Spielemesse 2013

Am Wochenende war wieder die Spielemesse in Essen. An 2 Tagen war auch ich auch vor Ort. Bei den Einkäufen von mir zeigt sich vor allem ein Übergewicht im Bereich der Rollenspiele:

Spielemesse 2013 EinkäufeAber natürlich habe ich nicht nur eingekauft, sondern auch das ein oder andere Brettspiel getestet. Zum Thema Rollenspiel kommen mit Sicherheit die ein oder andere Rezension im System Matters Rollenspielpodcast oder ich verweise auf unsere neuen Gespräche bei der Spielemesse zu Iron Kingdoms, Shadowrun und einem neuen Rollenspiel vom 13 Mann Verlag. 

Packet RowPacket Row

Den Auftakt bei der Spielemesse bot Packet Row von Pegasus. Bei diesem Spiel geht es darum, aus den Kolonien Waren zurück in die europäische Heimat zu schicken, dadurch Geld zu verdienen und schließlich Siegpunkte zu sammeln.

Vom Spielablauf gibt es jede Runde einen „Hafenmeister“, der auswählt in welchem Bereich man aktiv werden will (Bank, Markt, Zunfthaus oder Docks). Die anderen Spieler können dann zunächst entscheiden, ob sie dort Karten aufnehmen bzw. kaufen oder ob sie passen. Wenn der Hafenmeister wieder an der Reihe ist, kann er entsprechend als letzter entweder eine Karte aufnehmen (und damit die Runde beenden) oder einen anderen Spielbereich wählen. Jeder darf aber nur eine Karte pro Runde aufnehmen.

Und durch diese Spielmechanik kommt eine gewisse Unsicherheit auf. Wenn nichts in dem gewählten Feld dabei ist, kann man natürlich passen, aber wenn der Hafenmeister dann zugreift, geht man in der Runde leer aus. Vielleicht wechselt er aber nach den Spielern auch den Bereich und eine Wunschkarte auf einer anderen Platte geht dann verloren.

Wir haben es nicht zu ende gespielt, aber das Spiel ist ganz nett. Man spielt gegeneinander, aber eher nebeneinander her und interagiert trotzdem.

Mascarade

Eine kurze Runde Mascarade haben wir auch gespielt. Hierbei hat jeder Mitspieler eine Identität vor sich auf einer verdeckten Karte. Jede Identität kann eine bestimmte Aktion durchführen, z.B. darf der König jede Runde 3 Goldstücke nehmen.

Das Spielprinzip ist dann relativ simpel: Wenn man am Zug ist, darf man entweder seine Karte ansehen, die Aktion „seiner Karte“ ansagen oder mit jemand anderem „tauschen“. Die Anführungsstriche sind bewusst gesetzt. Da die Karten verdeckt sind, kann man natürlich bluffen und so tun, als wäre man der König. Anzweifeln kann man nur, wenn jemand anderes sagt – und dann durch aufdecken beweißt – dass man selber der König (oder die andere Figur ist). Wer lügt, muss Strafe zahlen.

Und auch das Tauschen ist relativ, denn es findet verdeckt statt. Ob man nun die Karte wirklich tauscht oder genauso wieder hin legt, bleibt verborgen, da das Tauschmanöver unter dem Tisch stattfindet.

Generell also ein nettes Gesellschaftsspiel fürbis zu 12 oder 13 Personen.

Rampage

Rampage

Es ging dann direkt nebenan zu Rampage. Aufgefallen ist uns das Spiel wegen dieses großen Aufbaus von Häusern. Worum es geht? Ganz einfach: Alles zu zerstören. Man spielt Dinos / Monster und will möglichst viele „Miepel Meeple“ essen – wohl die beschönigende Bezeichnung für die Menschenfiguren.

Rampage

Jeder Dino hat dabei pro Runde 2 Aktionen. Er kann sich bewegen (die Fußplatte wird geschnippt), Pusten (Kinn auf den Kopf des Dinos legen und pusten), ein Auto schleudern, wenn es im gleichen Stadtteil liegt (Vom Kopf aus Schnippen) oder auf ein Gebäude fallen lassen. Nach den Aktionen darf man dann alle Figuren und Gebäudeteil im eigenen Stadtteil fressen.

Hinzu kommen noch Sonderkarten und Fähigkeiten der Dinos je nach Spieler. Zähne, die man verlieren kann und mehr. Alles in Allem ein nettes Spiel, aber vielleicht für etwas jüngeres Publikum. Ich hab nur zugesehen, aber soo spannend fand ich es nicht.

King of TokioKing of Tokyo

Am Abend bei unseren Nach-Spielemessen-Spielrunden war King of Tokyo sicher das Spiel des Wochenendes, denn jeden Abend wurde es gespielt. Im Prinzip ist es ein Würfelspiel, bei dem es darum geht, welches Monster eben „King of Tokyo“ ist. Man würfelt mehrere Würfel, die entweder Schaden verursachen, Energie einbringen, Heilen oder Punkte einbringen können. Von Energie kann man dann Sonderfertigkeiten kaufen.

