ArchivJuli 2013

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Angespielt: Shadowrun Returns
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Geocaching
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Aikido
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Second Screen bei Blu-Ray
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“A Character I Used to Know”
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“Snowden hilft nur Terroristen”
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Tennis und die Nibelungen

Angespielt: Shadowrun Returns

Vor einiger Zeit hatte ich bei Kickstarter das Computer-Rollenspiel “Shadorwun Returns” unterstützt und so zum Erfolg dieses Projektes beigetragen. Das Spiel basiert auf einem Pen&Paper Rollenspiel, welches ich zu dem Zeitpunkt sehr interessant fand und dementsprechend motiviert war. Und nun kam das Spiel heraus, doch in der Zwischenzeit war die Motivation etwas verflogen. Dennoch habe ich es natürlich heute ausprobiert und bin schon ziemlich angetan. Aber der Reihe nach… Weiterlesen

Geocaching

Am Samstag wurde das gute Wetter mal wieder für ein altes Hobby genutzt: Geocaching. Ich glaub ich hatte noch nie darüber berichtet, darum die Erklärung in Kurzform: Beim Geocachen geht es darum, an bestimmten GPS-Koordinaten kleine Verstecke zu finden in denen sich entweder Gegenstände, meist aber nur ein Logbuch befindet, in dem man seinen Namen einträgt. Ziel dieser Schatzsuche ist also weniger der Schatz, als die Suche selbst, das Erkunden neuer Regionen und der Natur.

Ich hatte dies vor einigen Jahren bereits getan, damals noch mit günstigem GPS Gerät. Heute geht das mit Handy und Apps alles doch etwas einfacher, wie ich am Samstag kennen lernen konnte. Nachdem sich die Pläne für das Wochenende geändert hatten, war ich über Spontacts auf das Angebot gestoßen gemeinsam Geocachen zu gehen. Und so ging es dann auf Schatzjagd.

Wir hatten eigentlich geplant einen sogenannten Multi-Cache zu versuchen. Dabei handelt es sich wirklich um eine Art Schnitzeljagd. Man läuft verschiedene Stationen ab und erhält dann an der nächsten die Koordinaten der nächsten Station. Unser Pech: Schon am zweiten Standort hatten wir zwar das Rätsel gefunden, aber offenbar nicht richtig gelöst. Stattdessen wurden dann aber einfachere Caches erledigt – hier ist die Koordinate im Internet einsehbar – oder im Falle des “blauen” Caches – mit einem Rätsel zu erhalten.

geocachingessenWie kompliziert es dabei zugehen kann in folgenden Fotos. Bewusst aber als Spoiler markiert, damit Geoacher in der Region nicht vielleicht zufällig die Lösung bekommen 🙂 Vielen Dank im übrigen noch an William mit dem ich unterwegs war.

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Die meisten Caches sind sehr einfach zu erreichen. Für manche muss man aber etwas höher hinaus. Diese sind aber auch meist entsprechend markiert.

klettern1

Manche Caches sind ganz besonders versteckt:
tarnung1 tarnung2

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Aikido

Am Donnerstag Abend ging es sehr spontan zum Aikido, einer defensiv ausgerichteten Kampfsportart. Wolfgang Küppers, unser Vorstandskollege hatte uns am Mittwoch spontan zu einem Probetraining eingeladen und so ging es auf die Matte. Wikipedia beschreibt den Sport so:

Das Ziel beim Aikidō ist, die Kraft eines im Anfängergrad vorher festgelegten, stilisierten, später willkürlichen gegnerischen Angriffs (Randori) abzuleiten (Abwehr) und dieselbe Kraft intelligent zu nutzen, um den Gegner vorübergehend angriffsunfähig zu machen (Absicherung), ohne ihn dabei schwer zu verletzen. […] Das Besondere im Aikido ist, dass keine offensiven Angriffstechniken, sondern nur Abwehr- und Sicherungstechniken und dadurch eine entsprechend defensive und verantwortungsbetontegeistige Haltung gelehrt werden.

Den ersten Teil bildete natürlich Gymnastik zum Aufwärmen, aber bald kamen die ersten Schritte hinzu, die man zum Ausweichen und Bewegen im Rahmen des Kampfes benötigt. Und dann die obligatorischen Rollen. Wie schon in den jungen Jahren stellte sich bei mir leider eine kleine Übelkeit ein – eine Sache, die ich von Computerspielen schon kannte und die ich vielleicht im Sommer mal angehen sollte.

