ArchivOktober 2011

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Mists of Pandaria: Neues WoW Addon angekündigt
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Tanngrün und Sandgelb…
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Spielemesse 2011
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Durchgemachte Nächte und viele Zahlen
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Katz & Maus
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Einige Worte zu #occupyberlin und Twitter
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Dragon Age Miniserie
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Iron Sky – Der Comic
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Die Nyan Cat und wie Kinder drauf reagieren…
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Fair Game

Mists of Pandaria: Neues WoW Addon angekündigt

Ich habe mir dieses Jahr mal ein Virtuelles Blizzcon Ticket gegönnt und nachdem ein Raid heute Abend ausfiel konnte ich das auch genießen. Zunächst ist es schon ziemlich krass, dass sich eine Computerspielfirma mit 3 wichtigen Spielereihen soetwas seit sechs Jahren leisten kann und Menschen viel Geld bezahlen um dabei zu sein (oder noch nicht mal :D).

Am Ende der Eröffnungsveranstaltung kam dann das, worauf wir gewartet haben: Das nächste Addon ist angekündigt worden: Mists of Pandaria. Gerüchte über die neue Erweiterung hatte es schon länger gegeben, aber nicht mehr als Gerüchte. Nun bestätigen sich diese aber und ja, es wird als neue Rasse die Pandaren geben – eine “Panda”-Rasse. Aber seht selbst im Trailer:

Mena war nach dem Trailer eher fertig, die neue Panda-Rasse passt für sie nicht nach WoW. Ich habe da weniger ein Problem damit, finde sie irgendwie lustiger als beispielsweise die Worgen, die vom Laufen und dem Mount nichts für mich sind.

Die neue Rasse kann alle Klasse abbilden mit ausnahme des Todesritters, Druiden, Paladins und Hexenmeisters. Als Klassenbonus erhalten einen Bonus von 100% bei Lebensmitteln, 15 Punkte mehr bei Kochen, sie erleiden weniger Fallschaden und – was fürs Leveln besonders interessant ist – ihr “Rested” hält doppelt so lange an. Als aktive Fähigkeit steht ein Stun zur Verfügung. Pandaren haben ein eigenes Startgebiet auf dem Rücken einer riesigen Schildkröte und sind zunächst Fraktionslos. Erst ab Level 10 in etwa entscheidet man sich für eine Fraktion. Hier weitere Infos…

Ebenfalls neu ist eine Klasse: Der Mönch. Er ist von allen Völkern mit ausnahme der Goblins und Worgen spielbar und ist auf Melee ausgerichtet. Dies sowohl als Tank, Heiler und Schadensverursacher. Freue mich schon auf meinen Pandaren Melee Heiler 😀

Aber viele andere Neuerungen wurden angekündigt: Eine Grundlage und für mich eine geniale Entscheidung ist es, die Möglichkeit den Charakter im Endgame zu entwickeln unabhängiger von Dungeons zu machen. Ich weiß ja nicht, wie es euch anderen WoW-Spielern geht, aber immer die gleichen Dungeons – und momentan sind es ja auch nur zwei, wenn man es effektiv macht – durchzurennen für die blöden Marken jede Woche. Ich halte mich da in letzter Zeit zurück, weil es einfach langweilig ist. Blizzard möchte im nächsten Addon viele neue Möglichkeiten bieten, um Marken zu sammeln. Ein Beispiel sind Quests, die aktuell auf dem höchstlevel nicht viel mehr bringen als zuvor. Natürlich für Gold oder Erfolge macht man die vielleicht, aber im Addon soll es auch Marken dafür geben.

Aber es werden auch neue Möglichkeiten geschaffen: Zum Beispiel PVE Szenarios, die etwas an Gruppenquests erinnern oder gar an Battlefields. Hier geht man mit normaler Questrüstung ohne besondere Rolle hinein und spielt mit anderen Spielern bestimmte Schritte durch. Für solche Ereignisse bekommt man Punkte.

Dungeons können aber auch interessanter werden mit einem Challange Modus. Hier kämpft man auch gegen die Zeit. Je nachdem wie schnell man kämpft, erhält man eine goldene, silberne  oder bronzene Medaille. Diese kann man in Gegenstände tauschen, die eher dem Aussehen dienen und damit für das neue Transmogrifieren interessant sind. Es gibt auch Ranglisten für die Geschwindigkeit der Dungeons. Um zu verhindern, dass man irgendwann nur durchrennt mit besserem Equipment wird der Schwierigkeits- oder Ausrüstungsgrad angepasst.

