Archiv9. November 2010

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Tatort Internet zum wiederholten Mal
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Kinokleinigkeiten: Devil und “Halbe Energie”
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Stichtag – Ein würdiger Hangover “Nachfolger”

Tatort Internet zum wiederholten Mal

Ich habe gerade die Aufzeichnung von Tatort Internet von heute gesehen und muss doch mal wieder meinen Unmut über dieses Konzept loswerden. Und zwar dieses mal anhand der Darstellung eines realen Falles in der Sendung. Am Ende wird ja meist ein reales Beispiel gesucht und dargestellt, bei dem man sich auch fragen kann, ob dies für die Kinder so gut ist. Aber sei es drum.

Heute wurde der Fall von zwei 12-jährigen und 13-jährigen Mädchen gebracht, die sich über das Internet mit einem 15-jährigen Jungen treffen, der dann noch Freunde mitbringt und die Mädchen in einer Wohnung vergewaltigen. Das ist eine schreckliche Geschichte und natürlich kann man da nichts dran beschönigen – auch nicht durch geringes Alter der Täter.

Aber dass die “Anonymität und der anscheinend rechtsfreie Raum des Internets solche Taten erst möglich machen” wie in der Abmoderation genannt ist doch reiner Blödsinn. Die Taten hatten mit dem nur herbeigeredeten “rechtsfreien Raum des Internets” nichts zu tun und auch Anonym war mit dem Treffen auch nichts mehr. In dem Beitrag selber wurde ja auch dargestellt, dass vieles da recht normal lief und dass sich in der Altersklasse so auch Freundschaften und Beziehungen ergeben.

Die Forderung “Schützt endlich unsere Kinder!” ist damit hier wieder mal nicht mehr als eine hohle Phrase, da wiedermal nicht gesagt wird, wie solche Fälle vermieden werden können. Hier ist eine Straftat im realen Raum herangezogen worden, auf die es offensichtlich im Internetchat nicht mal Hinweise gegeben hatte. Tatort Internet selber tut nichts, um Kindern zu helfen, da es keine Hinweise zur Medienkompetenz mitgibt und das Internet zur Quelle allen Übels macht. Ich wage sogar, dass ein solches Konzept Kindern eher schadet, denn Kinder die nicht lernen mit modernen Medien vernünftig umzugehen, sondern von durch die Sendung verängstigten Eltern von diesen Informationen und dem Kommunikationsmedium abgeschnitten werden, verlieren Fähigkeiten, die in unserer Welt nicht einfach mal eben wegzudenken ist.

Kinokleinigkeiten: Devil und “Halbe Energie”

Noch zwei Kleinigkeiten muss ich loswerden zum Kinobesuch heute abend. Ok, eigentlich drei, aber zu einer Begebenheit kann ich nicht mehr sagen, als ich es schon getwittert habe 😉

Im Kino haben sie auch einen mit Handy aufgegriffen, der gefilmt hat teilweise. Gut so, das Licht hat auch genervt! 😉

Ansonsten habe ich einen Trailer gesehen, bei dem ich noch nicht weiß, ob der Film das hält, was der Trailer verspricht, aber er sieht ziemlich gut aus und im ersten Moment dachte ich: “Hat da jemand das Cthulhu Szenario ‘Abwärts!’ verfilmt?”:

Wie gesagt, bin unsicher, ob er das hält, aber dem Film wird wahrscheinlich im Kino ne Chance gegeben. Das andere was ich noch loswerden muss und gesehen habe, war auch irgendwie gruselig, aber seht selbst:

Ist doch wirklich zum Fremdschämen, oder? 😀

Stichtag – Ein würdiger Hangover “Nachfolger”

Nach einem Tag an der Uni ging es dann noch recht spontan ins Kino. Ein kurzer Blick auf die Möglichkeiten lies dann “Stichtag” offen. Beworben wurde er auch damit, dass er vom “Hangover” Regisseur Todd Phillips stammt. Ich bin bei solcher Werbung immer etwas skeptisch, da man sich so leicht auf früheren Lorbeeren ausruht. Dem – soviel kann man verraten – ist hier definitiv nicht so.

Bei Stichtag geht es ganz grob gesagt um einen Roadtripp. Peter Highmann (gespielt von Robert Downey Jr.) muss in 5 Tagen von Atlanta nach Los Angeles. Bereits vor dem Flug lernt er Ethan Tremblay (gespielt von Zach Galifianakis) etwas ungünstig kennen, fliegen kann er später auch nicht und es bleibt nichts anderes, als gerade mit diesem quer durch Amerika zu fahren, um es rechtzeitig zur Geburt des Kindes zu kommen. Und wie es sich für eine Komödie gehört, geht dabei einiges schief und die zwei verschiedenen Charaktere geraten mehr als einmal aneinander:

Cinema sagt zu dem Film:

"Hangover" ist ein echter Brüller, während man "Stichtag" lediglich als witzig und amüsant (ärgerlicherweise wurden die besten Szenen bereits in den Trailern verwurstet) loben kann.

Was den Film dennoch unbedingt sehenswert macht, sind seine Darsteller. Unvorstellbar, dass jemand anderes als Robert Downey Jr. ("Iron Man") und Zach Galifianakis ("Hangover") die gegensätzlichen Reisegefährten hätten spielen können. Auf wunderbare Weise gelingt es beiden Darstellern mit todernster Miene, für die größten Lacher zu sorgen.

Fazit: Bloß nicht zu viel erwarten, die neue Komödie vom "Hangover"-Macher ist kein Brüller, aber herrlich gespieltes Schmunzelkino

Ich muss sagen ich kann das so nicht ganz bestätigen. Ehrlich gesagt finde ich es auch im Rückblick etwas schwierig beides zu vergleichen. Hangover ist wirklich zum Lachen und das ohne wirkliche Pause. Ich finde Stichtag hingegen lebt gerade von den Charakteren und auch von dramatischen und tragischen Momenten, die perfekt in Szene gesetzt wurden und wo man aus einem sehr heiteren Moment direkt in eine andere Stimmung versetzt wird und mit den Charakteren mitfühlt. Der Film ist jedenfalls nicht ganz so eindeutig auf Komödie gestrickt hat mich aber in den entsprechenden Teilen durchaus sehr amüsiert. Und wenn ich dem Kinosaal traue war das sonst auch so. Schöner Charakter-Humor eben. Und was die Trailerkritik angeht: Stimmt wahrscheinlich. Habe gerade mal geguckt und schöne Szenen findet man wirklich im Netz. Also: Nicht viele Trailer gucken, sondern sofort ins Kino 🙂

Übrigens: Man kann den Film auch schon auf Blu-Ray oder DVD vorbestellen – kommt am 4. März 🙂

Und ein wirklicher Nachtrag: Ein inhaltlicher Nachfolger ist Stichtag natürlich nicht zu Hangover, sondern eben nur der nächste Film des Regisseurs 🙂