Die Rede von Mubarak

Ach… doch noch was zu der Rede. Je mehr man drüber nachdenkt und sieht, umso mehr fragt man sich, ob der Mann noch irgendeine Verbindung zu “seinem” Volk hat?

Die Menschen schreien, dass er gehen soll – und er entlässt nur die Regierung.

Nach 30 Jahren an der Regierung erklärt er den Menschen, dass er die Probleme von diesen kenne und tagtäglich an diesen arbeite. – Ich denke mal, dass die Menschen gerade darum auf der Straße sind, weil er dabei nicht so erfolgreich war.

Er erklärt, dass diese Proteste nur wegen der Freiheiten möglich seien. – Sollen die Menschen nun dankbar für die Grundrechte der Meinungs- und Versammlungsfreiheit sein? Mal abgesehen davon: Die Menschen haben sich diese Rechte genommen, was man an den Ausschreitungen sieht oder daran, dass die Ausgangssperre ihre Wirkung nicht entfalten konnte. Mubarak hat den Menschen die Rechte nicht gegeben, er tut jetzt nur so. Achja: Und war da nicht noch ne Internetsperre und Sperre von anderen Kommunikationsmitteln? Freiheit ist offensichtlich Auslegungssache.

Ich denke mit seiner Rede hat Mubarak die Protesten eher vor den Kopf gestoßen, als eine Lösung herbei zu führen. Er hält an einem Posten fest, denn das Volk ihm nicht zugesteht.

Die Frage bleibt, wie es weitergeht: Ich gehe nicht davon aus, dass der Protest abnimmt. Die Frage ist nur, wie Mubarak reagiert. Seine Aussage, dass die Grenze zwischen “Chaos” und Freiheit sehr gering sei und die heutigen Proteste Ergebnis der gewährten Freiheit sind, könnte darauf hindeuten, dass irgendwann ein “jetzt ist aber auch mal gut” kommt und stärker gegen Demonstranten vorgegangen wird. Es wird ein spannendes Wochenende. 

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