Elementary 2

Heute lief zum ersten Mal die Sherlock Holmes Adaption “Elementary” [[1. Nach WAZ steht der Titel übrigens für den Spruch „Oh, this is elementary, my dear fellow“ – „das ist grundlegend, mein lieber Freund“]]. Ich bin zwar jetzt nicht der Sherlock Holmes Experte, aber habe doch ein bestimmtes Bild dieses berühmten Detektivs. Das muss nicht zwingend im viktorianischen England spielen, wie man an der genialen BBC Adaption “Sherlock” sehen kann, aber mit einem Action-Holmes, wie in den Hollywoodproduktionen mit Robert Downey jr., kann ich absolut nichts anfangen. Sherlock Holmes arbeitet eben mit dem Kopf und nicht mit Fäusten. Darum konnte ich den auch nicht zuende gucken – selbst wenn es eine nette Detektivgeschichte sein mag. Darum stellte sich mir heute die Frage, wie sich ein Sherlock Holmes in New York mit einer weiblichen Dr. Watson schlägt.

Elementary

Elementary

Und mein Fazit ist durchaus nicht so vernichtend, aber nun auch nicht begeistert. Man kann sich die Serie sehr gut angucken, aber der Holmes – Charme war nicht direkt übergesprungen. Vielleicht kommt das in folgenden Episoden noch, aber momentan würde ich die Serie als nicht mehr ansehen, als eine nette Krimiserie.

Grund dafür sind auch so Kleinigkeiten. Ein Holmes, der sich wünscht er hätte mal nicht recht. Oder am Ende ein Watson, der Holmes etwas schlechter aussehen lässt. Und dass Sherlock Holmes googled mag man noch annehmen, aber ist er auch sozial genug für ein soziales Netzwerk wie facebook?

Lucy Liu als Watson passt vielleicht sogar, solange es nicht irgendwann den Versuch geben wird hier eine Beziehung aufzubauen. Das wäre für mich das Ende aller Illusionen, denn Watson und Holmes küssen sich nicht :)

Ich werde die Serie wohl weiter gucken, wenn auch nicht so enthusiastisch wie andere, aber sie ist gute Unterhaltung und weicht zumindest weniger vom Holmes-Gefühl ab, als der Film. Wer aber eine wirklich gute Neuauflage sehen will – auch angelehnt an die Originalgeschichten – muss doch zur BBC Serie greifen, wo für mich sowohl Cumberbatch (Holmes) und Freemann (Watson) ein perfektes Duo abgeben und die Charakteristika aufgreifen, wie ich sie mir bei einer modernen Auflage vorstelle.

2 thoughts on “Elementary

  1. Reply Thomas Matterne Jan 12,2013 11:10

    Geht mir ähnlich, nur dass ich nicht so recht weiß, ob ich die Serie auch weitergucken werde. Dazu hat sie sich nicht wirklich bei mir im Gedächtnis eingebrannt. Nur die TV Zeitschrift meiner Wahl, werde ich wohl ändern müssen, die hat nämlich behauptet “Elementary” könne sich mit “Sherlock” messen. :-) Für mich ist die US-Serie ganz ordentlich, nur dass sie auch ohne die Namen Holmes und Watson genauso aussehen würde. Im ersten Viertel der Eröffnungsfolge dachte ich bei mir eher, hmm, die haben einen neuen Mr. Monk, nur mit weniger Macken dafür aber mit einer Drogenvergangenheit.

  2. Reply Wolfgang Jan 15,2013 23:23

    Hi Patrick,
    ich habe alle Holmes-Stories gelesen und etliche Serien gesehen. Diese hier erschließt sich mir nicht so ganz. Holmes hat nie etwas mit Frauen anfangen können, weil ihm nie eine Ebenbürtige begegnet ist – außer Irene Adler. Der Sherlock der BBC tut das übrigens auch. Warum sich dieser hier auf Joan Watson einlässt verstehe ich nicht so ganz. Für meine Begriffe wird da eine wesentliche Eigenschaft von Holmes verändert.
    Übrigens den Holmes von Robert Downey Jr. mag ich sehr. Er brilliert doch ganz toll in dieser Rolle und es gibt jede Menge spitzer Dialoge. Die Action ist Nebensache. ‘ verleiht Holmes so eine snobistische Art. Das ist allerdings auch schon weit weg vom Original.
    Am nächsten dran am Original ist die Serie “Die Abenteuer des Sherlock Holmes” mit Jeremy Brett aus den 80ern und 90ern. Der spielt Holmes unglaublich intensiv. Dazu hat man sehr viel Mühe mit Darstellung des viktorianischen Englands gemacht. Wenn Du Dir eine gute Holmes-Serie ansehen möchtest, wäre das mein Tipp.
    Liebe Grüße
    Wolfgang

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