Nachspiel 2011

Es ist schon über eine Woche her, dass ich auf der Spielemesse in Essen war, aber zuerst die Diplomarbeit und die danach einbrechende Faulheit hat den Bericht etwas verzögert, aber da damit jetzt Schluss ist nun ein kleiner Überblick über bereits gespieltes und einiges gekaufte. Wir haben von unserem Rollenspielpodcast System Matters heute auch den Rückblick veröffentlicht, der aber seinen Schwerpunkt aber bei Defenders of the Realm hat, dem erstem Spiel auch meiner Rückschau – nicht aus qualitativen, sondern aus Überleitungsgründen :D

Defenders of the Realm

Defenders of the RealmIch fange mal mit einem Spiel an, welches wir am Samstag der Spielemesse zuletzt getestet haben: Defenders of the Realm. Ein englischsprachiges kooperatives Brettspiel, bei dem man gemeinsam versucht sein Königreich vor dem Überrennen durch Monsterhorden zu schützen. Es erinnert von den Spielabläufen dabei an das Brettspiel Pandemie: Jeder Spieler hat vier Aktionen pro Runde [1. Anzahl jetzt aus dem Kopf, kann auch anders sein] und nach jedem Spieler werden Karten gezogen, die ansagen wo neue Monster entstehen und wohin sich die “Bosse” bewegen. Ab und an werden diese dann auch wieder neu oben drauf gemischt, so dass immer wieder gleiche Gegenden gefährdet sind. Wenn in einem Gebiet zuviele Monsterhorden sind, ist dieses überrannt und es werden in umliegende Felder Monster gesetzt. Zur Markierung des “Überlaufen-seins” wird ein zusätzlicher Spielstein auf das Feld gesetzt.

Dieser Spielstein ist ein kleiner Unterschied zu Pandemie, auch wenn man ihn mit der Zählung der Ausbrüche vergleichen kann: Wenn 12 Stück davon im Spiel sind, ist es verloren. Ebenso hat man verloren, wenn entweder 5 Monsterhorden oder ein Boss die Hauptstadt erreicht. Diese sind ebenfalls ein Unterschied zu Pandemie und bewegen sich auf vorgegebenen Pfaden eben Richtung Hauptstadt. Entschuldigt die Vergleiche mit Pandemie, aber Spieler, die das Spiel vielleicht kennen, werden sich vielleicht leichter damit eindenken können und ich hoffe auch für alle anderen ist das verständlich :) Wenn nicht, kann man sich meinen alten Spielepodcast dazu auch noch im Netz angucken, aber wie gesagt, hoffe es geht auch ohne die 21 Minuten :)

Die Spieler können in ihrem Spielzug Monsterhorden bekämpfen oder eben einen der vier Bosse herausfordern und besiegen. Während erstes durch einfache Würfelwürfe [2. auch hier ein Unterschied zu Pandemie, wo das Entfernen von Krankheiten ja automatisch passiert]abgehandelt wird, muss man beim zweiten diese Würfelwürfe durch Karten kaufen. Diese zieht man jede Runde oder gewinnt sie durch Quests (s.u.) hinzu. Je nach Gegner zählen dann nur spezielle Würfelwerte [3. 3-6, 4-6 oder 5-6 meine ich] und man braucht eine bestimmte Anzahl von Erfolgen. Bei den kleinen Gegnern reicht ein Erfolg, bei Bossen müssen es dann schon mehr sein, aber hier kann man auch als Gruppe agieren.

Hinzu kommen noch Einzelmissionen und Quests einzelner Spieler, die einem neue Hinweiskarten (oder wie immer die heißen) geben und wohl auch für die Endabrechnung hilfreich sind, wenn man im kooperativen Spiel wirklich einen Sieger der Sieger haben will, aber dabei und bei den Belohnungen für Boss-Tötungen kommt auch das “Problem” auf, dass man individueller spielt und vielleicht zu sehr darauf guckt, wie man seine Quests beendet, anstatt wie man der Gruppe am besten helfen kann. Das muss nicht zwingend uninteressant sein, aber bringt eben einen anderen Aspekt in das Spiel ein.

