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Politisches Blog von Patrick Jedamzik

Hab ich irgendwas nicht mitbekommen oder sprudelt das Öl im Golf von Mexico noch immer lustig vor sich hin? BP hatte ja mal mehrere Versuche unternommen das Leck zu schließen, aber irgendwie tut sich da nichts, oder?

Also zumindest nicht, was den Austritt des Öls angeht. Für das Öl, was bereits im Meer rumschwimmt ist ja nun ein Riesentanker im Einsatz, der das Wasser reinigen soll. Wenn der wirklich so effektiv ist, wie im Artikel genannt, lohnt sich das ja sicher schon:

Die “A Whale” soll täglich knapp 80 Millionen Liter verdrecktes Wasser aufnehmen und es vom Öl trennen können. Das sind beinahe so viel wie innerhalb der fast 70 Tage nach dem Unglück auf der “Deepwater Horizon” insgesamt gefiltert wurden – von teilweise bis zu 650 kleineren Schiffen.

Bleibt nur eben das Problem, was mit dem restlichen Öl passiert. Bisher sind es ja “nur” fünf bis sechs Prozent des Ölvorkommens dort, die ausgetreten sind, wie man hier lesen kann. Und es kann noch schlimmer kommen, wenn das Erdreich tief im Meer aufreißen sollte und das gesamte Vorkommen ins Meer entlässt.

Vor einiger Zeit hatte ich ja schonmal eine Karte mit den Ausmaßen der Katastrophe gepostet. Inzwischen hätte eine solche Katastrophe in Gelsenkirchen beginnend nicht nur die Niederlande erreicht, sondern auch Großbritannien und Hannover:

mapöl2

Mehr als Abwarten kann man aber wohl nicht. Und selbst Informationen aus der Region könnten schwerer zu bekommen sein, wo die Presse in den USA nun offensichtlich in ihrer Berichterstattung eingeschränkt wird.

Posted by Patrick Jedamzik On Juli - 5 - 2010 Amerika Umwelt

In einer Woche ist es so weit und mit viel Brumborium wird Barack Obama zum 44. Präsident der Vereinigten Staaten vereidigt. Die Amtszeit seines unbeliebten Vorgängers George W. Bush endet dann und damit auch seine Immunität. Es gibt bereits einige “Ideen” dafür, wie man ihn hinter Gitter bringen kann.

bushanklagebuchVor einiger Zeit hatte der ehemalige Staatsanwalt und Autor Vincent Bugliosi bereits das Buch “Anklage wegen Mordes gegen George W. Bush” veröffentlicht, in dem er – quasi als Vorarbeit für einen anderen Staatsanwalt – darlegt, wie man George W. Bush des Mordes überführen könnte. Eins vorweg: Die Zahl getöteter Iraker spielt keine Rolle. Um ihn nämlich vor einem amerikanischen Gericht zu verurteilen, zählen nur getötete Amerikaner, also Soldaten. Und diesbezüglich wird es dann – nach einer Lektüre des Buches bis zur Hälfte – meines Erachtens schwierig stichfest nachzuweisen. Da George W. Bush ja nicht selber mit der Kanone auf die Soldaten geschossen hat, wird also zunächst herangezogen, dass er sie wissentlich in den Tod geschickt habe. Und schließlich muss dann noch nachgewiesen werden, dass dies nicht in einem Akt angenommener Notwehr stattfand, sondern eben vor dem Hintergrund einer nachweislichen Lüge. Klingt im ersten Moment jetzt auch nicht so schwer, aber es gibt eben den Unterschied zwischen der Bauchmeinung und dem, was man am Ende vor Gericht wirklich  eindeutig und zweifelsfrei vorlegen kann. Und darum bezweifle ich ein wenig, dass es zu einem solchen Schritt kommt, denn das Risiko für einen Staatsanwalt am Ende zu unterliegen ist – nach meinem Laienverständnis – doch etwas zu hoch und bei der Medienöffentlichkeit ist die Karriere so schnell beendet, wie man sie begonnen hat. Im übrigen ist die Staatsanwältin, von der ich entsprechendes in dem Bericht von TTT gehört hatte, bei den Wahlen im November gescheitert. Wohl nicht wegen Bush, aber wohl, weil sie sonst nichts vorzubringen hatte als Bush. Und das alleine reicht – vielleicht zum Glück – für ein solch wichtiges Amt nicht aus.

