ArchivMärz 2011

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Rango
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Debatte über den Atomausstieg ist nicht taktlos, sondern nur angemessen
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Dragon Age 2 – Erste Eindrücke
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Einige Worte zu Magath

Rango

Gestern Abend ging es wieder ins Kino. Bei dem Stress aktuell eine willkommene Abwechslung. Und dann auch eine sehr gute. Es ging in den Zeichentrickfilm Rango, bei dem eine Echse den “Wilden Westen” aufmischt, aber seht vielleicht selber den Trailer:

Okay, man sieht schon, es gibt moderne Elemente, aber offensichtlich ist die Tierwelt eben noch in der Zeit des Wilden Westens – und das ist auch gut so. Denn es gelingt dem Film sehr gut den Flair von Westernfilmen aufzugreifen ohne dabei den Humor und die Lockerheit aufzugeben, die ein solcher Zeichentrickfilm braucht. Wenn Rango in seiner unbedarften und oft aufschneiderischen Art in dieser Welt auftritt, macht es wirklich Spaß, dies anzusehen. Aber auch die Charaktere in “Dreck” sind mehr als einfache Zeichentrickfiguren. Viele von ihnen entwickeln in den paar Minuten des Films einen wirklichen Charakter.

Die Geschichte selber ist nicht die große Überraschung oder wahnsinnig neuartig. Zusammenfassen lässt sie sich mit “Fremder rettet Dorf” mit den üblichen Wendungen. Aber diese Geschichte braucht auch nicht eine wandelnde Geschichte, sondern spielt manchmal mit der Vorhersehbarkeit und lebt eben von den Charakteren und insbesondere Rango.

Technisch ist der Film sehr gut umgesetzt. Manchmal vergisst man glatt, dass es sich um einen Zeichentrickfilm handelt und es wurde auf Details und Mimik sehr geachtet.

Alles im Allem ein mehr als gelungener Film, den ich nur empfehlen kann.

Debatte über den Atomausstieg ist nicht taktlos, sondern nur angemessen

Die Katastrophe in Japan kann man kaum komplett in Worte fassen: Alleine das Erdbeben und der damit verursachte Tsunami hat das Land verwüstet, nun droht auch noch eine Atomkatastrophe. 20km um den Reaktor Fukushima werden die Menschen evakuiert und viele sind bereits verstrahlt worden. Und noch immer ist unklar, wie der aktuelle Stand in den Reaktoren ist – eine Besserung nicht in Sicht eher im Gegenteil.

Und die ersten Reaktionen in Deutschland auf die Kritik an dieser Risikotechnologie war, dass es pietätlos wäre daraus nun ein politisches Thema zu machen. Pustekuchen! Das Gegenteil ist der Fall: Ich finde es taktlos einfach so zu tun, als ob nichts passiert wäre oder als ob soetwas bei uns ja sowieso nie passieren könne.

Hier zeigt sich wieder einmal, dass wir mit einer Technik arbeiten, die wir nicht wirklich kontrollieren können. Man mag die Risiken für gering halten und nun die Situation damit begründen, dass es ein Jahrhundertbeben war, aber die Folgen sind so gravierend, dass man dies nicht einfach ignorieren kann. Und genau das sollte mit diesen Aussagen getan werden. Zeit gewinnen und Kritiker an der Atomenergie zum Schweigen bringen.

Niemand von den Menschen, die in den letzten Tagen Kritik geäußert haben an der Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken und der Atomenergie wünscht sich, dass aus dem GAU in Japan ein Super-GAU wird. Niemand hat sich darüber gefreut, weil man jetzt “Stimmung machen könne” oder auf diesen Zug aufspringen kann. Diese Kritiker sagen dies seit Jahren, manche seit Jahrzehnten und laufen gegen eine Wand der Atomindustrie, die einem immer wieder erzählt, dass alles ganz sicher sei. Und nun wo auch in einem Hochtechnologieland wie Japan, die Situation außer Kontrolle gerät ist bei uns wieder alles besser? Das ist Zynismus den Menschen gegenüber und eine Geringschätzung der Sorgen in Deutschland.

Nun hat die Bundesregierung ja angekündigt zu testen und zu prüfen. Das Ergebnis kann man absehen: Im Grunde ist alles okay in Deutschland. Vielleicht wird man dem ein oder anderen Betreiber kleine Ausbesserungen aufgeben, damit es nicht ganz so fadenscheinig wirkt, aber am Ende wird sich an der Politik der Bundesregierung nichts ändern. Abgeschaltet wird nicht, stattdessen verlängern wir das Risiko einen Ausfalls weiterhin.