Neu ist der Pet Kampf. Hierbei kämpfen die “Haustiere” gegeneinander, ein wenig wie “Pokemon”. Wobei ein wenig untertrieben ist. Kämpfe sehen sogar so aus wie aus dem Spiel (siehe hier), man kann Pets in der Wildnis fangen und es gibt sogar “Arenameister”, die man herausfordert. Die Pets leveln und werden individualisiert. Man kann ihnen Namen geben und ähnliches. Kämpfen sind dabei rundenbasiert- Es sieht damit ziemlich seltsam aus und passt irgendwie nicht wirklich in das Spiel. Ich finds dennoch toll und bin sehr gespannt darauf 🙂

Eine große Änderung gibt es beim Talentsystem, denn es wird nur einen Baum geben anstatt bisher für jeden Specc. Der Hintergrund ist, dass die bisherigen Bäume kaum Auswahl boten. Es gibt “den richtigen” Build für jede Aufgabe und bestimmte Talente muss man einfach wählen. Mit dem neuen System bekommt man alle wichtigen Fähigkeiten und Talente durch die Klassen- und Speccwahl direkt mitgegeben. Der Talentbaum bietet dann alle 15 Level eine Auswahl zwischen drei Talenten, von denen man eins wählen kann. Diese haben oft ein ähnliches Thema unterscheiden sich dann im Detail. Es mag dabei minimale Vorteile für bestimmte Spielweise geben, aber soweit ich das bei dem Panel gesehen habe, sind es wirklich eher Dinge die die Spielweise betreffen und nicht zwingend zu wählen sind. Im übrigen kann man die Talentverteilung ähnlich ändern wie Glyphen, also durchaus auch zwischen Kämpfen wechseln, was besser passt.

Ansonsten gibt es noch einige Kleinigkeiten, die sich ändern werden. So wird es Account Archivements geben, Scholomance und das Kloster (Flügel 1+2) werden in Heros umgesetzt im neuen Addon, Weltbosse werden wieder aufkommen, Quests beeinflussen mit Buffs oder speziellen Gegnern oder Loots Ini- oder Raid-Runs. Und Quests sollen weniger linear verlaufen. Wie immer das sein mag.

Ich finde die Ankündigung wirklich spannend. Die Möglichkeit viel mehr im Endgame zu machen und dafür belohnt zu werden macht das Spiel vielleicht spannender, als es momentan ist, wo im PvE eigentlich nur Ini-Runs neben den Raids Sinn machen. Questen mag Spaß machen, aber bringt keine wirkliche neue Ausrüstung. Also ich freue mich auf die neue Erweiterung, vielleicht noch mehr als auf die vorherigen, da sie wirkliche Neuigkeiten bringt und nicht nur altes neu verpackt.

Spielemesse 2011

Ab morgen ist die Spielemesse in Essen. Seit Jahren gehe ich dort immer hin und dies wird auch in diesem Jahr so sein – trotz Diplomarbeit. Aber da steht morgen der Entwurf, der dann Gegengelesen wird und so kann man Samstag ruhigen Gewissens zur Spielemesse gehen. Eigentlich berichte ich ja immer im System Matters Rollenspielpodcast davon, was so neues für die Spielemesse ansteht. Dieses Jahr ist das leider echt nicht drin gewesen. Dafür war der Stress mit der Diplomarbeit irgendwann dochzu groß geworden. Nichts desto trotz soll es hier kurz auf die Dinge eingegangen werden, die bei mir ganz sicher, vielleicht und unter Umständen im Rucksack oder in Einkaufstüten landen. Als Grundlage dient in erster Linie dieser Artikel von Ron, in dem alle Rollenspielneuheiten dargestellt werden.