Aber auch von anderer Seite könnte Bush Übles drohen: Obama hatte angedeutet, dass Bush sich womöglich für die Genehmigung von Folter rechtfertigen müsse. Und nicht nur das: Der Kölner Stadtanzeiger, der dies unter anderem berichtete, sieht auch einige andere Verwicklungen:

Wenn der Rausch der Obama-Amtseinführung vorüber und der Alltag wieder ins Weiße Haus eingekehrt ist, werden weitere haarsträubende Details ans Licht kommen, die unter anderem belegen, dass das Finanzgebaren der Bush-Regierung teilweise nicht viel seriöser war als das Schneeballsystem des Finanzbetrügers Bernie Madoff.

Wie es weitergeht, wird man wohl kaum sagen können. Obama wird in den ersten Tagen sicherlich mit Finanzkrise, Millardenloch im Haushalt, zwei Kriegen und anderen Problemchen dieser Welt mehr zu tun haben, als mit dem Amtsvorgänger abzurechnen. Aber egal wer diesen Schritt tut: Er wäre für das Ansehen der USA als Rechtsstaat sicherlich förderlich. Aber womöglich genauso unwahrscheinlich…

Posted by Patrick Jedamzik On Januar - 12 - 2009 Amerika Internationales

Zwei kleine Links zu morgen zu meinen Lieblingstieren: Die FAZ hat heute einen längeren Artikel über Ameisen gebracht und bei Spreeblick waren sie bereits gestern die Spezies des Monat ;) Dort gab es auch ein nettes Video über das Zerlegen eines Gekos:

Meine Ameisen erleben grade die schwerste Phase des Jahres und man muss gucken, wie es nach der Winterpause aussieht. Die rote Waldameise (myrmica rubra) hatte mir im Vorfeld schon Sorgen gemacht, da nicht so aktiv waren, wie ich es im zweiten Jahr erwartet hatte und die Messor barbarus Kolonie ist eben noch recht frisch dabei. Naja, Ende Februar wird man sehen, ob die Kolonien die Kältephase überlebt haben…

Posted by Patrick Jedamzik On Januar - 8 - 2009 Amerika

Aus aktuellem Anlass hier die beiden Reden von John F. Kennedy und Ronald Reagan in Berlin:

(Deutsche Übersetzung der Rede von Kennedy)

Es wird ja gerne davon ausgegangen, dass die Rede heute Abend ähnlich historisch werden würde, wobei diese Erwartung schon etwas übertrieben ist. Obama wird sicherlich versuchen diese Reden einzubeziehen, aber beide Reden haben ihre Bedeutung eben auch aus dem historischen Hintergrund.

Kennedy kam nach dem Mauerbau in die nun geteilte Stadt. Die Teilung war ein gewaltiger Schock für die Bewohner Berlins, beendete aber auch faktisch die zweite Berlin Krise. Mit diesem Besuch stärkte Kennedy das Vertrauen in den amerikanischen Bündnispartner und dessen Sicherheitsgarantien für das freie Berlin. Und Reagans Rede gewinnt insbesondere durch den Wandel im Osten und schließlich den Mauerfall zwei Jahre später seine große Bedeutung.

Wenn ein nichtmal bestimmter Präsidentschaftskandidat1 nun ohne großen historischen Hintergrund eine solche Rede hält, kann diese sehr gut werden – dass hat er bei seiner Rede zur Rassenfrage “A more perfect union” bewiesen – aber historisch ist schon etwas viel erwartet. Ich bin jedenfalls mal gespannt, denn über das transatlantische Verhältnis wird es sicher gehen. Wie gesagt ab 18.302 gibt es hier ja ein Live-Blog mit Kommentarmöglichkeit ;)

  1. die formelle Nominierung findet ja erst Ende August statt []
  2. vielleicht etwas später []
Posted by Patrick Jedamzik On Juli - 24 - 2008 Amerika US Wahl 2008

* 1735 | † 1826 | Partei: Föderalist | Herkunft: Massachusetts

image Nach George Washington folgt nun der zweite Präsident der Vereinigten Staaten John Adams, der an der Unabhängigkeitserklärung mitschrieb, erfolgreicher Diplomat in Europa und vor seiner Amtszeit Vizepräsident unter Washington war. Nach einer Studie des Wall Street Journals gilt er als überdurchschnittlich (Platz 13). Charakterlich gilt er als übertrieben Eitel.

Geboren wurde Adams 1735 in Braintree in Massachusetts etwas südlich von Boston. Bei seinen Vorfahren finden sich auch die ersten Puritaner 1630 in Massachusetts, aber auch auf einen Pilgervater der “Mayflower” kann Adams zurückblicken.