Die Antwort auf die Ereignisse in Japan muss sein: Abschalten so schnell wie möglich und in jedem Fall die Rücknahme der Laufzeitverlängerung. Kein Geld der Welt könnte die Schäden einer solchen Katastrophe aufwiegen – mal abgesehen davon, dass die Atomindustrie eh nur verdient: Die Kosten bei einer Katastrophe sind gedeckelt bei 2 Milliarden und für den Müll kommen auch am Ende alle Bürger auf. Also bleibt nur eins: Abschalten!

Bei Grünes Gelsenkirchen findet Ihr noch einen Bericht über die Demonstration heute in Bochum. Sehr empfehlenswert ist auch dieser Artikel zu den “Populären Irrtümern über Atomkraftgegner”.

Dragon Age 2 – Erste Eindrücke

imageSeit heute ist der Nachfolger des Rollenspiel Epos Dragon Age erschienen bzw. zu spielen. Installiert hatte ich das Spiel gestern Vormittag schon, aber spielen durfte man erst ab 0 Uhr. Allein das hatte einige Kritik hervorgerufen, mir war es relativ gleichgültig, da ich Mittwoch eh viel arbeiten musste und so ging es dann um 0 Uhr los. Hier einige erste Eindrücke nach etwas mehr als 8 Stunden gespielter Zeit.

Story

Das Spannendste an Dragon Age war für mich die Geschichte und vor allem die Konsequenzen des eigenen Handelns. Ob es wirklich am Spiel etwas geändert hat, wenn man den einen Zwergen anstatt den anderen auf den Thron setzt oder anderes, kann ich natürlich nicht endgültig sagen – habe den ersten Teil nur einmal durchgespielt und das ist nicht lange her 🙂

Wichtiger als die Frage ob Entscheidungen wirkliche Konsequenzen haben ist, dass zumindest dieser Eindruck erweckt wurde. Wenn man nicht weiß, dass bei der anderen Auswahl das gleiche Ergebnis gekommen wäre und man anhand der Reaktionen und Handlungen den Eindruck bekommt, dass dies alles nur so geschehen ist, weil man sich an jener Stelle eben anders entschieden hat, ist dies mehr als ausreichend und unheimlich fesselnd.

Dieses Gefühl konnte Dragon Age 2 bei mir bisher nicht wirklich erzeugen. Man muss dazu vielleicht auch kurz den Hintergrund erläutern: Im zweiten Teil spielt man einen Flüchtling, der nach dem Angriff der Dunklen Brut fliehen muss und dann in der Stadt Kirkwall eine neue Heimat finden. Anders als beim Vorgänger erlebt man also keine spezielle eigene Hintergrundgeschichte und ich finde das schränkt zumindest denn Wiederspielwert doch etwas ein. Beim ersten Teil war es ja auch interessant, was sich für die Magierin aus dem Turm anders entwickelt aufgrund der Herkunft, als mit meinem adeligen Krieger. Die einzige Unterscheidung ist hier durch drei Klassen gegeben: Krieger, Magier und Schurke. Ob dadurch andere Handlungsstränge auftauchen kann ich natürlich noch nicht beurteilen, kann mir das aber maximal beim Magier vorstellen. Aber wer weiß, was noch kommt.

Das muss ich wie schon geschrieben auch für die Handlung und Konsequenzen tun. Bisher fühle ich mich von Quests eher überrannt, so das wesentliche dann ggf. schneller untergehen und alles “gleicher” wird, egal ob es nun um eine Story-relevante Quest oder eine eher unbedeutende Nebenquest. Im Prinzip ist mir das relativ egal, ich will ja eh das ganze Spiel kennen lernen, aber wenn das bunt durcheinander geht, weil in einem Gebiet nunmal 4-5 Quests zu erfüllen sind und dazu noch 1-2 neue kommen, kann der Überblick leider leicht verloren gehen. Die Questübersicht teilt das dagegen fein säuberlich auf und auch die Karte gefällt mir etwas besser, da sie sofort zu einer Region gehörige Quests anzeigt.

Bisher kann ich also sagen gute Unterhaltung, aber das Überraschungselement oder gar ein Ärgern über frühere Entscheidungen fehlt doch etwas.

Die Charaktere sind recht nett gestaltet und ich bedauere schon wieder, nicht alle mit dabei zu haben. Allerdings wechsle ich häufiger und muss sagen, dass verschiedene Charaktertypen zu erkennen sind und man vielleicht nicht mit einem Mitglied der Stadtwache auf eine Schmugglertour gehen sollte. (Wobei ob was passiert praktisch, weiss ich nicht, hab vorher die Gruppe umgestellt 😀 ) Was ich dagegen auch hier wieder negativ finde, sind mangelnde Dialogmöglichkeiten mit den Charakteren. Man kann diese teilweise in ihren Häusern ansprechen, aber das wird dann als Quest auch angekündigt. Einerseits ganz nett, dass man so sieht, wenn es etwas neues gibt, andererseits kamen mir die Dialoge und daraus ergebenden Quests und zu findenden Gegenstände im Vorgänger doch länger und spannender vor.

