Microsoft rundert zurück: Kein Online-Zwang und kein DRM bei der Xbox One

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Irgendwie hatte man es erwartet: Nach dem Triumph der Playstation 4 bei der E3 rudert Microsoft zurück: Auch bei der Xbox wird es keinen Online-Zwang geben und man wird auch weiterhin Spiele verleihen, gebraucht ver- oder einkaufen können und Importtitel benutzen können. Dies wurde jedenfalls offiziell bekannt gegeben.

Wegfallen dafür wird wohl das Family-Sharing, nachdem Spiele mit bis zu 10 „Familienangehörigen“ geteilt werden konnten – und sogar zeitgleich gespielt werden könnte. Selbst DLCs wären wahrscheinlich geteilt worden. Ich selber war erst vor wenigen Tagen darauf gestoßen und hatte mich bei Twitter schon gefragt:

Für den geplanten Artikel hier im Blog reichte die Zeit nicht, aber auch dieses auf den ersten Blick verlockende Angebot hatte einen Haken: Spielehersteller können die Funktion ausschalten, was beim Tausch der Disk nicht mal eben geht.

Hinzu kommt, dass man dieses Konzept nicht hinreichend präsentiert hat. Nach der Kritik wäre es ein leichtes gewesen, dieses Feature bei der E3 in den Mittelpunkt zu stellen. Ganz nach dem Motto: „Ja, bei uns wird es ein DRM geben, aber ihr könnt eure Spiele dennoch mit euren „Familienmitgliedern“ teilen. Und zwar nicht nur das Spiel, sondern auch alle DLCs, die ihr euch dafür gekauft habt. Und das gemeinsame Spielvergnügen kann dann auch zeitgleich erfolgen.“ Wie gesagt, die Infos zu Family-Share waren nur spärlich bei einer kurzen Recherche in der letzten Woche, aber gerade damit hätte Microsoft punkten können.

Und vielleicht sogar offensiv werben können. Was wäre mit einem reinen Online-Store, wie man ihn von Steam beim PC kennt. Gut, beim PC war wegen des Kopierschutzproblems ein Gebrauchtmarkt nie so existent, aber Steam läuft und funktioniert auch wegen günstiger Sales und ähnlichem. Ein Xbox – Konzept mit der Möglichkeit Spiele am Veröffentlichungstag eben nur digital zu kaufen, per Family-Share zuteilen und das auch noch günstiger als die CD Fassungen (und wenn es nur 10 Euro wären), hätte vielleicht die Präsentation bei der E3 anders ausehen lassen.

T3N hat aber noch andere weiterhin kritische Punkte aufgelistet:

Es ist also durchaus wahrscheinlich, dass die Kombination aus Kamera, Bewegungs- und Sprachsteuerung weiterhin dauerhaft angeschlossen sein muss. Darüber hinaus ist nicht bekannt, ob der Konzern auch für unabhängige Entwickler (Indies) nachbessert. Nach dem derzeitigen Stand können diese ihre Spiele nämlich im Gegensatz zur PlayStation 4 nicht selbstständig publishen.

Darüber hinaus liegt die Xbox noch immer 100 Euro hinter dem Konkurrenten und hat nun was die Features angeht eher nur nachgezogen, ob dies ausreicht, ist noch eine andere Frage.

Um das Rennen zu gewinnen, muss Microsoft nicht nur aufholen – wie mit dieser Erklärung vielleicht geschehen – sondern überholen. Viele Leute haben sich – auch aufgrund des PR Debakels – wahrscheinlich innerlich schon der Konkurrenz von Sony zugewandt. Diese zurück zu gewinnen wird schwer. Mein oben stehendes Gedankenspiel würde meines Erachtens noch immer funktionieren, ebenso wie generell die Preisschraube bei Spielen oder wirkliche Angebote an Features.

So wird es noch ein langer, schwerer aber auch spannender Weg bis die neuen Konsolen Ende des Jahres auf den Markt kommen…

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