US Wahlen: Wieder falsche Umfragen?

Die Wahlen zum US Präsidenten laufen noch. Ob man heute ein Ergebnis bekommt ist unsicher. Vielleicht muss man noch Auszählungen der nächsten Tage abwarten. Und von möglichen Gerichtsprozessen rede ich (noch) nicht. Trotzdem kommt der Moment auf, dass wiedermal über Umfragen gesprochen wird. Aber waren die wirklich so falsch oder wieder ein unberechtigter Vorwurf wie 2016?

Das ist natürlich schwer zu beantworten, wenn die Wahlen noch laufen, aber mal eine erste Einschätzung. Dass es knapp wird, hat man bei vielen der Staaten gesehen, die momentan noch ausgezählt werden. So sah die Karte von RealClearPolitics angesichts von Durschnittswerten von Umfragen aus:

Gehen wir das einmal anhand der bereits “entschiedenen” Staaten durch:

StaatUmfragenErgebnis*Fazit
Texas+1,3 Trump+5,9 TrumpTrump unterschätzt
Florida+0.9 Biden+3,4 TrumpFalsche Tendenz für Bidden
Iowa+2.0 Trump+8,3 TrumpTrump unterschätzt
Minnesota+4,3 Biden+7,2 BidenBidden leicht unterschätzt
Ohio+1,0 Trump+8,2 TrumpTrump unterschätzt
*Ergebnis um ca. 14:50/15 Uhr

In der Tat erkennt man hier wirklich eine Unterschätzung von Trumps Wahlergebnissen. Nur in Minnesota war Bidden stärker als gedacht, im wichtigen Swing State Florida ging die Tendenz sogar in die falsche Richtung – wobei die 3,4 Prozentpunkte dort wirklich ein Erdrutsch sein dürfen.

Diese Tendenz mag aber am Ende falsche Hoffnungen geweckt haben. Als ich auf meiner auf den Tendenzen basierenden Karte Florida heute Nacht “umwidmete” wurden eben aus 317 Wahlpersonen nur noch 288, also ein weitaus engerer Sieg.

Offene Staaten

Werfen wir mal einen Blick auf die Tendenzen der offenen Staaten. Wie knapp war da das Ergebnis?

Natürlich kann ich zu den Ergebnissen nichts schreiben. Zumindest bei Wisconsin, Michigan und Arizona scheint sich der Trend zum jetzigen Zeitpunkt zu bestätigen. In Nevada führt Biden auch – wenn auch deutlich knapper. Und das knappe Ergebnis bei North Carolina und Georgia bestätigt sich momentan auch.

Fazit

Eigentlich hatte ich diese beiden Zahlen aus Georgia und North Carolina im Kopf, als ich diesen Artikel angefangen habe und wollte das Bashing gegen Umfragen etwas zurückweisen. Was soll ich sagen? Für mich zeigt sich eben wirklich, dass das Ergebnis der Umfragen wirklich stärker für Biden gesprochen hat, als es die Ergebnisse zeigen.

Auch bei den noch offenen Staaten sind Wisconsin und Michigan ja so stark, dass dieses enge Ergebnis gerade verwundern müsste. Vielleicht landet man am Ende sogar dabei, das kann man jetzt natürlich nicht wissen, aber erstmal sieht es seltsam aus.

Woher es kommt, wird man in den nächsten Tagen sehen. Ich hatte irgendwo gelesen, dass die meisten Wähler*innen sich über ihr Wahlverhalten eigentlich länger bewusst waren, also nur begrenzt Unentschlossene, oder?

Naja, erstmal gucken, wie es ausgeht…

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