Dialoge

Als ein Vorteil und Lob für das Spiel hatte ich gehört (ich habe noch keine Testergebnisse wirklich gelesen, um unbefangen an das Spiel zu gehen), dass der Charakter eine Stimme bekommen hat. Im Vorgänger standen ja immer komplette Sätze da, jetzt sind es nur kurze Zusammenfassungen dessen, was der Charakter dann ausformuliert. Dies sieht dann in etwa so aus:

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Rechts stehen in der Regel drei Auswahlmöglichkeiten, wobei der Ton und die Stimmung der Nachricht mit einem Symbol davor dargestellt wird. In dem vorherigen Bild ist beispielsweise eine “ironische, humorvolle” Antwort markiert. Links kann man dann meist weiter Nachfragen oder eine entsprechende Auswahl von Fragen öffnen oder bekommt besondere Antworten, die sich aus vorherigen Fragen oder Gesprächen ergeben haben.

Ich muss zugeben, dass mir die Stimme selber doch ganz gut gefällt, also die Tatsache, dass es einen wirklichen Dialog gibt und der Gegenüber nicht nur auf angeklickte Fragen antwortet. Auch die Sache mit den Emotionen hilft dabei, dies ein wenig einzuschätzen. Dennoch reichen mir diese “Zusammenfassungen” oder Umschreibungen nicht ganz aus und manchmal finde ich, dass der gesprochene Text dann doch sehr weit davon abweicht. Nicht von der Emotion, sondern eben vom Inhalt her.

Fertigkeiten, Produktion und Gegenstände

Was mir auch etwas fehlt, ist das Überreden. Ich weiß nicht, ob das irgendwie integriert ist, aber ich fand es ganz nett, dass im Vorgänger manchmal Antworten nur da standen, weil man Überzeugen hoch genug gesetzt hatte, genug Klugheit hatte oder ähnliches. Jetzt scheint es von wenigen Ausnahmen abgesehen auf diese drei Auswahlmöglichkeiten an zu kommen.

Ansonsten werden Fertigkeiten mehr über die Eigenschaften gehandhabt. Schlösser knacken können alle Schurken ab einer Klugheit von 20, 30 oder 40 Punkten – je nach Schwierigkeit. Ich muss sagen, dass ich dies nicht problematisch finde, sofern man das erstmal raus hat. Im Gegenteil fand ich die Eigenschaften im ersten Teil irgendwann auch sinnlos, wenn alle die Kampfkunst und Taktik ganz hoch hatten, war der Rest eher sinnlos – sofern man Kräuterkunde, Alchemie und so nicht nutzt.

Diese wird hier auch wie ich finde etwas leichter genutzt. Anstatt Rohstoffe zu sammeln, sammelt man Rohstoffquellen. Also sobald man irgendwo Elfengras gesehen hat, hat man diese Quelle. Dann kann man bei den entsprechenden Händlern Gifte, Tränke oder Runen in Auftrag geben und bekommt die gegen Gold zugestellt. Das gefällt mir persönlich besser, aber ich hatte mich mit der Produktion von Dingen im ersten Teil auch nicht wirklich beschäftigt.

Einige Zeit ist aber dafür drauf gegangen, regelmäßig die Taschen nach besseren Gegenständen für alle Charaktere durchzugehen und so bei jedem zu gucken, ob es bessere Handschuhe, Rüstungen, Schuhe oder ähnliches gibt. Dies ist etwas entschlackt worden, denn nun gibt es Körperrüstungen nur noch für den Spielercharakter. Alle anderen haben ein festes Rüstungsset, welches mitlevelt (denke ich) und was durch besondere Ereignisse (wahrscheinlich das, was im ersten Teil eine besondere Fertigkeit war) aufgewertet wird. Man achtet darum bei anderen Charakteren nur noch nach Waffen, Ringen und Amuletten. Und auch das ist einfacher, denn diese haben nun eine Sternbewertung: Auf einer Skala von 0 bis 5 Sternen ist so sofort sichtbar, wie gut ein Gegenstand ist.

Ich muss sagen das neue System ist deutlich schneller als früher, wo man durch 8 Charaktere durchgehen musste und alles geprüft hat. Aber vielleicht war ich damals ja auch zu akribisch.