Interessant ist: Schaden an den Gegnern verursacht man nur an den Gegnern in Tokyo (bzw. dieser an alle anderen außerhalb der Stadt). Man bekommt Siegpunkte, wenn man in die Stadt kommt bzw. am Anfang seines Zuges noch in der Stadt ist. Heilen hingegen kann man sich nur außerhalb der Stadt.

Das Spielkonzept ist relativ simpel und das Spiel läuft schnell und flüssig ab. Wer es etwas genauer wissen will, dem sei diese (englischsprachige) Folge von Table Top ans Herz gelegt:

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Wacky Wit

Mein persönliches Spiel der Messe ist aber „Wacky Wit“: Eine Umsetzung des klassischen Packman. Noch simpler: Einer würfelt auf einem zwölfseitigem Würfel für Packman, der andere mit zwei anderen (einer für Farbe des zu bewegenden Monsters, der andere für dessen Bewegung) für die Monster. 

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Simples Spiel und trotzdem überraschend spannend. Das Spiel ist das teuerste der Spielemesse gewesen – 300 Euro kostete es. Der Grund dafür ist die exzellente Ausstattung. Auf einem 8kg Brett sind die Punkte so eingebaut, dass sie im Boden versinken und mit einem schnellen Griff wieder hochgefahren werden können. Dazu die liebevolle Gestaltung von Pacman und Figuren.

Es gab allerdings auch eine kleinere Fassung auf Papier zum Wegstreichen der Felder, die ich mir dann auch gekauft habe. Ein Interview mit dem Hersteller habe ich für System Matters geführt und kann hier angehört werden.

Concept auf der MesseConcept

Ein Spiel, was ich am ersten Tag bereits gesehen und sehr interessant fand, war Concept. Richtig verstanden habe ich es aber erst, als ich am zweiten Tag diese Präsentation gefunden habe.

Es geht darum, Begriffe anhand von Symbolen so darzustellen, dass die Mitspieler erraten können, worauf es ankommt. Auf dem Bild oben steht der grüne Hauptmarker auf „fiktive Person“, „Tier“ und „groß“. Nebenhinweise sind „Gebäude“ und „hoch“, sowie „Fliegendes“ „rotierend“. Ne Idee? Gemeint war King Kong, ein fiktives großes Tier, welches auf ein hohes Gebäude klettert und von Flugzeugen umschwirrt wird. Ein einfacheres Beispiel findet man auf der Rückseite des Spiels:

 

Concept BeispielNe Idee? Die Antwort gibts als Fußnote ;D1

Wir haben auch das Spiel am Wochenende länger gespielt. Es ist echt nett, braucht aber ein wenig Zeit, um alle Symbole kennen zu lernen und Begriffe so zu zerlegen, dass man sie auch erklärt bekommt.

FireflyFirefly

Firefly ist ein schönes nettes Weltraumspiel. Man spielt den Captain eines Raumschiffes, führt Aufträge aus, sammelt Geld und erfüllt bestimmte Spielziele, die durch das Szenario vorgegeben werden.

Man kann pro Runde fliegen oder Aktionen auf dem Planeten durchführen, wie Einkauf, Auftragsannahme und ähnliches. Wer schneller fliegt, muss dafür Treibstoff opfern und geht das Risiko von Zufallsbegegnungen ein.

Wie man es von der Serie kennt, kann man durchaus auch verbotene Dinge tun und Sachen schmuggeln, stehlen oder mehr, man sollte nur der Allianz entgehen und eine Crew haben, die dies auch mitmacht. Unmoralisches ist nämlich nicht unbedingt jedermanns Sache.

Aber man merkt schon, es kommt noch mehr dazu. Crew will angeworben, Gegenstände gekauft und Proben bestanden werden. In unserem Spiel hatten wir einen kurzen Einblick bekommen, aber gemerkt, es geht viel mehr. Man spielt auch hier etwas nebeneinander und kann sich gegenseitig nur durch das Allianzschiff und die Reaver etwas ärgern, ansonsten hängt es vom Glück und Strategie ab. Hat mir sehr gut gefallen :)

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Omerta

Als letztes Spiel noch kurz der Hinweis auf Omertà. Hier spielt man auch mit verdeckten Identitäten. Es geht um Mafiosi, die sich um die Vorherrschaft streiten. Eine Person spielt dabei den Don, ein anderer seinen Consigliere. Dies gibt es dann noch für eine weitere Familie, dazu dann noch die ein oder andere Sonderfunktion. Man weiß zwar, wer man ist, aber nicht, wer der Verbündete ist.

In seinem Zug kann man entweder Karten kaufen bzw. ziehen oder einem anderen Spieler Geld anbieten, um herauszufinden, wer er ist. Während der Züge der anderen Spieler kann, man dann vor denen Karten ablegen, die diese Geld kosten, Geld bringen oder sonst fördern bzw. stören könnten.

Auch wirklich ein sehr nettes Spiel.

 

 

 

 

  1. Gemeint ist ne Biene. Wespe oder Hummel könnte natürlich auch sein, wobei man bei der Hummel vielleicht noch dick dazu geben würde. Und es kann ja geraten werden. []
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