Der eine Ring

Ganz oben auf der Einkaufsliste steht “Der eine Ring”, das neue Herr der Ringe Rollenspiel, welches vom Uhrwerkverlag übersetzt wurde. Das Besondere daran ist, dass es eine Kampagne über 80 Jahre zwischen den Geschehnissen von “Der Hobbit” (was ich noch zuende lesen muss) und dem “Herrn der Ringe” darstellt. Wenn man Zwerge oder Elfen oder so spielt ist das kein Problem, bei Menschen gibt es die Möglichkeit Wissen und Gegenstände an den Nachfolger weiter zu geben. Hinzu sol die Möglichkeit eines Gruppenpools geben, der die Stärke der Gemeinschaft darstellt. Wenn jemand aus der Gemeinschaft gegen diese Arbeitet schadet das der Gemeinschaft ebenso, wie der Verlust eines wichtigen Freundes. Hinzu soll soetwas wie Hoffnung kommen, ein Wert, der die Motivation des einzelnen Charakters darstellt. Wie das genau ist, weiß ich noch nicht, aber diese lange Spielzeit, diese neuen Meschaniken und mehr klingt schonmal wirklich sehr interessant, darum wird es gekauft. Kostenpunkt: 50 Euro, denn die Limitierte für 100 Euro wird es wohl doch nicht werden, wenn man nichtmal sicher sein kann, ob mal es überhaupt wirklich in einer Kampagnenform spielt.

Das schwarze Auge

Regelmäßig spielen wir ja noch die Sieben Gezeichneten Kampagne in DSA. Für das System erscheint nun ein Aventurischer Atlas mit detailierteren Karten und Darstellungen. Der wird zumindest genauer angeguckt und kostet 30 Euro. Das Soloabenteuer “Im Griff der Schwarzen Eiche” muss wohl noch etwas warten, ebenso die Anthologie zum Horasreich. Eine Kampagne zu Al’Anfa kommt erst nach der Messe raus, die wäre wohl noch eher dran gekommen. In Überlegung war auch die Überarbeitung der Kampagne “Bis zum Horizont”, bei der es nach Myranor geht. Aber irgendwie sind 40Euro doch ein stolzer Preis dafür, dass man diese Kampagne womöglich nie spielen wird. Interessant fände ich es dennoch mal Myranor zu erkunden aber eben ohne gleich alles neu kennen zu lernen, sondern als aventurischer Charakter und Spieler den Kontinent zu erkunden. Und auch als Spielleiter wäre es etwas einfacher, wenn man nicht gleich alles wissen muss.

Ullises generell

Ebenfalls übelegt war das Battletech Starterset und vielleicht auch neuer Kram fürs John Sinclair Abenteuerspiel. Das hatte ich auf der Ratcon kennengelernt und fand diese abgespeckte Version des Rollenspiels garnicht mal so verkehrt. Das Grundregelwerk habe ich mir im PDF Shop schonmal gekauft, hatte darum überlegt, ob was physisches für das Regel nicht auch nett wäre. Aber ich denke das wäre eher etwas falls am Ende noch Geld übrig bleibt – und das ist bei der Spielemesse ja selten der Fall 😀

 

Malmsturm

Ich glaube bei der RPC hatte ich mir das Malmsturm Regelwerk gekauft und auch signiert bekommen. Damals war es gedacht als Alternative zu D&D in einer freien Spielwelt, die ich mir selber ausdenken wollte. Nun habe ich aber gesehen, wie dick dieses Buch zur Welt ist und überlege es mir vielleicht doch nochmal anders. Und man muss sich klar machen: Das “dünne” Regelbuch ist nicht wirklich dünn, sondern dicker als manches DSA Buch. Kostenpunkt: 50 Euro.

 

Cthulhu

Für das Horrorrollenspiel Cthulhu sind zwei neue Bände für mich besonders interessant. Zum einen mit Kingsport ein weiterer Ort aus Lovecraft Country, der vorgestellt wird. Steht aber auch nicht ganz oben auf der Liste, ist eher für die Sammlung, hoffe dass jemand aus meiner Spielrunde da vielleicht zugreift und leitet 🙂 Ansonsten ist ein Artikel zu den Kreuzzügen erschienen, der wird genauer angeguckt und vielleicht gibt das eine nette kleine Kampagne. Fänd ich zumindest bis zu Freigabe von den Bergen des Wahnsinns irgendwann nochmal interessant.

Auch wenn es nicht von Pegasus ist, steht auch “Trail of Cthulhu” noch irgendwie auf der Kaufen-Liste. Ich habe ja mit den Armitage-Files eine Kampagne dazu und das andere System würde mich auch schon interessieren.

Englischer Kram

Es sind noch zwei englische Bücher in der Überlegung: Der Kampagnenband zu A Song of Ice and Fire ist so nicht mehr mal eben zu bekommen. Das System hatte ich noch günstig bekommen, beim Hintergrundband fehlte aber noch das Glück, mal sehen was die Messe bietet. Dann ist auch das Mouse Guard Rollenspiel mir sehr empfohlen worden. Werde mal den Comic lesen ob mir der zusagt und dann überlegen, ob ich das Risiko 55 Euro auszugeben, wo die Chancen noch geringer sind das zu Spielen als bei “Der eine Ring”.

