Sony besiegt Microsoft

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In Los Angeles findet gerade die E3 statt – eine der größten Messen für Video- und Computerspiele. Spielehersteller präsentieren dann – wie bei der Gamescom in Deutschland – ihre neuen Projekte und heizen die Fans schon mal an.

Dieses Jahr war es aber etwas heißer, als sonst, denn Sony und Microsoft wollten neue Details zu ihren Spielekonsolen „Playstation 4“ und „Xbox One“ bekannt geben.

Microsoft hatte im Vorfeld ja schon einiges bekannt gegeben und die Xbox One nicht nur als Spielekonsole, sondern als Multimedia Center für das Wohnzimmer präsentiert. Sony hatte sich bei der Präsentation der Playstation im Frühjahr eher blamiert, als es außer einem Kontroller nicht viel zu sehen gab.

Heute Abend sollte sich das aber wenden. Die Präsentation von Microsoft fand ich zunächst sehr viel ansprechender und war auch stärker von „exklusiven Titeln“ getragen, also solchen, die man auf der Playstation nicht bekommen wird. Bei Sony gab es dagegen mehr von Spielen zu sehen, aber oft nur mit sehr geringen exklusiven Anteilen. Bis dahin sah es für mich noch immer – ohne jetzt detailierte technische Vergleiche – nach einem Sieg für Microsoft aus. Vielleicht war da auch noch etwas mehr Neuheitsbonus drin, denn die Spielepräsentation dort lief schon am Vorabend deutscher Zeit.

Als Sony in der Nacht also nachlegte, fand ich es nicht wirklich spannend. Nur in den letzten Minuten hatte sich das Blatt deutlich gedreht. Auch meine Beobachtungen in einem zeitgleichen Chat bestätigten dies: Vorher war dort der Kleinkrieg zwischen Xbox-Fans und Playstation-Anhängern noch sehr aktiv, irgendwann ging es nur noch um die Kosten des Multiplayers bei der Playstation, denn die Xbox One hat meines Erachtens eine deutliche Breitseite abbekommen:

Kurz vor Ende ging es nach dem Spielen nämlich um die technischen Fragen der Playstation und da warb Sony sehr ausgiebig mit den Hauptkritikpunkten an der Xbox. Dort können Spiele nicht verliehen oder gebraucht gekauft werden (zumindest nicht ohne eine Gebühr zu bezahlen) und man muss sich mindestens einmal in 24 Stunden anmelden, sonst läuft das Gerät nicht. Beides hat Sony aufgegriffen und unter deutlichem Applaus der Zuschauer ausgiebig zurückgewiesen. Darunter ging dann unter, dass man zukünftig für das Spielen online auch bei der Playstation zahlen muss. Zumindest kann man dies aus der Aussage schließen, dass ohne Playstation Network Plus noch Singleplayer und Mediathek möglich sei.

Minuten später dann der vernichtende Schlag: Nur 399 Euro wird die neue Konsole kosten. Microsoft hatte am Nachmittag noch 499 Euro als Preis für die Xbox genannt.

Preislich günstiger (selbst mit Onlinegebühren), mehr Rechte und Möglichkeiten bei gekauften Spielen, keine Onlinepflicht und offenbar auch noch leichte Technikvorteile. Wie Microsoft das wieder gut machen will, darf abzuwarten sein. Ich habe jedenfalls trotz gewisser Antipathie gegen die Playstation doch erwogen den Generationenwechsel dann auch mit einem Systemwechsel zu verbinden, denn ein Mediencenter für zuhause brauche ich glaube ich nicht wirklich.

Und Kinect, was man als Begründung für den höheren Preis heranziehen könnte und sicherlich besser ist als das Playstation Pendant? Kein wirkliches Argument. Die Spiele dafür sind für mich eher unspannend und generell ist die Ernüchterung über diese Technologie zumindest für etwas ernsthaftere Spieler wohl eher gering.

Es bleibt abzuwarten, wie dieser Wettstreit weitergeht. Eine Social-Media Analyse hatte jedenfalls direkt nach der Präsentation der Playstation 4 deutliche Verschiebungen gesehen.

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Interessanter als ein solcher Index – wie auch immer er erstellt wird – dürften wohl

die Vorbestellungen sein. Momentan liegt die Xbox One bei Amazon auf Platz 3 vor der Playstation 4 auf Platz 4. Ob sich das ändert, wird man wohl erst in den nächsten Tagen feststellen, wenn die Ergebnisse dieser Präsentationen ihre Verbreitung erreichen. 

 

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