Tatort Internet zum wiederholten Mal

Ich habe gerade die Aufzeichnung von Tatort Internet von heute gesehen und muss doch mal wieder meinen Unmut über dieses Konzept loswerden. Und zwar dieses mal anhand der Darstellung eines realen Falles in der Sendung. Am Ende wird ja meist ein reales Beispiel gesucht und dargestellt, bei dem man sich auch fragen kann, ob dies für die Kinder so gut ist. Aber sei es drum.

Heute wurde der Fall von zwei 12-jährigen und 13-jährigen Mädchen gebracht, die sich über das Internet mit einem 15-jährigen Jungen treffen, der dann noch Freunde mitbringt und die Mädchen in einer Wohnung vergewaltigen. Das ist eine schreckliche Geschichte und natürlich kann man da nichts dran beschönigen – auch nicht durch geringes Alter der Täter.

Aber dass die “Anonymität und der anscheinend rechtsfreie Raum des Internets solche Taten erst möglich machen” wie in der Abmoderation genannt ist doch reiner Blödsinn. Die Taten hatten mit dem nur herbeigeredeten “rechtsfreien Raum des Internets” nichts zu tun und auch Anonym war mit dem Treffen auch nichts mehr. In dem Beitrag selber wurde ja auch dargestellt, dass vieles da recht normal lief und dass sich in der Altersklasse so auch Freundschaften und Beziehungen ergeben.

Die Forderung “Schützt endlich unsere Kinder!” ist damit hier wieder mal nicht mehr als eine hohle Phrase, da wiedermal nicht gesagt wird, wie solche Fälle vermieden werden können. Hier ist eine Straftat im realen Raum herangezogen worden, auf die es offensichtlich im Internetchat nicht mal Hinweise gegeben hatte. Tatort Internet selber tut nichts, um Kindern zu helfen, da es keine Hinweise zur Medienkompetenz mitgibt und das Internet zur Quelle allen Übels macht. Ich wage sogar, dass ein solches Konzept Kindern eher schadet, denn Kinder die nicht lernen mit modernen Medien vernünftig umzugehen, sondern von durch die Sendung verängstigten Eltern von diesen Informationen und dem Kommunikationsmedium abgeschnitten werden, verlieren Fähigkeiten, die in unserer Welt nicht einfach mal eben wegzudenken ist.

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