Shadowrun

Bei der Ratcon habe ich mir Shadowrun gekauft und will das gerne mal ausprobieren – was schon ein großer Schritt für mich ist. Werde auf der Spielemesse wohl auch das ein oder andere Buch dazu kaufen. Relativ sicher ist die neue Box “Schattenrüstzeug” dazu, die mir als Einsteiger in das System bestimmt helfen wird. (Inhalte hier) Aber was sonst? Der Band zum Rhein-Ruhr-Komplex soll erst in einem Monat in der normalen Version entscheiden und 50 Euro dafür ist dann für einen Einsteiger doch etwas viel. Aber ich brauche da auch noch eure Hilfe: Was ist noch hilfreich für einen Einsteiger? Ist eine der 4er Kampagnen gut genug, um eine Einsteigerrunde zu überzeugen ohne zu überfordern? Irgendwelche Quellen- und Regelbände die besonders gut sind? Helft mir und antwortet fleißig 😀

Brettspiele

Bei Brettspielen gehe ich immer sehr spontan an die Spielemesse heran. Das Civilization Brettspiel ist ein Kaufkandidat, aber sonst lasse ich mich gerne überraschen – oder auch hier von euch überraschen 😀

 

Das ist bestimmt nur ein kurzer Überblick. Bei der Spielemesse wird auch  immer eingekauft, was gerade so in den Sinn kommt, aber ich bin auch immer für eure Ratschläge offen. Insbesondere zu Shadowrun würde ich mich über jeden Ratschlag freuen – auch vor Warnungen. Aber bestimmt habe ich auch echt tolle Sachem übersehen und bei Brettspielen freue ich mich auch Vorschläge von neuen (am liebsten kooperativen) Spielen. Also legt los 🙂

Durchgemachte Nächte und viele Zahlen

So, das Ende ist in Sicht. Nächste Woche muss die Diplomarbeit abgegeben werden. Heute abend werden noch die letzten Seiten mit Schlussfolgerungen formuliert und morgen geht es dann in die erste Schlussredaktion mit meinem Kommillitonen um die getrennt geschriebenen Teile in Form zu bringen und noch mehr als natürlich schon im Vorfeld aufeinander abzustimmen. Einige Arbeit ist es noch, aber ich bin jetzt echt froh, wenn das vorbei ist und dabei auch zuversichtlich, dass was gutes rausgekommen ist. Weiterlesen

Einige Worte zu #occupyberlin und Twitter

Ich war heute abend dabei für meine Diplomarbeit einige Twitter-Accounts für unseren Abschnitt zu “echo chambers” zu prüfen, als bei einem Account Meldungen über die Räumung in Berlin auftauchten. Kurze Zusammenfassung: Ca. 200 Leute hatten die Wiese vor der Bundestag besetzt, Zelte aufgebaut und es sich gemütlich gemacht und um Mitternacht sollte der Platz geräumt werden.

Ich ärgere mich schon ein wenig, dass ich die Proteste nicht miterleben konnte und unterstütze diese inhaltlich. Ich teile auch die Bedenken einer Räumung und kann den Sinn dahinter auch nicht wirklich verstehen. Ich meine, ist es wirklich entscheidend, ob die Leute heute nacht da rumsitzen und frieren oder nicht? Ka4015 hat dies in einem Artikel ebenfalls kritisiert und die Frage nach den Erfahrungen mit Castor-Transporten und Stuttgart 21 aufgeworfen, ob eine Demokratie das nicht erdulden sollte:

Ein demokratischer Staat sollte meines Erachtens nicht Demonstranten wegtragen, wegspritzen und wegknüppeln, die, egal wie gut sie Ihren Protest organisieren, nichts an dem Protestgegenstand ausrichten werden. Ein Staat hat mehrere Tage oder Wochen Zeit, ein Staat hat Beamte und kann diese im Schichtdienst austauschen. Ein Demonstrant hat diese Zeit nicht. Ein Demonstrant bekommt aber durch die Anwendung von (Staats-)Gewalt sehr schnell das Potenzial, noch mehr für seine Demo zu mobilisieren.

