Einige Worte zu Magath

Ich habe immer gesagt, dass Fußball mich selten begeistert kann und soviel hat sich auch nicht daran geändert. Der Sport ist in vielen Fällen oft zu langweilig oder von mir aus auch mittelfeldlastig, um mich zu fesseln. Ausnahme bieten maximal entscheidende Spiele und Nationalspiele bei Turnieren. Wenn ich gefragt werde, ob ich denn wegen meiner Herkunft Schalke Fan sei – und irgendwie wird man in Deutschland ja früher oder später immer in eine Fußballvereinskiste gepackt – ist meine Antwort, dass man ja kaum Drumherum komme und ich mich dennoch eher als Schalke-Sympathisant sehe. Ich denke zum Fan-sein gehört mehr als dann hinzugucken, wenn es wichtiger wird und wahrscheinlich kann man auch nur dann wirklich verstehen, wieso es nun so gegen Felix Magath geht.

Zugegeben, Magath ist vielleicht nicht der “normale” Schalke Trainer mit Kumpelfaktor und sowohl seine missverständlichen Äußerungen (“Ich bin kein Fan von Schalke”) als auch manch anderer Fehltritt haben vielleicht viele Fans gegen ihn aufgebracht. Aber neben der Person geht es doch auch um den Sport und die Leistung dort, oder?

Soweit ich es sehe, ist der Verein in der Bundesliga nicht so erfolgreich und Radioberichte oder Fans berichten bei den Spielen von einem schlechten, wenn nicht desaströsen Auftreten der Mannschaft. Andererseits sieht man nun ja auch, wie man bei den noch wichtigen Spielen noch überzeugen kann und so steht die Mannschaft im Viertelfinale der Champions League und im Finale des DFB Pokals. Wen kümmert es denn dann ernsthaft noch, ob Schalke nun auf Platz 10, 12 oder 8 der Bundesliga steht? Es ist ja nicht wirklich so, dass Schalke es dort ohne großen Aufwand schaffen würde noch wirklich was zu reißen, oder? Dann kann ich sowohl vom Trainer als auch von den Spielern verstehen, wenn man den Fokus vielleicht darauf setzt das Beste aus dem herauszuholen, wo es auch noch was zu gewinnen gibt. Und wenn dies nur unbewusst geschieht.

Ich weiß nicht, ob ich mir anmaßen kann, mit Felix Magath “zufrieden” zu sein. Wahrscheinlich nicht. Und ich kann den Unmut der Fans verstehen, die jede Woche treu in das Stadion gehen und dort sehen, wie die Mannschaft nur Müll zusammenspielt. Dennoch bleibt als außenstehender sympathisierender Laie doch die Frage, ob die Lage des FC Schalke 04 wirklich so mies ist, dass man einen Trainer loswerden muss.

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