Warmup zu den Wahlen in den USA: Biden liegt vorne

Heute Nacht wird wieder gewählt. Wobei… gewählt wurde eigentlich schon. In langen Schlangen standen Amerikaner*innen heute vor den Wahllokalen, um ihre Stimme bei den Präsidentschaft und teilweise auch anderen Wahlen abzugeben. Alleine diese Bilder von ellen langen Schlangen und die Diskussionen über Briefwahl in den letzten Wochen lassen einen manchmal daran zweifeln, wie die USA eine Mondlandung hin bekommen, aber keine geordneten Wahlen. Aber das ist ein anderes Thema – ich hoffe auch das Trump hier nach der Wahl ein Ergebnis anerkennt, selbst wenn er verlieren sollte.

Warum die Umfragen wirklich besser sind als 2016

Die Chancen dafür stehen sehr gut. Beim letzten Mal gab es ja schon viel Jubel für Clinton im Vorfeld, aber das habe ich damals schon nicht verstanden. Clinton hatte in den Umfragen nur 203 Stimmen der Wahlpersonen sicher. Und noch deutlicher wie knapp es ist, war es bei der Karte zu sehen, die alle Umfragen als Wahlergebnis nimmt. Auch knappe Vorsprünge in den Wahlen werden dann als Sieg für den jeweiligen Kandidaten gewertet. Da waren es 272 zu 268 Stimmen:

Und nach diesem Rückblick jetzt der Blick auf diese beiden Karten für heute Nacht:

Links die aktuellen Umfragewerte. Hier hat Biden mit 216 “sicheren” Stimmen nicht wesentlich mehr als Clinton 2016, wobei bei der Zielmarke von 270 dann weitaus näher ist. Spannender ist der Verlust bei Trump, der 2016 noch auf 165 “sichere” Stimmen zählen kann.

Die Karte, die auch knappe Staaten den aktuell führenden zuordnet, macht den Vorsprung noch deutlicher. 319 Stimmen werden dort den Demokraten, 219 den Republikanern. Wie gesagt: Das wird so nicht ausgehen, weil es in den Staaten teilweise eben zu knapp ist und damit sicher der ein oder andere Staat doch ans andere Lager fällt.

Worauf muss man heute Nacht wann achten?
UhrzeitStaatTendenz2016
0 UhrKentuckyTrumpTrump
IndianaTrumpTrump
1 UhrVirginiaBidenDem.
VermontBidenDem.
South CarolinaTrumpTrump
GeorgiaClose (Trump+)Trump
FloridaClose (Biden+)Trump
New HampshireBidenDem.
1:30 UhrNorth CarolinaReally CloseTrump
OhioClose (Trump+)Trump
2 UhrAlabamaTrumpTrump
ConnecticutBidenDem.
DelawareBidenDem.
IllinoisBidenDem.
MarylandBidenDem.
MassachusettsBidenDem.
MississippiTrumpTrump
MissouriTrumpTrump
New JerseyBidenDem.
OklahomaTrumpTrump
Rhode IslandBidenDem.
Tennessee TrumpTrump
Washington D.C.BidenDem.
2:30 UhrArkansas TrumpTrump
2/3 Uhr:North DakotaTrumpTrump
MichiganBidenTrump
KansasTrumpTrump
South DakotaTrumpTrump
TexasClose (Trump+)Trump
Maine Biden*
PennsylvaniaClose (Biden+)Trump
3 UhrColoradoBidenDem.
LouisianaTrumpTrump
New MexicoBidenDem.
New YorkBidenDem.
Wyoming TrumpTrump
ArizonaClose (Biden+)Trump
MichiganBidenTrump
MinnesotaBidenDem.
NebraskaGeteiltTrump
WisconsinBidenTrump
4 UhrMontana TrumpTrump
UtahTrumpTrump
Iowa TrumpTrump
NevadaBidenDem.
5 UhrHawaiiBidenDem.
IdahoTrumpTrump
KalifornienBidenDem.
Oregon BidenDem.
Washington BidenDem.
6 UhrAlaskaTrumpTrump
Zeitplan nach Deutschlandfunk, Tendenzen nach RealClearPolitics

Wichtig wird es um 3-4 Uhr: Wenn Biden bis dahin die wichtigen “swing states” gewonnen hat, wird der Vorsprung am Ende wahrscheinlich hoch genug sein, um juristische Streitigkeiten zu vermeiden. Wenn es knapp wird, kann es sich noch hinziehen und womöglich schlimme Szenen in der ältesten Demokratie nach sich ziehen.

Interessant fand ich noch folgenden Tweet, auf den ich über einige Hinweise von Uli Lindner gestoßen bin:

Man sieht, wie mit der Pandemie der Rückstand von Biden verschwunden und sich ins Gegenteil gedreht hat. Die meisten Amerikaner haben also hoffentlich auch verstanden – und leider erleiden müssen – dass die Pandemie schlimmer ist, als es ihnen ihr Präsident vorgaukeln wird.

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