320.000 Euro

Umliegende Wiese auf 100 Quadratmeter verbrannt.
Schaden: Keiner. Der Rasen wächst kommendes Jahr wieder nach

Die komplette Schadensakte findet ihr hier. Interessant ist auch, dass es im Spiel eine Börse gibt und an dieser eine Versicherung aktiv ist. Diese soll gerüchteweise auch auf den Spieler und dessen Verwüstungen reagieren. Genauer getestet habe ich es nicht, aber als ich von diesem Tipp gehört hatte und investieren wollte, war der Kurs deutlich angestiegen in den letzten (Spiel-)Tagen. Zufall oder der Hinweis auf meinen etwas rabiaten Fahrstil? :)1

Im übrigen: Dies ist nicht der höchste Schadensfall: Beim Hobbit wurde eine Schadenssumme von 326.188.250 Euro festgestellt. Nur die drei versteinerten Trolle werden wohl nichts davon bekommen:

Drei Fantasygestalten (Trolls, 3 m groß) werden von Zauberhand in Steinfiguren verwandelt
• Von Angehörigen ist nichts bekannt, die Ansprüche stellen könnten. Das Erbe (der Trollschatz in der Höhle) wurde auch nicht angetreten
• Beerdigungskosten entfallen, da die Trolle nun ihre eigenen Grabsteine sind.
• Also: hier kein Schaden

Diesen Bericht findet ihr direkt darunter. Daneben auch einen für Max & Moritz (1645,60 Euro), Michael Vaillant (773.500 Euro) oder James Bond (4.702.150 Euro).

  1. Dieser Absatz [ab "Interessant ist auch"] wurde später eingefügt. []

Die Zukunft des Fernsehens (oder wie man mit Spoilern einen Text verbockt)

Vorhin war ich auf einen interessanten Artikel aufmerksam geworden, den der Journalist Richard Gutjahr unter dem Titel “Breaking the utterly bad: Die bevorstehende TV-Revolution” veröffentlicht hat. In diesem geht es um die Zukunft des Fernsehens und es beginnt mit der These:

Fernsehen erlebt aktuell eine Renaissance, wie man das vor Jahren kaum für möglich gehalten hätte. Ausgelöst wurde dieser Imagewandel nicht etwa durch neue Technologien, sondern durch die Inhalte. TV-Serien, monumental wie Wagner-Opern (Game of Thrones), episch wie Shakespeare (Breaking Bad), packend wie Hitchcock (Homeland) und journalistischer als CNN (The Daily Show with Jon Stewart).

Eben darüber, dass man sich Serien eher aufspart und dann am Stück guckt und den Umgang in sozialen Medien damit. Vor allem später geht es dann aber um Alternativen zum klassischen Fernseher durch Anbieter wie Netflix, Google, Amazon, etc.

Ich muss zugeben, dass ich den zweiten Teil aber eher nur überflogen habe, denn der Artikel bringt im Absatz über soziale Medien1 einen Spoiler zu Breaking Bad – ohne Warnung im Nebensatz. Es ist auch nicht so, dass man damit etwas zeigen würde. Jeder kennt doch einen Spoiler und vielleicht auch das Gefühl, wenn einem dieser untergeschoben wird.

Zu einem Kommentar diesbezüglich2 schreibt Gutjahr nur “Q.E.D.”. Um es mal etwas böse auszudrücken. Der Journalist behauptet es gibt ein Problem mit plötzlich aufkommenden Spoilern, bringt dann auch gleich einen und wenn sich dann jemand darüber aufregt, sieht er dies als Bestätigung seiner These an. Ich weiß ja nicht. Im Gegenteil erlebe ich bei Artikeln eher, dass deutlich zu Beginn darauf hingewiesen wird, dass der Artikel Spoiler zu XYZ enthält. So kann man das selber entscheiden. Und natürlich muss man etwas aufpassen, wenn man nicht überrascht werden will: Einem entsprechendem Twitterhashtag zu folgen, während die Sendung läuft wäre beispielsweise selten dämlich. 

Für mich war der Artikel dann gegessen. Die Stelle kann nicht anders als – wie im Kommentar auch so bezeichnet – als dreist gesehen werden. Gutjahr wollte an der Stelle nichts darstellen, sondern provozieren und Leser verärgern. Das ist im gelungen – leider.

Da viele der Thesen dennoch nicht uninteressant sind gibt es nun auch den Link zu dem Artikel. Ob nun Leseempfehlung oder nicht, überlasse ich euch :) Ich nehme die Info einfach mal so mit und freue mich trotzdem auf die letzten Folgen Breaking Bad.

P.S. Im übrigen: Das Spoilerproblem in dieser Form ist mir vorher erst einmal passiert: Analog, in der TAZ. Diese hatte am Tag der letzten Folge von 24 nämlich auch einen solchen Spoiler in einen Zeitungsartikel eingepflegt. Soviel zum gefährlichen Netz. 

  1. “Beginnt mit Lebhafte Diskussionen bei Facebook oder Twitter…” direkt unter dem Bild aus Breaking Bad []
  2. “Gehts noch? Spoilert das Ende von Breaking Bad ohne Warnung. Unfassbar, wie dreist kann man sein? Gleich aus dem RSS geschmissen.”, Quelle []

Schulz in the Box

Gestern Abend lief die erste Folge von “Schulz in the Box” auf ProSieben. Olli Schulz war mir insbesondere durch neoParadise und ein wenig durch Circus HalliGalli. Und jetzt eine eigene Sendung. Ich wusste nichtmal genau, was es wird. Dokumentation, Show, Reportage, Klamauk? Und wurde positiv überrascht.

Bei “Schulz in the Box” steigt Olli Schulz eben in eine Kiste und verbringt dann einen Tag in eine andere “Welt”, Subkultur, etc. versetzt. Gestern zum Beispiel in eine Hippie-Kommune aus Veganern, die mit Sexvideos den Regenwald schützen. Interessant daran war dann, wie man damit umgeht.

Und da war ich doch überrascht. Positiv. Privatfernsehen ist ja weniger durch gute und vor allem respektvolle Reportagen bekannt. Natürlich macht Olli Schulz das ganze auf seine besondere und lockere Art, aber in jedem Fall ist er sehr respektvoll. Ihr könnt euch ja hier mal selber ein Bild machen, denn die Folge kann man komplett im Internet sehen.

Sie erinnerte mich ein wenig an Wild Germany. Nicht von der Art der Reportage, die ist bei Wild Germany deutlich ernster als bei Schulz in the Box. Manuel Möglich ist eben nicht Ollo Schulz. Es geht um den Respekt für verschiedene Lebensformen und auf den ersten Blick skurriles. In beiden Sendungen geht es darum, sich in andere Gruppen einzufühlen und auch zu versuchen, dies nachzuvollziehen.

Ich bin jedenfalls gespannt, wie es weitergeht mit dieser Serie.