Die Zukunft des Fernsehens (oder wie man mit Spoilern einen Text verbockt)

Vorhin war ich auf einen interessanten Artikel aufmerksam geworden, den der Journalist Richard Gutjahr unter dem Titel „Breaking the utterly bad: Die bevorstehende TV-Revolution“ veröffentlicht hat. In diesem geht es um die Zukunft des Fernsehens und es beginnt mit der These:

Fernsehen erlebt aktuell eine Renaissance, wie man das vor Jahren kaum für möglich gehalten hätte. Ausgelöst wurde dieser Imagewandel nicht etwa durch neue Technologien, sondern durch die Inhalte. TV-Serien, monumental wie Wagner-Opern (Game of Thrones), episch wie Shakespeare (Breaking Bad), packend wie Hitchcock (Homeland) und journalistischer als CNN (The Daily Show with Jon Stewart).

Eben darüber, dass man sich Serien eher aufspart und dann am Stück guckt und den Umgang in sozialen Medien damit. Vor allem später geht es dann aber um Alternativen zum klassischen Fernseher durch Anbieter wie Netflix, Google, Amazon, etc.

Ich muss zugeben, dass ich den zweiten Teil aber eher nur überflogen habe, denn der Artikel bringt im Absatz über soziale Medien1 einen Spoiler zu Breaking Bad – ohne Warnung im Nebensatz. Es ist auch nicht so, dass man damit etwas zeigen würde. Jeder kennt doch einen Spoiler und vielleicht auch das Gefühl, wenn einem dieser untergeschoben wird.

Zu einem Kommentar diesbezüglich2 schreibt Gutjahr nur „Q.E.D.“. Um es mal etwas böse auszudrücken. Der Journalist behauptet es gibt ein Problem mit plötzlich aufkommenden Spoilern, bringt dann auch gleich einen und wenn sich dann jemand darüber aufregt, sieht er dies als Bestätigung seiner These an. Ich weiß ja nicht. Im Gegenteil erlebe ich bei Artikeln eher, dass deutlich zu Beginn darauf hingewiesen wird, dass der Artikel Spoiler zu XYZ enthält. So kann man das selber entscheiden. Und natürlich muss man etwas aufpassen, wenn man nicht überrascht werden will: Einem entsprechendem Twitterhashtag zu folgen, während die Sendung läuft wäre beispielsweise selten dämlich. 

Für mich war der Artikel dann gegessen. Die Stelle kann nicht anders als – wie im Kommentar auch so bezeichnet – als dreist gesehen werden. Gutjahr wollte an der Stelle nichts darstellen, sondern provozieren und Leser verärgern. Das ist im gelungen – leider.

Da viele der Thesen dennoch nicht uninteressant sind gibt es nun auch den Link zu dem Artikel. Ob nun Leseempfehlung oder nicht, überlasse ich euch :) Ich nehme die Info einfach mal so mit und freue mich trotzdem auf die letzten Folgen Breaking Bad.

P.S. Im übrigen: Das Spoilerproblem in dieser Form ist mir vorher erst einmal passiert: Analog, in der TAZ. Diese hatte am Tag der letzten Folge von 24 nämlich auch einen solchen Spoiler in einen Zeitungsartikel eingepflegt. Soviel zum gefährlichen Netz. 

  1. „Beginnt mit Lebhafte Diskussionen bei Facebook oder Twitter…“ direkt unter dem Bild aus Breaking Bad []
  2. „Gehts noch? Spoilert das Ende von Breaking Bad ohne Warnung. Unfassbar, wie dreist kann man sein? Gleich aus dem RSS geschmissen.“, Quelle []
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