Dann ging es noch zu einigen Kampfabläufen, bei denen es auch am das Lernen der richtigen Abfolge geht, um den Angreifer in die Position zu bringen, in der er nicht mehr angreifen kann. Hierbei merkt man aber recht fix, ob man es richtig macht oder nicht, denn sobald man Kraft einbringen muss, läuft ob schon was falsch. Eine durchaus interessante Erfahrung – auch weil man schnell merkt, dass man mit einfachen Tricks selber kampfunfähig gemacht wurde.

Aikido ist dabei wirklich sehr defensiv, weil es den Angriff einfach nur aufnimmt und richtig darauf reagiert. Ich werde nach dem Sommer wohl nochmal vorbei gucken und bin gespannt, wie lange dieses Interesse an einer neuen Sportart hält 🙂

 

Second Screen bei Blu-Ray

Heute Abend habe ich “The amazing Spider-Man” gesehen, der mich – das muss als Kurzkritik reichen – sehr gut unterhalten hat. Am Anfang der Blu-Ray wurde anstatt nerviger Werbung auf eine Second-Screen App hingewiesen. Mit dieser soll man direkt während des Films weitere Informationen angezeigt bekommen. Ich hatte das schon mal bei einigen Blu-Rays gesehen, bei der dann auf Knopfdruck weitere Infos angezeigt wurden, aber das hatte immer pausiert – womöglich mit längeren Ladezeiten. Mit der App auf dem Bildschirm sieht das etwas einfacher aus:

Second Screen App

Second Screen App

Es läuft automatisch eine Zeitleiste mit. Und das ist der ziemlich coole Clou. Mit einem Klick hatte man Blu-Ray Player und iPad über W-LAN miteinander verbunden und synchronisiert. Über die Systemanforderungen kann ich jetzt nicht viel sagen, aber mein Samsung Player ist jetzt auch nicht der frischeste und eben kein Sony-Modell wie die Software.

Im Bild bin ich wie man sehen kann bei 25:59 Minuten, 1 Stunde 50:18 sind noch offen und ab und an kommen neue Informationen, Videos und Bilder. Ein Klick auf die entsprechende Szene springt beim Blu-Ray Player direkt zur jeweiligen Stelle. Und wer sich ein Video auf dem iPad anguckt, bekommt die Lautstärke des Fernsehers gedrosselt, damit man das Video auch erkennen kann. Eine optionale Pause wäre noch etwas besser, aber immerhin etwas. Diese Verbindung zwischen iPad und Player kann man aber auch mit einem kleinen Klick aufheben und so leicht zurückspringen, wenn man etwas übersehen hat.

Für mich hat die Funktion wirklich was von “Next Gen”-Fernsehen. Anstatt alles nur von der Disc angeboten zu bekommen, wird  mit verschiedenen Medien gespielt.

“A Character I Used to Know”

Wer die Serie “Game of Thrones” kennt oder die Ursprungsromane dazu kennt, weiß, dass George R.R. Martin kein Problem hat, Hauptcharaktere ganz einfach sterben zu lassen, um wieder alles ein wenig durcheinander zu bringen. Es gibt den Spruch, dass er nicht auf Twitter wäre, weil er alle “140 characters” getötet hätte. [[1. Characters ist auch ein englisches Wort für Buchstaben, bei Twitter werden Beiträge mit maximal 140 Buchstaben geschrieben]]

Auch in Liedern wird dieses Vorgehen aufgegriffen. Bühne frei für “”A Character I Used to Know”:

“Snowden hilft nur Terroristen”

Es ist schon bezeichnend, was man heute in der BILD Zeitung lesen konnte. Dort heißt es unter der Überschrift “Snowden ist kein Held” von Julian Reichelt unter anderem:

“Denn Snowden ist dafür verantwortlich, dass jeder Terrorist der Welt in den letzten Tagen sein Handy weggeworfen, seine E-Mail-Adresse abgeschaltet hat.
Er ist dafür verantwortlich, dass nun jeder detailliert (…) nachlesen kann, wie die USA und ihre westlichen Verbündeten die gefährlichsten Männer dieses Planeten jagen. (…)
Snowden ist ein Held für all jene, die in Berlin, Madrid, London Busse in die Luft sprengen wollen.” (Quelle)

Sorry, aber einen größeren Humbug habe ich selten gehört. Ob man Snowden nun als Helden ansehen will oder nicht, sei mal dahin gestellt. Held ist ein sehr hoher Begriff. Aber er hat eben offenbart, wie einfach erstmal pauschal gesammelt wird.

