ArchivApril 2013

1
Wenn man als Kunde sein Produkt nicht nutzen kann…
2
Star Wars 7 mal richtig aufgepimpt
3
Korea-Update: China kritisiert offen
4
Umgang mit “Geheimdossiers” bei Zeitungen: Urheberrecht und Steueroasen
5
Der Nutella Coup
6
Korea-Update: USA besonnen und China verärgert
7
DORPCast Episode 1 – Das liebe Geld
8
Hacker Angriff auf Israel
9
Wir drohen zu drohen…
10
Meine Güte, sind wir klein…

Wenn man als Kunde sein Produkt nicht nutzen kann…

Heute habe ich mich richtig geärgert. Neben einigen Arbeiten an der Grünen Homepage wollte ich eine Folge LOST laufen lassen auf dem zweiten Monitor. Bei manchen Arbeiten geht das ja ganz gut. Mal abgesehen davon, dass ich erstmal ein Programm suchen musste, was dies bei Blu-Rays unter Windows 8 ermöglicht ((ist eine Testversion geworden)), tauchte schließlich folgendes Bild auf:

rechte

Kurz gesagt: Ich darf den Film auf meinem zweiten Monitor nicht abspielen, weil dieser nur per VGA angeschlossen ist, anstatt mit einem anderen digitalem Kabel. Das Ganze ist eine Art Kopierschutz, um zu verhindern, dass sich etwas dazwischen schaltet. Wieder einmal bin ich als Käufer der Dumme, weil die Hersteller in ihrer paranoiden Art annehmen damit irgendetwas verhindern zu können.

Eine Blu-Ray über analog aufzunehmen ist doch schon ziemlicher Blödsinn. Immerhin geht Qualität verloren. Wenn man einen solchen Film kopieren wollte gibt es sicherlich bessere und sinnvollere Methoden. Ich habe jetzt zwar nicht gesucht, aber ich bin mir sicher, dass es schwereres gäbe. Und vor allem: Wenn es drauf ankäme, würde ich die Folgen der Serie oder den Film auch auf anderem Wege erhalten.

Stattdessen kann ich mir die Folgen – zumindest nicht ohne Umwege – nicht einfach so angucken. Bin darum jetzt auf Laptop und Fernseher umgestiegen, anstatt den PC zu nutzen. Und ein gutes hat es auch: Über den Kauf einer Blu-Ray Software muss ich mir keine Gedanken machen.

Aber im Ernst: Wieder ein Beispiel dafür, dass ein ehrlicher Käufer der Dumme ist. Hinzu kommen noch Werbung für irgendwann total veraltete Filme, Warnhinweise verschiedenster Art und ein Video in dem dem Käufer einer DVD lange gezeigt wird, dass er im Knast landet, wenn er ihn kopiert. Sehr nett. Manche sagen inzwischen Danke – finde ich angemessener als nach dem Kauf nochmal mit dem Verdacht besehen zu werden, den Film nur kopieren zu wollen.

Vor einiger Zeit geisterte dazu ein Bild im Netz umher:

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Oben der Ablauf, wenn man eine kopierte DVD hat: Einlegen und der Film läuft. Darunter die Kopie: Viel Werbung und Hinweise, bis der Film startet.

Bisher konnte ich mit dem Kram leben und ich werde auch jetzt nicht plötzlich anfangen Kram aus dem Netz zu laden oder sonst was. Aber die Filmindustrie braucht sich dabei echt nicht wundern, wenn Leute sich dann eher illegalen Angeboten zuwenden, wenn man das legale nicht nutzen kann.

Star Wars 7 mal richtig aufgepimpt

Disney hatte ja Lucasfilm übernommen und damit die Rechte an Star Wars. Direkt damit zusammenhängend wurde der neue Star Wars Film angekündigt. Es gab schon viele mehr oder weniger lustige Videos oder Bilder zu dem Thema. Hier mal ein Beispiel:

Aber wer das wirkliche Mashup mitbekommen will, sollte sich den unten folgenden Vorschlag von Patton Oswald angucken. Aufgezogen ist es als Satire eines Filibusters – einer Methode im parlamentarischen System durch Reden Abstimmungen aufzuhalten. Das ist aber nur am Rande wichtig. Aber guckt es euch an, besonders beeindruckend auch weil es improvisiert und ohne Pause oder Schnitt gesprochen wurde. Und die Gestik mag ich auch 🙂 Wer mag findet – vorher oder nachher – auch hier ein Filmplakat dazu.

