Kommentare und Meinungsfreiheit

Nun als auch die Tagesschau: Nach der Süddeutschen wird auch dort überlegt, wie man mit Kommentaren und Trollen umgeht. Und es werden ziemlich abartige Beispiele für Kommentare gebracht:

Ihr dreckigen Minusmenschen! – Die ihr (…) BEWEISKRÄFTIGE Kommentare, die eure Lügen-Propaganda-Maschinerie ENTLARVEN, blockiert. Ihr gehört an euren Innereien an der Reichstagskuppel aufgehängt!

Und natürlich – wie immer wenn Beiträge gelöscht werden – wird gleich der Begriff Zensur genutzt und natürlich die Meinungsfreiheit, die eingeschränkt wird. Und bei öffentlich-rechtlichen Fernsehsendern gleich noch mehr.

Dabei muss man eins nochmal deutlich betonen: Die Meinungsfreiheit wird nicht dadurch eingeschränkt, wenn irgendjemand einen nicht zuhören will. Niemand wird daran gehindert – wie ich hier – seine Meinung so ausführlich und groß breitzutragen, wie man es möchte.

Man kann sich das generell wie im normalen Leben vorstellen: Jeder kann seine Meinung haben, man könnte sie sogar auf der Straße frei äußern – beispielsweise in Demonstrationen. Dennoch muss ich niemanden zu mir nach Hause reinlassen, um mir einen Vortrag zu dieser Meinung anzuhören. Und selbst bei öffentlichen Veranstaltungen kann das Hausrecht auch dazu dienen, Störer zu entfernen, die eine normale Diskussion behindern.

Vor einiger Zeit gab es dazu einen Artikel bei scienceblogsund eine passende Grafik dazu:

Bild: xkcd, Text: Anatol Stefanowitsch, CC-BY-NC 2.5

Ein Kommentar

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  • Wobei man aber schon feststellen darf, das es einige Portale mit ihrer Gesinnungsmoderation arg übertreiben (vgl. SPON), und sich dann im Nachhinein ganz erstaunt zeigen, wenn irgendwelche Umfragen am Ende ergeben, dass die Menschen anders ticken als in der erSPONnenen Welt.

    Moderationen sind gut und richtig, aber sie dürfen nicht am Ende dazu führen, das der Sinn des “Kommentars” – der ein Kommentar, und kein Applaus sein soll – erhalten bleibt.
    Wenn die SZ rechtsesoterische Russennazizeitungen als valide Quelle anführt, dann muss man darauf hinweisen dürfen. Wenn die SZ das nicht will, dann soll sie Kommentarfunktionen abschaffen.
    Am Besten auch noch den Leserbrief, damit auch niemand gestört wird.

    Wenn nun die Öffentlich-Rechtlichen in ähnliches Fahrwasser geraten möchten, könnte aufs Neue die Frage aufkommen, welche Öffentlichkeit sie eigentlich repräsentieren.

    Ich bin ja auch lange davon ausgegangen, das Moderationswillkür eher so ein Ding von Laurins Ruhrbaronen ist, und sich in seriöseren Portalen auf das Eindämmen des übelsten Schmutzes beschränkt.

    Da durfte ich in den letzten zwei Jahren aber Erstaunliches hinzulernen.

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