Mein Fazit: Ein tolles Spiel, welches etwas komplexer als Pandemie ist, aber nicht wirklich schwieriger zu spielen und darum für mich vielleicht doch etwas interessanter und ein Pandemie-Killer. Für alle, die das noch nicht haben ist der höhere Preis vielleicht ein Problem – bei Amazon kostet es 70 Euro auf der Spielemesse habe ich mit etwas schöneren Figuren 75 bezahlt (60 ohne Figuren). Aber wie gesagt: Hört euch vielleicht unseren Podcast dazu nochmal an oder guckt bei den Board Game Geeks vorbei.

Flash Point: Fire Rescue

Flash Point: Fire RescueEin weiteres kooperatives Spiel, welches am ersten Tag getestet wurde und welches ich per Kickstarter schon im Vorfeld unterstützt habe – ich mag kooperative Spiele eben :D

Spielinhalt ist wie der Name schon sagt ein Feuerwehreinsatz im brennenden Haus, in dem man Menschen retten muss und Feuer löscht :) Man würfelt nach seinen Aktionen – wieder eine Ähnlichkeit zu bekannten kooperativen Spielen – aus, wo ein Feuer entsteht und ggf. hat man auch hier mit Feuerexplosionen (alias Ausbrüchen oder Überrennen) zu kämpfen.

Wir haben es mit einfacheren Regeln und weniger Optionen gespielt, wie es im Buch für Einsteiger empfohlen wird. Damit kann es natürlich nicht an die Vielfalt von Defenders of the Realm herankommen, aber es ist nett zu spielen und m.E. auch schneller gespielt. Und mit den vereinfachten Regeln glaube ich auch für Kinder interessant, was auch dem weniger abstraktem Spielhintergrund geschuldet ist.

Mein Fazit: Ein lustiges und nettes Spiel für Zwischendurch, bei dem sich mit den kompletten Regeln erst noch zeigen muss, was es kann :)

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Pictomania

PictomaniaEin ganz andere Spiel aus dem Hause Pegasus stand am Samstag der Spielemesse als erstes auf dem Testtisch: Pictomania. Bei dem Spiel mit bis zu fünf Spielern geht es darum, Bilder zu malen und zu erraten. Dabei werden in jeder Runde 6 Karten aufgestellt mit jeweils 7 Begriffen, die aus einem ähnlichen Bereich stammen (Lebensmittel, Berufe, etc.). Jede der Karten ist einem Symbol zugewiesen und die Spieler erhalten per Karten Symbol und Nummer und müssen den dargestellten Begriff zeichnen. Dies passiert bei allen Spielern gleichzeitig und nachdem man mit seinem Bild fertig ist, kann man bei den anderen mit verdeckten Karten raten, was diese gemalt haben. Hierbei ist es von Vorteil schnell zu sein, denn je nach Geschwindigkeit wann man meint fertig zu sein, bekommt man eventuell Bonuspunkte über Plättchen auf dem Tisch. [4. 3 Sterne, 2 Sterne oder 1 Sterne = Punkt] Dabei muss man nicht mal zwingend bei allen Leuten raten. Zuschnell und falsch zu raten hat aber dabei seine Nachteile, wie man bei der Auswertung sehen kann:

Klingt schon mal recht stressig und ist es irgendwie auch, denn man sollte  – ohne in Details Zeit zu verlieren – schon deutlich genug malen, damit man es erkennt. Denn in der Auswertung werden dann alle abgegeben Tipps gewertet und zwar vom ersten bis zum letzten Tipp. Der erste richtige erhält 3 Punkte, der zweite 2 und alle weiteren je einen Punkt. Also schnell sein lohnt sich. Wer falsch rät, landet jedoch in der Mitte und da kommen wir zu den Nachteilen bei den Bonuspunkten: Wer am meisten falsch geraten hat (nicht geraten ist dabei egal), ist das “Schwarze Schaf” und erhält die Bonuspunkte abgezogen. Und auch wer nicht gut genug gemalt hat, hat ein Problem: Jedes nicht abgegebene Plättchen (Punkte für richtig gegebene Tipps) zählt mit seiner Wertung als Minuspunkt. Sollte man am Ende kein einzigen richtigen Tipp für das eigene Bild haben fallen auch die Bonuspunkte weg. Also gut malen und schnell erkennen ist angesagt.

