ArchivNovember 2013

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Thanksgiving und Erntedank
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Catching Fire – Hunger Games 2

Thanksgiving und Erntedank

Seit einigen Jahren feiern wir im Freundeskreis auch “Thanksgiving”. Feiern ist vielleicht übertrieben, es wird sich einfach getroffen, viel zu viel Truthahn oder Pute mit “amerikanischen” Beilagen gegessen und der Rest dann noch verteilt, so dass man Tage noch was davon hat. Für mich also eher ein Anlass sich zu einem solchen “Event” zu treffen, als wirkliche Feierlichkeiten. Dennoch kam die Frage auf, wieso man nicht das “deutsche Erntedankfest” feiert, anstatt Thanksgiving. Aus dieser Frage kam dann für mich die Frage auf, ob beides eigentlich wirklich das Selbe ist.

Das Erntedankfest ist ein klassisch christliches Fest, bei dem Gott für die eingefahrene Ernte gedankt wird. Ursprünge davon finden sich auch in anderen Kulturen und vorchristlicher Zeit. Aber das Datum zeigt dann die christliche Verbindung: Es findet am ersten Sonntag im Oktober statt. Dies ist angelehnt an der Regelung dies am ersten Sonntag nach dem Michaelstag durchzuführen. Der Tag sagt mir nichts, und auch Erntedank habe ich dieses Jahr wohl einfach verpasst. 

So einfach wird das in den USA mit Thanksgiving nicht passieren. Thanksgiving ist hier ein nationaler Feiertag. Auch wenn es viele andere Feierlichkeiten gab, die bestimmt auch einen gewissen Ursprung  in der europäischen Fassung haben, aber oft auch ganz weltliche Gründe haben:

“We ordaine that the day of our ships arrival at the place assigned for plantacon in the land of Virginia shall be yearly and perpetually kept holy as a day of thanksgiving to Almighty God.” (Quelle)

Bekannter ist natürlich das tradionelle Fest der Pilgrim Fathers, als diese 1621 die Wampanoag zu einem Fest nach der Ernte eingeladen wurden, weil diese den Einwanderern gezeigt hatten, wie man Mais anbaut und ihnen mit Nahrung ausgeholfen hatten.

Thanksgiving wird in den USA in erster Linie auf dieses Fest zurückgeführt und hat sich damit von der christischen Tradition gelöst und auch den Ernteaspekt in den Hintergrund gedrängt.

Das Fest hat sich aber auch in den USA weiterentwickelt und ist eins der großen Familienfeste der amerikanischen Kultur. An dem Wochenende – immer der vierte Donnerstag im Monat – reisen Familienmitglieder aus allen Teilen des Landes zurück in die Heimat und es kommt damit zu einem der verkehrsstärksten Tage des Jahres. Der heutige Freitag ist inzwischen ja auch hier in Deutschland ein Tag der Rabatte im Einzelhandel. Angereichert wird dies in den USA durch Paraden, spezielle Football-Spiele und weiteres.

Ich denke dieser säkularere Ansatz des generellen Dankesagens, die Trennung von der Ernte und die Einführung als nationaler Feiertag hat diese Entwicklung in den USA damit ganz anders begleitet, als in Deutschland. Wie schon gesagt: Ich war überrascht, dass Erntedank überhaupt schon war. Ich glaube wenn man nicht kirchlich aktiv ist oder auf dem Land lebt, wo Ernte noch existiert, geht das an einem hier vollkommen vorbei.

Im übrigen als Randbemerkung: Thanksgiving in den USA teilweise kritisch gesehen, weil man sich an dem Tag auch an das Leid der Ureinwohner erinnern solle, welches von den Europäern gebracht wurde. Immerhin sei es schon ein Gegensatz sich an das Pilgrimfest zu erinnern, aber dann die dunklen Seite der eigenen Geschichte zu ignorieren.

Ob man nun Erntedank oder Thanksgiving widerspricht sich damit nicht wirklich. Zugegeben, Thanksgiving hat mit unserer Kultur nicht viel zu tun, da er sich auf amerikanische Ereignisse bezieht, aber es ist damit auch eindeutig geworden, dass Thanksgiving nicht einfach nur Erntedank mit anderem Namen und anderen Speisen ist. (Siehe hierzu auch USAerklärt) Außerdem ist es zeitlich ja doch deutlich getrennt mit fast 2 Monaten dazwischen. Bei uns im Freundeskreis ist Thanksgiving wie schon gesagt – auch weil man an dem Tag in Deutschland nicht in Konflikt mit anderen traditionellen Familienfeiern gerät – eher ein gemeinsames großes Essen. Also eher ein Anlass als eine feste Feier. Thanksgiving finde ich von daher fast noch angenehmer als Halloween – was aber auch an meiner Abneigung liegt sich verkleiden zu müssen liegen könnte. ((Aber ich hab gerade auch gelernt, dass Halloween ursprünglich eher ein Kinderfest ist, dann kann ich mich beruhigter zurückhalten 🙂 ))

Catching Fire – Hunger Games 2

Die-Tribute-von-Panem-Catching-Fire-DE-PosterGestern Abend ging es in die Vorpremiere von Catching Fire, dem zweiten Teil der “Hunger Games”-Reihe. Worum es geht ist schnell erzählt: Katniss Everdeen, Gewinnerin der letzten Hunger Spiele muss damit kämpfen, was ihr Clou am Ende dieses unmenschlichen Wettkampfes mit Panem angerichtet hat. Revolution schwebt in der Luft und ihre Rolle als Hoffnungsträger ist dem Präsidenten Snow natürlich ein Dorn im Auge. Und so kommt er auf eine fiese Idee, um sie nochmal in die Arena zu schicken.

Der Film hat mir gut gefallen. Er ist sicher kein Highlight der Filmgeschichte, aber eben eine gut gemachte Umsetzung des Buches. Meine Kritik am letzten Fall wurde auch etwas stärker aufgegriffen, denn die nur für die Kamera dargestellte Liebe zu Peeta, ist nun auch als solche deutlicher gemacht worden. Wie es einem Menschen geht, der vielleicht diese Liebesgeschichte ins Zentrum gestellt hatte und damit nur den ersten Film kennt, mag das vielleicht seltsam vorkommen, aber näher am Buch und eben medienkritischer.

Ich bin nun gespannt auf den dritten Teil der Trilogie, der bei den Büchern m.E. eher enttäuschend war. Das lag aber auch daran, dass die Erzählung den Eindruck erzeugte, Katniss wäre nur Beiwerk und bekommt die geschehenen Ereignisse nur geschildert. Ob man dies im Film aufbrechen kann, weiß ich nicht. Aber wenn man dort Medienkritik und Propaganda voran bringt, kann der Film sicherlich einiges bieten. Etwas problematisch sehe ich, dass man diesen Abschluss wieder in zwei Teile aufteilt, wie man es in letzer Zeit immer öfter erlebt. Ich befürchte, dass man damit etwas künstlich streckt, um mehr aus dieser Trilogie heraus zu ziehen. Aber gut, beim Hobbit wurde ich auch eines besseren Belehrt. Der erste Teil des letzten Films kommt in einem Jahr am 21. November in die Kinos.