Gelsenkirchen als “Fairtrade-Stadt”

imageGestern abend war das erste Treffen einer Arbeitsgruppe statt, die das Bestreben Gelsenkirchen zu einer “Fairtrade-Stadt” zu machen, unterstützt und umsetzt. Der Stadtrat hatte im Juli einen entsprechenden Beschluss gefasst, sich an der Kampagne “Fairtrade Towns” zu beteiligen. Diese Kampagne zeichnet Städte aus, die sich für die Förderung des fairen Handels engagieren. In Deutschland sind dies bereits über 50 Städte, die man hier einsehen kann.


Was ist fairer Handel?

Bevor ich kurz darauf eingehe, was man in Gelsenkirchen braucht, um eine “Fairtrade-Stadt” zu werden [1. Bei der Sitzung hatte man überlegt einheitlich eher von einer Fairtrade-Stadt, als einer Fairtrade-Town zu sprechen.], kurz einige Informationen zum Fairtrade generell.

Unter fairem Handel versteht man vereinfacht gesagt einen Handel, bei dem die Erzeuger und Händler in den Entwicklungsländern einen fairen Lohn für ihre Produkte erhalten. Hinzu kommen Forderungen nach fairen Arbeitsbedingungen, der Ausschluss illegaler Kinderarbeit oder umweltschonender Anbau.

Anders als bei vielen regulären Produkten beispielsweise bei Kaffee oder Kakao leiden hier die Pflücker nicht für günstige Produkte hier im Supermarkt, sondern erhalten einen fairen Lohn – was nicht zwingend bedeutet, dass es sehr viel teurer ist. Es gibt oft auch einfach weniger Zwischenstellen.

Naja, ich kann gerne nochmal mehr zu Fairtrade generell schreiben, aber ich glaube die kurze Zusammenfassung reicht ja schonmal: Es geht eben um gutes Geld für gute Arbeit und Schutz vor Ausbeutung.

Anforderungen an eine Fairtrade-Town

Eine Fairtrade-Town muss fünf Kriterien erfüllen:

  1. Beschluss des Stadtrates und Umsetzung vor Ort
  2. Lokale Steuerungsgruppe
  3. Angebot von Fairtrade Produkten im Einzelhandel und der Gastronomie
  4. Verwendung von Fairtrade Produkten in Schulen, Vereinen und Kirchen
  5. Berichterstattung in den öffentlichen Medien

Das erste Kriterium ist insofern erfüllt, dass die Stadt einen Beschluss gefällt hat, Fairtrade Stadt zu werden. Zu Prüfen ist noch, ob auch bei Ratssitzungen, in Ausschüssen und dem Bürgermeisterbüro fairer Kaffee und ein weiteres Fairtrade Produkt angeboten wird.

Schritt 2 ist auch schon erfüllt und bis zum nächsten Mal wird gesammelt, in wiefern die weiteren Kategorien bereits erfüllt sind. Ziel ist es dabei aber nicht nur die Mindeststandards zu erfüllen, sondern immer mehr anzustreben.

Im Einzelhandel und Gastronomie sind ebenfalls mindestens zwei Produkte erforderlich. Für eine Stadt wie Gelsenkirchen sind dies 36 Geschäfte und 18 Gastronomiebetriebe. Im Handel ist es zwar nicht rosig, aber das Ziel wird man dennoch leichter erreichen können, denn auch einige Discounter und Ketten haben ja bereits Fairtrade Produkte im Angebot.

Schwerer wird es bei der Gastronomie, denn neben Kaffee braucht man ja weitere Elemente, wie Tee, Säfte, vielleicht Eis. Neben Subway mit Eis ist mir persönlich da noch kein Cafe oder ähnliches bekannt, euch vielleicht?

Im vierten Kriterium sind zwei Schulen, Vereine und Kirchen gefordert, die Produkte verwenden und Veranstaltungen [2. mindestens eine pro Jahr] zum fairen Handel durchführen. Das Berufskolleg für Wirtschaft und Verwaltung ist sehr aktiv beim fairen Handel und die Evangelische Gesamtschule in Bismarck ist ebenfalls auf einem Weg das Thema verstärkter anzugehen. In Rotthausen und Buer gibt es auch zwei Eine-Welt-Läden in Kirchengemeinden.

Alles in Allem sammeln wir noch alle Aktivitäten im Bereich des Fairen Handels. Also lasst mir zukommen, wo in Gelsenkirchen Fairtrade Produkte zu bekommen sind, wo Aktivitäten dazu stattfinden und mehr. Und dann hoffe ich, dass Gelsenkirchen bald auch den Titel als “Fairtrade-Stadt” tragen kann.

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