Adams Eltern waren Farmer und nicht wirklich reich, konnten dem Jungen jedoch eine gute Schulbildung finanzieren. 1751 zog es Adams zum Havard College in Cambridge. Nach seinem Abschluss unterrichtete er zunächst als Lehrer, bevor er in einer Rechtsanwaltskanzlei arbeitete und ab 1758 auch als Anwalt zugelassen wurde. 1764 ehelichte er Abigail Smith, die sich für ihn zu einer wesentlichen Stütze des oft von Depressionen geplagten Mannes entwickelte. Read the rest of this entry »

Posted by Patrick Jedamzik On Juli - 10 - 2008 Amerika Geschichte

Vor etwas über eine Woche hatte der Supreme Court eine Entscheidung zum Waffenbesitz in den USA gefällt, der hierzulande entweder mit Unverständnis aufgenommen wurde oder einfach falsch dargestellt wurde, wie beispielsweise bei Spiegel Online:

Zum ersten Mal in der US-Geschichte hat der Oberste Gerichtshof den Bürgern ein Grundrecht auf den Besitz von Handfeuerwaffen bescheinigt.

So kann man das nicht sagen, erst recht nicht so, wie es dort die Überschrift bescheinigt: “Oberes Gericht spricht US-Bürgern Recht auf Waffen zu”. Fakt ist: Das Gericht hat ein Recht bestätigt – kein neues geschaffen. Einen interessanten Bericht dazu mit den entsprechendem Hintergrund der amerikanischen Kultur findet man bei USA erklärt.

In jedem Fall finde ich die Diskussion und manchmal die Häme hier in Deutschland interessant – insbesondere wenn sie von denjenigen kommen, die sonst meinen, man könne anderen Gesellschaften doch keine Kultur aufdrücken.

Die USA haben im Bezug auf das Verhältnis von Staat und Bürger eine andere Einstellung als “wir” in Deutschland oder Europa. Während hier eher der sorgene Staat gewünscht wird, ist der Staat in den USA eben noch eher im Hintergrund und Grundrechte müssen auch gegen den Staat geschützt werden. Also die Aussage “Was ist wenn der König von England kommt” aus Bowling for Columbine (oder so ähnlich) für den Waffenbesitz bezieht sich nicht nur auf eine Bedrohung von außerhalb, sondern eben auch den besten Schutz gegen einen totalitären Staat. Der Staat soll dort nicht vor seltsamen Sekten schützen, denn dies ist Religionsfreiheit – sagen selbst Eltern von Kindern, die durch solche umgekommen sind. Auch in der Sozialpolitik ist der Staat ja bewusst eher schwach aufgestellt.

Man mag vieles hier anders sehen oder von mir aus auch belächeln, wie man auch skurrile Dinge aus anderen Ländern, aber man sollte die andere politische Kultur eben auch respektieren, vor allem wenn diese – anders als in die vielen anderen Staaten, denen angeblich “westliche Werte aufgezwungen” werden – diese demokratisch anpassen könnten.

Posted by Patrick Jedamzik On Juli - 5 - 2008 Amerika

Wer – wie ich in letzter Zeit – an Zeitmangel leidet, wird zu schätzen wissen, was eine gute Zusammenfassung wert ist. Auch für diejenigen, die einfach nur nochmal schnell zurückblicken wollen, fasst dieses Video den US Präsidentschafts-Vorwahlkampf der Demokraten nochmal in rund 8 Minuten zusammen. Viel Spaß – sowohl bei dem Video, als auch beim Fußball heute abend :D

(via)

Posted by Patrick Jedamzik On Juni - 29 - 2008 Amerika US Wahl 2008

In der Politik der USA gibt es momentan oft eine schnelle Antwort auf alle kritischen Fragen: Bush. Das dies insbesondere in Sachen Klimaschutz und Kyoto-Protokoll keineswegs (alleine) zutreffend ist, zeigt Scott W. Stevenson in einem neuen Beitrag bei USA Erklärt.

Hauptgrund für die Ablehnung im Senat, die selbst Bill Clinton mit einer einstimmigen Resolution deutlich gemacht wurde, sind demnach die Ausnahmen für Indien und China (beispielsweise). Im Bezug auf die bevorstehenden Wahlen ergibt sich für Stevenson damit ein klares Ergebnis:

Auch unter Bushs Nachfolger wird es keinen Kyoto-Beitritt der USA geben. Dieser Autor sagt voraus, dass das für einige Leute ein Schock sein wird.

Schock oder nicht, leicht wird es sicher nicht. Aber es ist auch keineswegs so, dass alle Amerikaner deshalb Kyoto ablehnen, im Gegenteil verlangt eine Mehrheit der Amerikaner solche Maßnahmen, in Bundesstaaten wurden Klimaschutzziele definiert und 130 US Städte haben sich den Kyoto-Zielen angeschlossen. Mehr als diese minimale Zusammenfassung findet ihr natürlich in dem längeren Artikel.

Posted by Patrick Jedamzik On April - 1 - 2008 Amerika

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