Spielemesse 2016 – Mein Spiel des Jahrs: T.I.M.E. Stories

01cbbde2b05bb2d877902c4aeb4721586f8233e50e

Am Wochenende war wieder Spielemesse in Essen. Für mich seit Jahren immer wieder ein wichtiger Termin im Kalender. Durchaus mal schwankend, wie lange und oft ich da bin, aber ich mag es dort im Gedrängel, Spiele auszuprobieren und über interessante Spiele zu stolpern, an Verkaufsständen Preise zu vergleichen und einzukaufen und in den letzten Jahren kam zudem das Treffen von Menschen aus der Rollenspielszene dazu.

Das als kurze Einleitung. Aus Zeit- und Platzgründen gibt es mein Feedback in mehreren Einträgen. Die Einkäufe könnt ihr ja bereits im Beitragsbild sehen. Es kommt sicher nicht zu jedem was, aber sicher zu dem ein oder anderem. Zuerst aber zum

Spielemesse Spiel des Jahres – T.I.M.E. Stories

timestories
Am Donnerstag hatte eine Freundin direkt eine Testrunde für T.I.M.E. Stories für Freitag vereinbart. Ich hatte über das Spiel schon vorher einiges gehört, denn es hat ein ganz neues Spielprinzip und ist eigentlich auch nur einmal spielbar. Trotzdem – oder gerade deshalb? – mein Spielemesse Spiel des Jahres.

Worum geht es?

Der Hintergrund ist, dass man Agenten einer Agentur ist, die Störungen im Zeitgefüge klären muss. So abstrus es klingt, bietet es einfach die Möglichkeit verschiedene Szenarien in dem Spiel anzubieten. Neben dem jetzt erschienenem Grundspiel mit einem Irrenhaus Szenario in den 1920ern gibt es bereits einen Thriller aus den 90ern. Im Dezember geht es in eine Fantasywelt und im Februar bereits ins alte Ägypten.

Spielablauf

Gespielt selber wird etwas wie bei einem Point-and-Click Adventure auf dem Computer: Es wird als Spielfläche ein Raum angezeigt, bei dem die Spieler einzelne Bereiche untersuchen können, dort Informationen, Gegenstände oder Herausforderungen finden und dann Schritt-für-Schritt der Lösung des Abenteuers immer näher kommen. Das Spiel ist damit also ganz klar kooperativ ausgelegt. Gemeinsames Rätseln und Entscheiden gehört dazu. Kleines Problem der Zeitreisen: Man kann nicht ewig in der Vergangenheit bleiben und reist nach einigen Zeiteinheiten wieder zurück. Viele Aktionen kosten genau diese Punkte und so wird man sicherlich 2-3 Versuche brauchen, um heraus zu finden, was vor sich geht. Das ist vom Spiel allerdings auch so vorgesehen und auch wenn Vorgesetzte sich im Spiel über die Kosten ärgern, die ein jeder Versuch mit sich bringt, sind die Reise zurück in die „zukünftige Gegenwart“ Teil des Spiels und bieten beispielsweise die Möglichkeit den Wirt (Charakter) zu wechseln.

Bei unserem Testspiel gestern waren es sogar 4 Versuche, da im vorletzten Durchgang unsere Wirte leider gestorben waren. Ein wenig Rollenspiel, Charakterwerte und Würfeln kommt dann nämlich noch dazu. Gespielt haben wir rund 4-5 Stunden an dem Szenario, wobei zum Ende natürlich die ersten Räume etwas schneller abgehandelt wurden, wenn man seinen Weg soweit geplant hatte und nur schnell wieder dahin gelangen wollte, wo es zuletzt scheiterte. Inhaltlich werde ich nichts dazu sagen, da die Spoilergefahr schon sehr groß ist.

Mangelnde Wiederspielbarkeit

Das führt dann zwangsläufig zu dem einzigen Kritikpunkt, den man an das Spiel haben kann: Einmal gespielt, kann man das Szenario zur Seite legen. Bei Wiederholen der Durchläufe wussten wir ja schon, wo man wie abkürzt, welche Proben wo nötig sind und mehr, so dass die Spannung herauszufinden, was sich wo befindet eher marginal ist. Auch für die unterschiedlichen Wege zum Ziel, die es durchaus gibt, lohnt sich das nochmal spielen nicht wirklich.

Ich finde es aber vertretbar, denn die Spielerfahrung ist dafür wirklich gut und es macht Spaß zu grübeln, auf Zeiteinheiten zu schielen und vom Spiel auch mal überrascht zu werden. Wenn neue Szenarien auch rund 22 Euro, wie das jetzt erschienene, kosten und man sich das vielleicht in der Runde noch teilt, ist der Preis geringer als ein 2-stündiger Kinobesuch.

Szene aus TIME Stories (Foto: Daniel Neugebauer)
Szene aus TIME Stories (Foto: Daniel Neugebauer)
Schon gespielt

Wie gesagt. Wir haben es am Sonntag rund 4-5 Stunden gespielt. Relativ fix sogar, wenn sonst Spielrunden von 6-8 Stunden und 1,5 Stunden pro Durchlauf angegeben waren. Das Spiel wäre damit am Rande gesagt auch pausierbar. Die Verpackung ist sogar darauf ausgelegt, das Spielbrett „abzuspeichern“ mit eigenen Fächern für die Charaktere, gefundene Gegenstände und mehr. Trotzdem würde ich für das nächste Szenario sicherlich wieder einen schönen gemütlichen Spielenachmittag vorschlagen und versuchen es in einem Rutsch zu beenden. Alleine schon der Erinnerung zuliebe.

Gespielt haben wir es sogar mit 8 Spielern, indem wir alle Charaktere gedoppelt haben – also von zwei Spielern haben spielen lassen. Das klappte für mich etwas überraschend sehr gut und schnell, da die Entscheidungen und Gespräche sowieso eher im Team stattfinden, als jeder für sich. Und ob sich dann 4 Leute für einen Weg entscheiden oder 8 ist dann eher marginal.

Wie die nächste Runde aussieht, wissen wir noch nicht – ich kann auf Wunsch gerne berichten – aber ich freue mich schon herauszufinden, was sich hinter dem Marcy Fall verbirgt.

TIME Stories Homepage bei den Space Cowboys

Back To Top