Letzteres wird sich morgen wohl bewahrheiten. Ich will jetzt auch nicht die Diskussion breittreten, dass Polizisten natürlich auch im Schichtdienst nicht dauerhaft mit Demos gebunden sein können – dafür ist die Personaldeke wohl etwas eng. Aber sei es drum. Ich deine schon, dass eine Demokratie eine Nutzung des öffentlichen Raums durch Demonstranten auch erdulden muss. Und das gilt auch für die Wiese vor dem Bundestag. Eine Bannmeile um den Bundestag gibt es nicht mehr und zumindest bis Montag dürfte man dort ja auch nicht in der politischen Arbeit stören, wenn da 200 Leute campen. Genau das ist ja auch Hintergrund der Aktion und in anderen Städten ist bis zum 19. Oktober in der Regel diese Aktionsform geduldet.

Von der Räumung selber war nichts in den allgemeinen Medien zu sehen, ein Livestream funktionierte nicht und so war Twitter ein Hauptmedium. Und dann ging es ganz schnell mit Fehlinformationen: Das Netz sei von der Polizei ausgeschaltet, der Kameramann des Livestreams verhaftet und sogar 5 Tote wurden ernsthaft behauptet. Wer weiß, was sonst noch alles da lief. Das einzige was man bei Twitter gefunden hat sind Verschwörungstheorien. Ne halbe Stunde später war alles vorbei. Ohne Tote, Netz gab es auch die ganze Zeit und der Livestream klappte auch wieder. Selbst der Einsatz war offensichtlich nicht so brutal wie dargestellt.

Klar, man kann immer über Verhältnismäßigkeiten streiten und bestimmt gab es Leute, die sich beim wegtragen lassen weh getan haben – aber so ist das eben, wenn man sich wegtragen lässt. Ich kann wie gesagt sogar die Wut darüber verstehen, wenn man nicht versteht, wieso diese Polizeiaktion stattfindet. Das ist mehr als berechtigt und ich finde auch gut, dass man sich davon nicht ins Bockshorn jagen lässt und morgen um 15 Uhr wieder demonstrieren will vor dem Reichtstag. Ob das klappt ist eine andere Frage, aber das muss die Demokratie aushalten.

Was gar nicht ging, war es diese deswegen für tot zu erklären oder gar die Bundesregierung mit der früheren ägyptischen Diktatur gleichzusetzen. Hier wurde ein Platz geräumt, wie es momentan aussieht auch ohne schwere Verletzungen und brutalem Polizeieinsatz, und das kommt in keinster Weise an das Risiko und das Vorgehen in Ägypten ran. Dort sind 365 Menschen dafür gestorben Demokratie zu erleben, tausende wurden verletzt. In diesem Land waren heute 40.000 Menschen auf der Straße und viele werden in den nächsten Tagen auf öffentlichen Plätzen schlafen. Das hätte man in Berlin auch machen können und die Berliner Polizei ist durchaus berüchtigt, aber es bringt dem Protest auch nichts ihn zu skandalisieren und ihn mit dem Freiheitskampf in der arabischen Welt oder der Wende 1989 gleich zu setzen. Davon ist das meilenweit entfernt.

Mit dieser angeblichen Verbrechen gegen die Menschlichkeit die dort stattgefunden haben sollen, hat Twitter sich leider selber etwas diskreditiert in dem Fall und zeigt, dass man in solchen Fällen erstmal ruhig bleiben sollte. Es gibt momentan – unr irgendwo schon länger – das Gefühl verfolgt zu werden und so entstehen dann Verschwörungstheorien. Also locker bleiben und nicht gleich von den gleichgeschalteten Medien reden und davon reden, dass die Demokratie damit beendet ist, dass eine Wiese mitten zwischen zwei politischen Hotspots Deutschlands geräumt wird, während ansonsten in diesem Lande problemlose Camps stattfinden. Skandalisierung bringt nur etwas, wenn es einen Skandal gibt.

Und kurz zu den Medien: Ich habe meine Kritik zur mangelnden Berichterstattung bei der Revolution in Ägypten geäußert, aber man sollte eben auch hier aufpassen, dass in Berlin nicht zu hoch zu hängen. Es war eine Aktion von einer halben Stunde, eben ohne größere Probleme bei einer Menge von 200 Menschen. Sollen ARD, ZDF und Co überall in Deutschland 24 Stunden auch solche Camps begleiten, weil vielleicht irgendwas passiert? Offenbar war Reuters vor Ort und in der Welt findet man auch Fotos, also waren auch “Qualitätsmedien” vor Ort und wäre mehr gewesen, als eine Verlagerung von Menschen, würde wohl sicherlich mehr berichtet werden, als beispielsweise dieser überschaubare Artikel in der TAZ.