Korea-Update: China kritisiert offen

Einige kleine Updates zum Konflikt in Korea: China hat nun auch deutliche Worte gegen Nordkorea gefunden. Auch wenn das Land nicht genannt wurde, ist aus den Worten des Staatspräsidenten Xi Jinping doch einiges herauszulesen:

Keinem Land dürfe erlaubt werden, eine Region oder gar die ganze Welt aus selbstsüchtigen Motiven ins Chaos zu stürzen, sagte Xi bei einer Versammlung auf der südchinesischen Insel Hainan.

Ein offener Bruch zu China würde Nordkorea ins Chaos stürzen. Wirtschaftlich ist das Land abhängig vom Riesen im Norden.

Umgang mit “Geheimdossiers” bei Zeitungen: Urheberrecht und Steueroasen

Es ist schon ziemlich seltsam, was man auf dem WAZ Rechercheblog lesen kann. Dass dem Verteidigungsministerium nicht gefällt, dass im November letzten Jahres viele geheime Daten aus dem Bundestag zum Afghanistankrieg veröffentlicht wurden, ist klar. Nun geht das Ministerium aber juristisch dagegen vor:

Mit Bezug auf das Urheberrecht will das Ministerium nun diese Unterlagen aus dem Internet löschen lassen.

Mit dem Urheberrecht? Gegen Journalisten? Bei staatlichen Dokumenten? Geheimnisverrat zählt ja nicht, weil die WAZ diesen ja nicht begangen hat. Daher dann Urheberrecht.

Problematisch dürfte aus meinem Laienverständnis vor allem der Volltext sein. Würde die Zeitung nur Zitate präsentieren und mit diesen Arbeiten, könne man nichts dagegen sagen. So aber schon. Ob es durchgeht oder nicht, wird am Ende vielleicht ein Gericht entscheiden. Die WAZ hat jedenfalls angekündigt der Forderung nicht nachzugeben. Ich habe mir die Daten jedenfalls schon mal gesichert.

Persönlich finde ich, dass geleaktes Material öffentlich bleiben sollte. Wie sonst soll man sich ein persönliches Bild machen? Sonst unterliegt man am Ende nur der Auswahl der Medien.

Darum finde ich auch nicht ganz unproblematisch, wenn die Süddeutsche sich nun weigert, Daten aus dem Dossier zu Steueroasen an den Staat weiter zu geben. Heribert Prantl sagt hierzu:

Behörden können ihren Nutzen aus dem veröffentlichten Material ziehen wie jeder andere auch; aber Behörden haben kein Recht auf Sonder-, Extra- und Geheimlieferung. Würden staatliche Ermittlungen auf noch nicht veröffentlichtem, aber weitergegebenem Material beruhen, das Journalisten den Behörden offeriert haben – dann könnte darüber nicht mehr unbefangen berichtet und kommentiert werden.

Die Medien sind nicht die Hilfsorgane von Staatsanwaltschaft und Steuerfahndung, Journalisten keine Hilfspolizisten. (…) Die Presse wird bisweilen als vierte Gewalt bezeichnet; das ist übertrieben. Aber wenn man bei dieser Terminologie bleiben will: Es gilt dann auch hier die Gewaltenteilung.

Ich weiß nicht genau, wie die SZ nun damit umgehen will. Natürlich müssen Informanten geschützt werden. Und wenn die veröffentlichten Informationen dann auch ausreichen, um die Steuersünder in Deutschland aufzutreiben, dann soll mir das auch Recht sein. Aber das ist das Minimum, was es geben sollte. Ansonsten hat er mit einem Satz am Ende allerdings vollkommen Recht:

Die Staatsgewalten haben ganz andere Mittel und Möglichkeiten als die Presse, um gegen Steuervermeidung, Steuerflucht und Steuerbetrug vorzugehen. Die Staatsgewalten haben ganz andere Mittel und Möglichkeiten, Geldströme zu kontrollieren. Sie müssen nur wollen, sie müssen es nur tun. Sie müssen damit beginnen.

Eine Forderung, die man nur unterstützen kann.