Jeder billige Hollywood Film, bei dem es irgendwie darum geht, dass sich jemand vor der Polizei versteckt oder der Staatsgewalt entkommen muss, zeigt doch Szenen in denen Telefone zerstört werden, damit man nicht geortet werden kann. Und ich glaube auch nicht, dass sich die “gefährlichsten Männer der Welt” einfach morgens in ihren Google-Mail Account einloggen und darüber oder über facebook nun die nächsten Bombenattentate planen. Reichelt tut so, als sei es etwas ganz neues, dass Terroristen womöglich mittels moderner Medien überführt oder geortet werden könnten. Das ist auch ganz normaler Ablauf von Geheimdiensten und Polizei. Dagegen hat aber auch niemand etwas.

Es werden aber alle Daten erfasst – auch von den Menschen, die in die Busse steigen, die andere in die Luft jagen. Auch mit Inhalten, die weit unter der Bedrohung durch Terroristen liegen und mit vielen Dingen, die niemandem etwas angehen, weil sie ganz einfach uns simpel privat sind. Reichelt stellt Sicherheit hier über alles und ignoriert die Grundrechte aller Bürger, in die – aus guten Gründen – erst nach einem Verdacht und nach richterlichem Beschluss eingegriffen werden darf.

Muss man Snowden heroisieren? Wie gesagt, ich tue mich mit “Held” immer etwas schwer. Aber es sollte einfach auch anerkannt werden, dass er diesen massiven Verstoß gegen die Grundrechte offen gelegt hat und dafür auch persönlich einiges auf sich genommen hat. Er hat seine Heimat verlassen, wird dort auch nicht mehr hin zurückkehren können, lebt momentan auf einem Flughaften und muss abwarten ob und welches Land bereit ist, ihm Unterkunft anzubieten. Ihn allerdings nun zu einem Helfeshelfer der Terroristen zu machen,  wie es die BILD nun tut, ist diesem Thema nicht angemessen und versucht wieder Schwarz-weiß Malerei. Nur weil man gegen diese wilde Datensammelei ist, ist man kein Freund der Terroristen. 

Tennis und die Nibelungen

Gleich zweimal tauchten gestern die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender in den letzten Stunden auf meinem Nachrichtenradar auf. Den Anfang machte Freitag Abend ein sehr verärgertes Facebook Posting einer sehr guten Freundin, in der sie sich über den SWR beklagte:

Ich werde einen bitterbösen Brief an den SWR schreiben – geht gar nicht, wie die die Übertragung der Nibelungenfestspiele aufziehen. Bin echt stinkig. Der Zdf-Theaterkanal konnte das besser – aber der hat auch nicht Kim Fischer hingestellt und diesen komischen Typen, der spricht, als sei er der Witzeazubi von Oliver Pocher.

Ich war in Berlin und hab einfach mal kurz bei Twitter reingeguckt und schon gelesen, dass während des Bühnenstückes Backstage geschaltet wurde für Interviews. Fand ich für eine Übertragung eines solchen Events schon sehr befremdlich. Nachdem ich mitbekommen hatte, dass das noch läuft, habe ich dann auch zweimal gesehen, wie das ablief.

Bei der offenbar etwas moderneren und womöglich auch mit dem Weltkrieg und Nationalsozialismus verbunden Inszenierung gingen beispielsweise Luftschutzsirenen an. Und anstatt zu zeigen, was auf dann der Bühne passierte, schaltete man nach hinten zu einer “Waffenkammer” also den Requisiten für eine kurze Erklärung und einige Fragen an den Mitarbeiter dort.

Fassungslos war ich aber als später Siegfried stirbt, wird zur Moderatorin Kim Fischer geschaltet, die einem dann in der Kamera an eine Szene vor 2 Stunden erinnert. Offenbar war das Stück als Rückblende inszeniert und man hatte nun den Punkt erreicht, wo man wieder im “jetzt” ist. Bezeichnender war dann aber der Hinweis von ihr, dass dies nun die spannende Stelle im Stück sei. Schön, dass zu hören, anstatt sie zu sehen.

Um ehrlich zu sein: Ich kann das Stück nicht einordnen – selbst dann nicht, wenn ich es von Beginn an gesehen hätte. Von daher nichts zur eigentlichen Inszenierung und gerne Korrekturen meines Eindrucks zur Inszenierung aus einem vorherigen Absatz in den Kommentaren. Aber ich kann nachempfinden, wie Menschen, die sich bewusst für dieses Programm entscheiden, enttäuscht sind. Kommentatoren sind schon bei Fußballspielen Grund für Diskussionen und Petitionen, aber da sieht man zumindest die Live-Übertragung und nicht die Kommentatorenkabine, während unten ein Elfmeter geschossen wird. Von daher hat es mich gerade für interessierte Leute wirklich geärgert.