Mein Fazit: Zunächst war ich mir unsicher was das Spiel angeht, weil es mir Hektisch wie Ligretto vorkam, aber es geht doch recht gut und macht viel Spaß. Dabei kombiniert es aber Dinge wie Improvisation (Wie zeichne ich das? Und vor allem: Wie sorge ich dafür, dass die auch das darunter verstehen?), erfordert ein gewisses Merkvermögen (um einen wie auch immer ausgeprägten Überblick über alle Begriffe zu bekommen) und dann eine schnelle Auffassungsgabe (Was malt der für einen Begriff?). Und wer denkt es bleibt bei einfachen Begriffen, wie beim Flugzeug auf dem Bild, der irrt: Schon früh geht es um Berg und Hügel, Schloss und Burg oder am Ende Psychologe und Soziologe auf einer Karte.

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Herr der Ringe

Herr der Ringe - BrettspielDas Spiel ist eine Neuauflage des alten kooperativen Herr der Ringe Spiels, wo bis zu fünf Hobbits (Spieler) gemeinam nach Mordor aufbrechen um den Ring zu zerstören. Ich hatte es vor Urzeiten mal gespielt und wir waren immer kläglich gescheitert, umso mehr war ich überrascht, dass wir so überzeugend verloren haben am Ende – wenige Felder vom Schicksalsberg entfernt.

Kurz gesagt bewegt man sich durch die verschiedenen Abenteuer im Buch wie Moria, Helms Klamm, Kankras Lauer und Mordor und versucht diese durch das Ausspielen von bestimmten Kartentypen durchzuspielen, bevor es das Schicksal für einen tut. Dabei muss man immer im Auge behalten selber der dunklen Seite nicht näher zu rücken und sich von Sauron nicht finden zu lassen – oder zumindest nicht den Ringträger. Notfalls muss man sich dann auch opfern, damit dieser weiter nach Modor reisen kann. Die während der Reise gesammelten Hobbitkarten für Reise, Kampf, Freundschaft und Versteck  werden dabei eben genutzt, um in den Abenteuern einen Schritt weiter zu kommen. Zwischendurch zieht einem das Spiel aber auch diese Karten aus der Hand, um schlimmere Ereignisse zu verhindern, so dass die zum Ende hin doch etwas rar werden. Nebenbei muss man noch Herz, Sonne und Ring sammeln, um seine Aufrichtigkeit zu zeigen, sonst geht es ganz fix Richtung Dunkelheit :)

Kurzes Fazit: Das Spiel ist rückblickend wirklich sehr einfach gestrickt und macht kooperativ Spaß, weil es versucht wirklich eine Geschichte zu spielen. Ich hoffe, dass die Erweiterungen auch noch kommen – auch weil diese nur bedingt kompatibel sein sollen, wie bei Spiele-Akademie geschrieben wurde (dort im übrigen auch ein längerer Bericht über die Regeln).

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Vieles Mehr

Es ist einiges mehr auf der Spielemesse gekauft worden – nicht nur von mir. Und noch längst nicht alles ist getestet. Ich selber hab noch Star Trek Expeditions, Civilization und Onirim in der Tasche gehabt an Brettspielen und einigen Rollenspielkram (Der eine Ring, Kreuzzüge-Band für Cthulhu,  einigen Shadowrun Kram) und Kevin hatte noch Evo, Risiko Evolition, 7 Wonders und bestimmt noch das ein oder andere “vergessene” Spiel gekauft.

Also Material für weitere Spielberichte gibt es sicherlich. Und ich habe auch wieder überlegt, meinen alte Spielpodcast wieder aufleben zu lassen – vielleicht unter dem Dach von System Matters. Weiter oben hatte ich ja schon einen Link wie das damals aussah, jetzt zum Abschluss darum noch ein Link zu meiner damaligen Darstellung von den Werwölfen im Düsterwald.

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