Tatortwatch

Irgendwie ist es schon interessant. Man kommt aus dem Kino wieder und findet einen Haufen Meldungen über einen Twitteraccount @tatortwatch in seiner Timeline bei Twitter. Und dann in Verbindung mit GRÜN. Da wird man als Parteimitglied ja schon neugierig und guckt nach. Die Beschreibung des Accounts sagt:

Aus Liebe zum #Tatort und #BürgerInnenrechten dokumentieren hier #Grüne Rechts- & InnenpolitikerInnen BürgerInnenrechtsverletzungen live.

Wie das ganze Aussehen kann, dann mal an ein paar Beiträgen dokumentiert:

An diesem Konzept gibt es einige Kritik, die GRÜNEN würden bevormunden heißt es da teilweise. Ich persönlich halte von solchen Aktionen zwar auch nicht viel, aber fällt dennoch auch unter sonst bei Twitter sehr hoch geachtete Meinungsfreiheit, oder? Ich meine, die Kritik an der Fernsehserie “24” ist ja auch altbekannt, würde es da auch eine solche Aufregung geben? Klar, das ist nicht zu vergleichen. Jack Bauer, der folternd und Bürgerrechte ignorierend den längsten Tag seines Lebens wieder und wieder erlebt, ist natürlich ein anderes Kaliber als der sonntagliche Tatort. Aber wer anerkennt, dass man dort Kritik am Vorgehen haben kann, mag vielleicht auch lockerer auf diese Tatortkritik blicken. Und wenn es wie heute am Ende auf ein “korrektes” Vorgehen der Polizei hinausläuft, ist doch alles gut und eher positiv für die Sendung. Generell sollte man vielleicht etwas lockerer mit soetwas umgehen. Wem das den Spaß verdirbt, kann den Account ja ausblenden oder nicht folgen.

Und um politische Aktionen geht es nicht:

Aber gut, wer provoziert, muss vielleicht auch damit leben. Nur sollte man sich eben auch überlegen, ob man manches nicht vielleicht zu ernst sieht. Ob nun Satire-Account oder nicht. Er ist immerhin “aus Liebe zum Tatort” entstanden 🙂

3 Kommentare

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  • Merkwürdig, jeder andere würde – wenn überhaupt (ich fand den sehr gut – wie fast immer bei Borowski und Kiel) – am gestrigen ‘Tatort’ den impliziten erhobenen Zeigefinger kritisieren. Entweder handelt es sich also um Satire oder – ‘das andere’. Meine Meinung: Wer bei solchen moralischen Implikationen (Minderheitenthematik, Schladiz’ Scham und Reue, Vertrauen und Ehrlichkeit) noch irgendetwas expliziter braucht, findet die Moral von der Geschicht’ wahrscheinlich auch nicht, wenn sie am Ende schriftlich eingeblendet wird.
    Ansonsten: Wer direkte Belehrung – oder sagen wir ruhig: Indokrination – sucht, gehe in die Kirche oder zu Parteitagen – mit Fernsehunterhaltung hat ein solcher Anspruch über den ohnehin sehr gesellschaftskritischen ‘Tatort’ hinaus wohl nichts mehr zu tun.

    • Ich habe den Tatort ja nicht gesehen, also kann ich dazu inhaltlich wenig sagen, aber sehe es im Prinzip genauso. Nur verstehe ich andersherum die Aufregung auch nicht. Einfach ausblenden und die Belehrung bleibt außen vor. Gab aber auch positive Reaktionen 🙂

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