Also: Weiter demonstrieren, die Inhalte skandaliseren, aber nicht immer mit der Opfermentalität durchs Leben gehen und mit ruhigen Kopf an solche Dinge angehen. Und Bürgerjournalismus kann auch nur dann funktionieren, wenn er den Bereich des Journalismus berücksichtigt. Fehlinformationen über Stunden hinweg, ungeprüfte Gerüchte und Skandalisierung wo keine ist, schädigen am Ende nur die wahren Informationen und damit die berechtigten Interessen der Demonstranten.

Dragon Age Miniserie

Ich hatte vor einiger Zeit ja schon auf die neue Dragon Age Mini-Web-Serie hingewiesen, die Felicia Day gedreht hatte und auf die ich sehr gespannt war, weil ich ihre Produktion von The Guild (auch mehrmals erwähnt) sehr gut fand. Der erste Teil ist heute erschienen und ich bin mal gespannt, wie es weiter geht. Ein richtigen “Wow”-Effekt hatte ich noch nicht, aber ich denke das ist in 9 Minuten auch kaum vorstellbar.

Dazu ist auch ein neuer Spielinhalt zum zweiten Teil erschienen, den ich zwar schon gekauft, heruntergeladen und installiert habe, wo das spielen aber mit Sicherheit noch viele Tage warten muss, bis die DIplomarbeit endlich abgegeben ist. Aber bis dahin gibts ja vielleicht bei Mena ein Review, die sich noch mehr auf das ganze gefreut hatte 🙂

Iron Sky – Der Comic

Ich glaube ich habe noch garnicht über Iron Sky hier geschrieben – einem Independent Film, der hoffentlich im nächsten Jahr in den Kinos läuft. Ich will nicht zuviel verraten, der Trailer zeigt eigentlich schon was das spannende ist:

Also Nazis, die auf dem Mond leben und als neue Schurken versuchen wieder die Weltherrschaft an sich zu reißen. Das ganze gepaart mit einem guten Teil Steampunk-Gefühl und das kann gut werden. Finanziert wird das Projekt im übrigen zu einem guten Teil über die Community. So wird ganz klassisch dazu aufgerufen “War Bonds” zu kaufen. Aber nun bekommt man noch mehr für sein Geld. Denn nun gibt es den Iron Sky Comic. Zumindest den ersten Band – zwei weitere werdem noch folgen. Diese bieten dann die Vorgeschichte zum Film. Man kann sie sich teilweise direkt im Netz lesen und dann zahlt man, was man zahlen will um das Projekt zu unterstützen.

Den Comic habe ich heute abend auch gelesen. Hat ca. 22 Seiten (ohne Werbung, Cover und so) und liest sich auch sehr gut. Ist zwar auf englisch, aber das sollte nicht stören. Hoffe nur der Film kommt auch in die Kinos, ansonsten ist er vielleicht auch in Englisch ganz nett, wenn die dann Deutsch als Alternativsprache nutzen. Abwarten… Was haltet ihr von der Idee der Nazis auf dem Mond? 🙂

Fair Game

Wieder ein Film am Abend – doch ein klein wenig eine Ausnahme. Heute war Fair Game im Blu-Ray Player. Bei dem Thriller geht es um die Palme-Affäre in den USA, bei der die Identität einer CIA Agentin vom Weißen Haus offen gelegt wurde, nachdem deren Mann Kritik an den vorgegeben Gründen zum Irakkrieg geäußert hatte. Hier der Trailer, der das vielleicht nochmal darlegt:

Der Film selber ist eine gute Mischung aus dem Privatleben und der Politik zum Irakkrieg und zeigt auch gut den Druck, der damals ausgeübt wurde, um ja zu “beweisen”, dass der Irak über Massenvernichtungswaffen verfügt. Das schafft er auch sehr gut und schildert so die Begebenheiten damals sehr gut. Natürlich ist es kein Meisterwerk der Filmgeschichte, aber ich glaube, dass ist bei nachgespielten Filmen auch nicht so eben möglich und man kann ihn sich doch sehr gut angucken. Für ein paar Euro ist er auch als DVD oder Bluray erhältlich 🙂