Ich hatte das auch auf Twitter verfolgt, darum konnte ich einen Tweet vom SWR danach nicht nachvollziehen:

http://twitter.com/SWRdirekt/status/353275738687930368

Für die positiven Tweets muss man glaube ich ganz schön suchen. Eine Alternative gab es wohl in der Tat auf der Homepage als zweiter Stream (etwas versteckt).

Aber mit der einfachen Aussage, dass es ja einen anderen Stream gab, ist es m.E. nicht getan und ich hoffe, die Verantwortlichen ziehen ihre Schlüsse daraus. Die Überlegung die Nibelungenfestspiele vielleicht einem breiteren Zuschauerkreis zugänglich zu machen, finde ich ja nachvollziehbar und ganz gut. Aber dies kann m.E. nicht auf Kosten derer geschehen, die sich eben damit auskennen und für die dieses Ereignis etwas besonderes ist. Wie wäre es beispielsweise mit einer Vorberichterstattung mit Bildern hinter der Bühne, Interviews und einer kurzen Zusammenfassung, soweit hilfreich. Oder kann man die Kommentare der Moderatoren nicht einfach mit kurzen Einblendungen rüberbringen. Also als Text (von mir aus auch Videotext), anstatt einem aus dem Stück wieder in die Realität zu ziehen?

Und dann bitte einen anderen Moderator. Ich habe ihn währenddessen ja nur kurz gesehen, aber zufällig später noch seine “Comedy” Sendung, die vor Sexismus und auch Rassismus nur so strotzte. Beispiele: Angebliche Körperdurchsuchung bei ner schönen Frau als Teil der Einlasskontrolle (nur verbal) und später “Inder- statt Kinderschminken” bei dem Kindern – in einem schlechtem Deutsch war es glaube ich – Hitlerbärte gemalt wurden. Über Humor kann man sich ja streiten, aber irgendwo ist es dann nicht mehr lustig. Und wenn ich mir solch einen Blödsinn – soll es wohl gegeben haben – bei einer eher niveauvolleren Veranstaltung wie dem Nibelungenfestspielen vorstellt, kollidieren zwei Welten aufeinander.

Lieber SWR. Bildungsauftrag geht ganz einfach anders und auch sensibler für Interessierte an den Festspielen, die man nicht ins Internet abschieben sollte, sondern bei einer solchen Veranstaltung immer noch die Hauptzielgruppe sind.

Wimbledon nicht in der ARD

So, gestern war dann Tennis an der Reihe und offenbar war das Wimbledon Finale mit der deutschen Sabine Lisicki nicht im öffentlich-rechtlichen zu sehen. Hier habe ich bei Twitter auch vereinzelt Kritik gelesen. Wie Viel man für Fußball ausgebe und dass es ja noch anderen Sport gäbe.

Stimmt, zum Beispiel das Finalspiel im Rollstuhlbasketball. Aber beim Tennis hatte Sky sich die Rechte gesichert, als von einem deutschen Star dabei offenbar noch nichts zu sehen war. Bei Spiegel Online hatte ich was von 700.000 Euro für das ganze Turnier gelesen.

Die ARD hat zwar versucht, auch an die Rechte zu kommen, aber Sky hat da auch nichts zu verschenken und wohl eine gepfefferte Summe gefordert. (gleicher Artikel spricht vom 1,5 Mio. € für dieses eine Spiel)

Hätte die ARD das Zahlen sollen? Ist Sky nun ein Spielverderber. Beides nicht. Das Geschäftsmodell von Sky ist nunmal Exklusivität und die ARD sollte auch nicht Geld zum Fenster rauswerfen.

Man wird sicher überlegen, ob man sich an neuen Ausschreibungen für Wimbledon beteiligen wird bei den öffentlich rechtlichen, aber machen wir uns nichts vor: Die Zeiten wo ständig Tennis über die Flimmerkiste lief sind vorbei. Ob Sabine Lisicki das dauerhaft ändern kann? Und dann zahlt die ARD (oder ZDF) am Ende viel Geld dafür, dass niemand Tennis guckt – und man sich vielleicht über diese oder jene Fehlfinanzierung ärgert.

Ärgerlich ist es natürlich dennoch, aber es ist eben auch überraschend und kam ja auch etwas aus dem Nichts. Da einen Vorwurf draus zu machen, dass die öffentlich-rechtlichen nur (über zuviel könnte man generell ja mal reden) Fußball bringen, ist dann doch überzogen.