Angespielt: Shadowrun Returns

Shadowrun Returns Titelbild

Vor einiger Zeit hatte ich bei Kickstarter das Computer-Rollenspiel „Shadorwun Returns“ unterstützt und so zum Erfolg dieses Projektes beigetragen. Das Spiel basiert auf einem Pen&Paper Rollenspiel, welches ich zu dem Zeitpunkt sehr interessant fand und dementsprechend motiviert war. Und nun kam das Spiel heraus, doch in der Zwischenzeit war die Motivation etwas verflogen. Dennoch habe ich es natürlich heute ausprobiert und bin schon ziemlich angetan. Aber der Reihe nach…

Shadowrun Returns TitelbildShadowrun Returns spielt in unserer Welt, die aber im Jahr 2011 eine große Wandlung erlebte, als die Magie und Drachen zurückkehrten. Mit der „Goblinisierung“ einige Jahre später wurde der klassische Mensch dann um elfische, zwergische, orkische und trollische Menschen ergänzt. Klingt etwas abgedreht? Ist es auch. Hatte mich zu Beginn beim Pen&Paper Rollenspiel auch abgeschreckt :D

Die Zukunft ist ziemlich düster, also generell ein Cyberpunk Setting – vielleicht ein wenig mit Blade Runner oder ähnlichem vergleichbar. Und es ist auch schon alt, damals als es aufkam (in den 90ern?) war 2011 noch weit weg :) Man spielt „Auftragssöldner“, sogenannte Shadowrunner. Sowohl im Pen & Paper Rollenspiel, wie auch im Computerspiel. Hier aber in der Regel nur eine Person, die übrigen Kameraden kommen zeitweise dazu oder werden angeheuert.

Shadowrun Returns CharaktererstellungWie in jedem Rollenspiel steht zunächst die Charaktererstellung an. Hier findet man die sechs „Rassen“: Menschen, Elfen, Zwerge, Orks und Trolle und verschiedene Klassen. Unter anderem sind dies eben auch etwas exotischere Klassen für ein Science-Fiction Spiel wie Magier oder Schamanen oder – genau passend – Decker oder Rigger, die man als „Hacker“ bezeichnen könnte.

Shadowrun Returns CharakterwerteDie Eigenschaften steigen im Spiel durch „Karma“, welches man bekommt und den Erfahrungspunkten aus anderen Spielen entspricht. Eine neue Stufe in einer Eigenschaft kostet dabei recht einfach eben so viele Punkte, wie die neue Stufe hat. Und dazu gehörige Fertigkeiten dürfen nicht über die Eigenschaft gehen.

Die Skills schalten dabei neue Funktionen im Kampf oder dem Spiel generell frei. Jemand mit einer höheren Stärke mag in Dialogen mal einschüchternd auftreten, jemand mit Charisma kann vielleicht den richtigen Ton treffen, um etwas mehr aus der andere Person rauszuholen.

Shadowrun Returns SpielszeneIrgendwann geht es dann ins Spiel. Die vorgelegte Grundstory ist relativ schnell erzählt: Ein „Freund“ ist gestorben und man versucht den Mörder zu finden – für gutes Geld versteht sich.

Gespielt wird in der dargestellten Iso-Grafik. Dialoge und auch Aktionen laufen über dieses eingeblendete Seitenmenü. Die Grafik gefällt mir dabei sehr gut, ist stimmungsvoll und nett gezeichnet.

Auch Kämpfe laufen aus dieser Perspektive, allerdings rundenweise mit in der Regel zwei Aktionen pro Person. Je nach Fähigkeiten stehen einem dann verschiedene (Angriffs-)Optionen zur Verfügung. Hinzu kommt ein Deckungssystem.

Hacking wird hier auch wie ein Kampf behandelt. Wer sich also in einen anderen Rechner hackt, bekommt eine Computerumgebung zu sehen und kann mit Programmen oder Tools (beschwörten Kreaturen quasi) die „Anti-Viren Software“ des gegnerischen Systems überlisten, um schließlich an den Kern und die gewünschten Daten heranzukommen.

Shadowrun Returns MatrixGespielt habe ich es bisher nur ca. 4 Stunden, aber die haben mich gut unterhalten und es wird sicher weiter bzw. durchgespielt. Das einzig nervige: Es gibt keine Möglichkeit von Hand zu speichern. Das Spiel basiert intern offenbar auf „Leveln“, also Szenen, die von Beginn bis zum Ende durchgespielt werden müssen. Und damit kann man schon Zeit verlieren, wenn man dann doch aufhören will und mitten in dieser Szene ist.

Ich hatte gestern beispielsweise aufgehört, als die Müdigkeit zu groß wurde und ich merkte, dass die Informationen beim Hacken kaum aufgenommen wurden. Nun werde ich dieses nochmal durchspielen müssen. Aber vielleicht auch besser, um wieder rein zu kommen. Auch für „ich will mal was ausprobieren“ ist das natürlich wirklich ärgerlich.

Ob es viel zu testen gibt, weiß ich allerdings auch nicht. Zwar habe ich durchaus den Eindruck, dass es manchmal – nicht nur wegen der Fertigkeiten – verschiedene Wege zum Ziel gibt, aber generell wird das Spiel als sehr linear beschrieben. Und bisher muss ich sagen, dass das auch stimmt. Man kann nicht viel erkunden und kommt schnell in der Story voran. Auch großes Inventar-Management gibt es nicht. Allerdings weiß ich dafür auch noch nicht, wie ich alten Kram wieder loswerde.

Ich finde das aber nicht wirklich ärgerlich, im Gegenteil: Zuviel zu Erkunden und Freiheit kann auch anstrengend sein. Wie viele Stunden hat man in Skyrim schon in unwichtigen Höhlen verbracht, anstatt weiter zu spielen? :)

Wie lange man dann am Spiel sitzt, weiß ich noch nicht – aber kann es auf Nachfrage gerne noch posten. Interessant wird sein, was sich aus der Community noch ergibt, denn es gibt offenbar auch einen Level Editor für das Spiel, so dass eigene Geschichten und Kampagnen erstellt werden können.

Das Spiel kostet 19 Euro bei Steam, ist momentan aber (leider?) nur auf englisch zu erhalten. Übersetzungen sollen aber in Arbeit sein.

Fazit: Ich bin echt echt angetan. Eine nette Story, auflockernde Kämpfe, stimmungsvolle Präsentation. Nur die Speicherfunktion ist wirklich nervig.

 

 

 

 

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