Generell zeigt sich aber, dass “geleakte” Daten nicht nur ein moralisches Problem, sondern – ganz abseits von dem Geheimnisverrat – auch juristische Fragen aufwirft.

Der Nutella Coup

5 Tonnen Nutella wurden heute Nacht von einem LKW gestohlen. Okay, eigentlich keine Nachricht in meinem Blog wert, wenn ich nicht gerade Radio gehört hätte: Netto bietet ab heute nämlich Nutella günstiger an. Einen Zusammenhang unterstelle ich natürlich nicht ((Wie viel Nutella wird bei Netto wohl in so einer Aktionswoche verkauft?)) dennoch ein witziger Zufall 🙂

Korea-Update: USA besonnen und China verärgert

Die Situation in Nordkorea bleibt ungewiss. So hat Nordkorea nun China brüskiert und damit den einzigen Verbündeten. Dort ist man auch nicht mehr so “amused” über die Situation, hält sich aber mit einer offiziellen Position gegen Nordkorea zurück. Die taz will aber am Zensurverhalten festgestellt haben, dass China nun kritischer zum “Bruderstaat” im Süden steht. Die USA haben einen eigenen Raketentest in Kalifornien aufgeschoben, um Missinterpretationen zu vermeiden.

Hacker Angriff auf Israel

Irgendwie ist es schon abartig gerade am Holocaust Gedenktag einen Angriff auf Israels Internet-Infrastruktur zu starten. Offenbar wurde genau dies vom Netzwerk Anonymous angestreibt. Ob erfolgreich oder nicht, kann ich nicht sagen. Dennoch übel. Ein Internetvideo stellt die angeblichen Übergriffe Israels als Grund da, natürlich ohne die Raketen auf das israelische Territorium zu erwähnen. Selbst wenn man in diesem Konflikt so Position beziehen könnte, zeigt das gewählte Datum doch, wessen Geistes Kind diese Aktivisten sind.

Anonymous Deutschland hat sich von der Aktion distanziert:

Wir drohen zu drohen…

Die Situation auf der koreanischen Halbinsel ist verworren und nicht ganz ohne. Der relativ junge Diktator im kommunistischen Norden will offenbar seine Stärke im Inland durch ein imposantes Auftreten nach Außen festigen. Zuletzt wurde ja auch ein Atomschlag gegen die USA “offiziell genehmigt”. Gedroht wurde ja vorher schon damit. Und genau darin liegt das Risiko dieses Konflikts meines Erachtens: Wer droht ohne zu handeln gerät leicht in die Lächerlichkeit.

Der Postillion hat es heute mit einem Artikel auf den Punkt gebracht: “Nordkorea droht mit ultimativer Drohung, falls Welt Drohungen nicht ernst nimmt”. Und auch Iron Sky hat Nordkorea ja einen legendären Auftritt, als man darüber berät, wer denn die Angreifer aus dem Weltraum seien ((bekannterweise handelte es sich um Nazis vom Mond)):

Wollen wir hoffen, dass es dabei bleibt. Der kleine Land im Norden hat nämlich nicht nur atomare Waffen (die vielleicht nicht bis in die USA reichen, aber Südkorea durchaus treffen könnten), sondern auch eine der größten Armeen der Welt

Meine Güte, sind wir klein…

In letzter Zeit tauchten immer mal wieder Bilder in meinem Nachrichtenstrom auf, bei denen es darum ging, wie groß – oder eher klein – die Erde im Vergleich zu den anderen Planeten ist. Das unten folgende Bild war zwar nicht dabei, aber da ich bei den anderen nicht ganz sicher sein kann, was Nutzungsrechte angeht, muss dieses Bild der NASA erstmal reichen 🙂 Aber eigentlich ist das auch nur die Einleitung, denn noch interessanter fand ich heute die Seite distancetomars.com. Hier wird die Erde auf 100 Pixel verkleinert und dann wie ich finde sehr anschaulich vermittelt, wie weit es doch zu unserem nächsten Nachbarn im Universum ist. Guckt da mal vorbei. Los gehts dann mit dem Klick auf den Pfeil unten am Bildschirm 🙂

Ob ich es angesichts dieser Herausforderung wohl wirklich erleben kann, so wie meine Eltern “live” die Landung von anderen Menschen auf anderen Planeten mit zu erleben? Grenzt jedenfalls dann fast an ein Wunder…

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