Kampf und Steuerung

Ich hatte das Spiel zuerst als Demo auf der PS3 gesehen und ehrlichgesagt gehofft, dass es sich um die Konsolenvariante handelt und die PC Version wie im Vorgänger vielleicht etwas strategischer bleibt. Dem ist nicht so. Ich finde Kämpfe sind actionorientierter geworden und auch schneller. Ich muss sagen, dass ich auf dem normalen Schwierigkeitsgrad mit den üblichen “Trash-Gruppen” bisher wenige Probleme hatte, nur eben bei Bossen oder größeren Mengen wurde es mal knapp, aber ich glaube ich musste noch nicht einmal deshalb neuladen. Ich bin mir noch etwas unschlüssig über den Stil, aber als Schurke macht es momentan noch viel Spaß und von daher bin ich zufrieden.

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Auch das Screenlayout selber ist recht übersichtlich, vielleicht etwas spartanischer als beim Vorgänger, aber ich finde es ist funktionabel und schnell zu spielen. Besonders gut – auch wenn es eigentlich zu “Gegenstände” gehört hätte, gefällt mir, dass es nur eine Heiltrankart gibt. Im letzten Teil hatte ich ja vom leichten über den normalen bis zum schweren oder mächtigen Wunsumschlag einige in der Leiste, das ist jetzt leichter gelöst. Ansonsten hat sich die Steuerung nicht wirklich geändert.

Zwischenfazit

Ich werde das Spiel in den nächsten Tagen ja weiter spielen und dann wohl auch nochmal berichten, aber bisher fühle ich mich gut unterhalten. Nicht weniger, aber auch nicht wirklich mehr. Ich kippe nicht vor Begeisterung vom Stuhl, muss diesen aber auch nicht vor Enttäuschung aus dem Fenster schmeißen.

Wie gesagt der Kampf selber ist okay. Mir gefällt, dass es nicht ewig dauernde Trashgruppenkämpfe gibt, sondern dies recht fix abzuhandeln ist und man sich so auf das wesentliche Konzentrieren kann. Wenn jetzt in den nächsten Stunden die Story noch mehr anzieht oder die ersten Konsequenzen (deutlicher) auftreten, dann wäre es natürlich noch sehr viel besser.

Einige Worte zu Magath

Ich habe immer gesagt, dass Fußball mich selten begeistert kann und soviel hat sich auch nicht daran geändert. Der Sport ist in vielen Fällen oft zu langweilig oder von mir aus auch mittelfeldlastig, um mich zu fesseln. Ausnahme bieten maximal entscheidende Spiele und Nationalspiele bei Turnieren. Wenn ich gefragt werde, ob ich denn wegen meiner Herkunft Schalke Fan sei – und irgendwie wird man in Deutschland ja früher oder später immer in eine Fußballvereinskiste gepackt – ist meine Antwort, dass man ja kaum Drumherum komme und ich mich dennoch eher als Schalke-Sympathisant sehe. Ich denke zum Fan-sein gehört mehr als dann hinzugucken, wenn es wichtiger wird und wahrscheinlich kann man auch nur dann wirklich verstehen, wieso es nun so gegen Felix Magath geht.

Zugegeben, Magath ist vielleicht nicht der “normale” Schalke Trainer mit Kumpelfaktor und sowohl seine missverständlichen Äußerungen (“Ich bin kein Fan von Schalke”) als auch manch anderer Fehltritt haben vielleicht viele Fans gegen ihn aufgebracht. Aber neben der Person geht es doch auch um den Sport und die Leistung dort, oder?

Soweit ich es sehe, ist der Verein in der Bundesliga nicht so erfolgreich und Radioberichte oder Fans berichten bei den Spielen von einem schlechten, wenn nicht desaströsen Auftreten der Mannschaft. Andererseits sieht man nun ja auch, wie man bei den noch wichtigen Spielen noch überzeugen kann und so steht die Mannschaft im Viertelfinale der Champions League und im Finale des DFB Pokals. Wen kümmert es denn dann ernsthaft noch, ob Schalke nun auf Platz 10, 12 oder 8 der Bundesliga steht? Es ist ja nicht wirklich so, dass Schalke es dort ohne großen Aufwand schaffen würde noch wirklich was zu reißen, oder? Dann kann ich sowohl vom Trainer als auch von den Spielern verstehen, wenn man den Fokus vielleicht darauf setzt das Beste aus dem herauszuholen, wo es auch noch was zu gewinnen gibt. Und wenn dies nur unbewusst geschieht.

Ich weiß nicht, ob ich mir anmaßen kann, mit Felix Magath “zufrieden” zu sein. Wahrscheinlich nicht. Und ich kann den Unmut der Fans verstehen, die jede Woche treu in das Stadion gehen und dort sehen, wie die Mannschaft nur Müll zusammenspielt. Dennoch bleibt als außenstehender sympathisierender Laie doch die Frage, ob die Lage des FC Schalke 04 wirklich so mies ist, dass man einen Trainer loswerden muss.